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Welche Heizung soll ich einbauen? 8 Systeme im Vergleich

Noch um die Jahrtausendwende hatten Häuslebauer oft nur die Wahl zwischen 2-3 möglichen Heizsystem für Ihren Neubau. Heutzutage ringen mehr als ein halbes Dutzend Heizungsarten – abhängig von den Möglichkeiten vor Ort – um die Gunst der Bauherren. Bei den Investitionskosten, bei den Verbrauchskosten und den betriebsgebundenen Kosten für Wartung, Schornsteinfeger und Betriebsstrom unterscheiden sich die Heizanlagen deutlich.

Wir stellen die einzelnen Heizsysteme mit ihren wichtigsten Vor- und Nachteilen vor.

 
 


Prinzipielle Überlegungen

Bauherren sollten immer die möglichen Heizungsoptionen im Verbund mit dem geplanten Haus und dessen Nutzung betrachten. Wie hoch ist der Wärmebedarf des Gebäudes? Wie viel Warmwasser wird benötigt? Wie wirken sich der Standort und die Ausrichtung des Hauses auf das Heizverhalten aus? Diese Punkte sollten beim Einholen eines Kostenvoranschlages oder im Vorgespräch mit einem Energieberater durchgegangen werden. Ein guter Überblick über die einzelnen Planungsschritte beim Bau eines neuen Heizystems findet sich übrigens bei Osmers + Köss - Klempner in Bremen.

 

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Erdgas

Prinzip: Erdgas-Heizungen mit Gas-Brennwerttechnik heizen besonders effizient und sparsam. Deshalb erfreut sich diese Heizungsart der größten Verbreitung in Deutschland – Platz 1. Hinzu kommen ein günstiger Anschaffungspreis, platzsparender Einbau (keine Tanks notwendig) und natürlich die Kombinationsmöglichkeit mit Solarerwärmung des Wassers. 

Die Technik der Brennwertkessel gilt als ausgereift, sollte aber - wie eigentlich alle Heizsysteme - genau auf Heizverhalten und Gebäude eingestellt werden.

Kosten für Einfamilienhaus: ca. 8-12.000 Euro. Quelle für die Preise ist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Ökologie: Die meisten Brennwertkessel verbrennen sauber.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan 6 - 7 Ct pro kWh plus Grundpreis. Erdgas ist eine begrenzte Ressource, aber es werden laufend neue Quellen angezapft. Momentan gilt die Versorgung für mindestens 70 Jahre gesichert. Die künftige Preisentwicklung ist nicht vorhersehbar, es können aber größere Preissprünge nach oben erfolgen. Insbesondere dann, wenn sich eine Krise mit Russland ergibt.

Sonstige Besonderheiten: Es stehen viele Versorger im Wettbewerb zur Verfügung, ein Wechsel ist problemlos möglich.

 

Das eigene Kraftwerk

Mittels Kraft-Wärme-Kopplung in einem eigenen Blockheizkraftwerk lassen sich Strom und Wärme im eigenen Haus produzieren. Diese Kleinkraftwerke werden meist mit Gas oder Öl betrieben, gelten als umweltfreundlich und werden staatlich gefördert. Allerdings sind sie bei Ein- oder Zweifamilienhäusern weiterhin unwirtschaftlich, da die Investitionskosten erst bei 20.000 Euro beginnen.

 

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Heizöl

Prinzip: Heizöl mit Öl-Brennwerttechnik erfreut sich deutschlandweit weiterhin großer Beliebtheit. Die heutigen Heizkessel arbeiten viel effizienter als ihre alten Pendants. Dem Nachteil der Erfordernis eines Öltanks steht der Vorteil, den Brennstoff auf Vorrat einkaufen zu können, gegenüber. Vielen Menschen verschafft es ein gutes Gefühl, für das nächste halbe Jahr Heizenergie im Keller zu wissen.

Kosten für Einfamilienhaus: Ca. 10 bis 15.000 Euro plus Lagerraum.

Ökologie: Bio-Öle sollen eine Verringerung der Umweltbelastung ermöglichen. Die meisten Kessel verbrennen heutzutage dank schwefelarmen Heizöl relativ sauber.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan ca. 8 Cent pro kWh. Dank Bio-Ölen relativ zukunftssicher, aber der Preis für Heizöl hat sich in den letzten zwanzig Jahren bereits von 25 Cent auf über 80 Cent pro Liter mehr als verdreifacht. Wie Gas ist Öl eine endliche Ressource, deren Preisentwicklung nicht vorherzusagen ist.

Sonstige Besonderheiten: Der Heizöltank im Haus kann zu Geruchsbeeinträchtigungen führen.

 

Viele Heizsysteme können sich staatlicher Förderung erfreuen. Diese ist zum Teil von der Wohnregion abhängig. Natürlich müssen die Förderung bei den Investitionskosten berücksichtigt werden. Informationen hierfür erhalten Sie auf dieser Seite und der KFW.

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Nah- und Fernwärme

Prinzip: Leitungsgebundene Anlieferung der Wärme ohne Wettbewerber vor Ort, so dass man an einen Versorger gebunden ist.

Kosten für Einfamilienhaus: 7-10.000 Euro inklusive des Hausanschlusses.

Ökologie: Abhängig von der Erzeugung der Fernwärme.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan 7-11 Cent pro kWh. Sehr unterschiedliche Preisgestaltung bei den einzelnen Versorgern.

Sonstige Besonderheiten: Kein direkter Wettbewerb vor Ort.


