Leibrente

Immobilien Leibrente – was ist das? Wann lohnt es sich?

Die Altersarmut wird heutzutage immer problematischer. Wer im Rentenalter finanziell abgesichert sein möchte, sollte frühzeitig vorsorgen. Mit dem Verkauf auf Leibrente können Wohneigentümer ihre Rente aufstocken, ohne dafür ausziehen zu müssen. Wir gehen in unserem heutigen Artikel auf die wichtigsten Aspekte einer Leibrente ein und beleuchten die Vor- und Nachteile dieser Form der Immobilienverrentung: Die Leibrente im Überblick | So funktioniert diese Art der Altersvorsorge

Punkt 1

Die Immobilien-Leibrente: Eine sichere Rente bis ans Lebensende?

Bei der Immobilienleibrente, die auch als „Rente aus Stein“ bezeichnet wird, handelt es sich um eine Form der privaten Altersvorsorge, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 759 BGB) geregelt ist. Mit der Leibrente können Eigentümer einer Immobilie ihren Wohnbesitz an einen gewerblichen Anbieter veräußern. Im Gegensatz zu einem üblichen wird der Verkaufspreis in wiederkehrenden gleichbleibenden Teilzahlungen an dem Verkäufer ausgezahlt: die Leibrente.

Die einzelnen Teilzahlungen können, je nach Absprache, jeden Monat sowie auch einmal pro Quartal bzw. einmal pro Jahr erfolgen. Sofern der Leibrenten-Anbieter niedrigere Teilzahlungen bevorzugt, ist die Festsetzung einer höheren Abschlags- bzw. Einmalzahlung zu Beginn ratsam. Sowohl der Wert der Immobilie als auch das Alter des Rentenempfängers sowie der Bezugszeitraum der Leibrente werden für die Bestimmung der Rentenhöhe herangezogen.

Dem Verkäufer wird ein Wohnrecht zugesichert, er darf also für den Rest seines Lebens in der Immobilie wohnen, obwohl er nicht mehr der Eigentümer ist. Damit alle Seiten abgesichert sind, werden alle Bestimmungen, die die deutsche Leibrente betreffen, durch einen Notar im Grundbuch festgehalten. 

Punkt 2

Die Voraussetzungen für eine Immobilienleibrente

Damit eine Leibrente auch anwendbar ist, gelten für alle Seiten ein paar grundlegende Voraussetzungen.

  • Altersgrenze: Zunächst sollte das finanzielle Risiko für die Leibrenten-Anbieter nicht zu hoch ausfallen, sodass die Rentenempfänger häufig ein Mindestalter von 60 bis 65 Jahren vorweisen müssen.
  • Lastenfreie Immobilien: Weiterhin kommen nur Immobilien infrage, die weder mit einer Hypothek noch anderweitig belastet sind.
  • Immobilienwert: Außerdem sollte die Immobilie einen bestimmten Mindestwert besitzen, der in einem fairen Verhältnis zu den künftigen Rentenzahlungen steht.

Punkt 3

Immobilienverkauf auf Rentenbasis: Die Varianten der Immobilien Leibrente

  • Die klassische Immobilien Leibrente: Bei einer klassischen Leibrente werden die Rentenzahlungen bis zum Lebensende geleistet, sodass der Rentenempfänger optimal abgesichert ist. Bei einer verbundenen Leibrente hängt die Zahlung der Leibrente zudem von dem Leben mehrerer Personen ab.
  • Die abgekürzte Immobilien Leibrente: Im Falle einer sogenannten Höchstzeitrente erfolgen ebenfalls regelmäßige Teilzahlungen, bei denen das Leben von ein oder zwei Personen die Grundlage bildet. Allerdings wird im Vorfeld eine Höchstlaufzeit festgelegt, sodass die Rentenzahlung nicht zwingend bis zum Lebensende andauert. Daher fallen die einzelnen Teilzahlungen deutlich höher aus als bei der klassischen Leibrente.
  • Die verlängerte Immobilien Leibrente: Sofern der oder die Rentenempfänger frühzeitig (vor Ablauf der vorher vereinbarten Mindestlaufzeit) sterben, erhalten die Erben die Leibrente bis zum Ende der festgelegten Laufzeit. Wer sich daher auch für seine Erben eine bestmögliche Absicherung wünscht, der ist mit dieser Variante gut beraten.

