Rotes Ahornblatt im klaren Wasser

Von Goethe, dem Frühling und der Teichreinigung

Werden wir einmal kurz lyrisch. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“, dichtete ja schon Johann Wolfgang von Goethe in seinem Werk „Faust 1“. Gut, da ging es um einen Osterspaziergang, aber dennoch ist auch der Gang durch den heimischen Garten etwas, das die Lyrik in einem erwecken möchte. Man möchte dichten, dass die Kirschen in Bälde rot und prall werden, die Wiese bald schon ergrünt und – dann wirft man einen Blick auf den Gartenteich. Da wird es mal Zeit, das Gedicht umzutexten: „Vom Schlamme befreit ist bald der Teiche.“

Wie man den Teich reinigt: ► Auf diese Punkte solltest du beim Teich reinigen achten ► Schlamm wegschütten? ► Teichsanierung und -pflege ► Videotipps

Punkt 1

1. Das Leben im Teich

Nun, dass ein Teich irgendwann nicht mehr so aussieht, wie am ersten Tag, ist auch klar. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich daran, wie er in einem Kleingarten am Stadtrand einen Blick in einen gerade frisch mit Wasser befülltes, künstliches Stück Kleingartenverschönerung geworfen hat.

Das Wasser war sehr klar wie Leitungswasser. Gut, es war auch Leitungswasser, das gerade in den Teich gefüllt wurde.

Einige Wochen später war die Sache dann doch geringfügig anders gelagert. Der Blick zum Teichboden war nicht mehr möglich, dafür war das Gewässer sehr lebendig. Libellen, Fische, Frösche und natürlich sehr viele Pflanzen wandelten die interessant geformte Plastiktonne in etwas, in dem sich Leben tummelte.

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Leider ist es mit allem Lebendigen so, dass es nicht nur fröhlich frisst, wenn es gefüttert wird oder selbst auf die Jagd geht. So kann es passieren, dass eine Wespe in den Teich purzelt, und noch während sie um ihr Leben paddelt, im Maul des Kois verschwindet. Oder eine Biene. Wenn man in Hamburg wohnt und um die Idee weiß, schickt man dann ein Stoßgebet zum Himmel: „Bitte lass dies keine Biene vom Empire Riverside Hotel sein.“ Auch die Ausscheidung dessen, was den Fisch- und Froschmagen passiert hat, steht an und selbiges sinkt dann auf den Grund des Teiches. Das Fischfutter, das durch die Tiere nicht gefressen wurde, landet ebenfalls dort, wie auch Pollen und Reste von Pflanzen.

Entsprechend bildet sich mit der Zeit der sogenannte „Teichschlamm“, eine bräunliche Masse, die, so sie nicht entfernt wird, erstens zu Fäulnisgeruch und Gasblasenbildung führen kann und zweitens auch Algenbildung begünstigt. Also ist es klar: Der Schlamm muss weg.

Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So könnte man mit einem Schlammsauger für den Teich selbigen säubern, oder für diese Aufgabe den sogenannten „Teichschlammentferner“ nutzen. Wichtig ist nur, dass es in regelmäßigen Abständen geschieht.

Wenn man dies nämlich nicht tut, wird eine sogenannte „Teichsanierung“ erforderlich sein. Hierzu müssen zuallererst die groben Verunreinigungen entfernt werden.

Punkt 2

2. Den Teich reinigen (oder sanieren)

Dies beinhaltet abgestorbene Pflanzenteile, Algen und Laub. Hier wird zum Einsatz eines handelsüblichen Teichkeschers geraten, der, so es nötig ist, über eine Teleskopstange noch verlängert werden kann. 

2.1. Teichbewohner zwischenquartieren

Es ergibt sich bei einem von Tieren bewohnten Teich freilich ein Problem. Diese müssen nämlich umquartiert werden, wobei sich die Temperaturen beider Gewässer – also das Evakuierungsgewässer und der Teich – ungefähr gleichen sollten. Ersteres sollte übrigens an einem schattigen Plätzchen situiert und zweitens geschützt werden, dass die Fressfeinde der Teichbewohner leichtes Spiel beim Abendessen haben. Hier eignet sich ein Netz.

Hernach beginnt man, das Teichwasser abzupumpen. Wahlweise komplett oder nur zu drei Vierteln, aber dennoch: Das Wasser muss weichen. Hier wird empfohlen, dieses doch sehr nährstoffreiche, kostbare Nass nicht einfach durch wahlloses „Wegkippen“ zu verschwenden, sondern zur Bewässerung des Gartens zu nutzen.

