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Das Schleifen des Holzfußbodens ist ebenso wichtig wie dessen fachgerechte Verlegung. In diesem Kapitel wird Ihnen Schritt für Schritt erklärt, wie der verlegte Massivholzboden perfekt oberflächenbehandelt wird.
Die Angaben gelten sowohl für Parkett, als auch für Dielenfußböden.
Ist der Holzfußboden
fachgerecht verlegt worden, ist die anschließende Oberflächenbehandlung
eine ganz wichtige Arbeit, der Sie viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen
sollten.
Während werkseitig oberflächenbehandelte Holzfußböden (z.B
Fertigparkett, Laminat) nach dem Verlegen keine Behandlung mehr
benötigen, müssen verklebtes oder genageltes Massivparkett und
vernagelte oder geschraubte Diele noch geschliffen und anschließend
versiegelt oder geölt/gewachst werden.
In diesem Artikel wollen wir uns hauptsächlich mit dem Schleifen
beschäftigen. Der Parkettversiegelung widmen wir ein eigenes Kapitel.(siehe "Parkettversiegelung ")
Die ersten Gedanken gehören dem Schleifzeitpunkt. Genageltes Parkett
oder Diele sollte möglichst schnell nach dem Verlegen geschliffen
werden. Ist das Parkett jedoch vollflächig verklebt, muß erst das
Abbinden des Klebers abgewartet werden.

Bevor Sie mit dem Schleifen beginnen, sollten Sie alle benötigten Maschinen und Werkzeuge parat haben.
Es wird benötigt:
- Fußbodenschleifmaschine mit passenden Schleifhülsen (Körnung 36,
60, 100, bei alten Fußboden kann auch Körnung 24 erforderlich
sein)
- Randschleifer mit passenden Schleifscheiben (Körnung 40, 60, 80,
bei alten Fußboden kann auch gröbere Körnung erforderlich sein)
- Exenterschleifer mit passenden Schleifscheiben(Körnung 60 und 80)
- Deltaschleifer mit passenden Schleifmittel (Körnung 36,60,100)
- Staubsauger mit leerem Beutel
- Gehörschutz, Staubmaske, Knieschoner
- Eine Lakierrolle mit Halterung und Stange
- Fugenkittlösung für Massivparkett
Weitere Vorarbeiten:

- Das Schleifen eines Holzfußbodens erzeugt einigen Lärm, sodass
Sie Ihre Nachbarn auf das Ereignis vorbereiten sollten, besonders,
wenn am Wochenende geschliffen wird.
- Sorgen Sie dafür, dass die Räume, in denen geschliffen wird, leer sind und der Fußboden grob gesäubert wird.
- Möbel, die nicht ausgebaut werden können( z.B.Einbauregal), sollten mit Folie abgedeckt werden
- Türen zu Zimmern, die nicht geschliffen werden, sollten zum
Fußboden mit Klebeband verklebt werden, damit kein Staub eindringen
kann.
- Wichtig bei alten Dielenböden: Die Nägel sollten mit einem
Senkstift versenkt werden, da sonst die Schleifwalze der
Fußbodenschleifmaschine beschädigt wird und ein sauberes Schleifbild
nicht mehr möglich ist.
- Die Schleifmaschine muß mit einem groben Schleifband (Körnung 36)
bestückt werden und der Schleifdruck sollte auf stärkste Druckstufe
eingestellt sein(fragen Sie Ihren Schleifmaschinenverleiher, wie das
Papier eingelegt und die Druckstufe eingestellt wird)

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann mit dem Schleifen begonnen werden.

