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Es ist ziemlich beeindruckend, dass die deutsche Binnenwirtschaft ausgerechnet von der zahmsten Investitionsart einen wahren Schub erhält: Hausbau und Renovierung. In den letzten paar Jahren sind die Ausgaben der Deutschen für Investitionen am Haus drastisch gestiegen. Laut einer Erhebung der GfK hat das Land 2015 eine 10%ige Steigerung solcher Investitionen erlebt, das sind gut 39,2 Milliarden Euro. 

Markt der Möglichkeiten

Von privaten Handwerksbetrieben und Bauunternehmen, die alte Gebäude kreativ in Vorzeigeobjekte verwandeln bis hin zu Geschäften vor Ort oder dem Online-Handel mit zehntausenden passenden Artikeln – alle profitieren davon. Das kann wiederum zu einer großen und entscheidenden Veränderung in den deutschen Konsumgewohnheiten führen. 2008 machte die deutsche Wirtschaft eine schwierige Zeit durch, aber nachdem die Nachfrage und Verkäufe im Ausland wieder angezogen haben, festigt Deutschland inzwischen wieder seine Position als stärkste Wirtschaftsmacht Europas.

 
 

Gute Ausgangslage

Trotz ihres sparsamen Rufs hatten die deutschen Verbraucher einen entscheidenden Anteil daran, die Binnenwirtschaft aufzupäppeln. Private Ausgaben haben Ende 2014 mehr als die Hälfte des Bruttosozialprodukts ausgemacht. Wenige Monate später sind die Verkäufe im Einzelhandel schneller angestiegen als in fast einem halben Jahrzehnt zuvor. In anderen Worten waren die Verbraucher in wirtschaftlicher Hinsicht zufriedener als seit mehr als 10 Jahren. Es hilft auch, dass Deutschland jetzt Zinsen auf tiefstem Niveau, hohe Löhne in Verbindung mit einer niedrigen Inflationsrate und vor allem rekordverdächtige Beschäftigenzahlen hat.

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Kauflust

Neben den Renovierungs- und Umxbaumaßnahmen zahlen die Deutschen auch gern mehr für langlebige Artikel wie Küchengeräte, Badezimmerarmaturen und ähnliches. Laut einem privaten Hersteller von Haushaltsgeräten haben sich die Verkäufe von Geräten mit eingebauten Zusatzfunktionen gesteigert und sind jetzt auf Rekordniveau. Hinzu kam, dass der Wert des Euros massiv gesunken ist. Infolgedessen erlebte Deutschland einen Kaufrausch, als gäbe es kein Morgen.

Schub durch Neubetriebe

Im Großen und Ganzen kann Deutschland seine stärkere Inlandsnachfrage dem Aufkommen neuer privater Betriebe wie Handwerks- und Bauunternehmen sowie Geschäften vor Ort und Online-Händlern zuschreiben, die die Nachfrage befriedigen. Hausbau sowie Umbau- und Sanierungsmaßnahmen waren maßgebliche Antriebe der Baubranche in den letzten Jahren. Das ist fast wie ein zweischneidiges Schwert, denn während die Baubranche brummt, sinken die Haushaltsersparnisse. Andererseits: Wenn man bedenkt, dass Deutschland aus der europäischen Wirtschaftskrise fast unbeschadet herausgekommen ist, wer sollte da noch allzuviel Sorgen bezüglich der Geldreserven hegen?

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