Anschließend widmet man sich den Pflanzen. Abgestorbene Teile, die nicht im Kescher gelandet sind, können nun entfernt werden und eventuell ist es Zeit für einen Grundschnitt im Gartenteich, sprich: die Pflanzen zurückschneiden. Um zu verhindern, dass diese eingehen, müssen diese Wasserpflanzen natürlich auch in Kübeln oder Eimern aufbewahrt werden, welche man mit Wasser gefüllt hat. Und auch hier gilt dasselbe, wie für das Evakuierungsgewässer der Fische. Die Temperatur sollte ungefähr gleich sein.

2.2. Teichschlamm

Danach kann endlich der Schritt erfolgen, welcher der Grund für all die anderen Schritte gewesen ist: Die Entfernung des Schlamms steht an. Für viel Schlamm empfiehlt es sich, mit einer Schaufel zu arbeiten und das Gros so zu entfernen, wobei darauf zu achten ist, dass die Teichfolie, so eine genutzt wird, keine Beschädigung erfährt. Für den Rest kann der Schlammsauger zum Einsatz kommen. 

Aber halt! Wohin mit dem Schlamm?

Da es sich hierbei, wie auch schon beim Wasser, um eine sehr nährstoffreiche Substanz handelt, wird empfohlen, mit ihm zu düngen. Ein Teil kann auf den Kompost verbracht werden, ein anderer tut in den Beeten seinen Dienst.

2.3. Teichfolie pflegen

Ebenfalls wichtig ist es, die Folie zu reinigen. Dabei kann man sie kontrollieren und gegebenenfalls zu reparieren. Für die Reinigung wird die Verwendung von Teichbürste, respektive von Hochdruckreiniger empfohlen. Allerdings kann es auch sein, dass die Folie ihre beste Zeit schon hinter sich hat, also starke Alterserscheinungen oder Beschädigungen aufweist, oder gar hart ist. Dann muss eine neue Folie gekauft und verlegt werden, während die alte – in kleine Stücke geschnitten – auf den Wertstoffhof gebracht wird.

Und wenn man die Folie austauschen musste, kann man auch gleich das Teichprofil erneuern. Hierzu benötigt man ein Bett aus Sand oder Kies, welches eine Dicke von ungefähr fünf Zentimetern aufweisen sollte. Auf selbige wird nun ein Teichvlies gelegt, damit die Folie nicht beschädigt wird, die anschließend auf das Vlies gebracht wird. Im Zuge dessen lassen sich auch weitere Änderungen einbauen – vielleicht wäre hier der Rat eines befreundeten Landschaftsgestalters hilfreich.

Sollte man diese Arbeiten im Kleingarten machen, ergibt sich natürlich die Gelegenheit, mit einem freundlichen „Gut Grün“ zum Nachbarn zu gehen und sich dort zu informieren, inspirieren zu lassen – oder einfach nur die Einladung zum Stück Kuchen anzunehmen. Schließlich hat man ja auch Hunger.

2.4. Neu befüllen

Wenn man sich Gedanken gemacht, Informationen eingeholt und den Teich neu modelliert hat, steht die Befüllung des Teiches auf der Agenda. Hierbei sollte auf den pH-Wert und die Wasserhärte geachtet werden. Anschließend wird der Filter, wen man vorher abgebaut, gereinigt und gegebenenfalls ausgetauscht hat, wieder angeschlossen.

Die letzte Aufgabe wird es sein, die Bewohner des Teiches wieder in ihr Habitat zurückzubringen. Dies allerdings sollte nicht sofort nach der Rehydrierung des Gewässers passieren. Stattdessen wartet man noch um die 48 Stunden. Somit kann sich das Wasser erwärmen. Danach können allerdings Pflanzen und Fische wieder in den Teich gegeben werden. Hier empfiehlt es sich allerdings, die Tiere zu beobachten. Verhalten sie sich anders als sonst, könnte es sein, dass ein Fehler passiert ist.

Punkt 3

3. Videobeiträge zum Gartenteich reinigen

3.1. Gartenteich reinigen am Beispiel eines Standard-Gartenteiches

Länge: 5 Minuten

3.2. 7 Tipps zu Reinigung und Pflege

Länge: 10 Minuten

3.3. Gartenteich ein Biotop? Beherzige dies!

Länge: 10 Minuten

3.4. So reinigt der Fernsehgärtner

Länge: 9 Minuten

Punkt 4

4. Fazit

Einen Teich zu reinigen, stelle freilich eine unglaubliche Arbeit dar. Aber es ist dennoch notwendig, wenn man noch lange Freude daran haben möchte, zu sehen, wie Fische, Frösche, Libellen und Wasserkäfer das Biotop für sich erobern und nutzen. Und wenn die Tiere des Teiches dann lyrisch beschlagen wären, würden sie ebenso des Dichterfürsten Osterspaziergang, respektive Faust 1, paraphrasieren und sagen:  „Hier bin ich Fisch (oder Frosch, Libelle oder sonstiges), hier darf ich sein.“

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Punkt 5

5. Weiterlesen

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