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Aliplast Imperial vs. Superial: Welches Fenstersystem eignet sich besser für große Verglasungen?
Moderne Architekturprojekte stellen hohe statische und energetische Anforderungen an Fensterkonstruktionen, insbesondere wenn großformatige Verglasungen vom Boden bis zur Decke vorgesehen sind. Unter den Leichtmetallsystemen genießen Aluminiumfenster von Aliplast großes Ansehen, darunter die Serien Imperial und Superial. Das Verständnis der konstruktiven Unterschiede erleichtert eine Investitionsentscheidung, die zum Einsatzzweck und zum energetischen Standard des Gebäudes passt.
Inhalt: Aliplast Imperial vs. Superial
- Konstruktive Unterschiede zwischen Aliplast Imperial und Superial
- Wärmedämmung und technische Parameter beider Systeme
- Festigkeit und Einsatzmöglichkeiten bei großen Verglasungen
- Design und Individualisierungsmöglichkeiten bei Aliplast-Aluminiumfenstern
- Welches System eignet sich für moderne Verglasungen? Empfehlungen
Konstruktive Unterschiede zwischen Aliplast Imperial und Superial
Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Lösungen liegt in der Bautiefe der Profile und in der Breite der thermischen Trennung. Für moderne Bauprojekte entwickelte Alufenster Aliplast basieren auf Dreikammerprofilen mit glasfaserverstärktem Polyamidsteg. Die Bautiefe des Rahmens beeinflusst dabei die Steifigkeit und die maximale Dicke der Verglasung, die sicher in die Konstruktion eingesetzt werden kann.
Das System Imperial verfügt über einen Rahmen mit 65 mm Bautiefe und einen Flügel mit 74 mm Bautiefe sowie eine 24 mm breite thermische Trennung. Beim System Superial beträgt die Rahmentiefe 75 mm und die Flügeltiefe 84 mm, wodurch eine breitere thermische Trennung von 34 mm möglich ist. Der Fensterhersteller BROS nutzt diesen zusätzlichen Konstruktionsraum für mehrschichtige Dämmeinlagen, die den Wärmewiderstand des fertigen Elements deutlich erhöhen.
Zu den wichtigsten geometrischen und konstruktiven Unterschieden der beiden Serien gehören:
- Rahmentiefe: 65 mm bei Imperial gegenüber 75 mm bei Superial.
- Breite der thermischen Trennung: 24 mm bei Imperial gegenüber 34 mm bei Superial.
- Verglasungsbereich: bis 51 mm bei Imperial und bis 61 mm bei Superial.
- Zusätzliche Dämmeinlagen in den Verglasungskammern der Version Superial i+.
Wärmedämmung und technische Parameter beider Systeme
Die unterschiedlichen Abmessungen wirken sich direkt auf den Wärmedurchgangskoeffizienten des Rahmens Uf und des gesamten Fensters Uw aus. In der Basisversion erreicht Imperial Uf-Werte von 1,57 bis 2,2 W/(m²K) und eignet sich damit gut für Sanierungsprojekte oder gewerbliche Gebäude mit moderaten Wärmeschutzanforderungen. Beim System Superial liegen die Uf-Werte unter 1,4 W/(m²K), während Varianten mit zusätzlichen Dämmeinlagen sogar Werte unter 1,0 W/(m²K) erreichen.
Dadurch lassen sich Referenzfenster mit einem gesamten Uw-Wert von etwa 0,8 W/(m²K) konstruieren, was den strengen Anforderungen an Passiv- und Nullenergiegebäude entspricht. Der größere Verglasungsbereich des Systems Superial ermöglicht den Einbau von Dreifachverglasungen mit mehr als 50 mm Dicke sowie von ESG-Sicherheitsglas und akustisch laminiertem VSG. Auf diese Weise können sehr gute Wärmedämmwerte und eine hohe Reduzierung von Außengeräuschen miteinander kombiniert werden.
