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Zinsentwicklung am Immobilienmarkt: Kommt 2019 die Wende?

Die Ausgangslage

Nach einer leichten Steigerung seit 2016 befinden sich Hypothekenzinsen immer noch auf niedrigem Niveau. Im Idealfall bekommt ein Kreditnehmer zur Finanzierung seiner Immobilie immer noch einen Zinssatz von unter 2 %. Erst bei einer Laufzeit von über 20 Jahren liegen die Kreditzinsen darüber. 

Bankkunden erleben derzeit jedoch ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits mehren sich die Nachrichten über einen möglichen Anstieg der Hypothekenzinsen. Andererseits haben sich solche Meldungen in der Vergangenheit oft als falsch erwiesen. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise weiter, wenn auch verlangsamt. Soll man jetzt unbedingt noch auf den Zug aufspringen, ehe Wohnungen unbezahlbar werden? Schuldner, die einen laufenden Kredit abbezahlen, fragen sich, ob sie ein Forward-Darlehen mit der Bank abschließen sollen. 

Niemand kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorhersagen, was genau passieren wird. Lediglich eine Zinssenkung erscheint kaum denkbar.

Mit den Prognosen verhält es sich wie mit den Wettermodellen der Meteorologen: Man legt Entwicklungen der Vergangenheit als Maßstab für die Zukunft an. Doch sowohl beim Wetter wie auch bei den Finanzmärkten gibt es eine Vielzahl überraschender Faktoren, die in unterschiedlicher Weise zusammenwirken können. Deshalb sollte man die Zinsentwicklung aufmerksam verfolgen und sich selber ein Urteil anhand der entscheidenden Faktoren bilden. 

Gründe für einen baldigen Zinsanstieg 

Die Niedrigzinsen sind durch die nach der Euroschuldenkrise in Gang gekommene Nullzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi entstanden. Derzeit zahlen Einleger bei der EZB sogar negative Zinsen auf Guthaben. Mit einem historisch niedrigen Leitzins und den inzwischen reduzierten Anleiheverkäufen verfolgt die EZB mehrere wirtschaftspolitische

Ziele: 

  • Reduzierung der Schuldenbelastung südeuropäischer Länder,
  • Stimulierung einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent,
  • Vermeidung einer Deflation,
  • und Konjunkturankurbelung. 

Inzwischen hat sich die volkswirtschaftliche Lage im Euro-Raum verbessert. Zugleich mehrt sich aber die Kritik an der Zinspolitik von Mario Draghi. Die Kritiker bemängeln dabei die Enteignung der Sparer. Man wirft der EZB mangelnden Erfolg vor. Die Inflation sei durch den Anstieg der Energiepreise verursacht und nicht durch die Niedrigzinspolitik.

Es wird aber auch vor einer falschen Politik gegenüber den Banken gewarnt. Durch die Niedrigzinsen gehen diese wie vor der Finanzkrise 2008 zu große Risiken bei der Kreditvergabe ein. Insbesondere im Immobiliensektor glauben Kritiker an eine Blasenbildung, die ein erhebliches Risikopotenzial birgt.

Daneben habe man einen falschen Anreiz für die überschuldeten Staaten Südeuropas gesetzt. Solange diese Staaten sich günstig Geld beschaffen können, würden Strukturreformen nicht umgesetzt. Draghi hat auf diese Kritik bislang nicht reagiert. 

Der Vertrag des EZB-Chefs läuft 2019 aus. Danach könnten Kritiker ihre Forderungen nach einem Kurswechsel wahrscheinlich leichter durchsetzen. 

Ein weiterer gewichtiger Faktor ist eine Konjunkturabkühlung durch einen möglichen Handelsstreit zwischen den USA und China. Das kann Folgen für die Kapitalmärkte haben. 

US Präsident Donald Trump möchte gerne den weiteren Zinsanstieg, so wie ihn die US-Zentralbank FED plant, stoppen. Geschieht dies aber nicht, könnten Geldabflüsse aus der Eurozone zu schneller steigenden Zinsen in Europa führen. 

Ein wesentlicher Faktor für eine mögliche Steigerung der Hypothekenzinsen liegt im Immobiliensektor selbst begründet. Die Immobilienpreise steigen schneller als die zu erzielenden Mieteinnahmen und senken die Renditeerwartung von Investoren. Ein nachlassendes Interesse institutioneller Investoren kann aber auch die Nachfrage nach Krediten reduzieren, was die Banken dann an alle Kreditnehmer in Form höherer Zinsen weitergeben könnten. 

Ein Grund dagegen

Die wachsenden geopolitischen Risiken und der Brexit dämpfen Wachstumsprognosen im Euroraum. Das kann mittelfristig zu einem Verharren auf den momentan niedrigen Zinsen führen. 

Fazit

Kurzfristig ist zwar nicht mit stark steigenden Hypothekenzinsen zu rechnen, längerfristig spricht einiges für einen Anstieg aller Kreditzinsen. Wer einen Baukredit plant, sollte vor allem die Entwicklung an der Spitze der EZB 2019 im Auge behalten. Es erscheint in jedem Fall klug, schon jetzt ein Forward-Darlehen bei laufenden Krediten abzuschließen.

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Finanzierung absichern per Forward - Darlehen

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So manch ein Hausbesitzer wird momentan nervös: Die aktuellen Zinsen sind günstig wie nie, das eigene Hypothekendarlehen läuft aber noch einige Zeit. Wer wieder ruhig schlafen möchte, der schaue sich die Lösung des Problemes an: die Sicherung der günstigen Zinsen mit einem Forward-Darlehen.

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