Aufgepasst bei Baufinanzierungen

Wenn man bei Google nach "Baukosten laufen aus dem Ruder" sucht, erhält man über 23.000 Sucheinträge. Die geplanten Baukosten werden gegenüber den tatsächlichen Summen der notwendigen Baufinanzierungen regelmäßig (viel) zu niedrig angesetzt. Mit den folgenden Maßnahmen verhindern Sie eine komplette Fehlkalkulation.

Ein breites Phänomen

Besonders krass zeigt sich dieses Kuriosität bei der Hamburger Elbphilamonie. Die Kosten wurden ursprünglich mit 77 Millionen Euro angesetzt. Mittlerweile geht man von 789 Millionen Euro aus, die Eröffnung wurde von geplant 2010 auf 2017 verschoben. Eine Verzehnfachung der geplanten Summe! In ähnlichen Dimensionen bewegt sich der Bau des neuen Berliner Flughafens.

Für Großprojekte wie diese soll spezielle Software Budgetüberschreitungen in Zukunft eindämmen. Doch was können private Häuslebauer tun, damit Ihre Baufinanzierungen nicht aus dem Ruder laufen?

 
 

Maßnahme 1: Detailliert kalkulieren

Sicherlich haben Sie sich für Ihren Hausbau ein Limit gesetzt. Soviel darf es kosten und mehr nicht. Diese Summe vergleichen Sie nun mit den Angeboten der Baufirmen.

Bedenken Sie, dass hierin meist nur die reinen Baukosten enthalten sind. Es fehlt das Grundstück, die Notarkosten, die Inneneinrichtung, Möbel und Gartenanlage. Sie müssen aber diese Posten mit einkalkulieren, um am Ende nicht in finanzielle Bedrängnis zu gelangen. Auf dieser Seite nennen wir Ihnen die Kostenfaktoren, die Sie in Ihre Berechnung mit einbeziehen müssen.

Maßnahme 2: Puffer einbauen

Eines ist sicher: Sie werden an der einen oder anderen Stelle nicht mit der vorab angesetzten Summe auskommen. Kalkulieren Sie also einen Sicherheitspuffer mit ein. Eine generelle Empfehlung ist nicht möglich, zu unterschiedlich sind die individuellen Voraussetzungen. Zehn Prozent Sicherheitsaufschlag ist eher knapp kalkuliert.

Maßnahme 3: Typische Kostenfallen vermeiden

Kostenfalle Doppelbelastung
Sie müssen eventuell eine gewisse Zeitlang Miete und Finanzierungskosten parallel tragen? Aufnehmen! Vereinbare Sie auch feste Baufortschrittstermine. Verzögert sich der Bau, kann diese Doppelbelastung erheblich ansteigen.

Kostenfalle Bauträgerinsolvenz
Zahlen Sie nur nach Baufortschritt. Versuchen Sie schon im Vorwege, wackelige Unternehmen auszumustern.

Kostenfalle Grundstück
Erschließungsgebühren, Bodengutachten, alter Baumbestand, Hausanschlüsse - überall lauern potentielle Kosten. Lassen Sie sich bei der Kalkulation des Grundstückes von einem Profi helfen.

Kostenfalle Finanzierung
Die derzeitige Niedrigzinsphase mag in zehn Jahren durchaus in Zinssätze von fünf Prozent und mehr münden. Stellen Sie sicher, dass Sie die monatliche Belastung auch dann noch tragen können. Wählen Sie Ihre Finanzierungssumme entsprechend und zahlen Sie lieber jetzt höhere Tilgungsraten. Angenehmer Nebeneffekt: Sie sind schneller schuldenfrei.

Kostenfalle Vertragsklauseln
Nur das, was schwarz auf weiß im Vertrag steht, muss vom Bauträger geleistet werden. Am Ende kommt dann oft die Überraschung: Ach, die Malerarbeiten sind nicht enthalten? Das Dach über der Eingangstür? Die einbruchssicheren Fenster? Prüfen Sie jeden Posten exakt, fordern Sie bei Bedarf eine Konkretisierung der jeweiligen Leistungsbeschreibung. In der Regel ist nur eine Basisausstattung Grundlage des Hausbauvertrages.

Kostenfalle Eigenleistung
Allzu viele Bauherren kalkulieren viel zu großzügig, was Sie beim Hausbau selbst übernehmen können. Oft reicht dann das eigene Können oder schlicht die Zeit nicht, diese Baumaßnahmen selber bewerkstelligen zu können. Hier hilft nur eine realistische Selbsteinschätzung. Sprechen Sie mit anderen Häuslebauern, was diese am Ende wirklich selbst vorgenommen haben oder wo Sie am Ende doch auf einen Handwerker zurückgreifen mussten.

Video: Kostenfalle Hausbau

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