... wirkt auch an der Decke und in der Dusche (Silikonfugen).

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Unter Schimmel werden im Allgemeinen mikrobiologische Pilze verstanden, die neben Lebensmitteln und Pflanzen auch Gebäude befallen können. Für den Zusammenhang zwischen Schimmelpilzen und baulichen Schäden sowie notwendigen Sanierungsmaßnahmen wird dabei der Fachterminus "Baumykologie" verwendet.

Doch was macht die Schimmelbildung in Gebäuden und Wohnungen eigentlich so gefährlich? Und: Wie kann ich den Schimmel gesund und doch gründlich – möglichst für immer – entfernen?


Was sind die Gefahren von Schimmel in den eigenen vier Wänden?

Ein Schimmelbefall innerhalb von Wohnräumen hat zwangsläufig eine erhöhte Sporenkonzentration in der Atemluft zur Folge, welche die Gesundheit maßgeblich beeinträchtigen kann. Bei den Sporen handelt es sich um mikroskopisch kleine Zellen, die von Schimmelpilzen in hoher Zahl produziert werden und letztendlich der Vermehrung dienen.

 

schimmelspore 0ds 564Eine Schimmelspore

 

Kommt es zum Kontakt zwischen Sporen und menschlichen Schleimhäuten, so kann dies zu allergischen Reaktionen führen oder langfristig chronische Allergien auslösen. Weiterhin wirkt sich ein Schimmelbefall auch nachteilig auf die Bausubstanz aus, da einzelne Bauteile wie unter anderem Holzrahmen von den Organismen durch Zersetzungsprozesse zerstört werden können.

schimmel ende 1l 564Fortgeschrittener Schimmelbefall

 
 


Wie kommt es zur Entstehung von Schimmelpilzen?

Da Schimmelpilze in der Natur in großer Anzahl vorkommen und die Sporen leicht über den Luftweg transportiert werden können, ist eine geringe Sporenkonzentration natürlicherweise immer in der Atemluft vorhanden. Dies ist prinzipiell auch nicht schlimm, da es erst problematisch wird, wenn die Sporen auf gute Wachstumsbedingungen stoßen.

Insbesondere feuchtwarme Bereiche mit wenig Luftzirkulation bilden dabei ein optimales Habitat für Schimmelpilze. Aus diesen Grund ist Schimmel in Gebäuden auch besonders häufig an nassen Wänden oder Decken anzutreffen.

Sobald die Sporen auf günstige Wachstumsbedingungen stoßen, geht die Vermehrung im Anschluss rasend schnell, sodass bereits kurze Zeit später eine messbare Sporenbelastung vorhanden ist.

Fenster neu, Dämmung verbessert – die Gefahr von Schimmel wächst

Wärmebrücken bei Außenwänden, z.B. im Eckbereich, bieten gedeihliche Schimmelbedingungen.

Schimmel im Bodenbereich ernährt sich oft von aufsteigender Feuchte aus dem Mauerwerk. Hier muss nach der Bekämpfung des Schimmels mittels Feuchtigkeitssperre ein zukünftiges Hochsteigen der Feuchtigkeit verhindert werden.

 

schimmel entstehung 23 564Erster Schimmel an der Wärmebrücke (Aussenwand)

 

Was braucht der Schimmel zum Wachsen?

Drei Dinge braucht der Schimmelpilz zum Gedeihen:

  • Essen (Fuge, Putz, Tapete ...)
  • Wärme
  • Feuchtigkeit

Schon die von uns Menschen eingebrachte Raumfeuchtigkeit (kochen, waschen, Wäsche trocknen, duschen, schwitzen ...) in Verbindung mit dichten Fenstern und unzureichender Lüftung reicht aus, den Schimmel an die Wände zu zaubern.



Auf welche Weise macht sich ein Schimmelbefall bemerkbar?

Ist der Befall schon weiter fortgeschritten, so kann auch ein eher unerfahrener Heimwerker diesen leicht ausmachen. Ein erstes Anzeichen ist beispielsweise ein muffiger Geruch, der sehr penetrant in der Nähe des Befalls auftritt. Weiterhin bilden Schimmelpilze sich mit der Zeit zu dunklen Flecken aus, die mit den Augen deutlich wahrgenommen werden können.

Besonders anfällig sind dabei Bereiche, in denen es in der Vergangenheit einen Wasserschaden gegeben hat wie unter anderen aufgrund eines Rohrbruches. Auch wenn die Ursache des Wasserschadens durch professionelle Handwerker behoben wurde, kann es im Nachhinein durch den einmaligen Kontakt mit Feuchtigkeit zu einer nachträglichen Schimmelbildung an bestimmten Bauteilen kommen. Der Grund hierfür ist, dass viele Baustoffe auch Jahre nach dem Einbau noch eine Restfeuchtigkeit aufweisen, die sich Schimmelpilze zu Nutze machen können.

