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Schädlingsbekämpfung durch Kammerjäger – was macht er genau?

Dienstleister, die Schädlinge aus geschlossenen Räumen vertreiben, werden Kammerjäger genannt. Heute firmieren sie meist unter der Bezeichnung Schädlingsbekämpfer. Anderswo werden auch noch die Begriffe Entweser (früher), Exterminator oder auch Desinfektor (Schweiz) verwendet.

Was macht ein Kammerjäger genau? Unter Zuhilfenahme von Insektiziden, Rodentiziden, Akariziden oder Larviziden vertreiben Kammerjäger Schaben, Flöhe, Zecken, Milben, Mäuse oder Ratten. Manchmal werden auch natürliche Feinde der lästigen Plagegeister zu Hilfe genommen. Meist wird nach dem IPM-Prinzip (Integrated Pest Management = integrierte Schädlingsbekämpfung) gearbeitet. Das bedeutet, dass mit so wenig Wirkstoffen wie möglich und so gezielt wie möglich bekämpft wird.

Kammerjäger bemühen sich zudem, die Befallsursachen zu identifizieren und führen sogar präventive Maßnahmen durch. 

 
 

Punkt 1

Anerkannter Ausbildungsberuf

Der Kammerjäger Meister ist also ein Fachmann, der Schädlinge professionell beseitigt. Als offizielle Berufsbezeichnung gilt heutzutage „Schädlingsbekämpfer“. Seit August 2004 ist Schädlingsbekämpfer in Deutschland ein Ausbildungsberuf. In der Regel wird eine dreiwöchige Ausbildung im Zeitraum von einem Jahr mit abschließender Prüfung vorausgesetzt. Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV) ist die zugehörige Berufsvereinigung.

Der Ausbildungsberuf im Video vorgestellt:

Punkt 2

Fachliche Kompetenz

Das wichtigste Kriterium für die Auswahl eines professionellen Kammerjägers ist die fachliche Kompetenz. Da man dies vor dem Einsatz schwer beurteilen kann, ist darauf zu achten, dass der jeweilige Betrieb durch die Industrie- und Handelskammer zertifiziert ist. Die weiterführende ISO 9001-Zertifizierung ist besonders für die Zusammenarbeit mit Auftraggebern in Form von Unternehmen relevant. Zudem gibt die Lebensmittelindustrie für Schädlingsbekämpfer HACCP-Richtlinien vor, die eingehalten werden müssen.

Im folgenden Video wird der typische Kammerjäger-Alltag im Einsatz dargestellt:

Punkt 3

Kosten der Beseitigung

Für Privatleute mit einer vorherrschenden Schädlingsproblematik stehen in der Regel die Kosten für den Schädlingsbekämpfungseinsatz im Fokus. Allerdings sollte man sich nicht von Pauschalangeboten durch Anzeigen oder gegebenenfalls geführte Telefonate beeinflussen lassen. Die Kosten der Schädlingsbekämpfung sind von diversen Faktoren abhängig, die der Fachmann ausschließlich vor Ort beurteilen kann. Hierzu zählen beispielsweise das Ausmaß sowie der Ort des Befalls und die äußeren Umstände.

Fragen wie welche Stoffe eingesetzt werden müssen oder wie viele Anwendungen nötig sind, müssen untersucht und beantwortet werden, da diese die Kosten des Einsatzes beeinflussen. Seriöse Schädlingsbekämpfungsunternehmen werden daher in der Regel nach Besichtigung und Beurteilung der Situation einen Kostenvoranschlag berechnen.

Die Ursachenforschung gehört neben der Befallsbeseitigung zur professionellen Schädlingsbekämpfung, um einen wiederholten Befall ausschließen zu können. In Wohn- oder Betriebsräumen werden häufig bauliche oder hygienische Gründe wie zum Beispiel Schäden an der Fassade des Objektes oder undurchdachte Entsorgung des Mülls als ursächlich betrachtet.