Der erste Schliff ist egalisierend, d.h. Unebenheiten im Holz müssen begradigt werden. Dazu werden die ersten Schleifgänge diagonal zur Holzfaser ausgeführt.
Dabei sollten alle Diagonalen im Raum geschliffen werden, sodass am
Ende der Schleifgänge sich im rechten Winkel kreuzende Schleifspuren zu
sehen sind.
Das Bedienen der Schleifmaschine bedarf einer gewissen Übung. Die
Schleifwalze darf erst auf den Boden gesetzt werden, wenn mit der
Vorwärtsbewegung begonnen wird. Bevor das Ende der Schleifbahn erreicht
ist, muß die Walze wieder angehoben werden. Der Rückwärtsschliff
erfolgt in derselben Spur.
Der nächste Vorwärtsgang ist um ca. zwei Drittel der Walzenbreite nach
rechts oder links zu versetzen. Das rechtzeitige Anheben der Walze ist
sehr wichtig, da sonst hässliche Dellen im Fußboden entstehen, die nur
schwer wieder rausgeschliffen werden können.
Es wird nun so lange diagonal geschliffen, bis alle Unebenheiten egalisiert sind.
Der nächste Schleifgang ist parallel zur Holzfaser ebenfalls
mit groben Schleifpapier. Nach Beendigung sollte die meisten
Schleifspuren aus dem Diagonalschleifgang beseitigt sein.
Gleich anschließend erfolgt der Mittelschliff mit Körnung 60 und
mittlerer Druchstufe. Nach Beendigung sollten alle Schleifspuren aus
dem Diagonalschleifgang beseitigt sein.
Jetzt muß mit dem Rand begonnen werden. Der Randschleifer ist eine
Tellerschleifmaschine, mit deren Hilfe der Übergang zwischen der
geschliffenen Fläche und dem Rand geschliffen werden muß.
Wie auf dem Bild ersichtlich, muß der Randschleifer mit
beiden Händen geführt und kreisförmig bewegt werden. Dabei ist
darauf zu achten, dass durch kurzes Verweilen keine Brandspuren entstehen. Meistens sind zwei
Schleifgänge erforderlich (Körnung 40 und 80), die direkt nacheinander
ausgeführt werden können.
Jetzt ist der Fußboden auf Risse und Fugen zu untersuchen, die vor dem
Feinschliff mit einer Fugenkittlösung zu schließen sind. Fugenkitt gibt
es entweder als fertigen Kitt, der in der entsprechenden Farbe besorgt
werden muß, oder als farblose Lösung, die mit feinen Schleifstaub
angemischt werden und mit einem Spachtel aufgetragen wird.
Die Zeit bis zur Trocknung der Lösung sollte genutzt
werden, um die Ecken, die mit dem Randschleifer nicht erreicht werden
können, mit dem Deltaschleifer zu bearbeiten.
Vor dem abschließenden Feinschliff muß der Fußboden gesäubert werden. Nur so kann ein schönes Schleifbild entstehen.
Beim letzten Schliff benutzt man die Körnung 100 und die unterste
Druckstufe. Diesen Schleifgang sollten Sie besonders gründlich
gestalten.
Abschließend wird mit einem Exenterschleifer der Rand noch einmal fein
nachgeschliffen. Wer besondere Ansprüche an die Oberfläche stellt, kann
den Fußboden nach dem Feinschliff mit einer großen
Tellerschleifmaschine, bestückt mit einem Pad und einem Schleifgitter,
in der ganzen Fläche noch einmal fein nachschleifen, um etwaige
Schleifspuren zu beseitigen.
Die Handhabung ist nicht ganz einfach und sollte Ihnen vom Schleifmaschinenverleiher erklärt werden.
Jetzt ist der anstrengendste Teil der Arbeit erledigt und der Fußboden
muß vor dem lackieren/ölen gründlich gesaugt werden. Denken
Sie daran, auch Fußleisten, Türprofile, Fensterbänke usw. abzusaugen, da
dort sich viel Staub gesammelt hat, der sich gerne auf frisch
versiegelten Flächen wiederfindet.

Haben Sie sich für ein(en) Öl/Lack entschieden (siehe
Parkettversiegelung ), muß das Gebinde in der Regel gut durchgerührt
werden. Danach wird zunächst mit einem Flachpinsel der Rand bearbeitet.

Anschließend wird mit einer speziellen Lackierolle die Fläche
lackiert/geölt. Dabei wird aus dem Gebinde ein wenig Lack /Öl aud das
Holz gebracht und mit der Rolle quer zur Holzfaser eingerollt. Danach
rollt man den gesamten lackierten/geölten Bereich noch einmal in
Längsrichtung, bis das Material gleichmäßig verteilt ist.
In der Regel muß der Fußboden einen Tag trocknen bevor ein
Zwischenschliff mit der großen Tellerschleifmaschine oder mit dem
Exenterschleifer erfolgen kann. Nach gründlichem Saugen kann dann der zweite Auftrag erfolgen, der meistens auch die Endlackierung darstellt.
Anmerkungen zum Ölen: Während
Lack in der Regel wie oben
beschrieben verarbeitet wird, gibt es Öl-Wachs-Systeme, die auf
andere Weise verarbeitet werden müssen. Für einige Sorten braucht man
eine Tellerschleifmaschine, die in Verbindung mit einem Pad
das Öl in die Holzoberfläche eintreibt.
Informieren Sie sich vorher, damit keine Materialien/Werkzeuge fehlen.
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