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Einbruchschutz am Haus nachrüsten – was ist hilfreich & preiswert? Vom Sicherheitszylinder bis zur smarten Komplettüberwachung

Einbruchschutz kann heute einfach und facettenreich nachgerüstet werden. Doch welche Alarmanlagen & Co. sind sicher genug, um Familie und Besitz zu schützen?

Einbrüche finden meist zur Tageszeit statt, wenn die Einbrecher niemanden vermuten, der sie bei dem Vorhaben stören könnte. Gute Absicherung durch Gefahrenmelde- und Gefahrenwarnanlagen sind nun wichtig, um früh genug auf die Einbrecher aufmerksam zu machen und ihnen das Vorhaben zu vermiesen. Welche Anlagen eignen sich zum Schutz?

 
 

In Wohnungen kommen rund 55 % der Einbrecher durch die Wohnungstür hinein, bei einem Einfamilienhaus hingegen gelangen gut 80 % der Diebe über Fenster und Balkontüren (Terrassentür) ins Haus.

Punkt 1

Welcher Einbruchschutz ist wirklich sicher?

Auf der Suche nach dem richtigen Einbruchschutz kommt es zunächst darauf an, welche Vermögenswerte man in den eigenen vier Wänden verwahrt. Prinzipiell gilt: Eine Kombination aus guten Tür- und Fensterschlössern, sowie Glasbruchsensoren erweisen sich für die meisten Anwenderprofile als ausreichend. Doch worauf muss man achten?

Die gute Grundlage

Wer eine einbruchhemmende Haustür mit VdS-geprüften Schließzylinders nachträglich verbaut und alle Fenster im Erdgeschoss mit Pilzkopfbeschlägen nachrüstet, legt dem durchschnittlichen Einbrecher schon hohe Hürden in den Weg. Die Nachrüstkosten für so eine Grundsicherung belaufen sich auf 1.000 bis 3.000 €, je nach Größe des Hauses.

Wer mehr machen möchte, sollte eine gute Basis-Alarmanlage (erkennbar an der VDS-Zertifizierung und/oder an der europäischen Norm 50131 Klasse 2; Kosten: um die 2.000 €) mit Smartphone-Kontrolle nachrüsten.

Die unsichere Alarmanlage

Die Auswahl der Alarmanlagen und Typen ist groß. Von der Polizei, und dem Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. gibt es für die meisten Geräte eine Empfehlung.

Das Prädikat unsicher erhielten bisher Infraschall- und Drucksysteme, da diese schwer zu justieren, anfällig für Fehlalarme und im Ernstfall zu unzuverlässig sind.

"Selbst der Dieb, im Begriff einen Einbruch zu begehen, ruft Gott um Beistand an."

Aramäisches Sprichwort

Punkt 2

Fenster nachrüsten

Fenster sind (neben Balkontüren) nach wie vor die beliebtesten Einstiegsorte von Einbrechern. Die folgenden Produkte machen ein Fenster im nachhinein einbruchsicher(er):

  • abschließbare Fenstergriffe
  • Aufschraubsicherungen
  • Pilzkopfzapfen

Besonders sicher werden Fenster durch Fenstergitter und/oder Fensterstangenschlösser. Diese kosten zwischen 150 und 200 € an Material pro Fenster. Hinzu kommen eventuell Einbaukosten.

Die Nachrüstung von Fenstern am hohen Dach ist im Vergleich zu anderen Maßnahmen zumeist weniger sinnvoll, da die wenigsten Diebe das Dach erklimmen, um ins Haus zu kommen. Statt das Geld für das Sichern unerreichbarer Dachfenster auszugeben, sollten Sie die Sicherung im Erdgeschossbereich höherwertiger kaufen.

Bauen Sie neu?

Dann empfehlen Experten Türen und Fenster der Normen DIN EN 1627ff. oder DIN 18104 mit der Widerstandsklasse RC 2 (Verglasung etc.) zu verbauen. Die Beschreibung "einbruchsichere Türen und Fenster" in einer Baubeschreibung heißt mitnichten, dass diese Sicherheitsstandards verbaut werden. Bestehen Sie auf konkrete Zertifizierungs-Kennzeichen.

Wir haben der Fenstersicherung zwei Beiträge gewidmet:

Einbruchsschutz für Fenster – 5 Lösungen zur Fenstersicherung

Fenstersicherung muss nicht teuer seinAn jedem Gebäude gibt es bestimmte Bereiche, die vor Einbruchsversuchen besonders intensiv geschützt werden müssen. Zu diesen vermeintlichen Schwachstellen zählen unter anderem Fenster. Damit sie nicht zu unerwünschten Sicherheitslücken avancieren, sollten die Bauelemente entsprechend geschützt werden. Welche Möglichkeiten zur Fenstersicherung bestehen und was es beim Einbruchsschutz zu beachten gilt, ist dem folgenden Ratgeber zu entnehmen.

