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Man unterscheidet folgende Versiegelungssysteme:
Wassersiegel ist ein auf Wasser basierendes Versiegelungsmittel und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es besteht aus Wasser, Filmbildehilfsmittel und Bindemittel und Lösungsmittel.
Wassersiegel zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Lösemittel werden nur in geringem Umfang eingesetzt, sodass es fast keine Geruchsbelästigung gibt
- läßt sich leicht verarbeiten
- hat ein gutes Haftvermögen zum Holz und bildet einen zähelastischen Film, der sehr belastbar ist.
- sehr gute chemikalienbeständigkeit
- trocknet sehr schnell, ca. 1 bis 3 Stunden
- nicht brennbar
- Holz wird nur geringfügig angefeuert
Die TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe) 617 empfiehlt
überall, wo es möglich ist, die wässrigen Siegel den lösemittelhaltigen
Siegeln vorzuziehen.
Polyurethan-Siegel (PUR-Siegel/DD-Siegellacke) gibt es als ein- oder als
zweikomponentige Systeme. Polyurethansiegel für Parkett bestehen aus Polyesterharzen, polymeren Isocyanaten und Lösungsmitteln.
Die Trocknung erfolgt zunächst pysikalisch durch Verdunsten der
Lösemittel. Danach erfolgt eine chemische härtung in Form einer
Polyadditionsreaktion.
Der PUR-Siegel wird immer dann eingesetzt, wenn besonders hohe Ansprüche an die Oberfläche gestellt werden.
Weitere Eigenschaften sind:
- besonders der einkomponentige PUR-Siegel hat einen hohen Anteil an Lösemittel
- sehr gutes Haftvermögen zum Holz
- wasserfest
- das Holz wird leicht bis mäßig angefeuert
- Versiegelungsfilm ist zähelastisch und sehr chemikalienbeständig
- hoher Widerstand gegen mechanische Einflüsse
- vergilbt kaum
- der Auftrag darf nur auf schubfest geklebtem Material aufgebracht werden.
- Trocknungszeit ca 6-10 Stunden
Achtung:
Der Härter bei zweikomponentigen Systemen reagiert mit Wasser
(auch Luftfeuchtigkeit), sodass die Gebinde vor Feuchtigkeit geschützt
werden müssen.
Auch muß darauf geachtet werden, dass das Holz nicht zu feucht ist.
Öl-Kunstharzsiegel bestehen aus trocknenden Ölen, aus Alkrydharzen auf
der Basis natürlicher Rohstoffe, wie Leinöl, die als Bindemittel
eingesetzt werden ,
und aus Lösungsmitteln. Die Trocknung erfolgt zunächst physikalisch
durch Verdunsten des Lösungsmittels. Anschließend erfolgt eine
chemische Trockenreaktion durch Polymerisation.
Die Rauntemperatur muss mindestens 15°C betragen und es ist für eine
ausreichende Sauerstoffzufuhr zu sorgen, ansonsten kommt es zu
Trocknungsverzögerungen.
Weitere Eigenschaften sind:
- die Gebinde sind gebrauchsfertig und leicht zu verarbeiten
- besonders die natürlichen Öle dringen tief in die Oberfläche ein, wodurch dieser Siegel die Holzfarbe intensiv anfeuert.
- der Film ist elastisch und rutschhemmend
- die Poren werden stärker betont als bei anderen Versiegelungeni
- im Gegensatz zu anderen Versiegelungen gibt es bei
Öl-Kunstharzsiegel fast keine Seitenverleimung, wodurch sich dieser
Siegel besonders gut für Parkett auf Heizestrichen, Holzpflaster und
Dielenfußböden eignet.
- Die Trockenzeit beträgt ca. 12 Stunden
Ist in der Regel ein zweikomponentiges System, wobei der Härter aus
einer Säure besteht. Die Trocknung erfolgt durch Polykondensation,
nachdem die Komponenten vermischt werden. Während der Verarbeitung, der
Trocknung und auch über die gesamte Lebenszeit der Versiegelung wird Formaldehyd abgespalten,welche in Verdacht steht Krebs zu erzeugen. Darum werden die Systeme fast nicht mehr angeboten.
Weitere Eigenschaften:
- sehr kurze Trocknungsphase von 1-3 Stunden
- gutes Haftvermögen und harte Oberfläche
- geringe Anfeuerung des Holzes
Grundsiegel sind Grundierungen für das Holz und sie sind für fast alle Versiegelungssystem erhältlich.
Grundsiegel haben folgende Eigenschaften:
- der Holzfarbton kann durch die Grundierung beeinflußt werden, meistens werden grundierte Flächen heller
- Spezialgrundierungen wirken isolierend, so können Wachs-und Ölreste
alter Fußböden oder Holzinhaltsstoffe von tropischen Holzarten
abgesperrt werden, damit folgende Lackschichten nicht beeinträchtigt
werden.
Auf jeden Fall sollten diese Grundsiegel nur im System mit dem nachfolgenden Endsiegel oder System abgestimmt eingesetzt werden.
Öl-Wachs-Systeme werden im privaten Bereich aber auch in öffentlichen Gebäuden immer häufiger angewendet.
Während das Öl tief ins Holz eindringt und imprägnierend wirkt bleibt
Wachs auf der Oberfläche und wirkt dort Wasser- und Schmutzabweisend.
Abschließend noch einige Vor-und Nachteile der Öl-Wachs-Systeme gegenüber Versiegelungen:
Vorteile
- der natürliche Charakter der Holzoberfläche bleibt erhalten
- die Holzoberfläche bleibt atmungsaktiv, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt.
- angenehm und sparsam zu verarbeiten
- es sind keine Abrissfugen zu erwarten, da es keine Kantenverleimung gibt.
- der Boden kann auch partiell nachgebessert werden
Nachteile
- erhöhter Pflegebedarf der geölten Böden
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