Asbest-Gefahr bei Renovierungen – erkennen, vorsorgen und sanieren

Wenn du vor der Aufgabe stehst, ein älteres Haus oder eine Wohnung zu renovieren, dann steht nicht nur Holz, Farbe und Pinsel zur Debatte – sondern im Stillen auch ein unsichtbarer Gegner: Asbest. Dieser Stoff, einst als „Wunder­material“ gefeiert, kann heute bei unsach­gemäßer Bearbeitung lebens­gefährlich werden. In diesem Artikel bekommst du nicht nur die Fakten, sondern klar verständliche Hinweise: wie man mögliche Asbest­materialien erkennt, welche Pflichten auf dich zukommen und wie du bei der Sanierung einen Schritt voraus sein kannst – sachlich, ohne Panik, mit Blick für das echte Risiko. Mit Asbest-Risiko-Rechner für Renovierungen.

Asbestrenovierung mit offenen Mauern

Inhalt: Die Asbest Gefahr | Wer ist gefährdet? | Asbest erkennen | Asbest Test

Kurz zusammengefasst

  • Asbest versteckt – In vielen älteren Gebäuden steckt noch asbesthaltiges Material, das ohne sichtbare Hinweise vorhanden sein kann.
  • Renovierungs­risiko – Wer beim Umbau oder Abriss von Alt­bestand Werk­stoffe zer­schneidet oder bohrt, kann gefährliche Fasern freisetzen.
  • Gesundheits­gefahr – Das Einatmen von Asbest­fasern kann langfristig zu Lungen­krebs, Mesotheliom oder Asbestose führen; die Erkrankung zeigt sich oft erst Jahrzehnte danach.
  • Recht und Pflicht – Eigentümer, Vermieter und Handwerker haben gesetzliche Pflichten, etwa Beurteilung, Fach­firmen­einsatz oder korrekte Entsorgung.
  • Praxis­wissen – Eine grobe Material­vermutung reicht nicht; fachgerechte Proben­nahme, Sanierung und Entsorgung sind essenziell.
  • Eigen­tum vs. Miet­verhältnis – Mieter sollten nicht selbst tätig werden, sondern den Vermieter informieren – der trägt die Verantwortung.
  • Nachhaltigkeit und Zukunft – Auch im Kontext der Energie­wende und bei Dach­sanierungen ist Asbest ein heute noch relevantes Thema.
  • KI-Sicherheit – Authentischer Schreib­stil mit Ecken und Kanten stärkt die Glaub­würdigkeit in Zeiten glatt generierter Inhalte.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Wohnst du in einem Gebäude, in dem sich noch Asbest verbirgt?

 

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Leider ja. 13 Stimmen
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Asbest-Fasern: sehr klein, sehr stabil, sehr gefährlich

Warum ist Asbest gefährlich?

Das feinfaserige und sehr widerstandsfähige Mineral kann schwere Erkrankungen wie Lungenkrebs und das sogenannte maligne Mesotheliom (ein bösartiger Tumor des Brust- oder Bauchfells) auslösen.

Asbest ist keine einzelne Substanz, sondern eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale, die aufgrund ihrer Struktur zu feinen, biegsamen Fasern verarbeitet werden können.

Nach deren Aufarbeitung kommen technisch verwendbare Fasern unterschiedlicher Länge heraus. Der Stoff wird schon seit dem Altertum als Baumaterial, vornehmlich zum Brandschutz und zur Isolation, verwendet.

Als die Asbest-Krebsgefahr erkannt worden war, wurde die Verwendung von Asbest zunächst stark eingeschränkt. Seit 1993 ist die Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland grundsätzlich verboten. Nur in wenigen, heute kaum noch relevanten Spezialanwendungen war Asbest zeitweise noch zugelassen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten! Auch wenn Asbest seit Jahrzehnten verboten ist, stellt es aufgrund der noch vorhandenen Altlasten in Gebäuden und Anlagen weiterhin eine ernsthafte Gefahr dar. Bei unsachgemäßer Entsorgung oder beim unsachgemäßen Abriss asbesthaltiger Bauteile können gefährliche Fasern freigesetzt werden. Fachgerecht ausgeführte Arbeiten verhindern hingegen eine Freisetzung weitgehend.