 

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Maßnahmen zur Schimmelvorbeugung

Maßnahmen

  • Regelmäßiges (3-4 Mal pro Tag) Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern, auch in der kalten Jahreszeit, damit vermeidet man Schimmel am besten. Dazu mehrfach am Tage – möglichst in der Wohnung gegenüberliegende – Fenster für einige Minuten bei abgestellter Heizung voll öffnen. Das Ziel: die Luft in den Räumen voll austauschen.
  • Keine Dauerlüftung mit gekipptem Fenster während der Heizperiode.
  • Türen zu kalten Räumen geschlossen halten. Der Luftaustausch zwischen verschieden temperierten Räumen sollte möglichst vermieden werden.
  • Starke Feuchtigkeit vom Kochen oder Baden unmittelbar abführen.
  • Warme Luft bindet mehr Feuchtigkeit, von daher hilft eine etwas niedrigere Lufttemperatur. Aber eine angemessene Beheizung ist hilfreich, um Schimmel zu verhindern.
  • Platzieren Sie Möbel oder andere Gegenstände nicht an Außenwänden bzw. rücken Sie diese mindestens fünf Zentimeter ab, um dort eine Luftzirkulation zu fördern.

 

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Nun aber:

So entfernt man Schimmel von der Wand

  1. Reinigen
    Profis arbeiten bei oberflächlichem Befall mit 80-prozentigem-Alkohol (Ethylalkohol oder Isopropylalkohol). Auftragen, einwirken lassen und mit einem Schwamm nachreiben. Vielleicht ist hiermit der Schimmel schon von der Wand entfernt.
  2. Ursachen beenden
    Danach müssen Sie noch die Schimmelursachen abstellen (lüften, abrücken, dämmen ...), siehe hierzu die Videos unten.

Wenn der Schimmel aber in die Wand eingedrungen ist, reicht dies nicht mehr aus. Dann prüfe man mit einem Feuchtigkeitsmessgerät, ob auch die Wand von Feuchtigkeit betroffen ist. Ist dies der Fall, so müssen tiefergehende Maßnahmen ergriffen werden, der Fachmann muss ran.

 

Der Schimmel ist ein Gast, der immer wieder kommt, wenn er einmal eine heimische Stätte gefunden hat. Es sind grundsätzliche Maßnahmen nötig (Lüften, abdichten - je nachdem ...), um ihn dauerhaft auszuladen.

 

Experte bei der Arbeit

Der Baucoach

Im Rahmen der Sendung Marktcheck empfiehlt ein Baucoach die Verwendung von kalkhaltigen Schimmel-Produkten, da Kalk einen günstigen pH-Wert hat.

Zunächst werden die Sporen mit der Kalklösung gebunden.

 

Wie kann man einem Schimmelbefall noch entgegenwirken?

Der beste Schutz gegen Schimmelbefall ist sicherlich das Ergreifen von präventiven Maßnahmen, siehe oben. Zusätzlich kann zum Beispiel im Rahmen einer Altbausanierung mit der Hilfe von Feuchtigkeitssensoren das Schimmelrisiko numerisch erfasst werden. Für das Messen der Luftfeuchtigkeit bieten dabei gleich viele Hersteller von Feuchtemesssensoren passende Lösungen an, die eine zuverlässige Aussage ermöglichen.

Ist der Schimmel hingegen schon sichtbar an Decken, Wänden oder Möbeln vorhanden, so sollte als erstes dafür gesorgt werden, dass die Wachstumsbedingungen für den Pilz verschlechtert werden. Nach dem Entfeuchten und Belüften sollte dann nach starkem Befall der eigentliche Schimmel (z.B. unter der Zuhilfenahme von Fungiziden) entfernt werden. In den meisten Fällen sollte hier eine Spezialfirma beauftragt werden, da nur so sichergestellt ist, dass der Schimmel auch wirklich zu einhundert Prozent beseitigt wird.

 

Das Fazit

Sollten sich im Inneren von Räumen ein Schimmelbefall feststellen lassen, so ist ein schnelles Handeln wichtig, denn mit jedem Tag vermehrt sich der schädliche Organismus, während gleichzeitig die Gesundheitsbelastung proportional ansteigt. Aus diesem Grund ist Schimmel in Gebäuden absolut ernst zu nehmen und sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden.

Wenn Sie professionelle Hilfe benötigen, finden Sie Experten im Netzwerk Schimmelpilzberatung vom Umweltbundesamt. 

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