Holzschädlinge

Holzwurm


Oh Gott, wir haben den Holzwurm in der Kommode!

Bestimmt haben Sie auch schon an alten Möbelstücken kleine Wurmlöcher entdeckt, aus denen vielleicht noch  Bohrmehl rieselt.

 

Wir möchten Ihnen in diesem Kapital eine Vielzahl von Holzschädlingen vorstellen, die das gelagerte oder verarbeitende Holz befallen. Weiterhin wird erklärt , wie man Holz vor diesen Schädlingen schützen kann,  bzw. wie bereits befallendes Holz behandelt werden muß.

 

Holzschädlinge können unterteilt in:

  1. Pilze
  2. Insekten

 

 



Pilze

 


Pilze entstehen aus Sporen, die wiederum im Fruchtkörper erzeugt werden. Das Mycel ist der vegetative Hauptteil des Pilzes. Er besteht aus einem wurzelähnlichen Geflecht, mit deren Hilfe der Pilz die Nahrung aus seiner Umgebung(Holz) zieht.
Um sich zu entwickeln, benötigen Pilze kein Sonnenlicht, da sie kein Blattgrün besitzen.

Voraussetzungen für das Wachstum der Pilze sind:

  • Nährstoffe (Holzinhaltsstoffe)
  • eine Holzfeuchtigkeit von über 15%
  • Temperaturen zwischen 15 und 30°C
  • ruhende Luft (Hausschwamm)

 

Wichtige Pilzschädlinge:

  • Echte Hausschwamm

Hausschwamm

 

Der Hausschwamm ist der gefährlichste Pilz des verarbeiteten Holzes und in vielen Bundesländern meldepflichtig.Der Hausschwamm ist in der Lage  Mauerwerk zu durchdringen und mit seinen Strängen Wasser zu transportieren. Da auch Reste des Pilzkörpers nach Jahren in der Lage sind bei entsprechenden Bedingungen wieder aufzuleben, ist eine Sanierung mit hohen Kosten verbunden und muß von einem Fachmann gründlich ausgeführt werden.Der Hausschwamm zersetzt die Zellulose, sodaß das Holz bald in bröckelige, braune Würfel zerfällt("würfelbrüchig")




  • Weißer Porenschwamm

Ist vorzugsweise in Nadelhölzern vorzufinden und ist in seinem Aussehen dem echten Hausschwamm sehr ähnlich. Das befallene  Holz ist ebenso rotbraun verfärbt und mit der Zeit würfelbrüchig.
Im Gegensatz zum Hausschwamm kommt er auch im Freien vor. Er benötigt viel Feuchtigkeit, ist jedoch bei Trockenheit in der Lage in eine Trockenstarre zu verfallen. Bei entsprechender Feuchtigkeit lebt er wieder auf.

  • braune Kellerschwamm(Warzenschwamm)

Kellerschwamm

Der braune Kellerschwamm kommt neben feuchten Gebäuden auch im Freien vor, besonders bei Holz, das mit dem Erdreich in Verbindung steht.
Er fällt besonders durch seine typischen braunen Mycelstränge auf.
Im Gegensatz zum Hausschwamm benötigt er sehr viel Feuchtigkeit. Wenn es trocken wird, stirbt er schnell ab.
Hat er günstige Bedingungen ist er ebenso zerstörerisch wie die oben beschriebenen Pilzarten.

 

  • Der Zaunblättling

Er befällt im Freien befindliches Nadelholz, z.B. Fensterholz, Zäune, Geländer usw. Er benötigt wie der Kellerschwammm sehr viel Feuchtigkeit, ist aber in der Lage in Trockenstarre zu verfallen.
Das Gefährliche an diesem Pilz ist, dass er lange Zeit nicht zu erkennen ist. Er beginnt sein zerstörerisches Treiben erst im Inneren des Holzes. Wenn plötzlich aus einem Fensterholz ein Fruchtkörper des Pilzes wächst, ist das Fensterholz bereits vollständig zerstört.


  • Bläuepilze

Der Bläuepilz ernährt sich im Gegensatz zu den anderen beschriebenen Pilzschädlingen von den in den Speicherzellen gelagerten Inhaltsstoffen, d.h. Zellulose wird nicht zersetzt und die Festigkeit des Holzes bleibt erhalten.
Er befällt gerne den Kiefernsplint, aber auch andere Nadel-und Laubhölzer.
Der Befall führt zu einer Verblauung der befallenen Stellen, wodurch dieses Holz dekoratives Möbel-oder Bauholz nicht mehr verwendet werden kann. Ist das Holz ausreichend trocken, kann es ohne Probleme deckend gestrichen werden.

 

 


 

Insekten

Die Insekten machen ihre meist über mehrere Jahre verlaufende Entwicklung vom Ei über Larve und Puppe bis zum fertigen Insekt im Holz durch.
Dabei wird das Holz auschließlich durch die Larve geschädigt, die Gänge ins Holz frißt.


Folgende Bedingungen sind für die Entwicklung von Insektenschädlingen wichtig:

  • die Holzfeuchtigkeit muß mindestens 15 % betragen
  • die Temperaturen müssen zwischen 15-30°C liegen



Wichtige Insektenschädlinge

  • Der gemeine Nagekäfer(auch Klopf-oder Pochkäfer)

Die Larven dieser Käferart werden als "Holzwurm" bezeichnet. Der Käfer an sich ist ca. 5 mm lang und dunkel gefärbt. Er legt seine Eier( ca 40 Stück) meist in schon befallendes Holz.
Die Entwicklung der Larve dauert je nach den Bedingungen 1-3 Jahre und meistens werden Möbelteile, Holzfußböden oder Holzverkleidungen, weniger im Dachstuhl.


