Fenstersicherung muss nicht teuer seinAn jedem Gebäude gibt es bestimmte Bereiche, die vor Einbruchsversuchen besonders intensiv geschützt werden müssen. Zu diesen vermeintlichen Schwachstellen zählen unter anderem Fenster. Damit sie nicht zu unerwünschten Sicherheitslücken avancieren, sollten die Bauelemente entsprechend geschützt werden. Welche Möglichkeiten zur Fenstersicherung bestehen und was es beim Einbruchsschutz zu beachten gilt, ist dem folgenden Ratgeber zu entnehmen.

Risiko Fenster

Ungesicherte Fenster werden von Einbrechern mit einfachsten Hilfsmitteln aufgebrochen. Der unbefugte Zugang zur Immobilie ist innerhalb von Sekunden gewährleistet. Generell sollte es beim Einbruchsschutz deshalb vorrangig darum gehen, es potenziellen Einbrechern möglichst schwer zu machen. Umso mehr Zeit für das Aufhebeln von Fenstern und damit für das Eindringen benötigt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Unbefugte ihren Einbruchversuch frühzeitig abbrechen. Um effiziente Sicherheitslösungen zu finden, müssen zunächst die bevorzugten Täterarbeitsweisen betrachtet werden. Die VdS Schadenverhütung GmbH hat in ihrer Broschüre „Sicherungsrichtlinien für Haushalte – Einbruchdiebstahl“ eine verständliche Abbildung der Schwachstellen an Fenstern veröffentlicht, die an dieser Stelle eingebunden wurde.

 
 

Schwachstellen bei Fenstern

(1) Aufhebeln der Fensterflügel mit geeigneten Einbruchswerkzeugen

(2) Einsteigen durch Fenster auf Kipp

(3) Öffnen des Fenstergripps, nachdem eine Durchgriffsmöglichkeit geschaffen wurde, teilweise auch per Draht

1

Sicherheitstechnische Lösungen

Zur Realisierung eines sinnvollen und effektiven Schutzes können Fenster an der Band- und Griffseite gesichert werden. Die folgende Liste enthält einbruchhemmende Maßnahmen, der Einbruchsschutz ist auch zum Nachrüsten geeignet:

  • Fensterbeschlag: Während herkömmliche Rollzapfen und Rundzapfen keinen Einbruchschutz bieten, sind drehbare Rundzapfen eine bessere Alternative. Besonders effizient sind Pilzkopfzapfen. Werden mehrere davon an unterschiedlichen und gegenüberliegenden Stellen der Fensterseiten platziert, ist ein guter Einbruchsschutz gewährleistet. Das Fenster wird dank der T-Form der Zapfen zuverlässig verriegelt.
  • Fensterrahmen: Ein Fensterrahmen muss fest mit dem Mauerwerk verbunden sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Täter das gesamte Fenster gewaltsam entfernen.
  • Fenstersicherungen: Nicht immer lassen sich unsichere Fenster vollständig durch neue Modelle ersetzen. Nachrüstprodukte erlauben es Bestandsfenster entsprechend zu sichern. Hierbei werden die aus sicherungstechnischer Sicht minderwertigen Standardbeschläge durch Zusatzsicherungen verstärkt. Fenstersicherungen zum Nachrüsten sollten immer VdS-anerkannt und geprüft sein.
  • Fensterverglasung: Beim Kauf von neuen Fenstern ist auf eine einbruchhemmende Verglasung zu achten. Mehrfachverglasungen zur Wärmedämmung sind hierbei nicht gemeint. Sie können die Sicherheit nicht erhöhen. Auch Sicherheitsglas ist nicht zum Einbruchschutz konzipiert, stattdessen dient eine derartige Verglasung zum Personenschutz. Bei Zerstörung des Glases entstehen keine verletzungsstarken Kanten und Splitter.
  • Fensteralarm: Ein professionell angebrachter Fensteralarm kann böse Buben vom Einbruch abhalten  oder diesem ein jähes Ende bereiten. Dies ist zudem eine praktikable Möglichkeit für eine Fenstersicherung ohne Bohren, was ja in vielen Mietwohnungen ein Problem darstellt.
  • Weitere Sicherheitsmöglichkeiten bestehen in Fenstergittern, einer Stange vor dem Fenster oder einer stabilen Folie auf dem Fenster, die aber nur Einschlagversuche erschwert.

