Tapezieren

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TapezierenI. Einführung
Tapeten sind heute die beliebteste Wandbekleidung, unter anderem weil der sprichwörtliche Tapetenwechsel die einfachste Möglichkeit ist, seine eigenen vier Wände neu zu gestalten. Auf Grund der problemlosen Verarbeitung ist die Tapete nach wie vor eine Domäne des Heimwerkers. Man schätzt, dass 70 % aller Tapeten  selber an die Wand geklebt werden. Doch viele Ecken und Kanten bereiten häufig auch den erfahrenen Heimwerker Probleme.
Hier erhalten Sie nicht nur Tipps und Tricks, mit denen Sie auch diese Problemstellen meistern können, sondern Sie erfahren alles rund um das Tapezieren.
  II. Tapetenauswahl

Damit Sie angesichts der Muster- und Farbenvielfalt beim Tapetenkauf nicht in einen Entscheidungsnotstand geraten, sollten Sie folgende Kriterien beachten:
- künftiger Einsatzort
- Qualitätsmerkmale
- optische Wirkung
1. Künftiger Einsatzort
Der künftige Einsatzort der Tapete kann die Tapetenwahl stark einschränken:
- So empfiehlt sich eine gut lichtbeständige Tapete, wenn eine Wand häufig dem
  Sonnenlicht  ausgesetzt ist. Ansonsten droht eine schnelle Vergilbung.
- In Zimmern, die stark mechanisch beansprucht werden wie Kinderzimmer und Flur sollten
  Sie auf die gute Stoßfestigkeit der Tapete achten.
- An Wänden, die schnell verschmutzen und die man deshalb häufig reinigen will, sollte man
  nur scheuerbeständige Tapeten verwenden.
Die nötigen Qualitätsmerkmale der einzelnen Tapeten finden Sie auf den Tapetenrollen.
2. Qualitätsmerkmale
Eine Art Tapetensteckbrief befindet sich auf den Produktverpackungen der Tapeten.
Die folgenden europäischen Qualitätssymbole geben Hinweise auf wichtige Eigenschaften der jeweiligen Tapeten

Dabei ist wichtig zu wissen:
- Wasserbeständig bedeutet lediglich, dass frische Kleisterflecken mit einem feuchten
  Schwamm oder Tuch entfernt werden können.
- Waschbeständig heißt; die Tapeten vertragen eine Reinigung mit einem feuchten
  Schwamm.
- hochwaschbeständige Produkte erlauben beim Reinigen den Zusatz von milden
  reinigungsmitteln
- scheuerbeständige Tapeten ....

RAL-Gütezeichen

Das Ral-Gütezeichen gibt dem Käufer die Sicherheit gute Qualität und gesundheitlich unbedenkliche Tapeten ausgewählt zu haben, denn Tapeten mit diesem Zeichen enthalten keine giftigen Pigmente, kein FCKW, kein Blei, Cadmium und keine chlorierten und aromatenhaltige Lösemittel.

3. Optische Raumwirkung

Tapeten können einen Raum optisch scheinbar verändern. Durch geschickte Farb- und Musterauswahl können Sie üngünstige Raumproportionen optisch entgegenwirken. Damit Sie diese Effekte auch bei der Raumgestaltung ihrer vier Wände nutzen können, sollten Sie einige Grundregeln kennen:

Optische Regel für die Tapetenwahl

Niedrige Räume wirken höher:
- bei senkrecht gestreiften Tapeten 
- wenn Tapete nicht bis zur Decke geht

Hohe Räume wirken niedriger:
- bei waagerechten Streifen
- wenn Tapeten nicht bis zur Decke gehen
- Decke tapeziert wird

Kleine Räume wirken größer:
- bei hellen Tapeten
- bei kleinen Mustern
- wenn eine Wand ohne Fenster und Türen mit einem großen Muster tapeziert wird
- bei glänzenden Tapeten

Große Räume wirken kleiner:
- bei kräftigen Farben
- bei großen Mustern
- bei diagonalen Mustern oder Strichen

Natürlich muss die Tapete auch mit der Einrichtung farblich harmonieren. Deshalb bieten die Tapetenhersteller zu vielen Kollektionen auch passende Stoffe an.

