Beleuchtung im Pferdestall

Beleuchtung im Stall - worauf achten?

Wie wir Menschen sind auch Nutztiere auf Licht angewiesen. Sie brauchen Licht, um sich zu orientieren, um gesund zu bleiben und sich wohlzufühlen. Ein mit Verstand beleuchteter Stall wird dazu beitragen, dass die Tiere sich wohlfühlen und gedeihen! Die Frage ist: Welche Beleuchtungskonzepte sind für welchen Stall geeignet? 

Denn auch das ist eine Wahrheit, die oft übersehen wird: Manche Tiere brauchen mehr Licht als andere. Ein ► Hühnerstall muss anders beleuchtet werden als ein ► Pferdestall, ein ► Rinderstall verlangt nach einem anderen Konzept als ein ► Schweinestall. Jedes Tier hat seine eigenen Ansprüche an das Licht. Wir gehen dem auf den Grund.

Punkt 1

1. Wichtige Punkte bei der Stallbeleuchtung

Die Beleuchtung von Ställen ist ein komplexes Thema. Denn hier treffen drei Interessen aufeinander:

  1. Erstens sollen sich die Tiere wohlfühlen. Das ist mit Sicherheit in den meisten Betrieben der Fokus.
  2. Zweitens müssen sich die Menschen wohlfühlen.
    Im Stall wird gearbeitet, und der Mensch ist als stark visuell orientiertes Säugetier auf viel Licht angewiesen.
  3. Drittens ist jeder Stall auch Teil eines Agrarbetriebs und damit eines wirtschaftlich arbeitenden Unternehmens - die Beleuchtung darf also keine großen Kosten erzeugen.

Moderne Leuchtmittel wie LEDs erlauben, alle drei Ansprüche miteinander zu vereinbaren und eine tiergerechte Beleuchtung in jedem Stall sicherzustellen.

Punkt 2 

2. Beleuchtung im Pferdestall

Pferde sind ursprünglich Steppentiere. Sie brauchen viel Licht und viel frische Luft. Das muss beides auch im Stall gegeben sein. Tagsüber sollte die Beleuchtung durch natürliches Licht abgedeckt sein. Bei älteren Pferdeställen ist das meist nicht gegeben, und in den Wintermonaten wird das auch schwierig. Ohne künstliche Beleuchtung geht es nicht. Licht regt bei Pferden den Stoffwechsel an und stärkt die Widerstandskräfte. Für Leistungsfähigkeit und Fruchtbarkeit ist es ebenfalls wichtig. Inzwischen gibt es Tabellen, die die Lichtverhältnisse mit dem Serotonin- und Melatonin-Haushalt der Tiere in Verbindung bringen und bei der Ausarbeitung von sinnvollen Beleuchtungskonzepten helfen.

Sehr schön ist es, wenn der Stall mit großzügigen Oberlichtern gestaltet und damit lichtdurchflutet ist. Das ist zwar nicht ganz das Gleiche wie ein Leben unter freiem Himmel, aber es kommt dem schon sehr nahe. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung fordert ein Minimum von 60 Lux im Stall, empfiehlt aber mindestens 80 Lux.

Oberlichter garantieren auch an dämmrigen Wintermorgenden noch bis zu 800 Lux. Sachverständige fordern für Ställe, die auch tagsüber von den Pferden bewohnt werden, wenigstens 1.000 Lux. Denn das lichtverwöhnte Steppentier Pferd braucht wirklich viel Licht, und damit ist die künstliche Beleuchtung im Spiel. Alternativ können die Boxen an Paddocks angeschlossen sein, die den Pferden jederzeit zum Lichttanken zugänglich sind.

Bei künstlicher Beleuchtung ist wichtig, dass das Licht dem Sonnenlicht ähnelt. Leuchtmittel mit einem Tageslicht-Vollspektrum ohne UV-Anteil sind optimal. Werte von 5.200 Kelvin aufwärts nennen sich „Tageslichtweiß“, das gibt es als stromsparende LEDs. Wir Menschen empfinden diese Lichtwerte schon fast als unangenehm grell, das ist schon ein greller Sommermittag. Für Pferde ist das optimal. Die brauchen übrigens auch im Stall einen Hell-Dunkel-Rhythmus, der der Natur nahe kommt: Im Winter sind 7 Stunden Helligkeit im Stall ausreichend, im Sommer müssen es schon 16 Stunden sein.