Punkt 4

Vorteile einer Immobilienleibrente

Wenn auch die Immobilienleibrente hierzulande nicht besonders häufig angewendet wird, so bietet diese Form der Altersvorsorge einige Vorteile.

  • Zunächst können viele Wohneigentümer ihre Rente erheblich aufstocken, ohne dass sie dafür ihre Immobilie oder ihr vertrautes Umfeld verlassen müssen.
  • Zudem haben Inhaber sehr sanierungsbedürftiger Immobilien die Möglichkeit (je nach Ausgestaltung des Vertrages, manchmal müssen die Bewohner weiterhin für notwendige Sanierungen aufkommen), sich selbst aus der Pflicht für verschiedene Reparaturen zu nehmen.
  • Die Immobilie kann auch zu Lebzeiten via Leibrente an die Nachkommen übergeben werden.
  • Wer sich für eine verbundene Leibrente entscheidet, sichert außerdem den Lebenspartner automatisch mit den Rentenzahlungen ab.
  • Die Rentenempfänger erhalten auchsteuerliche Vorteile, die sich ebenfalls auf dem Bankkonto bemerkbar machen. Einzig der sogenannte Ertragsanteil, der vom Alter des Empfängers zum Bezugsbeginn abhängt, ist zu versteuern.
  • Doch auch die Leibrenten-Anbieter profitieren von diesem Modell, da sie den Kaufpreis der Immobilie in monatlichen Teilzahlungen abtragen können und kein zusätzliches Darlehen aufnehmen müssen.

Punkt 5

Nachteile einer Immobilien Leibrente

Wenn auch die Leibrente viele Vorzüge bietet, so sind einige Risiken nicht von der Hand zu weisen.

  • Zunächst sollten sich die Wohnbesitzer bewusst machen, dass der Verkaufspreis ihrer Immobilie bei einer Leibrente meist deutlich unter dem Marktwert rangiert.
  • Weiterhin bleibt das Wohneigentum meist nicht im Besitz der Familie, sodass mögliche Erben leer ausgehen.
  • Leibrenten-Anbieter können, durch das lebenslange Wohnrecht der Verkäufer, nur bedingt bis gar nicht über die Immobilie verfügen.
  • Sofern der Leibrenten-Anbieter die monatlichen Teilzahlungen aus einem unerwarteten Grund nicht mehr leisten kann, kann ihm auch die Immobilie nicht mehr übertragen werden. Daher sollten potenzielle Käufer in jedem Fall einen finanziellen Puffer einplanen.

 Punkt 6

Die Leibrente als Alternative zum Hausverkauf

Grundsätzlich kann sich eine Leibrente für viele Senioren durchaus lohnen. Wer auch im hohen Alter abgesichert sein und sein vertrautes Wohnumfeld nicht verlassen möchte, sollte sich mit der Leibrente auseinandersetzen. Außerdem können Rentner aufwendige Instandhaltungsarbeiten ebenfalls in die Hände des neuen Besitzers übergeben. Auch die Absicherung des Partners sowie die direkte Übertragung der Immobilie an mögliche Familienmitglieder ssprechen für die Leibrente. Wer seine Immobilie derweil zu dem bestmöglichen Preis veräußern möchte, wird bei der Leibrente eher Verluste in Kauf nehmen müssen. Auch Rentner, die ihre Immobilie vorzugsweise vererben möchten, sollten sich für eine alternative Form der Altersvorsorge entscheiden.

Es lässt sich daher abschließend festhalten, dass stets die individuellen Bedürfnisse des Rentenempfängers entscheidend sind.

Punkt 7

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