Tipp: Nehmen Sie Stoffreste mit zur Tapetenauswahl!

Wahl des richtigen Kleisters

Die Wahl des richtigen Klaistersist abhängig von der Tapetenart. (Link zu den Tapetenarten)
Doch im Allgemeinen gilt folgende Faustregel:
Je dicker das Papier ist,
desto dicker muss der Kleister sein!
Beachten Sie auf jeden Fall die Herstellerhinweise auf den Verpackungen!

Wichtig für die Klebekraft der pulverförmigen Produkte sind:

1. Das richtige Mischverhältnis zwischen Kleister und Wasser (sieh Kleisterpackung)
2. Das klumpenfreie Verrühren des Pulvers in dem kalten Wasser.

In der Regel ist der Kleister nach ca. 30 Minuten gebrauchsfertig.

Tapetenbedarf

Um nicht unnötig viele Tapetenrollen einzukaufen, sollten Sie den genauen Tapetenbedarf ermitteln. Das macht sich besonders bei sehr hochwertigen und teuren Tapeten bezahlt.
Bei der Ermittlung des Tapetenbedarfs ist zu beachten, dass die Tapetenarten unterschiedliche Rollenmaße haben, wie Sie der nebenstehenden Darstellung entnehmen können.
Doch entscheidend für das Rechenverfahren ist, ob Ihre ausgewählte Tapete einen Rapport (wiederholendes Musters) oder keinen Rapport hat. Deshalb muss zwischen den folgenden beiden Rechenverfahren unterschieden werden.

I. Tapetenbedarf  für Tapeten ohne Rapport 
Für die Bedarfsermittlung sind drei Rechenschritte notwendig:

1. Schritt:
(Raumumfang - Türbreite und Fensterbreite) : Tapetenbreit = Anzahl der benötigten Bahnen

Beispiel: (15,20m - 0,90m): 0,53=26,98 = 27 Bahnen (immer aufrunden)

2. Schritt:
Rollenlänge : Raumhöhe + 5cm = Bahnen je Tapetenrolle

Beispiel: 10,05 m : 2,90 m= 3,46 = 3 Bahnen pro Rolle (immer abrunden)

3. Schritt
Anzahl der benötigten Bahnen : Bahnen je Tapetenrolle = Zahl der benötigten Tapetenrollen

Beispiel: 27 benötigte Bahnen : 3 Bahnen pro Rolle = 9 Tapetenrollen (immer aufrunden)

Der Fenster- und Türenbereich oberhalb der Fenster bzw. Türen wurde in dieser Rechnung nicht berücksichtigt, da die anfallenden Rollenreste für die Bereiche oberhalb der Fenster und Türen verwendet werden können.

II. Tapetenbedarf für Tapeten mit Rapport

Bei Tapeten mit Rapportsind die folgenden fünf Rechenschritte notwendig, um den Tapetenbedarf zu ermitteln:

1. Schritt:
Raumhöhe 5 cm : Rapporthöhe = benötigte Anzahl der Rapporte pro Bahn

Beispiel: 2,90 m : 0,70 m = 4,14 = 5 Rapporte pro Bahn (immer aufrunden)
Anmerkung: Die Rapporthöhe steht auf dem Beiblatt

2. Schritt:
Zahl der Rapporte x Rapporthöhe = Zuschnittlänge

Beispiel: 5 x 0,70 m = 3,50 m

3. Schritt:
Rollenlänge : Zuschnittlänge = Bahnen je Tapetenrolle


Beispiel: 10,05 m : 3,50 m = 2,87 = 2 Bahnen (immer abrunden)

4. Schritt:
(Raumumfang - Tür- und Fensterbreite) : Tapetenbreite = Anzahl der benötigten Tapetenbahnen

Beispiel: (16,00 m - 2,60 m) : 0,53 m= 25,28 = 26 Bahnen (immer aufrunden)

5. Schritt:
Anzahl der benötigten Tapetenbahnen : Bahnen je Rolle = benötigte Rollenanzahl


Beispiel: 26 Bahnnen : 2 Bahnen je Rolle = 13 Tapetenrollen (immer aufrunden)

Auch bei dieser Rechnung wurde der Fenster- und Türenbereich nicht berücksichtigt, da die anfallenden Rollenreste für die Flächen oberhalb der Fenster und Türen verwendet werden kann.

