Wallbox in Tiefgarage

Wallbox kaufen – was beachten?

Wallbox – die Tankstelle für das E-Auto

Nach dem Beschluss des EU-Parlamentes in Brüssel, ab 2035 keine Neuwagen auf Basis des Verbrennungsmotors mehr zuzulassen, ist es endgültig klar: Die Zukunft gehört den E-Autos. Wer sich allerdings jetzt schon auf die zukunftsweisende Technologie einlassen möchte, steht vor dem Problem eines noch dürftig ausgebauten öffentlichen Tanksystems. Hier muss sich das Niveau, das wir von den Tankstellen für Verbrennungsautos gewohnt sind, erst noch entwickeln.

Für Abhilfe sorgt der Kauf einer privaten Wallbox, einer Ladestation für E-Autos. Welche Kriterien sind für den Kauf einer Ladestation wichtig? ► Was kostet eine gute Wallbox? ► Welche Leistung soll ich wählen? ► Wird noch gefördert und wenn ja: wie? ► Der richtige Steckertyp ► Smarte Funktionen ► Sicherung & Schutz

1. Der Preis einer Ladestation

Was kostet eine Wallbox? Zunächst kommt es beim Preis einer Wallbox auf ihre Leistung an. Eine Wallbox mit 11 kW kostet zwischen 400 und 1.500 EUR. Wer auf eine Wallbox mit 22 kW abzielt, zahlt mit 500 bis 2.000 EUR etwas mehr. Neben den Kosten für die Anschaffung kommen Kosten für die Montage und Installation hinzu. Dies gilt umso mehr, als dass für die Installation ein Wanddurchbruch für die Kabelverlegung vom Sicherheitskasten notwendig ist.

Der Preis für die Installationskosten entspricht ungefähr dem Niveau des Anschaffungspreises der Wandladestation.

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2. Welche Leistung soll die Wallbox haben?

Da E-Autos auf Starkstrom ausgerichtet sind, sind sie für die Aufladung an einer Haushaltssteckdose grundsätzlich nicht geeignet. Das Risiko für Überspannungen und einen Kabelbrand ist viel zu groß. Zudem ist die Leistung einer Haushaltssteckdose mit 1,8 kW unzureichend, da die Ladezeit bis zur vollständigen Aufladung etwa 17 Stunden betragen würde.

Bei den im Fachhandel angebotenen Wallboxen mit einer Ladeleistung von 3,7 kW und 4,7 kW verringert sich die Ladezeit auf 11 bis 9 Stunden, was ebenfalls modernen Ansprüchen nicht mehr genügt. Am beliebtesten sind deshalb Modelle mit 11 kW und 22 kW. Eine Wallbox mit 11 kW benötigt für die Aufladung eines E-Autos circa 3 Stunden, während der Wagen mit einer 22 kW starken Wallbox schon in ungefähr 90 Minuten aufgeladen wäre – wenn dieser über eine 30 kWh-Batterie verfügt. Bei größeren Batterien dauert es entsprechend länger.

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3. Förderungsfähigkeit und Anmeldung beim Netzbetreiber

Doch nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis spielt bei der Wahl der Leistungsfähigkeit einer Wallbox eine Rolle. Wichtig für die Kaufentscheidung sind auch die Berücksichtigung einer möglichen Förderung durch die KfW sowie die rechtlichen Bedingungen für die Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber. Was die KfW-Förderung angeht, so unterstützt die Förderbank nur Wallboxen mit 11 kW, die für die Ausschüttung noch weitere Bedingungen erfüllen müssen. Um in den Genuss der Förderung zu geraten, muss die Energie zunächst vollständig aus grünem Strom gewonnen werden.

Darüber hinaus wird der Antrag vor der Installation gestellt und die Gesamtkosten betragen deutlich mehr als 900 EUR. Sind diese Punkte erfüllt, kann mit einer Förderung von 900 EUR pro Ladestation gerechnet werden, wenn man zum geförderten Kreis gehört (u. a. Freiberufler, Einzelunternehmer usw.). Auch bei den Regelungen zur Anmeldung beim Netzbetreiber sind Wallboxen mit 11 kW im Vorteil. Zwar sind beide Modelle meldepflichtig, aber nur die Ladestation mit 22 kW ist auch genehmigungspflichtig.

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4. Ladestation mit Lastmanagement

Werden Wallboxen von mehreren Parteien genutzt, bietet sich das Feature eines Lastmanagements an. Dieses bewährte Verfahren sorgt dafür, dass sich der Strom bei einer mehrfachen Nutzung der Ladesäulen gleichmäßig auf die E-Autos verteilt. Auf diese Weise werden Störungen durch Überlastung und Kurzschlüsse vermieden. Bedarf besteht vor allem, wenn mehrere Wallboxen in Parkgaragen von Wohnanlagen, Mehrfamilienhäusern und auf Firmenparkplätzen aufgestellt werden sollen.

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5. Wallboxen mit smarten Funktionen

Das Internet der Dinge (IoT) setzt sich zunehmend durch. Autofahrende bemerken dies durch eine immer stärker werdende Vernetzung ihres Autos, das zudem mit immer mehr intelligenten Fahrassistenten ausgestattet wird, die dem Fahrenden die Fahrt leichter machen. Bei der Wallbox stellt der Electric Vehicle Charge Controller (EVCC) diese smarte Verbindung her. Mit ihm können Fahrende jederzeit den Status eines Ladevorgangs einsehen und der EVCC ist fortan mit dem E-Auto verbunden.

