Immobilien im Ausland bieten ihren besonderen ReizDie Bauzinsen sind günstig wie nie zuvor, das Durchschnittseinkommen der Deutschen steigt und steigt und viele erwarten ein beträchtliches Erbe - genug Anlässe, um den Traum von der Immobilie im Ausland einmal näher ins Auge zu fassen. Die Niederlassungsfreiheit in der EU kommt diesem Vorhaben entgegen. Unser Ratgeber listet auf, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Billigzeiten sind vorbei

Egal ob Fincas auf Mallorca oder die Stadtimmobilie als Anlageobjekt, die Zeiten der Immobilienschnäppchen sind in den Ländern Europas vorbei. Im letzten Jahrzehnt kam es in den klassischen Sonnenländern Spanien, Italien, Frankreich und Portugal zu deutlichen Preissteigerungen bei den Immobilien, teilweise übertreffen die Hauspreise die hierzulande gewohnten Summen deutlich. Aber es finden sich immer wieder Schnäppchen, Randlagen oder kleinere Objekte, die zu günstigen Preisen zu haben sind.

Länderspezifische Besonderheiten

Der Kauf und die Verpflichtungen aus dem Besitz eines Haus unterliegen dem Zivilrecht des jeweiligen Landes. Teilweise herrschen gravierende Unterschiede zum deutschen Rechtssystem vor. Von daher ist eine Auseinandersetzung mit dem Recht des Ziellandes eine Aufgabe, vor der sich kein Auslandshauskäufer drücken sollte. Zu groß (und zu teuer) können die Überraschungen nach dem Kauf ausfallen. Manchmal gilt bereits eine mündliche Zusage als verbindlicher Vertrag, ein andermal mag der geplante Aus- bzw. Umbau durch örtliche Vorschriften verboten sein.

Tipps der DSA
Die Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien e.V. nennt die folgenden Ländertipps:

Frankreich Auslandsimmobilien

  • Erwerbssteuern rund 5%, Notarkosten 3% und Mehrwertsteuer von zumeist 20%
  • Zumeist verbindlicher Vorvertrag mit fester Vertragsstrafe (meist 10% des Kaufpreises), mündet in Notarvertrag
  • Weitere Schadensersatzforderungen möglich
  • Notar prüft Belastungen von Immobilie oder Grundstück
  • Käufer hat 7 Tage Rücktrittsrecht
  • Eintrag des neuen Eigentümers ins Hypothekenregister oder Grundbuch (Elsass und Lothringen)

Italien Auslandsimmobilien

  • Erwerbssteuern rund 10%, Notarkosten 1 bis 3,5%
  • Zuerst: Überprüfung der Eigentumsverhältnisse im Liegenschaftsregister empfohlen
  • Ebenfalls Vorvertrag (verpflichtend) und Notarvertrag (nicht zwingend, aber empfohlen, da sonst der Alteigentümer noch schnell eine Hypothek auf das Haus aufnehmen kann)
  • Das Katasterregister gibt Informationen über Lage und Bauumgebung der Immobile.

Spanien Auslandsimmobilien

  • Gebrauchte Immobilien: 7% Grunderwerbssteuer, Neuimmobilien 7% Mehrwertsteuer, "Urkundensteuer" 1%, Notar und Grundbucheintrag 1,5%.
  • Hier gilt mündliche Zusage als rechtsverbindlich bzw. schadensersatzpflichtig bei Nichtkauf
  • Der Käufer sollte vorher einsehen: Kaufurkunde aus Eigentumsregister, Grundbuchauszug (mit Hypothekenansicht), Verträge mit Versorgungsunternehmen (Achtung: Hier gibt es manchmal lange Laufzeiten), Quittungen über Grundsteuerzahlungen (nicht dass Sie die noch begleichen müssen)

Unterschätzen Sie den Aufwand nicht

So eine Auslandsimmobilie kann je nach Nutzung, Bausubstanz, Entfernung oder Umbauwünschen erhebliche finanzielle, aber auch zeitliche Aufwände nach sich ziehen. Das wird häufig unterschätzt. Schon die Kaufbesichtigung dürfte öfters zwei Tage in Anspruch nehmen. Hinzu kommen die Termine vor Ort mit Anwalt, Notar, Versorgungsunternehmen usw. Ist das aber alles erst einmal geschafft, steht Ihnen jederzeit eine Immobilie an Ihrem Traumort zur Verfügung.

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