Tipp:
Einen Tapetenrest sollte Sie immer aufbewahren, falls später einmal eine Beschädigung ausgebesseert werden muss.
 
Vorarbeiten / Einführung

Eine gute Vorbereitung der Wände ist beim Tapezieren - wie auch in anderen Bereichen - der halbe Erfolg, deshalb sollten Sie hierfür auch genügend Sorgfalt und Zeit investieren. Im Extremfall kann die Vorbereitung mehr Zeit in Anspruch nehmen als das eigentliche Tapezieren.
Aber nichts ist ärgerlicher als Unebenheiten, die nach dem Tapezieren noch sichtbar sind und immer wieder ins Auge fallen.

Grundregel:
Der Untergrund sollte beim Tapezieren
trocken, sauber, glatt trag- und saugfähig
sein!

Alte Tapeten müssen ggf. entfernt und Löcher und Unebenheiten müssen beseitigt werden. Wie Sie das fachgerecht machen können, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

Vorabeiten / Abdeckarbeiten

Um möglichst schnell, sauber und ungehindert arbeiten zu können, müssen die Räume, die tapeziert werden sollen, gut vorbereitet sein.
Dazu gehört, dass alle Möbel entfernt wurden oder zumindest in der Mitte des Raumes stehen und abgedeckt sind. Fußleisten und Schalterabdeckungen sollten, wenn möglich, entfernt sein.
Den Fußboden schützen Sie mit einer großen Abdeckfolie, die an den Rändern mit Klebestreifen befestigt ist.

Vorbereiten / Alte Tapeten entfernen

Wenn die alte Tapete nicht mehr fest mit dem Mauerwerk verbunden ist, dann dann muss sie entfernt werden. Am besten sie perforieren die alte Wandbekleidung mit einer Stechwalze, damit das Tapetenlösemittel die Tapeten besser durchdringen kann. Nach kurzer Einweichzeit können Sie die alte Wandbekleidung abziehen oder mit dem Spachtel abstoßen.  Ggf. muss das Einweichen wiederholt werden bis die Tapete sich leicht vom Untergrund lösen lässt.
Heutzutage gibt es auch Tapetenabdampfgeräte, die mit heißem Wasserdampf die gleiche Wirkung erzielen.

Tipp:  Diese Geräte können sich in vielen Baumärkten ausgeliehen werden.

Spachteln

Risse und Löcher müssen mit einer nichtschrumpfenden Spachtelmasse geschlossen werden, damit sie später nicht durch die neue Tapete scheinen.
Hierzu entfernen Sie alle losen Teilchen mit dem Staubsauger oder mit dem Besen, dann feuchten Sie die betroffenen Stellen mit Wasser an, damit sich die Ränder der Öffnungen gut mit der Spachtelmasse verbinden.
Nachdem die gefüllten und geglätteten Risse und Löcher getrocknet sind, entfernen Sie mögliche Kanten und Grate mit Schleifpaier und Schleifklotz.

Grundieren
Frisch verputzte Wandflächen, Gipsplatten oder sandende Wände sollten vor dem ersten Tapezieren grundiert werden, denn das verfestigt den Untergrund und stellt sicher, dass der Tapetenkleister überall gleichmäßig aufgesaugt wird und sich die Tapete später besser entfernen lässt. 
Grundiermittel zum Streichen der Wände bekommt man in jedem Baumarkt.

Wandflecken absperren

Wasserflecken an der Wand oder Decke müssen Sie sorfältig mit Isolier-Grundierung (Absperrmittel) absperren, damit die Flecken nicht durch die neue Tapete durchschlagen.
Aber stellen Sie sicher, dass die Ursache des Wasserfleckes (z.B. undichtes Dach, defekte Wasserrinne ...)beseitigt ist. Ansonsten ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich die hässliche Verfärbung wieder einstellt.