Punkt 4

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Umsichtiger Einsatz von Giftstoffen

Wie jedem bewusst sein sollte belasten Giftstoffe die Umwelt. Schädlingsbekämpfer, die Giftstoffe wie Bekämpfungsmittel (Biozide wie Insektizide, Rodentizide oder Akarizide) regelmäßig einsetzen, sollten daher nach dem Prinzip der Risikominimierung arbeiten, um ihrer Verantwortung der Umwelt gegenüber gerecht zu werden. Dieses Prinzip ist bei der Bekämpfung von Schadnagern besonders von Bedeutung, da diverse Substanzen über längere Zeiträume angewandt werden. Das bedeutet, dass Giftstoffe in den erforderlichen Mengen nur eingesetzt werden sollten, wenn es zwingend notwendig ist.

Vermehrt kommen alternativ physikalische oder mechanische Methoden wie zum Beispiel Wärmebehandlungen zum Einsatz, um Umweltproblematiken aus dem Weg zu gehen.

Punkt 5

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Wieso müssen Schädlinge überhaupt bekämpft werden?

Aufgrund von Krankheitserregern, die Lebensmittel sowie Lebensräume kontaminieren können, kann die Präsenz von Schädlingen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen oder gegebenenfalls auch andere Tiere darstellen. Die Aufgabe professioneller Schädlingsbeseitiger ist daher unter anderem, unsere Nahrungsmittel, Mitmenschen und Lebensräume vor Schädlingsbefall zu schützen.

Die Auftraggeber des Kammerjägers sind vorwiegend Geschäftskunden, die durch gesetzliche Auflagen und vorgegebenen Industriestandards dazu verpflichtet sind, sicherzustellen, dass die Betriebsräume frei von Schädlingen sind, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Vereinzelt nehmen allerdings auch Privatpersonen, die im Haushalt Schädlinge entdecken, die Dienste des Schädlingsbekämpfers in Anspruch. So zum Beispiel bei Holzschädlingen:

Holzschädlinge – was tun?

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Oh Gott, wir haben den Holzwurm in der Kommode!

Bestimmt haben Sie auch schon an alten Möbelstücken kleine Wurmlöcher entdeckt, aus denen vielleicht noch  Bohrmehl rieselt.

Wir möchten Ihnen in diesem Kapital eine Vielzahl von Holzschädlingen vorstellen, die das gelagerte oder verarbeitende Holz befallen. Weiterhin wird erklärt, wie man Holz vor diesen Schädlingen schützen kann, bzw. wie bereits befallendes Holz behandelt werden muss.

Punkt 6

Prävention statt Reaktion

In erster Linie ist Prävention die einfachste und günstigste Lösung für Privatperson und Betrieb. Kammerjäger geben in Zusammenarbeit mit ihren Betrieben Empfehlungen ab, die das Eindringen und Ausbreiten von Schädlingen verhindern können.

Zum ersten kann dies durch bauliche Maßnahmen, welche die Gebäudehülle umfassend abdichten, gewährleistet werden. Hierzu gehören

  • Insektengitter,
  • Bürstenleisten oder
  • Vogelabwehrmaßnahmen.

Weiterhin ist die betriebliche Hygiene durch Maßnahmen wie zum Beispiel die regelmäßige Reinigung der Arbeitsflächen und Anlagen, die Entfernung von Rückständen von Lebensmitteln oder Rohstoffen in schwer erreichbaren Ecken aufrecht zu erhalten, um Einschleppungen zu verhindern. Eine individuelle Besichtigung durch den Fachmann kann hierbei zur Hilfe herangezogen werden.

Ebenfalls wichtig ist das Monitoring. Es handelt sich hierbei um eine regelmäßige Inspektion des Ortes, um Schädlinge möglichst frühzeitig entdecken zu können. Dafür werden entsprechende Fallen oder Köder an auffälligen Stellen platziert und in regelmäßigen Abständen durch den Kammerjäger kontrolliert. Die Frequenz der Kontrolle sollte je nach Risikofaktor und örtlichen Gegebenheiten individuell berechnet werden.

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