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Nachhaltigkeit meint eine Ressourcen-Nutzung, bei der die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften eines Systems sowie dessen natürliche Regenerationsfähigkeit angepeilt wird. Im Forst meint dies, dass nicht mehr Holz geschlagen wird, als zur selben Zeit nachwachsen kann.

Ein nachhaltiger Garten bedeutet analog, dass sich unser Garten in das umliegende Ökosystem einpasst, das Leben der darin vorhandenen Arten fördert und die Natur nicht durch schädliche Chemie (manche Dünger, Spritzmittel etc.) oder einen hohen Energieverbrauch (wenn diese über Schadstoffbelastung gewonnen wird) belastet.

Wir geben Tipps, die das Anlegen und Planen eines nachhaltigen Gartens unterstützen.

 
 

Die Planung

Die Planung eines Gartens hängt von vielen Faktoren ab: Größe, Lage, Ausrichtung, Umgebung (hohe Bäume, Bach), Geländebeschaffenheit, Familienstand (Stichwort: Kinder wollen Rasen), Vorlieben und nicht zuletzt der Arbeitsbereitschaft seines Besitzers ab.

Was will ich?

Wer gerne Bio-Lebensmittel im Garten ernten möchte, wird eher auf Rasen verzichten als ein passionierter Freizeitkicker, der im eigenen Garten seine Technik verfeinern will. Wer morgens stets seinen Gemüse-Smoothie zu sich nehmen möchte, sollte den Bau einer Kräuterspirale in Erwägung ziehen. Als dies ist individuell anpassbar.

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Was muss ich?

Nachhaltigkeit hingegen setzt den individuellen Wünschen Grenzen wenn es an die Wahl der Pflanzen geht. Möglicherweise ist der jeweilige Garten kein guter Lebensraum für die eigene Lieblingspflanze. Hier hilft es, beim örtlichen Pflanzenhandel nach Tipps für die jeweilige Umgebung zu fragen.

Meist wird empfohlen, vor allem einheimische und standortangepasste Blütenpflanzen anzusiedeln. Dies sichert zudem landesweit gesehen eine hohe Artenvielfalt.

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Ressourcenschonend agieren

An erster Stelle steht hier die gute alte Regentonne. Sie sollte in keinem nachhaltigen Garten fehlen. Siehe auch unsere Kategorie Regenwassernutzung.

Das Wässern findet dann ebenso nachhaltig am späteren Abend oder früh morgens statt. So geht möglichst wenig Wasser über Verdunstung verloren.

Wer das Prinzip der Nachhaltigkeit noch weiter treiben möchte, verzichtet weitgehend auf elektrische Gartenhelfer wie Rasenmäher, Heckenschere, Säge oder Laubsauger. Für alle diese Geräte gibt es händische Pendants. Das dauert zwar etwas länger und ist anstrengender, dafür bleibt der Körper fit und das Gemüt heiter. Spezifische Vorteile wie die feine Düngung des Rasens beim Spindelmäher (Angebote hierfür z.B. bei Netzsieger).

Nachhaltig einkaufen

Zum Beispiel kompostierbare Pflanztöpfe: Diese können einfach mit eingepflanzt werden. Spart Plastikmüll und Arbeit.

Dünger: Der nachhaltige Garten sollte nur mit Bio-Dünger, der ebenfalls nachhaltigen Kriterien folgt, an seine Wurzeln lassen. Dem Kunstdünger sind organische Düngemittel wie Kompost, Hornspäne, Gesteinsmehl, Stallmist, Regenwurmhumus oder Kräuterextrakte vorzuziehen.

Blumenerde: Wer unsere Moore schützen möchte, kauft lieber Blumenerde ohne Torf. Für Blumenerde mit Torfanteil werden auch heute noch Moore trocken gelegt.

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Nachhaltig einrichten

Solarlampen für die Wege sparen Geld und funktionieren heutzutage auch dann, wenn der Tag vorher kaum Sonne durch die Wolken gelassen hat.

Apropos Licht: Auch wenn die Rieseneiche ein wunderbares Schattenspiel auf dem Rasen hinterlässt, wenn sie von unten angestrahlt wird, sollte der umweltbewusste Gartenfreund darauf verzichten. Die sogenannte Lichtverschmutzung kann Tiere verwirren, die auf klare Unterschiede zwischen Tag und Nacht angewiesen sind, um nicht aus dem Biorhythmus zu geraten.

Ein Insektenhotel im Garten macht sich immer gut und unterstütz die Bestäubung der umliegenden Pflanzen.

Wer den Platz für eine wilde Blumenwiese hat und diesen dafür nutzt, fördert besonders wirkungsvoll das Leben zahlreicher Insekten und Kleinlebewesen wie Bienen.

Früchtetragende Pflanzen und solche mit ölhaltigen Samen bieten vielen Vögeln eine leckere Nahrungsquelle. Der Garten füllt sich mit zwitscherndem Gefieder.

Wasser lockt Mücken. Darum profitieren insektenfressende Vögel und Fledermäuse von einem Teich im Garten.

 
 

Tierfreundlich agieren

Mit eine wenig Hintergrundwissen kann der Gartenfreund viel für die Tierwelt tun. Bei jedem Hecken- und Buschschnitt sollte zum Beispiel vorher kontrolliert werden, ob Vogelnester vorhanden sind.

Wenn das Laub des Herbstes zu einem großen Haufen in einer ruhigen Ecke des Gartens bis zum Frühjahr verweilen darf, bietet es zahlreichen Tieren eine Winterüberbrückungsmöglichkeit. Zum Beispiel dem Igel.

Haufen aus totem Holz oder Trockenmauern mit Nischen bieten ebenfalls vielen Tieren einen Unterschlupf.

Herbizide und Insektizide sollten hingegen überhaupt keine Verwendung im privaten Garten finden.

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