Einführung

Damit Tapeten optimal trocknen können, sollte beimTapezieren eine Raumtemperatur zwischen 18 und 20 °C eingehalten werden.
Bei zu hohen Temperaturen trocknen die Tapeten zu schnell und die Nähte platzen auf.
Auch Zugluft, durch offene Fenster sollte vermieden werden, da die Gefahr besteht, dass sich die Tapeten vom Untergrund lösen.
Fenster sind deshalb während des Tapezierens geschlosssen zu halten!

Tapetenlänge messen

Zuerst messen Sie die Höhe des Raumes. Zu dem ermittelten Maß addieren Sie 5 bis 10 cm Verschnitt, um später einen sauberen Abschluss an der Decke und dem Fussboden gewährleisten zu können.
Haben Sie sich für Tapeten mit Rapport entschieden, dann ...

Verarbeitungshinweise auf der Tapetenrolle

Um eine einwandfreie Verarbeitung der ausgewählten Tapeten zu gewährleisten, sollten Sie zunächst einmal die Verarbeitungshinweise des Herstellers berücksichtigen.
Hinweise des Herstellers finden Sie  in der Regel auf den Produktverpackungen.
Die im Bild abgebildeten Symbole gelten europaweit.

Farbunterschiede ausschließen

Wenn Sie sich für farbige Tapeten entschieden haben, dann sollten Sie ärgerliche Farbdifferenzen ausschließen, indem Sie schon beim Kauf auf identische Fertigungsnummern auf der Rolle achten.
Zusätzlich können Sie alle Rollen aufgefächert neben einander legen und auf Farbunterschied achten.

Tapezier-Richtung

Fangen Sie das Tapezieren immer  am Fenster an und arbeiten sie davon weg. So können Sie unschöne Schatteneffekte vermeiden.

Es gilt die Faustregel: Immer vom Licht weg tapezieren!

Die letzte Bahn kommt also in die dunkelste Zimmerecke.

Ausnahme: 
Wegen der Symmetrie sollte Sie bei bestimmten,auffälligen Mustertapeten in der Mitte der Wand beginnen. Dies kann auch bei Wandvorsprüngen gelten, da sie den Blickfang des Zimmers bilden können.

Ausloten

Keine Ecke ist 100 prozentig verputzt worden, deshalb ist es sinnvoll bei jeder neuen Wand mit dem Lot eine vertikale Anlegelinie für die erste Bahn auf die Wand zu zeichnen.
Der Abstand zur Ecke sollte die Tapetenbreite minus 1-2 cm betragen, denn die Tapete sollte ein bisschen um die Ecke geklebt werden, um einen einwandfreien Übergang zwischen den Ecktapeten garantieren zu können.

Zuschneiden

Zum schnellen Zuschneiden der Tapetenbahnen empfehlen wir eine Markierung mit einem Klebestreifen auf dem Tapeziertisch. Alle Bahnen werden dann an der markierten Stelle Kante auf Kante geknickt und  dann mit dem Tapetenmesser oder der Schere abgeschnitten.

Einkleistern

EinkleisternDen bereits früher angesetzte Kleister tragen Sie üblicher Weise auf der R+ückseite der zugeschnittenen Tapetenbahnen satt, gleichmäßig und von der MItte kommend zum Tapetenrand verteilend auf.
Wichtig ist, dass auch der Rand genügend Kleister abbekommt, da sonst der Stoß nicht richtig klebt und deshalb immer zu sehen ist.

Nur in wenigen Ausnahmefällen wird der Kleister auf die zutapezierende Wand aufgetragen.

Achten Sie auf Verarbeitungshinweise auf dem Beipackzettel!

Zusammenlegen der Tapetenbahnen zum Einweichen

Jetzt legen Sie die Bahnen zum Weichen zusammen. An dem einen Ende der Tapete schlägt 1/3 der Bahn ein und am anderen Ende 2/3, so dass eine lange und eine kurze Einschlagseite entstehen.
Wichtig ist, dass die Ränder exakt übereinander liegen, damit die Kanten nicht austrocknen.