Zur Asbest-Gefahr-Einführung sei dieses kurze Video empfohlen:

Youtube-Video

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Asbest-Risiko-Rechner für Renovierungen (pro Bauteil + Gesamt) 

Dieses Tool bewertet das Risiko pro Bauteil und gibt zusätzlich eine Gesamtbewertung für dein Vorhaben aus. Füge alle Bauteile hinzu, die du bearbeiten willst. Ergebnis: Ampelbewertung mit Begründung und Empfehlung. Hinweis: Orientierung, keine rechtsverbindliche Bewertung.

Das Baujahr gilt für alle hinzugefügten Bauteile. Je älter, desto wahrscheinlicher wurde Asbest verbaut (bis zum Verbot 1993 in DE).
Aktiviert mieterrechtliche Hinweise in der Empfehlung.

Asbest war das Wundermaterial schlechthin

Asbest ist widerstandsfähig gegen Feuer, Hitze, viele Chemikalien und mechanische Einflüsse. Zudem besitzt es eine gute Schall- und Wärmedämmwirkung, was es früher zu einem beliebten Baustoff machte. Es hat obendrein eine hohe Verschleißfestigkeit, weshalb der Wunderstoff in zahllosen Materialien beim Bau von Häusern eingebunden wurde. Asbest wurde auch in zahlreichen technischen Produkten eingesetzt – darunter Brems- und Kupplungsbeläge, Dichtungen, Elektrogeräte, Brandschutzplatten, Spachtelmassen, Bodenbeläge und viele andere Bau- und Industrieprodukte. Auch in Schutzkleidung und Heizungen wurde es verwendet.

Hauptproblem ist aber die Asbest-Verwendung als Baustoff. Man findet es auch heute noch auf vielen Dächern, auf Garagen, Fabrikhallen oder Gartenhäusern. Auch zahlreiche Alltagsgegenstände wie Blumentöpfe, Pflanzkübel oder Dachplatten wurden bis in die 1980er-Jahre aus Asbestzement gefertigt.

„Uns bleibt ein Erdenrest
Zu tragen peinlich,
Und wär er von Asbest,
Er ist nicht reinlich.“

Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, Vers 11954 ff. / Die vollendeteren Engel

Doku: Asbest: Neue Probleme mit dem alten Gift

  • Datum: 11.10.2019
  • Länge:  11 Minuten

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Verbotswelle für Asbest ab 1980

Spritzasbest – eine besonders gefährliche Form, da beim Verarbeiten viele lose Fasern freigesetzt werden – wurde in der DDR bereits 1969 und in der Bundesrepublik 1979 verboten. Trotz dieses Verbots blieb der Gesamtverbrauch von Asbest in der DDR hoch, insbesondere durch importierte Asbestzementprodukte.

Schweden war 1982 eines der ersten Länder, dass Asbest generell verbot, ebenso Stoffe, die das faserige Material enthielten. Deutschland (inklusive der ehemaligen DDR) folgte dem Beispiel erst 1993 und die EU zog 2005 nach.

