Wärmerückgewinnung Schema

Otterinfo, Waermerueckgewinnung, CC BY-SA 3.0

Warum Wärmerückgewinnung? Vorteile gewinnen immer mehr an Bedeutung

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein in den Köpfen der Menschen gestiegen, wie wichtig es ist, genau jetzt einen Beitrag zum Klimaschutz zu setzen. Nicht nur die Industrie und landwirtschaftliche Betriebe tragen zum CO2-Ausstoß bei. Vielmehr tragen auch private Haushalte einen Anteil daran. Zwar sinkt der CO2-Ausstoß laut Statistik in den letzten Jahren bereits, doch die Ziele sind noch lange nicht erreicht. Laut Aussagen vieler Wissenschaftler reichen die Bemühungen nicht, um den Klimawandel aufzuhalten.

Darum gilt: Jede Möglichkeit Energie zu sparen ist beim Thema Umwelt- und Klimaschutz willkommen. Eine davon ist die Wärmerückgewinnung. Darunter versteht man ganz allgemein, die erneute Nutzung von thermischer Energie, hierfür werden verschiedene Verfahren eingesetzt. Umweltschutz ist dabei aber nur einer von mehreren Vorteilen der Wärmerückgewinnung. Wir erläutern, warum man auf Wärmerückgewinnung setzen sollte.

Kurze Frage vorab:

Nutzt du bereits Wärmerückgewinnung in deinen vier Wänden?

 

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Punkt 1

Wärmerückgewinnung hilft Klimaziele zu erreichen | Gebäudeenergiegesetz

Besorgt blickt die Welt jedes Jahr auf Statistiken, die Aussagen über die Entwicklung des CO2-Ausstoßes machen. Im Jahr 2019 verursachte jeder deutsche Bundesbürger im Durchschnitt 7,9 Tonnen CO2. Das waren immerhin schon um 0,6 Tonnen weniger als im Jahr davor. Im Jahr 2011 waren es noch 9,5 Tonnen.

CO2 wird unter anderem dann freigesetzt, wenn fossile Energieträger, also Erdgas, Holz oder Kohle, verbrannt werden. CO2 gehört zu den Treibhausgasen, in Deutschland beträgt der Anteil von CO2 am gesamten Ausstoß von Treibhausgasen 88 Prozent.

Seitdem das Gebäudeenergiegesetz (GEG) im November 2020 die bisher geltende Energiesparverordnung abgelöst hat, sind die Regelungen für den Klimaschutz noch exakter definiert. 35 Prozent des gesamten Energieverbrauches entsteht in Deutschland in Gebäuden. Somit wird Wärmerückgewinnung besonders wichtig: Energie noch einmal aufzubereiten und einem anderen Zweck zuzuführen hilft dabei, die Verordnungen des Gebäudeenergiegesetzes einzuhalten.

So ist zum Beispiel in dem neuen Gesetz genau geregelt, dass in jede Lüftungsanlage eine Wärmerückgewinnung eingebaut sein muss.

Im GEG ist dargestellt, welche Kriterien beheizte Gebäude erfüllen müssen. Das gilt nicht nur für Neubauten, auch bestehende Gebäude müssen zum Teil nachgerüstet werden.

Die Investition ist jedoch nicht völlig verloren: Mit einer Wärmerückgewinnung spart man im Endeffekt (auch) Geld. Schließlich sinken die Heizkosten und das macht sich am Jahresende auf der Betriebskostenabrechnung bemerkbar.

Punkt 2

Wie funktioniert Wärmerückgewinnung?

Das folgende Video erläutert das Zusammenspiel Wärmerückgewinnung und Lüftungsanlage:

Länge: 7 Minuten

Punkt 3

Generelle Informationen zur Wärmerückgewinnung

Ganz grob gesagt ist Wärmerückgewinnung ein Sammelbegriff. Darunter versteht man die wiederholte Nutzung von Energie innerhalb eines thermischen Prozesses. Genauer beschrieben wird die Energie eines Stoffes zunächst für einen Zweck genutzt und dann einer anderen Aufgabe zugeführt.

Ein ganz typisches Beispiel für effiziente Wärmerückgewinnung ist die Wohnraumlüftung. Dabei kommt es zum Luftaustausch: Kalte Luft wird aus dem Freien angesaugt und gegen die warme Luft im Inneren des Gebäudes getauscht. Bei diesem Prozess wird im Zuge der Wärmerückgewinnung die warme Raumluft dazu genutzt, die kühle Außenluft aufzuwärmen.