  • Der Hausbockkäfer

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Der Holzbockkäfer ist der gefährlichste Insektenschädling und er befällt ausschließlich Nadelholz(in der Regel das Splintholz)
Er ist gerne Dachstühle, Fachwerk und Fußböden zu finden. Die Entwicklung zum fertigen Käfer dauert ca.3-6 Jahre. Im ausgewachsenen Stadium ist die Larve ca. 25mm lang und frißt am Tag um die 50mg Holz.







  • Der Splintholzkäfer

Der Splintholzkäfer befällt hauptsächlich den Splint von Laubhölzern, wie Eiche, Esche und Ahorn. Die Entwicklung dauert 1 bis 3 Jahre. Der Splintholzkäfer befällt auch trockens Holz ab 7% .


 

Beim vorbeugenden Holzschutz sind folgende Kriterien von besonderer Wichtigkeit:

  1. Holzart
  2. Holzbeschaffenheit
  3. Konstruktion
  4. Holzschutzmittel



  • Holzart

Wie bei der Vorstellung der Holzschädlinge ersichtlich, gibt es Holzarten, die weniger schnell befallen werden (z.B. Eiche), da sie Holzinhaltsstoffe besitzen, die isektizid und fungizid wirken.
Weiterhin sollte beachtet werden, das die Holzinhaltsstoffe sich vornehmlich im Kern befinden, weniger im Splint. Ein Holzfenster aus Kiefernkernholz hält wesentlich länger, als bei Verwendung von Splintholz.


  • Holzbeschaffenheit.

Holz im Außenbereich ist im Jahr großen klimatischen Veränderungen ausgesetzt (Trockenheit, Regen, Kälte, Wärme) Da Holz bei Veränderung der Holzfeuchte anfängt zu arbeiten(quellen bei Zunahme der Holzfeuchte/schwinden bei Abnahme der Holzfeuchte) muß auch  Augenmerk auf die Holzbeschaffenheit gelegt werden.
Die folgende Abbildung zeigt deutlich, wie der Jahrringverlauf sich auf das Schwundverhalten auswirkt. Da das Holz am stärktsen in Richtung der Jahrringe arbeitet, sollte beim Aufschneiden des Holzes auf den Jahrringverlauf geachtet werden. Besser sind stehende Jahringe, da so ein gleichmäßiges Arbeiten des Holzes gewährleistet ist.

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Ein ungleichmäßiger Jahrringverlauf führt beim Arbeiten zu ungleichmäßigen Verformungen, wodurch Spannungen und Risse entstehen, in die Wasser eindringrn können.
Weiterhin sollte darauf geachtet werden, Holz mit möglichst wenig Ästen und Harzgallen zu verwenden.


  • Konstruktion

Folgende Konstruktionsregeln sollten beim Einsatz von Holz im Außenbereich beachtet werden:

  • Hinterlüftung von Außenwänden
  • Wasser darf auf Holzflächen auf keinen Fall stehenbleiben. Schrägungen und Abtropfkanten müssen mit eingeplant werden.
  • Holz muß ungehindert arbeiten können
  • Holz darf keinen Kontakt zum Erdreich haben



  • Holzschutzmittel

chemischer Holzschutz wird in der Regel nur im Außenbereich eingesetzt. Im Innenbereich höchstens für tragende Elemente.


Man unterscheidet:

  • wasserlösliche Holzschutzmittel, die für feuchteres Holz geeignet sind und aus unterschiedlichen Salzen bestehen.
  • ölige Holzschutzmittel benötigen trockenes Holz, damit das Öl in die leeren Holzzellen eindringen kann.


Wichtig: Bitte beachten Sie die in den Gebrauchanweisungen aufgeführten Sicherheitsempfehlungen der Hersteller.

 

 




HolzwurmViele der bereits beschriebenen chemischen Holzschutzmittel zu vorbeugenden Behandlung können auch bekämpfend eingesetzt werden.
Bei dem gemeinen Nagekäfer, der oft in Antiquitäten zu finden sind, können Mittel mit einer Injektionsspritze in die Wurmlöcher gespritzt werden. Anschließend werden die Löcher mit Wachs verschlossen.

 

Der Befall mit Hausbock sollte von einem Fachmann beseitigt werden. Es müssen alle befallenen Hölzer ausgetauscht werden. Bei Dachstuhlbefall wird vielfach auch das Heißluftverfahren angewendet, bei dem heiße Luft van ca. 80°C 3 Tage auf das Holz einwirkt, bis alle Larven und Käfer abgetötet sind. Anschließend wird ein Holzschutzmittel eingesetzt.
Pilze benötigen zur Entwicklung hohe Feuchtigkeiten, deshalb ist bei ihrer Bekämpfung die Herkunft der erhöhten Feuchtigkeit festzustellen und zu beseitigen. Danach muß befallendes Holz ausgetauscht und mit Holzschutzmitteln behandelt werden.
Hausschwamm muß in vielen Bundeländern gemeldet werden und sollte nur von einer Fachfirma beseitigt werden.

 

 

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