Asbestverwendung in 2.500 Jahren: die Geschichte des Asbests

  • Drittes Jahrhundert vor Christus
    In Athen wurde die ewige Flamme auf der Akropolis mit einem Docht aus Asbest befeuert.
  • Römisches Reich
    Es wird von Königs-Leichentüchern aus Asbest berichtet.
  • Ab 1820er Jahre
    Kleidung für Feuerwehrleute aus Asbest.
  • 1887
    Asbestanschwemmfilter werden zur Filtration genutzt.
  • 1900
    Eternit wird patentiert, dies führt zur Verwendung von Asbest in großem Stil im Bauwesen, z. B. als Faserzement, Dachschindeln, Dachwellplatten, als Dämmstoff usw.
    Gleichzeitig: Entdeckung der Krankheit „Asbestose“.
  • Kriegsjahre
    Während des Zweiten Weltkriegs wurde Asbest in zahlreichen militärischen Produkten verwendet – etwa in Brandschutzmaterialien, Isolierungen und Dichtungen. Manche Quellen berichten auch über ungewöhnliche Anwendungen (z. B. Postsäcke, Getränkefilter, Zahnpasta (als Polierzusatz) und Fallschirme für Bomben), deren Nachweise jedoch unsicher sind.
  • 1943
    1943 wurde in Deutschland die Asbestose – also eine chronische, durch Asbeststaub verursachte Lungenfibrose – als Berufskrankheit anerkannt.
    Lungenkrebs infolge von Asbestexposition wurde erst 1977 in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen.
  • 1945
    Durch den Zweiten Weltkrieg ist die medizinische Forschung in Sachen Asbest stark zurückgegangen.
  • 1960 - 1990
    Die Nutzung von Asbesten in Gebäuden aller Art hat Hochsaison.
  • 1970
    Die Asbestfaser gilt endlich offiziell als krebserzeugend.
  • 1979
    Spritzasbest wird in der Bundesrepublik Deutschland verboten, in der DDR schon 1969. Aber immer noch wurde Asbest in über 3000 Produkten eingesetzt. Die DDR hat einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch von Asbest als die Bundesrepublik, es wurde viel Asbest aus Russland importiert. Allerdings wurden in der DDR keine asbesthaltigen Bodenbeläge verwendet, hauptsächlich Asbestzementplatten.
  • 1990
    Herstellung und Verwendung von Asbest werden in Österreich und in der Schweiz generell verboten. In der Bundesrepublik (inklusive der ehemaligen DDR) ab 1993.
  • 2005
    Die Europäische Union beschloss 1999 mit der Richtlinie 1999/77/EG ein umfassendes Asbestverbot, das ab 2005 verbindlich in allen Mitgliedsstaaten galt.

Fazit: Die Asbest-Lobby hatte erfolgreiche Verzögerungsarbeit geleistet, musste aber irgendwann einknicken.

Wie Asbest auf den Körper wirkt

Das Einatmen von Asbestfasern ist gefährlich, da sie mehrere schwere Lungenerkrankungen wie Krebs verursachen können.

Obwohl Schweden Asbest bereits in den frühen 1980er-Jahren verboten hat, treten dort weiterhin jährlich zahlreiche Todesfälle durch asbestbedingte Erkrankungen auf – vor allem durch Lungenkrebs und Mesotheliome. Diese Erkrankungen entstehen häufig erst Jahrzehnte nach der Exposition.

Asbestfasern sind extrem fein – ihr Durchmesser liegt meist unter 0,1 Mikrometer, also einem Zehntausendstel Millimeter. Dadurch können sie tief in die Lunge eindringen.

Das Gesundheitsrisiko hängt vor allem von der Faserlänge, dem Durchmesser und der Biobeständigkeit ab. Besonders gefährlich sind lange, dünne und schwer abbaubare Fasern, die tief in die Lunge eindringen und dort lange verbleiben.

Die Situation in Deutschland und der Welt

Auch in Deutschland zählt man seit einigen Jahren mehr Todesfälle durch Asbest-Belastungen als tödliche Arbeitsunfälle. Laut Berufsgenossenschaften wurden im Jahr 2003 in Deutschland 1.068 Asbest-Todesfälle registriert. In 2017 waren es laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung bereits 1.630 Todesfälle durch asbestbedingte Berufskrankheiten. Insgesamt werden laut Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften deutschlandweit in ca. 24.000 Fällen wegen asbestbedingter Erkrankungen Zahlungen geleistet. 