... aus gutem Grund

Hier einige der Gründe, warum Wärmerückgewinnung heute so beliebt ist:

  • In den letzten 15 Jahren hat sich die Technik im Hausbau sehr verbessert.
  • Bessere Dämmung führt dazu, dass der Transmissionswärmebedarf stark gesunken ist: Unter diesem Begriff versteht man jene Energie, die durch den Boden, die Decke und die Fenster verloren geht.
  • Wärmerückgewinnungsanlagen haben eine geringe Amortisationszeit: Schon nach wenigen Jahren hat sich die Investition durch das hohe Einsparungspotential bei den Heizkosten rentiert.

Punkt 4

Wohnraumlüftung in vielen Häusern bereits Standard

In modernen Häusern wird eine Wohnraumlüftung bereits als Standard eingebaut. Grund dafür ist die fehlende natürliche Luftzirkulation. Vor einigen Jahrzehnten noch waren Fassaden, Fenster und Türen bei weitem nicht so gut gedämmt wie heute. Damals erfolgte der Luftaustausch durch Ritzen, die sich zwischen Fensterrahmen und Glas befanden. Heute kommt bei einer modernen Fassade mit Vollwärmeschutz kaum noch Frischluft in den Innenraum. Abhilfe schafft eine Lüftungsanlage.

Moderne Häuser müssen belüftet werden

So effizient wie mit einer Lüftungsanlage, die eine Wärmerückgewinnung integriert hat, kann man händisch gar nicht lüften. Denn immerhin müsste man alle paar Stunden am besten die gegenüberliegenden Fenster vollständig öffnen, damit der Luftaustausch erfolgen kann. Bei einer Wohnraumlüftung kommt es erst gar nicht zu abgestandener Luft.

Eine Lüftungsanlage ermöglicht es, im Innenraum die Luftqualität konstant hochzuhalten.

Das beugt auch dem gefürchteten Schimmel vor. Er setzt sich bevorzugt in die Ecken von Räumen und kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Mit einer integrierten Wärmerückgewinnung hilft eine Lüftungsanlage außerdem dabei, die Heizkosten zu senken.

Punkt 5

Lüftungsanlage mit Wärmetauscher – diese Varianten gibt es

Ein modernes Lüftungssystem ersetzt verbrauchte Luft im Innenraum durch Frischluft von außen. Die Abluft wird jedoch nicht direkt ins Freie befördert, sondern durch einen Wärmetauscher geschickt, siehe Video oben. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das thermische Energie von dem durchströmenden Luftstrom auf einen anderen Stoffstrom überträgt.

Um das Prinzip eines Wärmetauschers besser zu veranschaulichen, kann ein Beispiel aus dem Haushalt herangezogen werden. Wer zum Beispiel in einem Topf Nudeln kocht und keinen Deckel verwendet, lässt viel Energie im Raum verpuffen. Mit einem Deckel, hingegen der in diesem Beispiel als Wärmetauscher fungiert, ist die Lage anders: Der Wasserdampf sammelt sich an der Innenseite des Deckels und rinnt zurück in den Topf. Das Wasser wird somit sozusagen zum Kochen weiterverwendet.

Bei einer Lüftungsanlage mit Wärmetauscher kann bis zu 98 Prozent der Wärme wiederverwendet werden. Im Vergleich zum Lüften durch Öffnen der Fenster können bis zu 30 Prozent an Heizkosten eingespart werden.

Je nachdem ob es sich um ein neues oder um ein Bestandsgebäude handelt, kommen zwei unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Relevant für die Wahl ist auch die Größe des Objekts: Wie der Name schon vermuten lässt sind bei einem zentralen System die Wohnräume mit einem zentralen Lüftungsgerät mit einem Luftkanalsystem verbunden. Die Luftkanäle liegen in der Decke oder im Fußboden. Sie können auch in besonders dichten Räumen verwendet werden.

Beitrag: So funktioniert eine zentrale Wohnraumlüftung

Wie funktioniert Wohnraumlüftung

Wie funktioniert Wohnraumlüftung

Wie funktioniert eine Wohnraumlüftung? Sinn und Funktion automatischer Lüftung

In den letzten Jahren ist der Wunsch nach einer perfekten Wohnraumlüftung in der deutschen Bevölkerung stark angestiegen. Das hat mehrere Gründe. Die wichtigsten Gründe sind eine steigende Wohnqualität und zu hohe Kosten durch Missachtung des Prinzips einer guten Wohnraumbelüftung. Wir zeigen, wie das Prinzip der Wohnraumlüftung funktioniert, und zwar zentral und dezentral.

Dezentrale Lüftungssysteme hingegen werden in einzelnen Zimmern in die Wände integriert. Dabei ist es nötig, ein Loch durch die Fassade zu bohren. Das Gerät wird danach an den Stromkreis angeschlossen. Dieses Modell ist für die Nachrüstung geeignet.

