Langfristige Algenentfernung als wichtiger Teil der Fassadenreinigung

Man würde annehmen, dass man Algen nur im Aquarium findet und nicht auf der Hausfassade. Leider macht der Grünbelag auch vor den heimischen Wänden nicht Halt, was nicht nur zur Folge hat, dass die Fassade sehr unschön aussieht, sondern auch, dass sie in ihrer Substanz beschädigt werden kann. Die Antwort ist klar: Die Algen müssen verschwinden. Aber wie soll das funktionieren und wodurch entstehen Algen an Fassaden eigentlich?

In diesem Artikel findest Du alle wichtigen Informationen rund um das Thema Algenbefall und langfristige Algenentfernung.

Punkt 1

1. Warum sollte man Algen entfernen?

Wie bereits erwähnt, sorgen Algen nicht nur für eine unschöne Fassade, sondern sie können auch die Bausubstanz angreifen. Wenn nicht zügig gehandelt wird, breitet sich der Befall schnell immer stärker aus und auch die Probleme werden größer. Algen auf der Fassade senken auch den Immobilienwert, weswegen man auch beim Hauskauf auf auffällige Stellen achten sollte.

Punkt 2

2. Wie entstehen Algen an der Hauswand?

Algen sind hartnäckige Pflanzen, die für ihre Vermehrung eigentlich nur Wasser und Licht benötigen. Ab da sind sie richtige Überlebenskünstler. Das bedeutet, dass einer der Hauptgründe für die Entwicklung von Algen und Pilzen Feuchtigkeit ist. Die häufigsten Algenarten sind die Folgenden:

  • Grünalge
    Sie kommt am häufigsten vor und befällt oft Häuser, die in der Nähe von Wäldern und anderen Grünflächen liegen
  • Schwarzalge
    Diese Algenart ist eine Art der Grünalge mit vielen schwarzen Pigmenten
  • Rotalge
    Die Rotalge ist sehr schwer zu entfernen, weil sich mit einem starken Wurzelnetzwerk an ungestrichenen, mineralischen Fassaden festsetzt

Nasse oder feuchte Fassaden können auf verschiedene Weise zustande kommen:

2.1. Fassadendämmung

Die Dämmung sorgt für angenehme Wärme im Inneren des Hauses, die aber die Außenwand nicht erreicht. Nachts kühlt die Fassade dann sehr schnell aus und Tauwasser schlägt sich nieder. Weil durch die Dämmung keine Wärme an die Fassade kommt, braucht sie längere Zeit zum Trocknen. Daraufhin kann Algenbildung leichter auftreten. Natürlich hängt die Wahrscheinlichkeit auch von der Art der Dämmung ab. EPS-Dämmplatten, zum Beispiel, erhöhen das Risiko von Algenbildung an der Fassade. Um dem vorzubeugen, kann man die Wände (nach gründlicher Reinigung) auch mit speziellen Farben streichen.

2.2. Lage und Ausrichtung des Gebäudes

Häuser auf dem Land sind oft stärker befallen, da die umliegenden Grünflächen und Gewässer das Algenwachstum begünstigen. Außerdem ist die Wetterseite des Hauses gefährdeter als der Rest, weil diese kaum von der Sonne erreicht wird und schlechter trocknet.

2.3. Luft und Lüftung

Die Verbesserung der Luftqualität ist nicht nur für den Menschen gut. Auch Algen genießen die sauberere Luft besonders, was zu ihrer Vermehrung beiträgt. Daneben ist auch die Lüftung ein wichtiger Punkt: Wer das Fenster in Dauerkipplüftung hält, begünstigt vor allem bei kühleren Temperaturen das Algenwachstum über dem Fenster, da die warme Luft an der Fassade emporsteigt.

Algenbefall an der HolzfassadeAlgenbefall an der Holzfassade

2.4. Konstruktive Gründe

Verschiedene Bauentscheidungen können die Entwicklung von Algen begünstigen. Ein fehlender oder geringer Dachüberstand lässt zu, dass Regenwasser an die Fassade gelangt. Dasselbe gilt für zu kurze Fensterbänke. Auch Imprägnierungen im Putz bieten eine gute Oberfläche für das Algenwachstum, da Tautropfen in sie eindringen und die Fassade somit lange feucht halten können.

Punkt 3

3. Welche Beschaffenheit hat die Fassade?

Bevor es an die Entfernung geht, muss man die Beschaffenheit der Fassade betrachten.

Risse müssen unbedingt behandelt werden, da in ihnen Feuchtigkeit in Form von Tautropfen lange verweilt.  Das gilt auch für Klinker oder Faserzementplatten in der Fassade oder auch Fassaden aus Metall. Bei weicheren Fassaden-Materialien darf man bei der Algenentfernung nicht zu viel Druck aufwenden, da sie empfindlicher sind und man die Wand bei der Säuberung beschädigen könnte. Härtere Materialien sind da standfester.