Weichen Sie nur so viele Bahnen ein, wie Sie innerhalb der empholenen Weichzeit verarbeiten können. Die übliche Weichzeiten betragen 10 bis 15 Minuten.

Achten Sie auch hier auf genaue Angaben auf dem Beipackzettel!

Das Tapetenkleben

Nach der vorgeschrienen Weichzeit nehmen Sie das kürzere Ende der zusammengelegten Tapetenbahn und falten es oben auf der Leiter auf. Daraufhin  richten Sie die Bahn mit etwa 3 cm Überstand zur Decke an der Anlegelinie oder dem Tapetenrand der letzten Tapete aus.
Sitzt die Bahn richtig, dann streichen Sie mit einer weichen Bürste von oben nach unten und von der Mitte zu den seite die Tapete glatt.
Das untere Ende der Bahn auseinanderfalten und ebenso verfahren.
Entstehen Blasen oder entfernt sich die Tapetenkante von der Lotlinie, dann lösen Sie die Bahn noch einmal und richten sie neu aus.

Andrücken der Tapetenkanten

Damit die Tapetenränder richtig kleben und optisch nicht auffallen, müssen die Ränder mit einem konischen Nahtroller zusätzlich gut angedrückt werden.
Um das empfindliche  Reliefmuster bei Prägetapeten nicht zu schädigen, benutzen Sie in diesem Fall eine weiche Tapezierbürste oder eine Lammfellrolle.

Tipp: Wischen Sie den herausquellenden Kleister sofort ab!

Decke und Fußboden beschneiden

Um an den Fußleisten und Decken einen sauberen Abschluss zu erhalten, gibt es verschiedene Methoden:

1. Den Tapeten-Überstand gegen die scharfe Kante eines Tapezierlineals abreißen.
2. Der saubere Schnitt mit Hilfe eines Lineals und eines Cutter-Messsers.
3. Markieren der Schnittlinie mit Hilfe eines Scherenrückens oder eines Bleistiftes, die Tapete abziehen und entlang der Markierung mit der Schere beschneiden.

Ecken

Die nächsten Bahnen auf Stoß an die vorherige anlegen, bis die nächste Ecke erreicht wird. Die letzte Bahn überlappt die nur um Ecke 1-2 cm, damit sich keine Falten bilden.
Auf der nächsten Wand beginne Sie wieder mit einer ausgeloteten Bahn, die bis in die Ecke hineinreicht.
Dünnere Tapeten können sich im Eckbereich ruhig überlappen. Falls sich Falten bilden, muss der nicht sichtbare Tapetenüberstand mehrmals eingeschnitten werden.

Doppelnahtschnitt

Bei dicken Tapeten müssen auch die Ecken aus optischen Gründen auf Stoß geklebt werden. Hierzu müssen beide Tapetenbahnen die Ecke einige Zentimeter überlappen, damit durch den sogenannten Doppelnahtschnitt beide Bahnen sauber auf Stoß kleben.
Mit Hilfe eines an einer Schiene geführten Cutter-Messers werden beide Bahnen im Überlappungsbereich gleichzeitig durchtrennt. Der Doppelnahtschnitt heißt also so, weil er mit einem Schnitt zwei übereinanderliegende Tapeten durchschneitet.
Wenn Sie nach dem Schnitt die Verschnittstreifen entfernen und die Tapetenränder mit Hilfe eines Nahtrollers andrücken, dann haben Sie eine saubere Stoß auf Stoß Verklebung.

Nischen und Laibungen

Auch bei Nischen und Laibungen wird die Tapetenbahn 1-2 cm um die Ecke geklebt. 
Danach schneiden Sie einen passenden Tapetenstreifen für die Laibung oder Nische zu und setzen Stoß auf Stoß an.
Ist die Ecke nicht gerade und ein auf Stoß kleben deshalb nicht möglich, können sich - bei dünnen Tapeten - die Bahnen auch überlappen.
Sollte dies nicht möglich sein kann auch hier der Doppelnahtschnitt zur Anwendung kommen und für eine saubere Tapetennaht sorgen.