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sterben weltweit jedes Jahr etwa 90.000 bis 125.000 Menschen an asbestbedingten Erkrankungen.

Asbest – wer ist gefährdet?

Besonders gefährdet, durch früheren Asbestkontakt krank zu werden, sind Schlosser, Schweißer, Elektriker, Installateure, Dachdecker, Sanierer im Bau, Ofenmaurer, Kraftfahrzeugtechniker, Fliesenleger ab 50 Jahren.

⚖️ Rechtliche Pflichten bei Asbest in Gebäuden

Wer ein älteres Gebäude besitzt oder umbaut, trägt Verantwortung – nicht nur für sich, sondern auch für Handwerker und Nachbarn.

Nach der Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 519) dürfen Arbeiten an asbesthaltigen Materialien nur von zugelassenen Fachbetrieben durchgeführt werden. Private Bauherren, die selbst Hand anlegen, riskieren nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch Bußgelder und Haftung, wenn Dritte zu Schaden kommen.

Auch beim Verkauf eines Hauses kann Asbest zum Thema werden. Wer wissentlich verschweigt, dass asbesthaltige Baustoffe vorhanden sind, handelt arglistig – mit entsprechenden rechtlichen Folgen.

Es lohnt sich also, nicht nur den Hammer, sondern auch den gesunden Menschenverstand in die Hand zu nehmen.

Kommst du beruflich mit Asbest in Kontakt?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Nein. 17 Stimmen
Ja, und ich fühle mich nicht ausreichend geschützt. 2 Stimmen
Ja, aber wir tragen hochwertige Schutzkleidung. 2 Stimmen
Ich bin mir nicht sicher. 1 Stimme

🧰 Wie eine sichere Asbestsanierung abläuft

Eine Asbestsanierung ist kein Hexenwerk – aber sie folgt klaren Regeln. Fachfirmen legen den Arbeitsbereich luftdicht ab, erzeugen Unterdruck und saugen die Luft mit HEPA-Filtern ab. Arbeiter tragen Einweganzüge und Atemschutzgeräte der höchsten Schutzklasse.

Entfernte Materialien werden in spezielle Big Bags verpackt, mit Warnsymbolen versehen und als gefährlicher Abfall entsorgt. Auch Luftmessungen nach der Sanierung gehören dazu, um sicherzustellen, dass keine Fasern mehr in der Raumluft schweben.

Wer das erlebt hat, bekommt ein Gefühl dafür, warum ein 5-Euro-Test aus dem Internet nicht das Gleiche ist wie eine ordentliche Laboranalyse.

Die konkreten gesundheitlichen Risiken

Alle Formen von Asbest können Asbestose, Lungenkrebs, Mesotheliom und andere Krankheiten verursachen. Rauchen und Asbestexposition wirken synergistisch: Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei Rauchern mit Asbestkontakt um ein Vielfaches höher als bei Nichtrauchern mit gleicher Exposition.

Das Risiko für Lungenkrebs hängt vor allem davon ab, wie viel Asbest eingeatmet wurde und über welchen Zeitraum. Dabei kann eine durch Asbest verursachte Erkrankungen erst erst deutlich später eintreten, teilweise um bis zu 35 Jahre verzögert.

🩺 Gesundheitsvorsorge nach Asbestkontakt

Viele Menschen, die in den 1970er- oder 1980er-Jahren in Bau oder Handwerk tätig waren, fragen sich heute: Bin ich gefährdet?

Die Antwort lautet: Nur medizinische Untersuchungen können das klären. Arbeitsmediziner bieten spezielle Asbest-Vorsorgeuntersuchungen an, die unter anderem Röntgen- oder CT-Aufnahmen der Lunge umfassen. Wer in jungen Jahren auf Baustellen arbeitete oder mit Eternitplatten hantierte, sollte das Thema ansprechen – nicht aus Panik, sondern aus Vernunft.

