Topic-icon Sicherheit im Eigenheim – so schützen Sie auch ältere Häuser

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21 Mär 2018 10:12 #3010 von mari
Die Sicherheit der eigenen vier Wände ist etwas, was in den letzten Jahren immer deutlicher an Bedeutung gewinnt, leider, wie man sagen muss, auch aufgrund steigender Einbruchzahlenin Deutschland . Gerade zu Urlaubszeiten haben Diebe und Einbrecher Hochsaison. Wie aber können Sie sich schützen, vor allem wenn Sie zwar ein Haus besitzen, aber dieses älter ist und nicht den neuesten Anforderungen an Einbruchsicherheit entspricht. Wenn Sie sich in solch einer Lage befinden oder selbst beim Hausbau nicht auf die nötigen Maßnahmen geachtet haben, müssen Sie sich keinesfalls Einbrechern ausgeliefert sehen. Im folgenden Artikel wollen wir die wichtigsten Punkte erläutern, die zu beachten sind, damit Sie sich sicher sein können, dass Sie nicht eines Tages aus dem Urlaub zurückkommen und einen Einbruch zu beklagen haben.

Laut einschlägiger Statistik geschieht in Deutschland im Schnitt alle zwei bis vier Minuten ein Einbruch . Da ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen die Frage stellen, wie sie ihr Eigenheim und ihr eigenes Hab und Gut so schützen können, sodass sie nachts ruhig schlafen können; entweder zu Hause, weil sie beim Gedanken an skrupellosen Räubern um ihr Leib und Leben fürchten aber auch im Urlaub, wenn sie sich nicht selbst vor Ort befinden und das Haus ganz sich selbst überlassen ist.

Selbstverständlich gibt es ganz unterschiedliche Methoden, die Ihnen helfen können, dafür zu sorgen, dass Sie für Einbrecher generell zu einem uninteressanten Ziel werden. Dies beinhaltet zunächst Maßnahmen der Abschreckung. In der Tat werden Einbrüche heutzutage in der Regel gut vorbereitet und geplant sowie die Umgebung des Einbruchsobjekts ausführlich observiert. Dies hat den nachvollziehbaren Grund, dass anders als noch vor einigen Jahren, die Gefahr eines Einbruchs deutlich präsenter bei den Menschen ist und so sowohl die Achtsamkeit als auch die Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Häusern generell zugenommen haben. Das wissen auch die Einbrecher und so kommt es einem gegenseitigen Wettstreit gleich: immer bessere Einbruchssicherung auf der einen Seite trifft auf immer bessere Planung auf der anderen Seite. Allerdings realisiert sich dieses „Wettrüsten“ nur bis zu einem gewissen Punkt der Einbruchssicherung, denn ab einem bestimmten Ausmaß an Sicherheit ist das Objekt, also das Wohnhaus, aufgrund des zu großen Aufwandes und Risikos eines Einbruchs uninteressant für die Einbrecher. Glücklicherweise ist man mit den heutigen Mitteln relativ schnell an diesem Punkt angelangt, sodass ein übermäßiger finanzieller Aufwand nicht notwendig ist. Schließlich möchte sich zwar jeder in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlen, aber nicht so, als säße er in einem Hochsicherheitstrakt. Eine maximale Sicherheit wie in Banken oder Casinos bietet zwar auch maximale Beruhigung, spielt aber in einer ganz anderen Liga und dort sind auch die Anreize eines Einbruchs völlig andere. Wie ausgeklügelt die Sicherheitsmechanismen dort ineinandergreifen, beschreibt dieser Fachartikel sehr umfangreich für alle interessierten Leser. Eines kann dabei aber vorweggenommen werden: Solch ein Level der Absicherung benötigt es natürlich nicht.

Zunächst sollte das Eigenheim als Einbruchsobjekt uninteressant gemacht werden. Wenn wir uns erinnern: statistisch gesehen, finden die meisten Einbrüche zu Urlaubszeiten statt, also dann, wenn die Einbrecher herausfinden konnten, dass sich niemand bei Ihnen zu Hause befindet. Zuerst sollten Sie also dafür sorgen, dass es keinerlei klare Anzeichen für Ihre Abwesenheit gibt.

Überquellende Briefkästen, verschmutzte Fußwege oder sogar ein ungemähter Rasen können Verbrechern als Hinweise dienen, darauf zu schließen, dass Sie wohlmöglich gerade unter südlicher Sonne entspannen und Ihr Eigenheim schutzlos ausgeliefert ist. Während es noch eher schwierig ist, den Rasen am Wachsen zu hindern, können Sie aber beispielsweise problemlos Ihre Zeitung für die Urlaubszeit abbestellen oder falls möglich Ihre Post zu einem netten Nachbar umleiten. Zudem gibt es bereits einfache und kostengünstige Möglichkeiten für ferngesteuertes Licht – ja, mit sogenannten Smart Home Lösungen können Sie sogar mit dem Smartphone aus dem Urlaub übers Internet zu Hause Ihr Licht an- und ausschalten oder das Ganze durch eine Automatik erledigen lassen. Übertreiben Sie es aber nicht mit der Automatisierung, denn zu regelmäßige Muster lassen sich natürlich auch von Außenstehenden als Automatismen erkennen. Meistens reicht es aber bereits, wenn die Einbrecher sehen, dass jemand zu Hause zu sein scheint, um von einem Einbruch und dem erhöhten Risiko abzusehen.

Sollte es aber doch dazu kommen, dass Einbrecher sich dazu entscheiden, in Ihr Haus eindringen zu wollen, machen Sie es Ihnen so schwer wie möglich! Wie auch bei allen anderen Diebstahl- oder Raubdelikten verringern bereits kleine Hürden das Risiko einer Fortsetzung des Einbruchs ungemein. Ähnlich wie das Sicherheitsschloss bei Fahrraddiebstählen oder der versteckte Reisverschluss bei Taschendiebstählen gilt: je mehr Anläufe der Dieb benötigt, um sein Diebesgut zu erreichen und je länger der Vorgang dauert, desto höher ist das Risiko erwischt zu werden und die Wahrscheinlichkeit, dass das Diebesgut den Aufwand nicht wert ist. Genau aus diesem Grund finden sich häufig Spuren von versuchten Einbrüchen oder Diebstählen an Türen oder Fahrradschlössern . Dies ist jedoch immer auch ein Zeichen dafür, dass die Sicherheitsvorkehrungen, wenn auch vielleicht nicht perfekt, doch ausreichend waren, um den Dieb erfolgreich abzuschrecken. Eine oft genannte Faustregel ist, dass ein Täter nach etwa fünf Minuten erfolglosem Einbruchsversuch aufgibt. Nach 20 Minuten ist der Einbrecher zudem meist schon wieder weg. Letzten Endes muss Ihr Haus also kein Bunker sein, sondern theoretisch nur fünf Minuten grobe Gewalt überstehen.


Deshalb sollten Sie sich vor allem die allgemeinen Schwachstellen an Ihrem Haus vornehmen. In erster Linie sind dies die Türen und Fenster, aber der Schutz beginnt schon an der Grundstücksgrenze. Machen Sie es Eindringlingen schwer das Grundstück zu erreichen. Schließen Sie Ihre Haustüren ab und lassen Sie Ihre Fenster nicht gekippt. So etwas lädt Einbrecher geradezu ein, einen Bruch zu versuchen. Im Internet gibt es zahllose Videos, in denen man erkennen kann, wie einfach es ist, über solch einen Weg in ein Haus zu gelangen. Auch Hintertüren sind meist schlecht einsehbar. Hier ist es oftmals einfach möglich, diese beispielsweise durch einen zusätzlichen Riegel von innen zu sichern. Wieder gilt: Machen Sie es dem Eindringling möglichst schwer. An verglasten Terrassentüren sollten Glasbruchmelder installiert werden.
Manchmal hilft es auch, sich in die Lage hineinzuversetzen, dass man sich ausgesperrt hat und mit dem Wissen, welches man selbst über das eigene Haus hat, zu überlegen, wie man am besten wieder ins Haus gelangen würde. Alle dabei gefundenen Schwachstellen sollte man dann zusätzlich mit mechanischen und elektronischen Sicherungen schützen. Eine gute Alarmanlage kann das Herzstück einer guten Haussicherung sein. Allerdings gehen solche stark ins Geld, günstigere Modelle sind oft fehleranfällig und Fehlalarme kosten zusätzlich Geld . Ähnlich effektiv in der Abwehr sind aber Lichtfluter mit Bewegungsmeldern. Wenn sich ein Einbrecher dem Haus in vermeintlicher Deckung nähert und das gesamte Gelände erscheint plötzlich hell erleuchtet, fühlt sich das für ihn ähnlich an wie ein ertönender Alarm. Die Aufmerksamkeit liegt ganz auf ihm.

Die meisten der genannten Tipps fallen unter den Oberbegriff „risikobewusstes Verhalten“. In der heutigen Zeit muss allerdings zusätzlich zu all diesen Maßnahmen gesagt werden, dass sie alle nichts taugen, wenn man auf Facebook verkündet, ab sofort 2 Wochen im Urlaub zu sein oder Fotos live aus dem Badeort postet. Insgesamt ist es also nicht schwierig, das eigene Heim sicher und zuverlässig vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen, auch wenn es älter ist und beim Bau nicht auf Sicherheitsmaßnahmen geachtet wurde. Ein Haus ist immer nur so sicher wie sein schwächstes Glied und ein Eigenheim mit modernstem Sicherheitssystem aber einem gekippten Fenster bleibt unsicherer als ein moderat gesichertes Heim mit einem risikobewussten Bewohner.

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20 Apr 2018 20:19 #3034 von Rehle
Danke für den Artikel. Man vergisst immer schnell, dass doch so viel eingebrochen wird und denkt immer, dass es einen selbst nicht treffen kann.

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