Keller richtig lüften

Keller richtig lüften: im Sommer und im Winter

Ein feuchtes und unangenehmes Klima gehört in vielen alten Kellern zum Alltag. Die Räume riechen muffig und es herrscht eine hohe konstante Luftfeuchtigkeit. Schnell bildet sich Schimmel an den Wänden und die schlechten Gerüche breiten sich aus.

Regelmäßiges und vor allem richtiges Lüften hilft dem Kellerklima und beugt zu hoher Luftfeuchtigkeit vor. Allerdings sind im Sommer und Winter unterschiedliche Tipps zu beachten.

Punkt 1

1. Luftfeuchtigkeit im Keller prüfen

Zunächst gilt: die aktuelle Situation genauer zu untersuchen und die Luftfeuchtigkeit im Keller zu messen. Sie ist häufig höher als in normalen Wohnräumen. Da es sich um erdnahe Bereiche handelt, herrschen andere Temperaturen und Klimabedingungen. Im optimalen Fall besitzt die Raumluft etwa 10 bis 15 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 65 Prozent. Eine geschädigte Bausubstanz oder ein unzureichendes oder falsches Lüften lassen die Luftfeuchtigkeit rapide ansteigen.

Zum Messen reicht ein einfaches Hygrometer:



Punkt 2

2. Warum den Keller lüften?

Eine fehlerhafte oder mangelnde Lüftung trägt ebenso zur hohen Luftfeuchtigkeit im Keller bei. Durch Kondensation setzt sich die Nässe an den Wänden ab und zeigt ein großflächiges Nässebild. Starke Ausprägungen sind dann auch in den Ecken zu finden, abhängig von der Luftbewegung im Raum selbst.

Prinzipiell gilt:

Je nach Jahreszeit ist ein anderes Lüftungsverhalten wichtig und richtig

Punkt 3

3. Keller lüften im Sommer

Wichtiges zu verstehen 1

Im Sommer herrschen draußen höhere Temperaturen und die warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Trifft nun diese warme Luftschicht nach dem Lüften an die kühle Kellerwand, kondensiert das Wasser.

Die Feuchtigkeit setzt sich fest und macht die Wände nur noch nasser, statt den Keller im warmen Sommerklima zu trocknen.

In den Sommermonaten funktioniert das Lüften also nur in den frühen Morgenstunden oder am Abend korrekt, wenn die Luft kühler, sich der Wandtemperatur im Keller annähert und weniger feucht ist.

Dabei ist ein gewisser Durchzug wichtig. Sämtliche Türen und Fenster können komplett geöffnet werden, um einen schnellen Luftaustausch zu ermöglichen. Meist sind die Fenster ohnehin im Keller kleiner, sodass das Lüften mehrere Minuten in Anspruch nimmt.

Empfehlenswert ist: den ganzen Keller mindestens einmal am Tag zu oben genannten Zeiten für etwa 20 Minuten zu lüften. So wird die Luft ausreichend bewegt und die kühlen Kellerwände filtern keine zusätzliche Feuchtigkeit.

Video: Tipps zum Lüften vom Keller an heißen Tagen

Länge: 2 Minuten

Punkt 4

4. Keller im Winter lüften – deutlich einfacher

Die tiefen Temperaturen im Winter sorgen meist für eine recht trockene Außenluft. Das heißt: Das Lüften ist in der kühlen Jahreszeit deutlich einfacher.

Täglich sollten zwischen 10 und 20 Minuten lang die Fenster und Türen im Keller geöffnet werden.

Eine größere Zeitspanne ist nicht empfohlen, da sonst die Temperaturen im Innenraum zu stark fallen.

Wichtig zu beachten: Sobald es regnet und das Klima über dem Nullpunkt liegt, herrscht auch im Winter außen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Das Stoßlüften ist dann nicht mehr geeignet, weil die Nässe nur noch mehr nach innen ziehen würde.

Punkt 5

5. Allgemeine Tipps zur Durchlüftung im Keller

  • Möbel und Schränke sollten etwas Abstand zur Wand haben, um diese besser abtrocknen zu lassen.
  • An spürbar trocknen Tagen ist auch mehrmaliges Lüften im Keller möglich. Das gilt sowohl für Sommer als auch im Winter.
  • Ein Ventilator hilft beim schnellen Luftaustausch, sodass Fenster und Türen nicht so lange offen stehen müssen.

Punkt 6

6. Zusammengefasst & Download zum Ausdruck

6.1. Optimale Keller-Bedingungen

  • Raumluft ca. 10 bis 15 °C
  • Luftfeuchtigkeit von 50 bis 65 Prozent.

6.2. Das Grundproblem

  1. Im Sommer herrschen draußen höhere Temperaturen als im Keller.
  2. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte.
  3. Im Keller ist es im Sommer kälter als draußen, die Luft ist voller Feuchtigkeit.
  4. Trifft nun diese warme Luft beim Keller-Lüften an die kühle Kellerwand, kondensiert dort Wasser. Feuchtigkeit und Schimmel sind die Folge.