Lüftungsheizung

Eine Lüftungsheizung genau erklärt und kostenmässig im Vergleich mit verschiedenen anderen Heizungsystemen im Video erläutert. Prädikat: Sehenswert!

 

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Flüssiggas

Prinzip: Flüssiggas ist ein Abfallprodukt der Ölindustrie. Somit sind die Reserven begrenzt und größere Preissprünge künftig möglich. Verbrennung erfolgt über einen Brennwertkessel (wie bei "normalem" Gas), die Technik ist ausgereift. 

Kosten für Einfamilienhaus: 9 - 14.000 Euro.

Ökologie: Je nach System verhältnismäßig geringer CO2-Ausstoß, relativ saubere Verbrennung.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan knapp 10 Cent pro kWh. 

Sonstige Besonderheiten: Es ist ein Tank für das Flüssiggas erforderlich. Tipp: Um flexibler den Lieferanten wechseln zu können, sollten Sie den Tank selber kaufen anstatt zu mieten.

 

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Pellets

Prinzip: Pelltets sind kleine Holzschnippsel, die wie Heizöl auf Vorrat eingekauft werden und einer Lagermöglichkeit befürfen. Sie werden meist aus Restholz hergestellt. Siehe Ratgeber Pelletofen kaufen. Die Technik gilt mittlerweile als ausgereift, dennoch ist der Nutzungsgrad noch etwas schlechter als bei Gas oder Öl.

Wenn Sie von einer Öl-Heizung zu einer Pellte-Heizung wechseln, können Sie den Raum für die alten Heizöltanks als Pellet-Vorratslager nutzen.

Kosten für Einfamilienhaus: 15 - 23.000 Euro inklusive Lagerraum.

Ökologie: Das Heizen verläuft aufgrund des Betriebes mit Holz nahezu CO2-neutral. Andere Schadstoffe fallen natürlich trotzdem an.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan 5-6 Cent pro kWh. Preisentwicklung hängt von Nachfrage, künftiger Holzproduktion und allgemeinem Holzbedarf ab;

Sonstige Besonderheiten: Holzreserven sind zwar begrenzt, aber momentan in Deutschland noch nicht ausgeschöpft.

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Strom

a) Wärmepumpe

Prinzip: Eine Wärmepumpen-Heizung zieht natürliche Energie aus dem Grundwasser, der Erde oder der Luft und wandelt diese in Wärme für Heizung und Warmwasser um. Man unterscheidet zwischen Luftwärmepumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Wasser-Wasser-Wärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Eine Erdwärmepumpe benötigt ein geeignetes Grundstück für eine Tiefenbohrung oder größere Flächen für unterirdische Kollektoren.

Kosten für Einfamilienhaus: 18 – 25.000 Euro.

Ökologie: Umweltfreundlich, bedürfen für den Betrieb Strom. Jahresarbeitszahl (kWh Wärmemenge pro eingesetzter kWh Strom) sollte größer 3,5 sein.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan mittlerer Energiepreis, stark abhängig von individuellen Bedingungen.

Sonstige Besonderheiten: Sollte möglichst in Kombination mit einer Flächenheizung (z.B. einer Fußbodenheizung) eingesetzt werden.

 

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b) Elektroheizungen

Prinzip: Die gute alte Nachtspeicherheizung. Mittels vergünstigtem Nachtstrom werden wärmehaltende Materialien in den Heizkörpern dezentral erwärmt und über den Tag abgegeben. Notfalls kann am Tag mittels teuren Tagstromes nachgetankt werden. Heute auch als Direkt- oder Infrarotheizung.

Kosten für Einfamilienhaus: 4 – 10.000 Euro.

Ökologie: Vor allem bei Betrieb mit konventionellem Strom schlechte Öko-Bilanz.

Ressourcen-/Preisentwicklung: Momentan zwischen 25 und 30 Cent pro kWh. Elektroheizungen sind und bleiben die teuerste Variante des Heizens.

Sonstige Besonderheiten: Altbauten verfügen häufig nicht über die notwendige Elektroinstallation.

 

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Holz

Prinzip: Verbrennen von Scheiten über Vergaserkessel.

Kosten für Einfamilienhaus: 15 - 20.000 Euro.

Ökologie: Betrieb nahezu CO2-neutral. Andere Schadstoffe fallen natürlich trotzdem an.

Ressourcen-/Preisentwicklung: 2-4 Cent pro kWh. Preisentwicklung hängt von Nachfrage, künftiger Holzproduktion und allgemeinem Holzbedarf ab; wer über günstige Holzquellen verfügt, heizt zum Schnäppchenpreis.

Sonstige Besonderheiten: Holzreserven sind zwar begrenzt, aber momentan in Deutschland noch nicht ausgeschöpft. Das Heizen mit Scheitholz ist umständlicher, da es nur teilautomatisiert werden kann. Zudem erfordert die eigene Holzernte und -verarbeitung hohe körperliche Fitness.

 

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Sonne

Prinzip: Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sparen bis zu 70 Prozent Heizkosten. Moderne Kollektoren gewinnen Sonnenenergie in attraktivem Ausmaß auch bei bedecktem Himmel. Die Technik gilt als ausgereift.

Kosten für Einfamilienhaus: 3 bis 12.000 Euro.

Ökologie: Besonders umweltfreundlich. Schadstofffrei bei der Wärmeproduktion.

Ressourcen-/Preisentwicklung: O Cent pro kWh.

Sonstige Besonderheiten: Momentan nur in Ergänzung zur konventionellen Heizung sinnvoll.

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