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Was sind Klimaplatten? Eigenschaften, Schimmelschutz, Montage und Tipps

Klimaplatten – was ist das? Klimaplatten bzw. Kalciumsilikat-Platten stehen im Ruf, gegen Schimmel vorzubeugen, zu einem angenehmen Wohnklima beizutragen und recht einfach zu montierbar zu sein. Wird die Klimaplatte ihrem Ruf gerecht? Gibt es auch Nachteile?

 
 

Inhalt: Was sind Klimaplatten?

Punkt 1

Promatect 250 sheets corner
Klimaplatte; Achim Hering, Promatect 250 sheets corner, CC BY 3.0

Klimaplatte – was ist das?

Was sind Klimaplatten? Die Klimaplatte oder Calziumsilikat-Platte ist eine Bauplatte, die zuerst in der Wärmedämmung und im Brandschutz Einzug hielt. Sie besteht aus mineralischem Baustoff wie Kalziumoxid, Wasserglas, Siliziumdioxid und Zellulose.

Eigenschaften von Klimaplatten

Die Kalziumsilikat-Platten sind

  • nicht brennbar
  • diffusionsoffen (siehe Schimmelschutz)
  • alkalisch
  • formstabil
  • druckfest
  • und gelten als baubiologisch unbedenklich.

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Klimaplatte als Brandschutz für einen Kabelkanal

Punkt 2

Klimaplatten bei Schimmel

Da Kalziumsilikat-Platten Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen können, diese problemlos puffern und im Laufe der Zeit wieder abgeben gelten sie als eine grundlegende Maßnahme gegen Schimmel. Die Platten setzen an der Wurzel des Schimmelproblems, an dessen Ursache an: der Feuchtigkeit in Räumen bzw. in der Wand.

Der üblicherweise hohe pH-Wert der Platten ergänzt die Anti-Schimmelwirkung.

Das Prinzip verdeutlich das folgende Video:

Punkt 3

Die Wärmedämmung von Klimaplatten

Klimaplatten werden gerne zur Innendämmung von Außenwänden verwendet, insbesondere bei Fachwerkbauten und anderen Altbauten mit historischer Fassade.

Klimaplatte U-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient (im Bauwesen gerne U-Wert genant) ist ein spezifischer Kennwert eines Bauteils. Es gilt:

Je höher der Wärmedurchgangskoeffizient, desto schlechter ist die Wärmedämmung des Körpers.

Klimaplatten – welche Stärke? In der Praxis erreicht eine Klimaplatte von fünf Zentimeter Stärke einen U-Wert von um die 0,6 bis 0,7. Dicker darf es bei einer Innendämmung meist nicht sein. Damit alleine lassen sich oft nicht die Anforderungen der Energiesparverordnung EnEV einhalten, es müssen bei Bedarf flankierende Maßnahmen erfolgen.

Punkt 4

Klimaplatten Vorteile

Fassen wir die Vorteile von Klimaplatten zusammen:

  • Klimaplatten wirken gegen Schimmel, können Feuchtigkeit aufnehmen, puffern und abgeben.
  • Klimaplatten gelten als nicht brennbar und werden darum gerne als Brandschutz eingesetzt.
  • Aufgrund der Kapillarität verursacht ein partielles Durchstoßen kein Feuchtigkeitsproblem.
  • Sie können einfach verarbeitet werden.
  • Wissenschaftliche Studien sollen gezeigt haben, dass bei Calciumsilikat-Platten keine Tauwasserbildung in der Außenwand zu befürchten ist.
  • Es muss keine zusätzliche Dampfsperre eingearbeitet werden.
  • Gelten als baubiologisch unbedenklich und als "entsorgungsfreundlich".
  • Klimaplatten heizen sich im Winter rasch auf, die Außenwand muss nicht "mit aufgewärmt" werden. Darum wird es im Raum schneller warm und muss weniger geheizt werden.
  • Klimaplatten bewirken eine "ordentliche" Wärmedämmung.

Punkt 5

Nachteile von Klimaplatten

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Als Nachteile von Klimaplatten werden genannt:

  • Der hohe Preis (Eine fünf Zentimeter dicke Klimaplatte kostet um die 50 Euro pro Quadratmeter, hinzu kommen Verarbeitungszubehör, siehe z. B. diesen Klimaplatten Preisrechner).
  • Die Wärmedämmung anderer Dämmstoffe in derselben Stärke (z. B. Mineralschaumdämmplatte) ist oft höher.
  • Schwere Gegenstände können nicht direkt an den Klimaplatten befestigt werden.
  • Einschränkung bei der optischen Oberflächengestaltung.
  • Klimaplatten speichern die Wärme kaum, darum fehlt es Räumen an einem Wärmepuffer. Dies führt im Sommer zum schnellen Aufheizen der Räume, dem sogenannten Barackenklima.

Punkt 6

Der Einbau: Klimaplatten anbringen – die Montage

Klimaplatten bearbeiten: Klimaplatten lassen sich in die gewünschte Form sägen und werden dann mit einem Spezialkleber ("Kleber für Klimamatten") oder – bei Altbauten – mit Lehmmörtel vollflächig auf der (Außen-)wand verklebt. Es gilt, eine Hinterlüftung zwischen Klimaplatte und Außenwand zu vermeiden. So kommt auch die feuchtigkeitsregulierende Wirkung der Klimaplatte voll zur Entfaltung.

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind mit Dämmkeilen und ähnlichen Maßnahmen zu behandeln. Wand/Anschlusskeile dienen dazu, die angrenzende Wand/Deckenbereiche mit möglicher Wärmebrückenbildung unauffällig mit zu sanieren, indem der Wärmebrückenbereich verkleinert wird.

Die Klimaplatten können miteinander verschraubt werden. Das erleichtert den Brandschutz erheblich.

Ein Verarbeitungsbeispiel im Video:

Punkt 7

Klimaplatten Bohren?

Es ist kein Problem, in Klimaplatten zu bohren (nicht schlagbohren!). Doch hält die leichte Platte nur kleine Gewichte. Schwerere Gegenstände müssen durch die Klimaplatte hindurch in der Außenwand befestigt werden.

Punkt 8

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Klimaplatten streichen? Ja, aber ...

Zur Glättung können die Klimaplatten zunächst mit einer Kalkzementglätte oder einem anderen mineralischen Putz belegt werden.

Bei jeder Oberflächenbehandlung von Klimaplatten gilt es, die Diffusisonsoffenheit der Oberfläche der Platten weitmöglichst zu erhalten. Zumindest, wenn man Wert auf diese Eigenschaft legt. Dann verbieten sich "zukleisternde" Oberflächenbehandlungen wie Dispersionsfarben oder dicke Tapeten.

Meist kommt einfach eine diffusionsoffene Silikatfarbe oder Kalkfarbe zum Einsatz. Auch dünne Papiertapeten lassen die Feuchtigkeit noch ganz ordentlich durchdiffundieren.

Punkt 9

Klimaplatten im Bad?

Die Kalziumsilikatplatten eigenen sich auch für das Bad, insbesondere für die Decken. Hier kommt der Schimmelschutz (bei korrekter Oberflächenbehandlung) voll zur Geltung.

Wenn der Spritzbereich über den Klimaplatten verfliest wird, musst unter die Klimaplatten eine Wassersperre z. B. in Form einer Dichtschlämme untergebracht werden.

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