 Punkt 3

3. Beleuchtung im Rinderstall

In Milchviehställen hat die korrekte Beleuchtung einen spürbaren Einfluss: Die Milchleistung hängt davon ab, wie gut den Tieren das Beleuchtungskonzept passt. Hier besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen dem Tierwohl und der wirtschaftlichen Leistung. Vielleicht kann die Forschung deshalb schon seit einigen Jahren detaillierte Tipps zur Beleuchtung geben?

Nicht nur die Milchleistung wird bei Rindern von der Lichtgebung beeinflusst. Auch ihr Verhalten und ihr Hormonhaushalt hängen davon ab. Rinder haben Zeitgefühl - und auch das hängt mit dem Licht zusammen. Deshalb müssen sowohl das Spektrum des Lichts als auch Menge und Dauer stimmen.

In der Rinderhaltung wird zwischen Kurztagen mit einer Beleuchtungsdauer von 8 Stunden täglich und einem Langtag mit 16 Stunden Beleuchtung unterschieden. Da Rinder auch in der Dämmerung sehr gut sehen, brauchen Rinder nachts keine Beleuchtung im Stall. Das Restlicht reicht aus, Bewegungen nehmen Rinder ohnehin sehr deutlich wahr.

Und während der Mensch bis zu 30 Bilder pro Sekunde wahrnimmt, sind es beim Rind sogar 60 Bilder pro Sekunde. Für die Stallbeleuchtung bedeutet das: Das Licht muss absolut konstant und flimmerfrei sein, alles andere versetzt die Tiere in starken Stress. Die Beleuchtung im Rinderstall sollte um die 150 Lux im Tagesverlauf betragen. Nachts sollte das Licht bei 10 Lux oder darunter liegen, Notbeleuchtungen und die die Beleuchtung der automatischen Melksysteme reichen also vollkommen aus. Rinder profitieren wie Pferde von Tageslichtweiß. Leuchtmittel mit einem erhöhten Rotanteil (und damit verringerten Blauanteil) sind ungünstig, weil das Licht dann für die Tiere weniger biologisch wirksam ist.

Auch hier bieten sich LEDs an, die stromsparsam arbeiten und flackerfrei sind. Außerdem sind luftige, helle Ställe mit der Möglichkeit des Freigangs nach draußen zu bevorzugen.

Punkt 4

4. Beleuchtung im Hühnerstall

Hühner mögen Tageslicht. Das Licht kommt ihrer Gesundheit zugute, hält das Federvieh bei Laune und garantiert eine gute Legeleistung. Das ist sogar nachgewiesen: Hühner, die sich viel im Freien aufhalten, sind allgemein gesünder und haben eine gute Vitamin-D-Produktion. Ihre Knochen sind stark, die Eierschalen fest.

Können die Hühner nicht nach Belieben ihre Zeit im Freien verbringen, sollte der Hühnerstall über große Fenster verfügen. Oberlichter garantieren, dass das Licht ungehindert und so natürlich wie möglich einfallen kann. Da sich der Zyklus der Tiere an der Tageslänge orientiert, ist das Licht auch für ihr Zeitgefühl wichtig. Die Tiere werden mit dem Morgendämmern aktiv, bei Sonnenuntergang werden sie ruhiger und begeben sich von alleine in den Stall. Das ist die Zeit der Nachtruhe.
Da sich Hühner hin und wieder aufgrund der Stallpflicht längere Zeit drinnen aufhalten (müssen), sollte der Hühnerstall auch bei gewohnheitsmäßigen Freigängern hell gestaltet sein. Übrigens wirkt sich auch der Rhythmus der Jahreszeiten auf die Tiere aus: Im Sommer sind sie agiler und zeigen eine intensive Eierproduktion. An den kurzen, lichtarmen Wintertagen dagegen sind Hühner nur wenige Stunden aktiv und produzieren wenige oder keine Eier.

Fenster und verglaste Türen sowie lichtdurchlässige Platten für Wände und Dach sorgen im Hühnerstall für Licht. Manche Ställe sind mit Glasziegeln in Biberschwanzformat geeignet - das funktioniert genauso wie Glasbausteine. Künstliche Lichtquellen können den Stall in den dunklen Morgen- und Abendstunden zusätzlich beleuchten. Das ist für die Verpflegung der Hühner sinnvoll. Allerdings darf das Licht nicht zu hell sein, denn die Tiere sind zu diesen Zeiten auf einen sanften Übergang zwischen Hell und Dunkel angewiesen.

Stimmt die Beleuchtung im Hühnerstall nicht, fällt das Licht nur punktuell ein oder bildet extreme Sonnenflecken, neigen Hühner zu Federpicken und Kannibalismus. Gegen zu starke Lichteinstrahlung helfen Sonnenschutzfolien und Milchverglasungen.

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