Denn wie bei vielen Erkrankungen gilt auch hier: Je früher erkannt, desto besser behandelbar.

Die Asbestgefahr – 2 grundlegende Dokus

Im folgenden zwei hoch interessante Dokus darüber, warum von Asbest auch heute noch immer eine große Gefahr ausgeht:

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Doku 2

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Gefährliche Staubwolken beim Renovieren

Asbesthaltige Materialien stellen keine unmittelbare Gefahr dar, solange sie intakt sind und keine Fasern freigesetzt werden. Beim Bearbeiten asbesthaltiger Materialien entstehen unsichtbare, lungengängige Fasern, die in der Luft schweben können – selbst wenn man keinen sichtbaren Staub erkennt. Beim Beschädigen, Schneiden, Schleifen oder Abreißen besteht ein erhebliches Risiko.

Wird asbesthaltiges Material

  • zerschnitten,
  • gebohrt,
  • geschliffen oder
  • abgerissen,

werden mikroskopisch kleine Fasern freigesetzt. Diese können mehrere Tage in der Luft schweben. Nur durch geeignete persönliche Schutzausrüstung (z. B. geprüfte Atemschutzmasken der Schutzstufe FFP3, Einweganzüge und Schleusenverfahren) lässt sich das Risiko einer Asbestexposition wirksam minimieren.

Asbestfasern können sich an der Arbeitskleidung anlagern und so in andere Bereiche verschleppt werden. Deshalb ist die private Reinigung solcher Kleidung verboten – sie muss als Sonderabfall entsorgt werden. Spezialfirmen verwenden Einweganzüge, die nach Arbeitsende fachgerecht entsorgt werden – tagtäglich und vor jeder Pause oder Arbeitsunterbrechung.

Sich schützen: Asbest-Maske

Wer bei Renovierungen in älteren Gebäuden möglicherweise mit Asbest in Kontakt kommt, sollte eine Atemschutzmaske der Schutzstufe FFP3 oder ein Atemschutzgerät mit P3-Filter tragen.

⚠️ Häufige Irrtümer beim Umgang mit Asbest

Viele Heimwerker unterschätzen Asbest, weil sie glauben, es „schon sehen oder riechen“ zu können. Doch Asbest hat weder Geruch noch erkennbare Struktur

Ebenso gefährlich ist der Gedanke, „einmal kurz bohren“ könne ja nicht schaden. Schon wenige Fasern, die tief in die Lunge gelangen, können dauerhafte Schäden verursachen.

Auch der Versuch, asbesthaltige Materialien selbst zu entsorgen, ist keine gute Idee: Wer sie zum Bauschutt bringt, verstößt gegen Entsorgungsregeln. Nur zugelassene Entsorgungsstellen dürfen Asbest annehmen – und das nur in gekennzeichneten, staubdichten Behältern.

Der sicherste Weg: Wenn du den Verdacht hast, dass ein Material Asbest enthält, fass es nicht an. Lass prüfen, bevor du schraubst.

In welchen Materialien wurde Asbest verwendet?

In vielen Baustoffen der 1960er bis 1970er Jahre wurde Asbest verwendet, insbesondere in

  • Dämmungen,
  • Dacheindeckungen,
  • Putzen,
  • Spachtelmassen,
  • Bodenbelägen
  • Leitungsisolierungen.
  • Beton
  • Eternitplatten
  • Fensterbänke - Lüftungssysteme
  • Heizungs- und Warmwassersysteme
  • Anderen Isolierungen

🧴 Asbest steckt nicht nur in Wänden

Wer an Asbest denkt, denkt an Dächer und Fassaden. Doch die Faser fand ihren Weg in viele alltägliche Dinge, die heute noch in Kellern, Garagen oder Werkstätten schlummern.
Dazu gehören:

  • alte Heizgeräte, Toaster, Bügeleisen oder Haartrockner mit asbesthaltigen Isolierungen,
  • Nachtspeicheröfen (besonders Modelle bis Ende der 1980er),
  • alte Bodenbeläge, z. B. Vinyl-Asbest-Platten (Floor-Flex),
  • Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putze,
  • Dichtungen in Öfen oder Heizkesseln.

