Die Eigenleistung kann schnell ausufernEigenleistung beim Bau – Möglichkeiten und Beachtenswertes

 Eigenleistung beim Bau kann zu einer hohen Kosteneinsparung führen. Insbesondere lohnintensive Arbeiten, welche keine großen Fachkenntnisse erfordern, bieten sich hier an. Im Gegenzug ist bei den schwierigeren Aufgaben sehr gut abzuwiegen, ob diese selbst durchgeführt werden sollten. So kann es zu teuren Korrekturarbeiten vom Fachmann oder zur Verzögerung des Baus kommen.

 

Als Eigenleistungsarbeiten bieten sich an:

  • Ausheben und Betonieren von Fundamenten
  • Anlegen von Entwässerungen
  • Außen- und Innenputz aufbringen
  • Kabelverlegung nach Planung mit dem Elektriker
  • Malerarbeiten
  • Fußbodenverlegung
  • Fliesenlegen
  • Gartenanlage
  • Kellermauerung
  • Wandgestaltung, Tapezieren
  • Bodenbeläge
  • Innentüreneinbau
  • Dachausbau
  • Aussenanlagen

 Es ist individuell zu klären, welche Eigenleistung sich beim Hausbau lohnt.

 
 

Verbandsberechnungen

Der Verband privater Bauherren (VPB) hat einmal exemplarisch anhand eines 140 Quadratmeter-Reihenhauses errechnet, wie viel ein Heimwerker mit Geschick beim Bau durch Eigenleistung sparen kann.

Der Verband addierte die folgenden Arbeiten:

  • Garten anlegen
  • Malern
  • Tapezieren
  • Fliesen verlegen
  • Bodenbeläge verlegen
  • Innentüren einsetzen
  • Dachschrägen dämmen
  • Dachdämmen verkleiden

Gesamtersparnis laut Verband: 19.000 Euro

Berechnete Arbeitszeit des privaten Bauherren: 476 Stunden

Das entspricht drei Monate Vollzeitjob. Ob das neben der regulären Arbeit während der Bauphase überhaupt zu schaffen ist, sei dahingestellt.

Tipp: Klären Sie als Bauherr mit einem Mann vom Fach ab, welche Eigenleistung für Sie realistisch möglich ist. Der Fachmann berücksichtigt auch Terminvorgaben, die bei der Eigenleistung einzuhalten sind, falls andere Gewerke auf der Eigenleistung aufbauen wollen.

Die Eigenleistungen sollten im Bauvertrag festgehalten werden.

Es hat sich bewährt, Eigenleistungen in Familienverbünden zu machen. So kann sich gemeinsam gegenseitig zur Hand gegangen werden. Die Unterbringung der Kinder kann gemeinsam organisiert werden. Und das Arbeiten in der Gruppe macht mehr Spaß und fördert die Sozialkontakte in der Umgebung.

Die Eigenleistung kann einen Neubau deutlich verbilligen. Darüber hinaus sparen Sie Grunderwerbs- und Notarkosten. Berücksichtigen Sie aber die folgenden Punkte:

  • Ein Privatmann braucht im Schnitt 3 Mal soviel Zeit für eine Arbeit wie ein Profi
  • Sie erhalten keine Gewährleistung auf ihre Eigenleistung.


In der Zusammenarbeit mit dem Bauträger ist folgendes zu beachten:

  • Klären Sie vor Vertragsabschluss genau ab, welche Einsparungen sich durch die einzelnen Eigenleistungsschritte ergeben
  • Vermeiden Sie Eigenleistung, die den Baufortschritt verzögern könnten
  • Erbringen Sie nur Eigenleistungen, die sich von den Leistungen des Bauträgers abgrenzen lassen.
  • Erbringen Sie nur Eigenleistungen, die einen hohen Lohnanteil in sich tragen. Materialien kann der Bauträger in der Regel deutlich billiger als Sie einkaufen, von daher dürften bei Leistungen mit hohem Materialeinsatz die Ersparnisse deutlich geringer ausfallen.
  • Nehmen Sie darunter liegende Arbeiten, die durch die Eigenleistung nicht mehr klar erkennbar sind, vor der Eigenleistung ab. Beispiel Malerarbeiten: Bevor Sie alles tapezieren müssen Sie die Mauern (möglichst mit einem Fachmann ihrer Wahl) abgenommen haben.

 

Weiterer Nebenaspekt bei der Eigenleistung ist, dass Sie für private Helfer eine Unfallversicherung abschließen sollten. Darüber hinaus ist die Zuverlässigkeit privater Helfer nicht immer gegeben. Oft kommen auch "herrenlose" Maschinen des Bauherren auf der Baustelle abhanden.

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