So funktioniert eine dezentrale Wohnraumlüftung

Wie funktioniert eine dezentrale Wohnraumlüftung?

So funktioniert eine Dezentrale Wohnraumlüftung | Vorteile & Nachteile

LüfterIch habe mich bereits vor knapp 20 Jahren eindrucksvoll von der Leistungsfähigkeit einer Wohnraumlüftungsanlage überzeugen können. Man stelle sich die Einweihungsparty eines jung verheirateten Ehepaares vor, dessen Eltern kräftig beim Bau des Hauses gesponsert hatten. Ich sollte morgens nach der Feier den Autoschlüssel für einen Bulli aus dem Haus abholen. Als ich um 10 Uhr klingelte, machte mir der deutlich verkaterte Hausherr die Tür auf und geleitete mich in den Wohnraum. Die Szenerie war wie erwartet beeindruckend, aber eine Sache fehlte.

Punkt 6

Wärmerückgewinnung für Heizung und Warmwasser nutzen

Wärmerückgewinnung ist jedoch nicht nur bei der Lüftung von Räumen ein Thema: Häufig wird die Lüftungsanlage auch mit dem Wasserkreislauf kombiniert. So wird Wasser mit der aus Abluft gewonnenen Wärme vorgeheizt. Ideal lässt sich dieses System auch mit einer Solaranlage kombinieren. In das Lüftungssystem ist eine Wärmepumpe integriert, die Wärme aus der Luft entzieht. Sie gelangt anschließend in einen Wärmespeicher. Diese wiederum helfen dabei, Warmwasser zu erzeugen.

Wann ist eine Wärmepumpe sinnvoll?

Wann Wärmepumpe sinnvoll?

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Wann ist eine Wärmepumpe sinnvoll? Vorteile und Nachteile der Systeme

Das Verhältnis vieler Heimwerker zu Wärmepumpen ist ambivalent: Zwar kann deren Einbau staatlich gefördert werden, dennoch gilt ihre Ökobilanz für Altbauten eher als mäßig. Bei nachträglichen Installationen können hohe Stromkosten resultieren. Neubauten mit Fußbodenheizungen sind ideale Partner einer Wärmepumpe.

Wir geben einen Überblick über die Systeme und zeigen auf, wann eine Wärmepumpe sinnvoll ist.

Wärmerückgewinnung kann jedoch nicht nur aus Luft erfolgen. Auch das Abwasser kommt dafür infrage. Zwar ist dieses System noch nicht weit verbreitet, generell kann jedoch auch das Wasser aus der Dusche oder Badewanne zum Heizen oder für die Erwärmung von Wasser verwendet werden.

Punkt 7

Fazit

Wärmerückgewinnung leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, erwärmte Luft (oder auch Wasser) zu nutzen, um frische Luft oder frisches Wasser zu erwärmen. Dabei wird das Heizsystem nicht zwischengeschaltet: Somit hilft Wärmerückgewinnung dabei, die Betriebskosten signifikant zu senken.

Punkt 8

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Wie funktioniert Wohnraumlüftung

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Wie funktioniert eine Wohnraumlüftung? Sinn und Funktion automatischer Lüftung

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Wohnraumlüftung Reinigung

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Reinigung der Wohnraumlüftung – Filter reinigen oder austauschen

Eine dezentrale oder zentrale Wohnraumlüftung ist eine feine Sache. Stets wohl temperierte, angenehm riechende und saubere Innenluft erfreut Mensch und Haustier. Damit die Anlage ihren Diensten zufriedenstellend nachkommen kann, ist eine regelmäßige Reinigung der Filter notwendig. Doch wie oft muss ich meine Wohnraumlüftung reinigen? Wie gehe ich dabei vor? Und wie oft muss ich einen Filterwechsel zur Sicherstellung sauberer Luft vornehmen?

Dieser Beitrag über die Wohnraumlüfter-Reinigung gibt Antworten auf diese Fragen, damit der Hausbesitzer auch morgen noch kraftvoll durchatmen kann.

Wohnraumlüftung - liebliche Luft bei winzigen Wärmekosten

Kontrollierte WohnraumlüftungIch war schon erstaunt, als ich Samstagmorgen um halb zehn in das jüngst fertiggestellte Nahezu-Passivhaus meines Freundes Peter trat: Hier sollte gestern Abend eine Party stattgefunden haben? Überall standen Bierflaschen und halb leere Gläser auf den Tischen, aber eines fehlte. Der Gestank. Dies ist ein netter Nebeneffekt der modernen Hausbelüftungsanlage, die vollautomatisch im Hintergrund für einen wohltemperierten und schadstoffgemilderten Luftaustausch sorgt. Doch das komplette Belüftungssystem ist komplex und bedarf regelmäßiger Wartung.

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