Heizkörper

Auch das Tapezieren hinter Heizkörpern stellt kein unüberwindliches Problem dar, wenn man nur weiß, wie es gemacht wird.
Eine Tapetenbahn wird ganz normal an der Decke angelgt und bis zur Höhe des Heizkörpers angelegt. Jetzt wird die Tapete unterhalb der Wandhaltung des Heizkörpers in mehrere 10 cm Streifen geschnitten und an an der Wand hinter dem Heizkörper angelegt. Beim Andrücken und Anordnen der Streifen hilft eine schmale Rolle oder Pinsel, der sich zwischen den Heizkörperrippen durchführen lässt.

Steckdosen und Schalter

Beim Tapezieren - nicht nur in der Nähe von Steckdosen und elektrischen Schaltern - sollte immer als erstes der Strom ausgeschaltet weree, indem Sie die Sicherung herausdrehen, dennn feuchte Tapeten leiten den Strom.

Erst dann können Sie die Verkleidung bzw. Abdeckung entfernen und die elektridchen Anschlussstellen tapezieren.
Hierzu wird die Steckdose oder der Schalter einfach übertapeziert. Noch im feuchten Zustand kann man durch einige kräfte Stöße mit der Tapezierbürste die Konturen des Stromanschlusses sichtbar machen. Mit einem scharfen Messer könne Sie dann den Anschluss freilegen.
Oder Sie lösen nach der Markierung der Stelle die Tapete in diesem Bereich wieder und schneiden mit der Schere den Anschlussbereich aus und drücken hiernach die Bahn wieder an die Wand.

Tapetenreparatur

Beschädigungen an Tapeten lassen sich mit Hilfe eines Tapetenrestes ausbessern. Das passende Flickstück wird eingekleistert und auf die zu reparierende Stelle geklebt. Dann werden beide Tapetenschichten mit Hilfe eines scharfen Cuttermessers durchschnitten (Doppelnahtschnitt). Das beschädigte Tapetenstück wird entfernt und durch das neue Stück ersetzt und mit dem Nahtroller angedrückt.
Die Flickstelle ist nach dem Trocknen kaum noch sichtbar.

Tipp: Für solche Reparaturen empfiehlt es sich immer einen Tapetenrest aufzubewahren!

Ausbesserung von Blasen

Dass, während der Trocknung der Tapeten, Blasen unter den Tapeten sichtbar sind, ist normal und spätesten nach den Austrocknen sind die Blasen verschwunden. Wenn nicht, dann kann das zwei Gründe haben:
1. Es handelt sich um Kleisterblasen, die mit Tapetenkleister gefüllt sind.
Beseitigung:
Sie stechen die Blase mit einer Nadel auf und drücken vorsichtig den Kleister heraus.

Tipp: Kleisterreste sollten sofort mit einem feuchten Lappen von der Tapete entfernt werde.

2. Es handelt sich um Luftblasen, unter denen sich kein Kleister befindet
Beseitigung:
Mit Hilfe einer Einwegspritze, die man in jeder Apotheke erhält, injezieren Sie verdünnten Kleister und drücken die Tapete mit hilfe eines Rollers wieder an.

Das Tapezieren der Decke

Beim Tapezieren der Decke gelten alle Regeln wie an der Wand. Allerdings ist das eine Arbeit für mindestens zwei Personen.
Einer richtet die Bahn aus drückt sie an, während der Zweite die gefaltete Restbahn hochhält.
Muss von der Leiter tapeziert werden, dann hält der Helfer den gefalteten Tapetenteil mit einem sauberen Besen hoch.
Sie erleichtern sich die Arbeit erheblich, wenn Sie sich ein Hilfsgerüst beispielsweise aus einem Türblatt und zwei Böcken bauen, so dass Sie ohne Leiter die Decke tapezieren können.

Fenster schließen

Durchzug behindert den gleichmäigen Trocknungsprozess, so dass vermehrte Blasenbildung oder sogar das komplette Ablösen von ganzen Tapetenbahnen eintreten können.
Wenn Sie sich unangenehem Überraschungen ersparen wollen, ist es deshalb wichtig, dass beim Tapezieren alle Fenster geschlossen sind. Eine normale Raumtemperatur um die 20 C° sind für die Trocknung der Tapeten optimal.

 

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