Haus aus einem Geldschein

Lohnt sich die Baufinanzierung im Alter? Ja, sogar sehr, wenn ...

25 % aller Menschen, die ihre erste Immobilie kaufen, sind mittlerweile älter als 55 Jahre. Daher gibt es auch für die Baufinanzierung im Alter viele passende Immobilienkredite.

Wir erklären im Folgenden, warum sich die Baufinanzierung auch noch im Alter lohnt, worauf dabei geachtet werden sollte und wie die Konditionen aussehen. ► Kunde mit 50+: darum ist man für die Bank interessant ► Wann sollte die Immobilie abgezahlt sein? ► Diese Punkte erhöhen die Sicherheit ► So werden die Zinsen günstiger

1. Warum lohnt es sich auch im Alter eine Baufinanzierung zu beantragen?

Immer mehr ältere Menschen möchten sich aktuell noch rasch günstige Bauzinsen sichern, die sich weiterhin auf einem niedrigen Stand befinden. Die sogenannten Best Ager haben dabei den großen Vorteil, dass sie häufig über deutlich mehr Eigenkapital verfügen als jüngere Menschen. Seit vielen Jahren sind sie voll berufstätig und verdienen aufgrund der großen Berufserfahrung in der Regel mehr Geld als jüngere Kandidaten für eine Baufinanzierung.

Das sehen Banken natürlich gern :-)

Ein hohes Einkommen steht für Sicherheit und schützt vor Zahlungsausfällen. Ebenso wird die große berufliche Stabilität als positiv bewertet, über die viele Kreditnehmer ab 50 verfügen.

Das bereits verfügbare Eigenkapital sorgt dafür, dass generell weniger Geld geliehen werden muss und das Kreditinstitut das Darlehen voraussichtlich zügig zurückgezahlt bekommt. Das trägt gleichzeitig dafür Sorge, dass die Zinsen relativ niedrig bleiben.

Für eine Baufinanzierung im Alter sprechen also das hohe Eigenkapital, ein solides Einkommen sowie die berufliche Stabilität.

Menschen, die ein Haus bauen, werden ohnehin im Durchschnitt immer älter. Das liegt daran, dass wir uns heutzutage länger in der Ausbildung befinden und auch die Familiengründung immer weiter nach hinten geschoben wird. Das Sesshaftwerden findet also immer häufiger erst im höheren Alter statt.

2. Bin ich mit über 50 Jahren noch ein interessanter Kunde für eine Bank?

Wer mit über 50 Jahren noch ein Haus kaufen oder bauen möchte, der ist tatsächlich interessant für Kreditinstitute. Durch das angesprochene Eigenkapital und die besser bezahlte berufliche Stellung ist man aus der Sicht vieler Kreditinstitute ein sicherer Kunde. 50- bis 59-jährige Menschen verfügen in der Regel über ein doppelt so hohes Vermögen wie 30- bis 39-jährige Menschen. Sie gehören somit einer sehr solventen Zielgruppe an.

Zudem achtet man in diesem Alter direkt auf eine gewisse Barrierefreiheit, um auch im Alter Wohnkomfort genießen zu können. Altersgerechte Umbau- und Modernisierungskosten werden dadurch zu einem späteren Zeitpunkt vermieden.

3. Was spricht gegen eine Baufinanzierung im Alter?

Je älter man bei der Aufnahme eines Kredites ist, desto höher ist natürlich das Risiko für Krankheiten. Gerät man in eine Arbeitsunfähigkeit oder Frührente, dann können unter Umständen die finanziellen Mittel fehlen, um den Kredit zurückzuzahlen. Wenn die Rente nicht ausreicht, dann besteht das Risiko der Altersarmut und somit ein für die Bank berechtigtes Risiko des Zahlungsausfalls.

Deshalb prüfen die Banken bei der Antragstellung die Kreditwürdigkeit. Wer starke Sicherheiten nachweisen kann, profitiert von sehr guten Angeboten. Wem Eigenkapital fehlt, der wird im Alter Schwierigkeiten bei der Baufinanzierung haben.

Eine Risikolebensversicherung (oder im Notfall eine Restschuldversicherung, weniger zu empfehlen) senken das Risiko für die Bank.

4. Wie bekomme ich eine Baufinanzierung im Alter?

Theoretisch gesehen gibt es für eine Baufinanzierung kein Höchstalter. Auch im Alter von über 55 Jahren gibt es noch zahlreiche Angebote für einen Immobilienkredit. Gleichzeitig verlangen die Banken heutzutage nicht mehr, dass das Darlehen beim Eintritt in das Rentenalter komplett abbezahlt ist. Das ist im Hinblick auf die Anschlussfinanzierung interessant, die oft erst kurz vor oder während der Rente ansteht. In der Praxis richten sich viele Kreditinstitute und Banken bei der Kreditvergabe nach der Wohnimmobilienkreditrichtlinie.