Fenster sichern leicht gemacht - 2 geniale Ideen vorgestellt

Fenster im Nachhinein zu sichern ist heutzutage mit geringen Kosten möglich
Fenster im Nachhinein zu sichern ist heutzutage mit geringen Kosten möglich

Viele Haus- und Wohnungsbesitzer beschleicht ein mulmiges Gefühl, wenn Sie sich Gedanken über die Einbruchssicherheit Ihrer Fenster und Türen machen. Meist werden aus Kostengründen beim Hausbau nur die Standardversionen der verschließbaren Mauerdurchlässe eingebaut. Diese bieten resoluten Einbrechern nur kurz Widerstand. Selbst Laien können mithilfe eines Schraubenziehers ein Standardfenster aufhebeln. Zwei geniale Erfindungen sorgen für Abhilfe und können ein Fenster im Nachhinein effektiv sichern.

Punkt 3

Türen nachrüsten

Vor allem Balkon- und Terrassentüren und Kellertüren bedürfen oft einer nachträglichen Zusatzsicherung. Die folgenden Sicherheitsprodukte werden von der Polizei empfohlen:

  • Zylinderschloss (mit Hakenschwenkriegel)
  • Profilzylinder (inklusive Bohrschutz)
  • Schutzbeschlag
  • Fallensperre (verhindert z. B. das leichte Öffnen mit einer Scheckkarte)
  • Bändersicherungen (über Hintergreifhaken)

In einer Mietswohnung oder immer dann, wenn man nicht sieht, wer vor der Türs steht, ist ein Türspion sinnvoll.

Gute Sicherheitsschlösser gibt es ab 30 €, wie dieser Test von Stiftung Warentest gezeigt hat.

Schlüssel-Tipp

Sie sollten den Schließzylinder immer austauschen, wenn Ihnen der Schlüssel abhandenge­kommen ist. Dies gilt besonders, wenn die Hand­tasche mit Schlüssel und Adress­dokumenten geklaut wurde. Aber auch bei einem Neueinzug würden wir empfehlen, den Schließzylinder des Vormieters zu tauschen.

Konkrete Kauftipps im folgenden Beitrag:

Türschloss - was beachten?

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Was muss ich beim Türschloss beachten? Mit 3 Tipps zur richtigen Entscheidung

Es ist ein kleiner, aber aus diesem Grund nicht weniger wichtiger Teil des Innenausbaus. Der Kauf von Türschlössern wird von vielen Bauherren vernachlässigt, dabei hat er auf Ästhetik und Sicherheit des Hauses und Eingangsbereichs einen großen Einfluss. Doch worauf ist zu achten, um auf diesem Gebiet eine durchdachte Entscheidung zu treffen, bei der es möglich ist, lange zufrieden zu sein?

Punkt 4

Video: Rundgang mit dem Experten

Filmische Übersicht: Hier besucht ein Sicherheitsexperte der Polizei ein Kamerateam und geht die einzelnen Maßnahmen bei Türen und Fenstern (was ist empfehlenswert?) sowie den (polizeilichen) Nutzen von einbruchhemmenden Widerstandsklassen & Co. durch:

Punkt 5

smart home sicherheit app

Smarte Überwachung im Trend

Die Möglichkeiten von vernetzten Alarmanlagen, deren Status mit dem Smartphone abgerufen werden kann, sind aufgrund der einfachen Installation und Zuverlässigkeit auf dem Vormarsch. Komplettpakete bestehen aus

  1. Glasbruchsensoren für Fenster, die einen Weg in das Innere bieten könnten,
  2. Tür- und Fenstersensoren, welche erkennen, wann diese unerwünscht geöffnet werden und
  3. einer smarten Überwachungszentrale mit Kamera, welche rund um die Uhr ein Bild vom Inneren der vier Wände liefert.

Sicher sein und sicher fühlen

Um die Sicherheit von Personen im Haus oder der Wohnung zu steigern sind Sprechanlagen mit Kamera ein guter Weg um sicher zu gehen, dass auch nur erwünschten Personen der Einlass gewährt wird.

Ein so genannter Panic Room ist übertrieben – Verschließbare Innentüren sind im Fall eines Einbruchs Absicherung genug, bis die Polizei eintrifft.

