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Wellness und Entspannung in den eigenen vier Wänden sind ein beliebtes Thema. Wie das Bad so umgebaut werden kann, dass es zum Relaxen einlädt, haben Sie im Artikel „Heimwerkertipps für die Badezimmereinrichtung“ bereits erfahren. Jetzt lässt sich heimische Wellnessoase noch ein wenig extravaganter gestalten, und zwar mit dem Einbau einer eigenen Sauna.

Grundsätzlich sollte eine Sauna immer fachmännisch installiert werden, damit Sicherheit und Wohlfühlatmosphäre nicht zu kurz kommen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Sauna nur vom Experten eingebaut werden darf. Wer über die notwendigen handwerklichen Grundkenntnisse verfügt und geschickte Hände hat, darf sich durchaus selbst an dieses Projekt wagen. Mit einer guten Planung und dem richtigen Hintergrundwissen lässt sich das Wellnessprojekt Sauna im eigenen Haus problemlos umsetzen.

 
 

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Der Standort ist entscheidend

Handwerker, die das Projekt Saunaselbstbau in Angriff nehmen möchten, sollten ihr Zuhause zunächst einer kritischen Prüfung unterziehen und den geeigneten Standort für die neue Wellnessoase wählen. Nicht jeder freie Platz im Haus oder Garten kommt für die Installation einer Sauna in Frage. Als Faustregel gilt: Mindestens 4 Quadratmeter sollten zur Verfügung stehen, damit ein Standort sich für eine Saunakabine anbietet. Beim Ausmessen ist es wichtig, jeweils 15 Zentimeter Platz zwischen Kabinenwand und Raumwand einzuplanen sowie ebenfalls 15 Zentimeter bis zur Zimmerdecke. Dieser zusätzliche Raum wird für die Belüftung der Saunakabine dringend benötigt und beugt langfristig Schimmelbildung vor.

Grundsätzlich kann eine Sauna im eigentlichen Wohnbereich des Hauses aber auch im Keller oder im Dachgeschoss untergebracht werden. Wichtig ist, dass die Sauna günstig zur Dusche liegt und dass der Ruhefaktor im gewählten Raum gegeben ist.

Für die praktische Umsetzung sollte ein Standort gewählt werden, an dem ein Stromanschluss mit 380 Volt vorhanden ist, über den der elektrische Saunaofen betrieben werden kann. Auch ein Holzofen ist für die Beheizung der Sauna eine mögliche Option, allerdings birgt diese Alternative größere Sicherheitsrisiken und für einen Holzofen ist außerdem ein Kamin erforderlich, der nicht an jeder Stelle des Hauses installiert werden kann und darüber hinaus für hohe Zusatzkosten sorgen kann. Beim Thema Sicherheit sollte Saunabauer und –nutzer nicht am falschen Ende sparen. Über mögliche Sicherheitsrisiken und sicheres Einheiten informiert das Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung.

Neben einem Stromanschluss oder einem Kamin sollte ein Wasseranschluss in der Nähe der Saunakabine vorhanden sein. Darüber können sowohl die Reinigung der Sauna als auch die Abkühlung zwischen und nach den Saunagängen erfolgen. Ideal ist ein Wasseranschluss, der mit einer Duschvorrichtung und einem Ablauf kombiniert werden kann, damit sich in unmittelbarer Nähe zur Sauna direkt der Duschbereich befindet. Wer ein sehr großes Badezimmer hat, findet vielleicht eine Möglichkeit, die Saunakabine direkt im Badezimmer selbst oder in unmittelbarer Nähe zu installieren. Natürlich ist auch ein Standort denkbar, der sich nicht in unmittelbarer Umgebung einer Nasszelle befindet, dies kann allerdings den Wohlfühlfaktor bei der Saunanutzung langfristig einschränken. Auch für ausreichend Abluft sollte am gewählten Standort gesorgt sein, denn die Hitze- und Feuchtigkeitsentwicklung bei der Saunanutzung ist nicht zu unterschätzen. Wenn kein direkter Frischluftzugang durch eines oder mehrere Fenster gegeben ist, sollte zumindest ein Lüftungsschlitz vorhanden sein, der für ausreichend Abluft und Frischluftzufuhr sorgt.

Ob die Sauna einen Platz im Keller finden kann, hängt davon ab, wie gemütlich der Keller ist. Erfahrungsgemäß sinkt der Entspannungsfaktor, wenn eine Sauna an einem sehr dunklen und unbehaglichen Ort eingebaut wird. Auch wenn eine Saunakabine in der Regel über künstliches Licht verfügt, kann eine Tageslichtquelle in unmittelbarer Umgebung durchaus positiv sein. Auch beim Einbau in einem Dachgeschoss sollte der Standort vorher genau geprüft werden. Verfügt das Dachgeschoss beispielsweise über extreme Schrägen, kann der Einbau sehr schwierig werden. Vor allem die Verwendung eines Fertigbausatzes für den Saunabau wird dadurch häufig unmöglich und selbst geschickte Handwerker müssen das Projekt letztendlich möglicherweise an einen Fachmann abgeben.