Obwohl Algen an Glasfassaden eher unwahrscheinlich sind, sollte man sich bei Bedarf an eine professionelle Reinigungsfirma wenden, da diese Art der Reinigung besondere Reinigungsmittel und i.d.R. spezielle Gerätschaften erfordert.

Punkt 4

4. Wie entfernt man die Algen langfristig?

Es gibt diverse chemische Algenentferner, welche aber extrem umweltschädlich sind und die toten Algen befinden sich nach der Behandlung immer noch auf der Wand. Wenn nun der Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt, kann mit massiven Schäden am Anstrich oder gar am Putz rechnen, was eine Fassadensanierung zur Folge hätte.

Um dem zu entgehen, sollte man sich genau über die Inhaltsstoffe und die Wirksamkeit informieren oder man beauftrage eine Firma, die sich spezialisiert hat.

Die erfolgreiche Reinigung besteht im Grunde aus drei Schritten:

4.1. Vorbehandlung

Der erste Schritt der Algenentfernung besteht in einer Vorbehandlung der betroffenen Stellen mit speziellen Mitteln, bei denen man aber unbedingt auf ein umweltfreundliches Produkt zurückgreifen sollte.

4.2. Hausmittel Algenentfernung

Man könnte sich auch mit Sodapulver oder Essig ein eigenes Mittel mischen.

Soda

Das pulverförmige Mineral wird viel zur Reinigung eingesetzt. Es ist wirksam, preisgünstig und umweltfreundlich. Um Algen (und Moos) von der Fassade zu entfernen wird Soda mit kochendem Wasser vermischt. Faustformel für das Mischungsverhältnis:

2 Esslöffel Soda je 1 Liter Wasser

Für größere Flächen wirst du mehrere Liter der Sodamischung benötigen.

Trage das Gemisch mit einer Sprühflasche oder einem Schwamm auf und lasse es über Nacht einwirken. Am folgenden Tag wäschst du es gründlich ab. Je nach Fassadenmaterial kannst du auch einen Schrubber oder Schwamm zur Hilfe nehmen. Anschließend spülst du mit klarem Wasser nach. 

Achtung: Stelle bei Edeloberflächen wie poliertem Granit an versteckter Stelle sicher, dass die Sodamischung keine Spuren hinterlässt. Ein Vorab-Test gibt dir Sicherheit.

Essig

Essig ist ebenfalls ein gängiges Reinigungsmittel und rückt den Algen sicher zuleibe. Zudem wird der pH-Wert auf der Fassade gesenkt, dadurch wachsen die Algen langsamer nach.

Aber: Diese Wuchshemmung betrifft auch andere Pflanzen und Lebewesen (z. B. Insekten). Darum bitte sparsam einsetzen.

Kannst du ein Hausmittel zur Algenentfernung empfehlen?

 

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4.3. Abspülen

Da Hochdruck eine Gefahr für den Anstrich und den darunter liegenden Putz darstellen und auch durch Risse neuen Algenbefall verursachen kann, sollte man die Fassade schonender abspülen. Nach der Einwirkzeit des jeweiligen Reinigungsmittels spült man die Überreste mit klarem Wasser und wenig Druck ab.

Auch wenn die Reinigungsmittel umweltfreundlich sind, sollte man das Schmutzwasser auffangen und nicht an den Erdboden gelangen lassen.

4.4. Langzeitschutz

Durch das Auftragen einer desinfizierenden Beschichtung (Fassaden-Imprägnierer) wird einem neuen Befall vorgebeugt, da den Algen keine Angriffsfläche geboten wird. Man kann die Fassade auch mit hydrophoben Mitteln nachbehandeln, welche sie wasserabweisend machen, damit sich keine für die Algenentwicklung förderliche Feuchtigkeit sammelt. Bitte auch hier auf umweltfreundliche Produkte wert legen.

Punkt 5

5. Fazit

Algenbefall ist nicht nur eine unschöne, sondern auch eine ernste Angelegenheit. Trotzdem sollte man bei der Entfernung nichts überstürzen und möglichst keine chemischen Mittel benutzen, da diese sehr umweltschädlich sind. Auf einen Hochdruckreiniger sollte ebenfalls verzichtet werden, da man damit manchmal mehr Schaden anrichtet als behebt. Außerdem muss die Beschaffenheit der Fassade und die Algenart in Betracht gezogen werden.

Die beste Möglichkeit besteht in der schonenden und gründlichen Reinigung in vier Phasen, durch die langzeitiger und nachhaltiger Schutz entsteht.

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Punkt 6

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