In diesem Zuge werden einige Faktoren empfohlen, die hinsichtlich der Prüfung der Kreditwürdigkeit einer Person berücksichtigt werden sollten. Dazu erwarten Kreditgeber die Vorlage einer aktuellen Renteninformation, welche die zu erwartende Rentenhöhe enthält. Ebenso sind Nachweise über eventuelle Zusatzrenten zu erbringen – beispielsweise aus Pensionskassen, der betrieblichen Altersvorsorge oder aus einer privaten Rentenversicherung.

4.1. Bis zu welchem Alter bekomme ich einen Kredit für meine Baufinanzierung?

Wie bereits genannt, gibt es keine Höchstalter für eine Baufinanzierung. Bei der Frage, bis zu welchem Alter der Kredit ausgestellt wird, beziehen die Kreditgeber jedoch selbstverständlich die statistische Lebenserwartung mit ein. Diese liegt in Deutschland aktuell bei Frauen bei 83,4 Jahren und bei Männern bei 78,6 Jahren. Je näher die antragstellenden Personen an dieses Alter heranrücken, umso schwerer ist es, einen Immobilienkredit zu erhalten.

Doch auch im hohen Alter lohnt es sich, die aktuell sehr günstigen Zinsen zu nutzen und im Zweifel an die Kinder weiterzugeben. Es ist zu erwarten, dass die Zinsen in Zukunft wieder steigen werden, die eigenen Kinder würden dann noch von der günstigen Baufinanzierung profitieren. Dies sollte natürlich immer individuell geklärt und abgesprochen werden, im besten Fall überträgt man keine Schulden.

4.2. Wie viel Kredit bekomme ich als Rentner für den Hauskauf?

Bei der Frage nach der Höhe des Immobilienkredits sollte man immer kritisch hinterfragen, wie viel man sich realistisch leisten kann. Dabei gilt es nicht nur die Höhe, sondern auch den Finanzierungszeitraum zu beachten. Online und hier auf bauen-und-heimwerken.de lassen sich viele verschiedene Budgetrechner finden, mit denen man überprüfen kann, welche Kreditsumme infrage kommt. Hier gilt es, sich gerade im Alter nicht zu übernehmen und eine drohende Altersarmut zu vermeiden.

Hypothekenkreditrechner
Kreditbetrag*
Diese Summe nehmen Sie auf und erhalten Sie ausgezahlt.
Jährlicher Effektivzins* %
Anfängliche Tilgung* % pro Jahr
Laufzeit* Jahre
Ev. Sondertilgungen* € pro Jahr
 
* = notwendig zur Berechnung

5. Wie hoch sind die Zinsen bei einer Baufinanzierung im Alter

Die aktuellen Bauzinsen sind deutlich geringer als noch vor einigen Jahren, wenn auch nicht mehr unter der 1-Prozent-Marke. Doch auch aktuell kommt es zu großen Unterschieden zwischen den einzelnen Anbietern. Die Konditionen fallen unterschiedlich aus, die höchsten Zinsen werden jedoch immer bezahlt, wenn nach dem Ende der Zinsbindung noch eine Restschuld besteht. Bei vielen Banken darf diese beim Erreichen der statistischen Lebenserwartung nur noch maximal 20 % betragen, andere erwarten sogar, dass das Darlehen zu diesem Zeitpunkt komplett zurückgezahlt ist.

Viele Banken bieten kräftige Nachlässe beim Effektivzins an, wenn der Kredit innerhalb der Zinsbindungsfrist vollständig getilgt wird. Hier gilt es, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren und die einzelnen Angebote miteinander zu vergleichen.

6. Bis wann sollte das Darlehen abgezahlt sein?

Die meisten Menschen, die im Alter einen Kredit aufnehmen, haben das Ziel, diesen bis zum Eintritt in die Rentenzeit zu tilgen. 

Das bedeutet, dass die Baufinanzierung bis zum Alter von 65 oder 67 Jahren bestenfalls vollständig abbezahlt ist.

So belastet man die eigene Rente nicht mit der Rate für ein Darlehen oder eine Baufinanzierung. Wenn die Tilgungsraten von der immer knapper werdenden Rente gezahlt werden müssen, schützt selbst die Immobilie als Altersvorsorge nicht vor Altersarmut.

Gleichzeitig wird es schwieriger werden, ein gutes Finanzierungsangebot zu erhalten, je näher die Rentenzeit rückt. Man sollte also nicht zu lange warten, aber eine weitsichtige Entscheidung treffen.

7. Fazit

Wer über ein hohes Eigenkapital verfügt und die restliche Summe bis zum Rentenalter sicher abbezahlen kann, für den lohnt sich die Baufinanzierung im Alter in jedem Fall.

8. Ergänzungen und Fragen von Lesern

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