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Form und Größe der Saunakabine planen

Bevor es mit dem Bau losgehen kann, steht noch eine wichtige Entscheidung an, nämlich welche Form und Größe die Saunakabine haben soll und darf. Hier sind natürlich die örtlichen Gegebenheiten ein entscheidender Faktor, aber auch Fragen, die die tägliche Nutzung der Saunakabine betreffen:

  • Wie viele Personen sollen die Saunakabine gleichzeitig benutzen können?
  • Soll der Aufenthalt in der Sauna vorwiegend liegend oder sitzend genossen werden?
  • Wo soll sich der Ein- und Ausgang der Saunakabine befinden (an einer Seitenwand oder an einer Ecke)?
  • Welche Form und Größe wird der Saunaofen haben?
  • Wird die Sauna in Massivbauweise oder mit Elementen geplant?

Diese Fragen geben in der Regel schon guten Aufschluss über die praktikabelste Form der Saunakabine und können als Planungsgrundlage dienen. Beachten Sie aber, dass mindestens eine Seite der Sauna mindestens 2 Meter lang sein sollte, damit die Möglichkeit, sich in der Kabine hinzulegen, nicht gänzlich ausgeschlossen wird. Außerdem sollte der Platz für den Saunaofen nicht zu knapp bemessen sein. Zum einen ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zur Hitzequelle empfehlenswert und es sollte außerdem genügend Platz vorhanden sein, damit mindestens eine Person vor dem Ofen stehen und ihn bedienen oder einen Aufguss vornehmen kann.

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Die richtigen Materialien für den Saunabau

Ist der Standort gewählt, geht es an die Materialbeschaffung für das Projekt Saunabau. Auch wenn für die meisten Bauprojekte im und ums Haus viele verschiedene Baustoffe in Frage kommen, ist beim Saunabau Holz der einzig sinnvolle Baustoff. In der Regel wird für eine Saunakabine Massivholz verwendet, da es stabil ist und trotzdem arbeiten kann und damit die starken Temperaturschwankungen in der Sauna mühelos mitmacht. In diesem Fall spricht man von einer Massivholzsauna. Als Alternative zum Massivholz werden auch Bauplatten angeboten, die aus zwei Holzschichten bestehen, zwischen denen eine Schicht aus Isoliermaterial und eine Dampfsperre verbaut sind. Eine Sauna, die aus solchen Bauplatten besteht, wird auch Elementsauna genannt. Die geschichteten Bauplatten halten durch die zusätzliche Isolierschicht meist die Hitze besser in der Kabine. Grundsätzlich ist Massivholz allerdings die bessere Wahl, weil es mit der Feuchtigkeit in der Sauna um im umliegenden Bereich besser umgehen kann. Soll in der Saunakabine ein kombinierter Ofen verwendet werden, sollte die Wahl aufgrund der erhöhten Feuchtigkeitsentwicklung unbedingt auf eine Massivholzsauna fallen. Eine Übersicht über die verschiedenen Hölzer, die am besten für den Saunabau geeignet sind, finden Heimwerker unter sauna-portal.com.

Für den Bodenbelag in der Saunakabine gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch dieser kann natürlich aus Holz bestehen. Es bieten sich aber auch Natursteinböden oder Fliesen an, da sie sich angenehm anfühlen und leicht zu reinigen sind. Ideal sind angeraute Materialien, da sie einen optimalen Rutschschutz bieten. Der Boden in der Saunakabine sollte so angelegt sein, dass das sich in der Kabine bildende Wasser jederzeit gut abfließen kann.

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Für die Tür sind Holz oder Glas als Material besonders empfehlenswert. Türen aus Holz isolieren sehr gut, können sich aufgrund der Feuchtigkeitsbildung aber verziehen und lassen kein Tageslicht in die Kabine. Glastüren können dagegen leicht beschlagen und werden sehr heiß. Dafür sind sie lichtdurchlässig und können den Wohlfühlfaktor dadurch enorm steigern.

Auch für erfahrene Handwerker empfiehlt es sich, einen Fertigbausatz für den Saunabau zu verwenden. Es ist zwar auch möglich, das passende Holz im Baumarkt zu kaufen und die Planung und Umsetzung komplett selbst zu übernehmen, davon raten Experten allerdings dringend ab. Außerdem ist der Kompletteinkauf sämtlicher Materialien nicht unbedingt günstiger als die Wahl eines Fertigbausatzes. Die Bretter in einem Fertigbausatz sind in der Regel bereits vollständig zugeschnitten und vorgebohrt. Das erspart nicht nur eine Menge Arbeit sondern auch Verschnitt, der gegebenenfalls teuer werden kann. Ein Kompromiss zwischen dem Fertigbausatz und der Eigenkreation sind vorgefertigte Bausätze, die beim Fachmann entsprechend den eigenen Vorstellungen und Räumlichkeiten in Auftrag gegeben werden können. In diesem Fall wird der komplette Bausatz für die Saunakabine nach Vorgaben des Kunden geliefert und der Aufbau und die Inbetriebnahme erfolgen in Eigenregie.

Damit ist die Planung der Sauna im eigenen Haus abgeschlossen und das Projekt kann in die Bauphase gehen.

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