Punkt 6

Gefahrenwarn- und Gefahrenmeldeanlagen

Gefahrenwarnanlagen wie laute Alarmsignale in Verbindung mit Glasbruchsensoren oder automatische Lichtschaltanlagen mit Bewegungsmeldern auf dem Grundstück erschweren Einbrechern die Tat. Durch akustische und optische Signale werden Personen im Umkreis auf den Einbruch aufmerksam gemacht. Laute akustische Signale sollen Einbrecher zudem bis zur Schmerzgrenze belasten und abschrecken.

Einbruchmeldeanlagen informieren andere über den Einbruch. Je nach Anbieter und Sicherheitsstufe gibt es interne oder externe Meldungen. Die verbreitetsten Modelle informieren Besitzer des Hauses mit Bildern der Überwachungskamera direkt via Smartphone. Bei Hochsicherheitsanlagen erfolgt die Einbruchsmeldung an die Polizei. 

Anlagen am Privatbesitz, die direkt die Polizei informieren, sind mit der Gefahr des Fehlalarms und der Rechnung für den Einsatz verbunden. Für private Anwender eignen sich Systeme, welche Sicherheitsfirmen und die Besitzer selbst informieren, sodass weitere Schritte ergriffen werden können.

Apropos Fehler: Wenn Sie sich nicht gut auskennen, sollten Sie die Sicherheitstechnik vom Fachmann verbauen lassen. Ansonsten könnte der teuer erkaufte Sicherheitsgewinn durch falschen Einbau leicht zunichtegemacht werden.

Gute Kombination sinnvoll

Einbruchsschutz nachrüsten garantiert Sicherheit für den eigenen Besitz und die Personen im Haushalt. Offizielle Beratungsstellen oder Sicherheitsfirmen vor Ort (Motto: ein lokaler Schlüsseldienst klärt auf) informieren darüber, ab wann sich welche Maßnahmen lohnen. Komplettpakete erfüllen die Bedürfnisse der meisten Anmelder. Smarthome-Anlagen sind heute zudem schon mit diversen Sensoren ausgestattet, welche die Wohnung absichern und sogar im Brandfall oder beim Austreten von Gas alarmieren können. 

Gut sichtbare Hinweise über Alarmanlagen im Außenbereich, sowie die Kombination von Bewegungsmeldern mit Lichtanlage dienen als erste abschreckende Maßnahmen. Sensoren an den möglichen Zugängen und guten Überwachungskameras im Innenbereich und hochwertige Schlösser, Türen und Fenster runden die Sicherheitsmaßnamen ab.

Umso wertvoller der Besitz, umso ausgefallener werden die Kombinationen des Einbruchsschutzes. Auf Hochsicherheitstapeten, welche beim Durchbohren der Wand alarmieren oder aufwändige Lasersysteme kann in den eigenen vier Wänden mit gutem Gewissen verzichtet werden - Schließlich möchte niemand wie in einem eigenen Hochsicherheitsgefängnis wohnen.

Punkt 7

Einbruchschutz wird staatlich gefördert

Um die persönlichen Kosten zu senken, wird der Einbruchsschutz staatlich mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Die KFW-Bank fördert Maßnahmen zum Einbruchsschutz (z.B. einbruchhemmende Türen und Fenster, Rollläden, Gitter, drehgehemmte Griffe etc.) bis 1.000 Euro jetzt mit 20 Prozent Zuschuss. Darüber hinausgehende Kosten werden mit 10 Prozent gefördert, dem bisherigen Satz.

Wichtige Bedingungen dabei:

  • Die Montage vom Einbruchsschutz müssen von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
  • Der Betrieb darf erst mit dem Umbau beginnen, wenn die Maßnahme genehmigt wurde.

Zur Beantragung der Förderung auf den Seiten der KFW

Punkt 8

Fenster nachträglich nachrüsten: Demonstration

Fenstersicherungen können auch vom Heimwerker nachgerüstet werden. Das folgende Video zeigt, worau dabei zu achten ist:

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Es ist ein wahrer Albtraum für jeden, der nach Hause kommt, eine eingeschlagene Balkontür oder das aufgehebelte Fenster vorzufinden. Alle paar Minuten soll in Deutschland irgendwo eingebrochen werden. Oft reicht den Einbrechern dafür ein einfaches Werkzeug wie zum Beispiel ein Schraubenzieher, um in ein Haus oder eine Wohnung zu gelangen. Damit dauert es nur wenige Augenblicke und schon haben sie sich Zutritt verschafft. Besonders wichtig ist deswegen ein wirksamer Einbruchschutz. Denn wer möchte schon durchwühle Schränke und Schubläden vorfinden und feststellen, dass Wertsachen wie Schmuck, Computer und Fernseher verschwunden sind.

Doku: Die Vorgehensweise der Einbrecher

Länge: 6 Minuten

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