Die wichtigsten technischen Parameter beider Systeme sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
|
Technisches Merkmal |
Aliplast Imperial |
Aliplast Superial |
|
Rahmentiefe |
65 mm |
75 mm |
|
Flügeltiefe |
74 mm |
84 mm |
|
Breite der thermischen Trennung |
24 mm |
34 mm |
|
Wärmedämmung des Profils Uf |
ab 1,57 W/(m²K) |
ab 1,0 W/(m²K) (Version i+) |
|
Maximale Verglasungsdicke |
bis 51 mm |
bis 61 mm |
|
Typischer Einsatz |
Schaufenster, Treppenhäuser, öffentliche Gebäude |
Passivhäuser, energieeffiziente Wohnungen |
Festigkeit und Einsatzmöglichkeiten bei großen Verglasungen
Große Glasscheiben verlangen von Aluminiumprofilen eine sehr hohe statische Steifigkeit, um Durchbiegungen unter Winddruck zu begrenzen. Obwohl beide Systeme aus der hochwertigen Aluminiumlegierung EN AW-6060 gefertigt werden, bietet der tiefere Querschnitt der Superial-Serie ein höheres Flächenträgheitsmoment der Profile. Dadurch lassen sich mit Superial höhere Verglasungen planen, ohne zusätzliche, verstärkte Stahlprofile einsetzen zu müssen.
Die Möglichkeit, Verglasungen mit bis zu 61 mm Dicke einzusetzen, erlaubt im System Superial die Verwendung von dicken ESG- und VSG-Scheiben, die mehrere hundert Kilogramm wiegen können. Imperial eignet sich dagegen sehr gut für mittlere und kleinere Fensterformate sowie für innere Trennwände und Windfänge. Bei großen Außenverglasungen bietet Superial die erforderliche Widerstandsfähigkeit gegen Windlasten der Klasse C4/B4 und schützt die Konstruktion bei starkem Unwetter vor Undichtigkeiten.
Design und Individualisierungsmöglichkeiten bei Aliplast-Aluminiumfenstern
Aluminium gibt Planern große Freiheit bei der Gestaltung der Fassade und bei der Abstimmung der Rahmen auf das Interieur. Aliplast-Systeme zeichnen sich durch schlanke Profile aus, die den Tageslichteinfall maximieren und dem Gebäude einen minimalistischen Charakter verleihen. Moderne Qualicoat-Pulverbeschichtungen sorgen zusätzlich für Farbstabilität und Beständigkeit gegen UV-Strahlung sowie städtische Luftverschmutzung.
Investoren können zwischen zahlreichen RAL-Farben, strukturierten Oberflächen mit feiner Metallic-Körnung sowie Lackierungen mit natürlicher Holzoptik in der Technologie Aliplast Wood Colour Effect wählen. Auch zweifarbige Ausführungen sind möglich, bei denen außen und innen unterschiedliche Farben eingesetzt werden. Bei Schiebe- und Dreh-Kipp-Konstruktionen kommen verdeckte Scharniere und farblich auf die Profile abgestimmte Griffe zum Einsatz, wodurch die klare Geometrie der Verglasung betont wird.
Welches System eignet sich für moderne Verglasungen? Empfehlungen
Die endgültige Wahl zwischen Imperial und Superial sollte sich aus der Energiebilanz des Gebäudes, der Klimazone und der Größe der geplanten Fensterflügel ergeben. In Mehrfamilienhäusern, Bürogebäuden mit Standardfenstern und öffentlichen Gebäuden bleibt Imperial eine wirtschaftliche und langlebige Lösung. Das System hilft, das Investitionsbudget dort zu optimieren, wo Wärmeschutzwerte auf Passivhausniveau nicht zwingend erforderlich sind.
Wenn jedoch ein energieeffizientes Haus mit bodentiefen Panoramafenstern geplant ist, bietet Superial klare Vorteile. Die größere thermische Kammer, die sehr gute Wärmedämmung und die Fähigkeit, hohe Glaslasten aufzunehmen, sorgen für langfristigen Wärmekomfort. Mit Aliplast-Aluminiumfenstern in der Ausführung Superial kann der Investor Wärmebrücken begrenzen und die Einhaltung besonders anspruchsvoller energetischer Anforderungen unterstützen.