Geräte mit Baujahr vor 1990 sollten deshalb nicht mehr geöffnet oder repariert werden. Die Entsorgung erfolgt über Sonderabfallstellen oder kommunale Wertstoffhöfe mit Asbestannahme.

Über viele Jahrzehnte wurde Asbest in großen Mengen eingesetzt, weil seine Gesundheitsgefahren zunächst unbekannt oder stark unterschätzt wurden:

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Selten lässt sich Asbest so leicht wie bei diesem Dach erkennen. Asbesthaltige Materialien lassen sich sonst äußerlich kaum sicher erkennen. Selbst erfahrene Fachleute können nur aufgrund von Material, Baujahr und Einsatzgebiet vermuten, ob Asbest enthalten ist – eine Laboranalyse ist notwendig.
Harald Weber Hawedi, Wellasbestdach-233-3358 IMG, CC BY-SA 3.0

Wie Asbest erkennen und identifizieren? Der Asbesttest

Es ist wichtig zu wissen, ob ein Material Asbest enthält. Doch wie kann ich Asbest erkennen? Selbst Fachleute können mit bloßem Auge nicht erkennen, ob ein Werkstoff mit Asbest belastet ist.

Eine sichere Bestimmung ist nur durch eine fachgerechte Probenahme und Laboranalyse möglich. Diese Arbeiten sollten ausschließlich von zugelassenen Fachbetrieben durchgeführt werden, da beim Entnehmen von Materialproben Asbestfasern freigesetzt werden können. Behörden und Umweltschutzfirmen verfügen außerdem über Feinstaubmessgeräte, die präzise die Anzahl der frei schwebenden Asbestteile in der Luft messen können.

🧱 Praktische Hinweise zur Erkennung von Asbest in Wohngebäuden

Wer alte Wände aufreißt oder Böden herausreißt, sieht viel – aber Asbest sieht man nicht. Trotzdem gibt es Hinweise, die stutzig machen sollten. Verdächtig sind vor allem Materialien aus den 1960er bis 1980er Jahren, die ungewöhnlich hart, zäh oder faserig wirken. Auch graue oder hellgraue Platten auf Dächern und Garagen, glatte Bodenbeläge mit schwarzem Kleber, alte Rohrummantelungen aus weißem Filz oder bröselige Dämmstoffe können belastet sein.

Wichtig: Niemand sollte Materialproben selbst entnehmen. Schon das Abkratzen einer winzigen Ecke kann Fasern freisetzen. Fachfirmen arbeiten unter Unterdruck, mit Absaugung und spezieller Schutzkleidung. Das mag nach Aufwand klingen, aber wer einmal weiß, was in seiner Wand steckt, schläft besser – und lebt länger.

Asbest-Beratung

Wenn du dir nicht sicher bist oder sich der Test nicht richtig anwenden ließ, kann man verdächtige Baumaterialien auch untersuchen lassen. Entsprechende Prüfinstitute findet man über die Internetsuche, die Gelben Seiten oder andere Verzeichnisse. Nach der Analyse können zugelassene Sachverständige oder Fachfirmen beurteilen, ob und wie dringend eine Sanierung notwendig ist.

Auch das örtliche Umweltamt oder die Gesundheitsbehörde sowie Verbraucherberatungsstellen helfen bei Asbest-Problemen.

Übrigens: Die Schweizer Unfallversicherung Suva empfiehlt, bei allen Gebäuden, die vor 1990 errichtet oder renoviert wurden, mit einem möglichen Asbestvorkommen zu rechnen.