Weitere Funktionen der Open-Source-Software sind die Festlegung eines Ladelimits zur Beschleunigung der Ladezeit sowie die Vernetzung mit einer Photovoltaikanlage. Mit einer App kann zudem die Ladestation fortan mit dem Smartphone gesteuert werden. Andere Apps bieten Einsichten in Statistiken wie zur Ladezeit, den Energiekosten und der Fahrstrecke.

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6. Wallboxen mit Photovoltaikanlagen

E-Autos markieren ebenso wie Solaranlagen die grüne Energiewende und gehören zu ihren sichtbaren Phänomenen. Die gute Nachricht ist, dass sich beides miteinander verbinden lässt. Auf diese Weise ist es möglich, den Strom für das E-Auto selbstständig und emissionsneutral herzustellen und den Überschuss gewinnbringend ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Wie gesagt, unterstützt der EVCC bei diesem Projekt.

Andere Hilfsmittel für die Verknüpfung stellen Smart Meter sowie Apps wie der go-eCharge dar. Viele Wallboxen verfügen über ein intelligentes Lademanagement, das die Anbindung an eine PV-Anlage und die Steuerung berücksichtigt. Die Anbindung der Wallbox an eine Solaranlage ist obendrein eine der Bedingungen für die Förderungsfähigkeit durch die KfW (siehe oben).

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7. Sicherung der Wallboxen

Wallboxen lassen sich gut gegen eine Benutzung durch Unbefugte schützen. Eine eher konventionelle Methode dafür ist ein Schlüssel, den nur diejenigen erhalten, die zur Nutzung berechtigt sind. Die smarte Alternative besteht in der Verwendung einer Chipkarte oder eines RFID-Lesegeräts, bei dem die Authentifizierung über elektromagnetische Wellen funktioniert.

Auch eine Art Schutz: Da Wallboxen oft im Außenbereich installiert werden, ist ein Wetterschutz angebracht, der nicht nur das Auto, sondern auch den Fahrer vor den Launen der Natur schützt.

Zur Vermeidung von Stromschlägen ist die Installation eines Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalters) verpflichtend. Dieser sorgt bei auftretenden Störungen für den sofortigen Abbruch des Ladevorgangs. Die Notwendigkeit dieser Bestimmung erklärt sich dadurch, dass E-Autos auf Basis von Gleichstrom angetrieben werden, während in Europa fast alle Ladestationen mit Wechselstrom betrieben werden.

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8. Der richtige Stecker für das E-Auto

Fahrer von E-Autos sollten wissen, dass es für Wallboxen international vier Zugangssysteme in Bezug auf den Stecker gibt. Dabei ist der dreiphasige Typ-2-Stecker zunächst anders als der nur einphasige Typ-1-Stecker in Europa gebräuchlich und außerdem leistungsfähiger als der überwiegend in Asien verbreitete Typ-1-Stecker. Wegen der höheren Leistung gewinnt in Asien zunehmend der Steckertyp ChaDeMO als Nachfolger des Typ-1-Steckers an Popularität.

Auch für den Typ-2-Stecker gibt es in Europa eine Verbesserung in Form des CCS mit Schnellladestation und einer verbesserten Leistung bei einer Ladegeschwindigkeit von bis zu 350 kW.

Aber keine Sorge: Im Notfall stellen Adapter die Verbindung zu nicht unterstützten Steckertypen her. 

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9. Ergänzungen und Fragen von Lesern

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10. Weiterlesen

Wallbox selber bauen

Ladestation Auto

Wallbox selber bauen – Wirklich eine gute Idee?

Wallboxen kosten Geld. Es ist also naheliegend, dass der ein oder andere handwerklich Begabte daran denkt, sich selbst an dem Vorhaben „eigene Ladestation“ zu versuchen. Verlockend ist es ja, immerhin kann man dabei zwischen 500 und 2.000 € sparen.

Wenn ein wenig Geschick und das nötige Fachwissen vorhanden sind, ist dieses Vorhaben auch nicht allzu kompliziert – vorausgesetzt, derjenige hat wirklich Ahnung von der Materie.

Wallbox-Förderung beantragen – Anleitung

Wallbox-Förderung beantragen – Anleitung

Wallbox-Förderung beantragen – Anleitung

Wer eine eigene Wallbox in der Garage oder im Carport installieren möchte, kann mit 900 Euro Förderung mit 900 Euro pro Ladepunkt rechnen. Allerdings sollte man den Antrag zügig stellen. Wir beschreiben in unserer Anleitung mit Screenshots, wie du die Wallbox Förderung beantragst.

Der Staat fördert die eigene Ladestation an Haus oder Wohnung (auch für Mieter!) mit 900 Euro. Anfang Oktober 2021 war der Fördertopf leer, bisher ist eine Aufstockung nicht geplant.

Momentan ist diese Fördermaßnahme eingestellt!

Unternehmen (auch Einzelunternehmer und Freiberufler!) und Kommunen werden weiterhin gefördert.

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