Lüften im Sommer

Lüften im Winter

Wann?
Früher Morgen oder später Abend.

Wann?
Täglich 1-mal für 10 bis 20 Minuten Stoßlüften zu beliebiger Tageszeit.

Begründung: Weil: sich zu diesen Zeiten die Außentemperatur der Innentemperatur annähert.

Begründung: Winterluft unter dem Gefrierpunkt ist trocken.

Mindestens 1-mal am Tag für 20 Min.

Vermeiden: Lüften, wenn es draußen regnet.

Möglichst mit Durchzug lüften

Nicht zu lange lüften, weil sonst die Räume auskühlen.

 

6.3. Weitere Keller-Tipps

  • Möbel und Schränke 5-10 cm von den Wänden abgerückt
  • An spürbar trocknen Tagen ist auch mehrmaliges Lüften im Keller sinnvoll. Das gilt sowohl für Sommer als auch im Winter.
  • Ein Ventilator hilft beim schnellen Luftaustausch, sodass Fenster und Türen nicht so lange offen stehen müssen.
  • Ein Entfeuchter hilft beim Erzielen guter Luftfeuchtigkeitswerte im Keller.

6.4.  Zusammenfassung als gratis Download

Tipp: Ausdrucken und im Keller aufhängen. So wissen stets alle Bescheid und man vergisst nicht, wann zu welchen Bedingungen ein Lüften sinnvoll ist.

Zum Download

Pfeil

pdf  Keller richtig lüften

 

 

Punkt 7

7. (Aussen-) Hygrometer / App gibt Aufschluss

Jede Jahreszeit bietet ungeeignete Tage zum Lüften. Schließlich ist die Luftfeuchtigkeit von vielen Faktoren abhängig, wie auch von der Wetterlage. Regentage eignen sich weder im Sommer noch im Winter zum Lüften, da sich ohnehin zu viel Feuchtigkeit in den Luftmassen bewegt. Abhilfe schafft ein Außen-Hygrometer. Er dient zur Kontrolle und gibt Aufschluss darüber, wie feucht die Außenluft wirklich ist.

Sobald die Luftfreuchtigkeit aussen geringer ausfällt als in den Kellerräumen, ist das Klima zum Lüften ideal.



Jetzt lüften? Frag die App!

Sachverständiger Opitz (auf Facebook unter @Schimmelhilfe zu finden) gibt den Tipp, die App „Richtig lüften“ bzw. "Lüftomat" (hier für Android und hier für iOS) zu fragen, ob nun ein passender Zeitpunkt zum Lüften ist. Nach Eingabe von Außen- und Innen-Luftfeuchte sowie Temperatur sagt die App, ob es nun sinnvoll sei zu lüften oder nicht.

Punkt 8

8. Vorab: Mangelhafte Bausubstanz und Wandschäden ausschließen

Risse in den Wänden oder gar Löcher erzeugen ein bestimmtes Nässebild. Die Wände sind dann an einem Punkt deutlich feuchter, als in anderen Bereichen des Raumes.

Kommt die zu hohe Luftfeuchtigkeit also von einer mangelhaften Bausubstanz, einer fehlenden Dämmung oder gar Schäden am Mauerwerk, muss ein Fachmann kontaktiert werden. Das Fachunternehmen sollte jahrelange Erfahrung im Bereich der Kellersanierung haben und bestätigen, dass sie in der Lage sind, selbst alte Mauerwerke bewohnbar gemacht werden können. Vor einer solchen Sanierung müssen aber die Ursachen genauer abgeklärt werden. Ein Beispiel: Remmers liefert dazu umfangreiche Infos und erläutert schnelle Lösung bei undichten Wänden.

Punkt 9

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9. Abhilfe bei hartnäckiger Feuchtigkeit

Regelmäßiges Lüften verändert das Klima im Keller und kann das Feuchtigkeitsproblem sichtlich reduzieren. Es gibt jedoch im Altbau Gemäuer, bei denen das nicht komplett funktioniert. Sind Abdichtungsfehler oder Schäden am Mauerwerk ausgeschlossen, kommt professionelle Technik zum Einsatz. Luftentfeuchter entziehen der Umgebungsluft die Nässe, sodass diese sich nicht erst an den Wänden niederschlagen kann. Vor allem, wenn im Sommer feuchte Wäsche im Keller getrocknet wird, kann die Luftfeuchtigkeit sehr hochschnellen und zu Schimmelbildung führen. Dann sollte an heißen Tagen, wenn Lüften mit dem Fenster nicht möglich ist, ein Luftentfeuchter zum Einsatz kommen. Angebote:



Darüber hinaus helfen automatische Entlüftungssysteme. Sie führen direkt nach draußen, benötigen aber eine Kernlochbohrung für die Montage. Die Geräte sind relativ kompakt und messen sowohl außen als auch innen die Luftfeuchtigkeit. Das Klima reguliert sich dank elektronischer Unterstützung von selbst. Mehr dazu:

Punkt 9

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