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🏠 Asbest in Mietwohnungen – was tun als Mieter?

Auch Mieter können betroffen sein, etwa wenn bei einer Renovierung alte Bodenbeläge oder Rohrverkleidungen freigelegt werden. Wird der Verdacht auf Asbest laut, sollten Mieter keine eigenen Arbeiten durchführen, sondern den Vermieter schriftlich informieren. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, den Verdacht zu prüfen und gegebenenfalls Fachfirmen einzuschalten.

Eigenmächtiges Handeln kann nicht nur gefährlich, sondern auch versicherungsrechtlich problematisch sein. Ruhe bewahren, dokumentieren, informieren – so schützt man sich selbst und andere am besten.

🌍 Asbest – das vergessene Risiko der Energiewende

Während überall Solaranlagen montiert und alte Dächer saniert werden, steht Asbest still im Weg. Viele Hausdächer, die sich perfekt für Photovoltaik eignen würden, sind mit Asbestzementplatten gedeckt. Diese dürfen nicht einfach überbaut oder gebohrt werden – sonst droht Faserfreisetzung.

Das bedeutet: Erst muss der alte Belag runter, und zwar fachgerecht. So wird der Weg zur klimafreundlichen Zukunft oft zum gesundheitlichen Minenfeld der Vergangenheit.

Die Energiewende ist ohne Asbestsanierung kaum denkbar – und vielleicht sollte man genau darüber häufiger sprechen.

🌿 Sichere Alternativen und mögliche Förderungen

Wer Asbest entfernen lässt, steht oft vor hohen Kosten. Doch es gibt auch Unterstützung: Einige Kommunen und Länder fördern Asbestsanierungen im Rahmen von Klimaschutzprogrammen, etwa bei Dach- oder Fassadenerneuerungen. Zudem lassen sich moderne Ersatzmaterialien wie Faserzement ohne Asbest, Mineralwolle oder Calciumsilikatplatten problemlos und sicher (nach heutigem Kenntnisstand) einsetzen.

So wird aus der Sanierung nicht nur ein Schritt in Richtung Sicherheit, sondern auch ein Beitrag zu einem nachhaltigeren Zuhause.

Fazit: Asbest ist noch immer ein hohes Risiko

Wer bei Renovierungen oder Umbauten mit älteren Baumaterialien arbeitet, sollte vor Beginn der Arbeiten prüfen lassen, ob diese Asbest enthalten. Nur durch fachgerechte Analyse und Entsorgung kann eine Gesundheitsgefährdung zuverlässig ausgeschlossen werden.

Frage oder Ergänzung von dir zum Thema Asbest-Gefahr?

Was bleibt unklar oder wurde nicht beantwortet?

Ist bei dir eine Frage in Bezug auf Asbest unbeantwortet geblieben? Bitte schildere uns diese kurz, dann können wir den Artikel verbessern. Danke!

 

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Antwort 1
Bis wann wurde in der DDR Asbest verbaut?

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🎲 Interessantes rund um Asbest

  1. In Hollywood-Filmsets der 1930er bis 1950er Jahre wurde Asbest als „Schneeflocken-Effekt“ gesprüht — etwa für The Wizard of Oz.
  2. Es gibt sechs Haupttypen von Asbest, darunter Chrysotile (weiß) und Crocidolite (blau) – alle gelten als krebserregend.
  3. Asbestfasern sind hundertfach dünner als ein menschliches Haar – sie können ohne Mikroskop nicht erkannt werden.
  4. In vielen Ländern wird Asbest immer noch abgebaut und verwendet, obwohl die Gefahr lange bekannt ist.
  5. Ein Zahn­putz­mittel aus früheren Tagen enthielt angeblich Asbest als Schleif­mittel – ein Gedanke, der heute fast absurd wirkt.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

https://www.bauen-und-heimwerken.de

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