fassaden daemmen altbau 564

Welche Fassadendämmung eignet sich für einen Altbau?

Über Sinn und Unsinn der Fassadendämmung bei Altbauten ist viel gestritten worden. Fakt ist, dass dämmende Maßnahmen den Energieverlust senken, und dass jede Fassade nachträglich gedämmt werden kann. Welche Methode dabei die passende ist, muss allerdings von Experten individuell entschieden werden.

Die günstigste Variante ist nicht immer die beste und auch nicht immer erfolgversprechend. Polystyrol ist aufgrund der zu erwartenden Belastung für die Umwelt spätestens bei der Entsorgung in die Kritik geraten. Zeitgemäß und praktikabel erscheinen dagegen ökologische Dämmstoffe, die insbesondere bei Altbauten gut eingesetzt werden können.

 
 

Drei Möglichkeiten der Fassadendämmung bei Altbauten

Die verschiedenen Möglichkeit einer Fassadendämmung lassen sich grob in drei Verfahren zusammenfassen:

  1. Die Fassade kann außen gedämmt werden,
  2. man kann eine Kerndämmung anwenden,
  3. oder die Innenseite der Außenwand kann gedämmt werden.

Alle drei Systeme können mit unterschiedlichen Dämmstoffen durchgeführt werden, bei keinem System besteht die Notwendigkeit, auf leicht entflammbare oder mit Chemikalien durchtränkte Dämmstoffe zurückzugreifen. 

1

Kerndämmung

Die Kerndämmung bietet sich an, wenn ein zweischaliges Mauerwerk mit Hohlschicht vorliegt. Das ist bei vielen Häusern in Norddeutschland der Fall, wenn diese zwischen 1900 und 1973 erbaut wurden. Die Hohlschicht wird,vereinfacht ausgedrückt, mit einem Dämmstoff ausgefüllt, und der Energieverlust wird um etwa 70 % reduziert.

2

Dämmung der Außenfassade

Bei einer Dämmung der Außenfassade werden Bautechniken aus der Holzständerbauweise verwendet: Eine Art Skelett wird um das Haus herum gesetzt, wird mit Weichfaserplatten verkleidet und kann dann entweder mit einem mineralischen Putz oder mit einer hinterlüfteten Holzverschalung versehen werden. Zwischen den Kanthölzern sitzt die eigentliche Dämmung: Hier wird Zellulose eingeblasen.

3

Innendämmung

Eine Innendämmung der Außenwand kann dann sinnvoll sein, wenn die Außenwand als schützenswert gilt oder nur Teile der Außenwand gedämmt werden sollen. Das Verfahren ist auch für Denkmalgeschützte Gebäude ab einer Dämmschicht von 5 cm nach EnEV zugelassen. Bei dieser Technik werden Weichfaserplatten mit einer Lehmschicht innen an der Wand befestigt und mit Dämmstoffdübeln gesichert. Die Platten werden mit Lehm und einem Fasergewebe verputzt.

 

Der Energieberater weiß mehr

Bevor ein Altbau gedämmt wird, ist ohnehin eine Energieberatung sinnvoll. Der Experte oder die Expertin wissen im Normalfall, welche Formen der Dämmung in Frage kommen könnten und welche vertrauenswürdigen Unternehmen in der näheren Umgebung diese baulichen Maßnahmen vornehmen können. Und vor allem wissen die Energieberater/-innen, welche Fördergelder und günstigen Darlehen für die Sanierung nach den Vorgaben der EnEV in Anspruch genommen werden können.

altbau geruest daemmen yw 564

Da eine Sanierung meist nicht ganz kostengünstig ist, sollte im Vorfeld schon ein Plan bezüglich der nötigen Arbeiten und der zu erwartenden Kosten sowie der Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Checklisten wie die unter www.effizienzhaus-online.de helfen dabei. Ist einmal klar, welche Arbeiten vorgenommen werden sollen, können Angebote von verschiedenen handwerklichen Betrieben eingeholt werden. Der Preisvergleich lohnt in der Regel.

Fazit: Fassadendämmung bleibt umstritten

Die gesetzlichen Vorgaben sind eindeutig: Fassaden von Altbauten müssen - wenn Arbeiten daran beauftragt werden - nach den Vorgaben der EnEV saniert und gedämmt werden.

Anders ist es nur schwer möglich, die Energiekosten dauerhaft zu senken und Häuser effizient zu gestalten. Allerdings ist das "Wie" immer noch die große Frage. Denn die am häufigsten verbaute Dämmung ist immer noch Polystyrol, und das ist sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung problematisch.

Alternativen können ökologische Dämmstoffe sein, die aber oftmals noch Entflammungs-Probleme haben und deren Haltbarkeit nicht final abgeschätzt werden kann.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Effizienzhaus-online.

Teilen macht Freude:

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant