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Naturstein erfreut sich im Terrassenbau zunehmender Beliebtheit. Der natürliche Charakter der Platten fügt sich harmonisch in jede Gartenlandschaft ein und dient dem Wohnbereich unter freiem Himmel darüber hinaus als zeitlose Grundlage. Beim Verlegen werden Heimwerker allerdings mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Dieser Ratgeber enthält praktische Tipps zum Verlegen und zur Pflege der attraktiven Terrassenplatten aus Naturstein.

Natursteinplatten richtig verlegen

Das Verlegen von Natursteinplatten ist aufwändiger, als man es von herkömmlichen und gleichmäßig großen Terrassenplatten gewohnt ist. Schließlich sind die Modelle aus Naturstein meist gebrochen und deshalb von unterschiedlichen Größen sowie Formen geprägt. Damit die Platten am Ende ein stilvolles Gesamtbild ergeben, müssen die Einzelteile individuell ausgewählt und mit der Wasserwaage Schritt für Schritt angepasst werden.

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Augen auf bei Auswahl

Vor der eigentlichen Verlege-Arbeit ist es ratsam der Auswahl der Natursteinplatten die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Die qualitativen Unterschiede sind teilweise deutlich erkennbar. Manchmal lässt die Optik zunächst aber keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität zu und einige minderwertige Materialien werden erst nach dem Verlegen deutlich, sobald die äußeren Einflüsse auf die Platten wirken. Heimwerker sollten sich detailliert über die Herkunft und Herstellung der Platten informieren und sich im Idealfall Angebote und Qualitätsnachweise von mehreren Firmen einholen. Auch alternative Lösungen sollten nicht ausgeschlossen werden.

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Optik-Alternative

Wer zum Beispiel nicht auf echten Naturstein besteht, sondern lediglich die Optik bevorzugt, sollte die Terrassenplattenauswahl auf www.woehe.com  des Herstellers Betonwerk Woehe & Heydemann GmbH & Co. KG betrachten. Das Familienunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein hat sich auf die Produktion von exklusiven Platten spezialisiert und in mehr als 50 Jahren Erfahrung das Sortiment kontinuierlich optimiert. Mit der Serie CeramicLine wurde eine Platte aus Naturwerkstoffen entwickelt, die dem klassischen Naturstein täuschend ähnlichsieht, aber wesentlich pflegeleichter ist und laut Angaben der Firma über eine höhere Lebensdauer verfügt.

Das Magazin Living at Home  hat online weitere Anregungen zum Planen und Bauen einer Terrasse arrangiert. Die platzierten Impressionen können auch als Anregung zur Bodenbelagsauswahl dienen.

 

Verlegeanleitung

Verlege Video

Für Ungeduldige zeigt Heimwerker Ingo im Video-Bericht, wie sich eine Terrasse mit Naturstein in Eigenregie gestalten lässt:


Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt verständlich jeden erforderlichen Arbeitsschritt zum korrekten Verlegen:

1. Wenn der Untergrund fehlt: Betonplatte

Wenn die Terrasse noch nicht besteht und der Untergrund für die Naturstein-Oberfläche noch erarbeitet werden muss, wäre eine Betonplatte eine gute Lösung. Der Boden muss dafür rund 30 Zentimeter ausgehoben werden. Nachdem das Erdreich ausreichend verdichtet ist, um ein späteres Senken des Untergrunds zu vermeiden, wird eine Schalung angefertigt. Damit ist eine Verkleidung zum Beispiel aus Holz gemeint, die für die gewünschte Form unerlässlich ist.

In die Schalung wird später eine mehrere Zentimeter dicke Kiesschicht eingefüllt. Darüber folgt eine Folie und eine Stahlmatte. Nun wird der Beton eingefüllt und bündig mit der oberen Kante der Schalung abgeschlossen. Rund 15 Zentimeter Beton sollten es sein. Circa eine Woche benötigt der Beton zum Aushärten. Die genaue Trocknungsphase sollte aber individuell geprüft werden.

2. Abdichten

Sobald der Beton trocken und hart ist, folgt das Aufragen eines speziellen Anstrichs, um die Betonplatte abzudichten. Erst jetzt beginnt das eigentliche Verlegen des Natursteins.

3. Platten grob legen

Natursteinplatten gibt es in diversen Formen und Größen. Während manche Modelle viereckig sind, gibt es andere mit völlig unregelmäßiger Formgebung. Hier sind Mischungen aus halbrunden, dreieckigen, sechseckigen und vielen anderen Formen denkbar. Besonders bei sehr unregelmäßigen Platten ist es empfehlenswert die Flächen vor dem dauerhaften Verlegen grob auszulegen. So lässt sich das Muster abschätzen und das Arbeiten mit Mörtel, das ein gewisses Maß an Geschwindigkeit erfordert, fällt anschließend leichter.

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4. Das Dickbett-Verfahren

Beim Verlegen von Naturstein muss der Mörtel portionsweise angerührt werden. Ist die Menge zu groß, trocknet der Mörtel an und lässt sich schon bald nicht mehr verarbeiten. Die Menge sollte deshalb immer so gewählt werden, dass sie in maximal 90 Minuten verarbeitet werden kann.

Der Mörtel wird dabei ausgehend vom Haus stückweise auf den Untergrund aufgetragen. Auch die einzelnen Natursteinplatten werden mit einer dünnen Schicht Mörtel versehen und dann unmittelbar in die Mörtelschicht gelegt. Die Vorgehensweise ist dabei klar: Ein Stein nach dem anderen wird in den vorbereiteten Mörtel gelegt und mit Hilfe einer Wasserwaage und einem Gummihammer exakt platziert. Sollte kein Gummihammer zur Hand sein, kann alternativ ein herkömmlicher Hammer mit einem Stück Holz zum Einsatz kommen, um die Platten zu schützen. Beim Verlegen elementar ist, dass die Platten insgesamt eine gleich hohe Oberfläche ergeben. Ansonsten entstehen Stolperstellen.

Tipps

Beim Verlegen sollte eine Kelle stets griffbereit sein, um Mörtelreste von den Steinen zu entfernen. Vorteilhaft wäre es auch, wenn das Verlegen nicht bei voller Mittagssonne stattfindet. Ist starke Sonneneinstrahlung nicht vermeidbar sein, ist das Aufstellen eines Schirms zum Beschatten unverzichtbar. Das macht das Arbeiten nicht nur angenehmer, es verhindert auch das beschleunigte Trocknen der Mörtelmasse.

5. Abfegen und Reinigen

Nach jeder Portion Mörtel, die aufgebraucht wurde, sollten die verlegten Natursteinplatten unmittelbar abgefegt und mit klarem Wasser und Schwamm von Mörtelresten befreit werden. Dank des Dickbett-Verfahrens ist die Fläche direkt ausgefugt. Sollten zwischen einzelnen Platten noch kleine Zwischenräume freibleiben, lassen sich diese mit Mörtel füllen. In der Regel ist die fertige Naturstein-Terrasse nach 24 bis 48 Stunden begehbar.

6. Imprägnieren

Grundsätzlich ist es ratsam einen Imprägnier-Schutz aufzutragen. Er macht den Terrassenboden robuster gegenüber Schmutz und Feuchtigkeit. Der Handel hält hierfür diverse Produkte bereit. Moos, Algen und Co. wird es aufgrund der unsichtbaren Schutzschicht massiv erschwert sich auf den Platten anzusiedeln.

 

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Terrassenplatten aus Naturstein richtig pflegen

Einer der wichtigsten Ratschläge zu Terrassenplatten aus Naturstein lautet: Niemals einen Hochdrucker verwenden! Der enorme Druck mit dem das Wasser auf Steine und Fugen aufkommt, schadet langfristig sowohl dem Fugenmaterial aus auch den Steinen. Schmutz kann dann noch schneller eindringen und sich hartnäckig in der Oberflächenstruktur festsetzen.

Wesentlich schonender gelingt die Pflege mit einem hochwertigen Natursteinreiniger. Dieser wird auf den Terrassenboden aufgetragen, mit Bürsten eingearbeitet und nach der Wirkdauer mit dem herkömmlichen Gartenschlauch wieder entfernt.

Um unschönen Flecken vorzubeugen, sollten Stellen, die mit Fett, Rotwein oder sonstigem verunreinigt sind, sofort gesäubert werden. Werden diese Tipps zum Pflegen beachtet, haben Heimwerker lange Freude an einer Terrasse mit schickem Natursteinboden.

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  • Ergänzende Hinweise zum Thema Steinarbeiten haben wir hier  zusammengefasst.

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