Obige Maßnahmen sind auch zum Einbruchsschutz einer Terrassentür geeignet. Der Zugang über die Terrasse ist bei Einbrechern beliebt. Liegt diese Tür doch meist blickgeschützt im Garten. Viele Terrassentüren sind für einen kräftigen Mann sogar einfach aufzudrücken.

2

Einbruchsschutz beim Fenster per Rolladen

Zusätzlichen Schutz bieten hochwertige Rollläden. Damit lässt sich der Einbruchschutz eines Fensters gut ergänzen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie exakt zu den Fenstern passen und keine Lücken entstehen, die wiederum ein Aufhebeln und Zerstören der Zusatzbarriere erleichtern. Für Bestandsfenster sind maßgeschneiderte Rollläden empfehlenswert, wie wir dies auf www.creon-rolladen.de gefunden haben. Soll der Rolladen als Einbruchsschutz dienen, muss der den vorhandenen Fenstermaßen entsprechend angepasst werden, um für eine stabile Blockade von außen sorgen zu können.

Für den idealen Fensterschutz muss ein Rollladen dannn vollständig geschlossen sein. Der Zugang zum dahinterliegenden Fenster wird auf diese Weise markant erschwert. Einbrecher suchen sich bevorzugt freiliegende Fenster aus, weil sie hierbei leichter und schneller eindringen können.

Fenstergriffe zum Abschließen sind gegen das Aufhebeln von Fensterflügeln keine Lösung. Sind bieten keinerlei Schutz. Einbrecher können solche Modelle trotz des Schlosses ungehindert zerstören und einbrechen. Diese Fenstersicherung ist eine Lösung für Kinder, doch die Kindersicherung beim Fenster hindert keinen professionellen Langfinger beim Eindringen.

3

Gekippte Fenster sichern

Insbesondere im Sommer, wenn die Temperaturen unangenehm ansteigen, lassen viele Hausbewohner Fenster nachts geöffnet, um von der kühlen Luft zu profitieren. Gekippte Fenster stellen eine erhöhte Einbruchgefahr dar. Um anwesende Personen und Sachwerte vor Tätern zu schützen, lassen sich gekippte Fenster sicherheitstechnisch optimieren. Während viele modernen Produkte entsprechend ausgestattet sind, kann bei älteren Fenstern eine Nachrüstung vollzogen werden. Formschlüssige Sicherungsriegel, die in Verschlussteile greifen, sorgen für maximalen Schutz. Bei Abwesenheit sollten Fenster jedoch geschlossen werden. Denn ein gekipptes Fenster wirkt auf viele Täter geradezu einladend.

4

Widerstandsklassen der Fenster beachten

Der VdS ordnet einbruchhemmende Fenster Widerstandsklassen zu. Beim Fensterkauf sollte mindestens die Klasse N gewählt werden. Diese Modelle sind im Vergleich zu herkömmlichen Fenstern bereits um ein Vielfaches sicherer. Neben der niedrigsten Klasse N kann auf die Klassen A, B und C zurückgegriffen werden. Eine optische Unterscheidung zu Fenstern ohne Einbruchsschutz ist nicht möglich. Sicherheitsfenster sind in allen beliebten Materialien und Ausführungen erhältlich. VdS-anerkannte, einbruchhemmende Modelle zeichnen sich im Wesentlichen durch

  • hochwertige Beschläge,
  • qualitative Verschlusseinrichtungen,
  • zuverlässig befestigte Verglasungen
  • und stabile Fensterrahmen
  • sowie Fensterflügel aus.

5

Weiterführende Informationen zur Fenstersicherung

Es gibt natürlich weitere Maßnahmen, Fenster einbruchsicher nachzurüsten. Im folgenden Video erläutert Paulus Vorderwülbecke, Leiter Sicherungstechnik beim VdS warum einbruchhemmende Fenster so wichtig sind. Gleichzeitig werden die Tricks der potenziellen Täter verdeutlicht.

 

Wie sich zusätzliche Einbruchssicherheit umsetzen lässt, wurde in unserem Beitrag „Hausbau Checkliste Sicherheit“ behandelt. Darin werden weiterführende Maßnahmen erklärt.

Zwei kleine aber effiziente Fenstersicherungen im Test:


Weiter Möglichkeiten zum Einbruchsschutz im Haus:

Weiter Möglichkeiten zum Einbruchsschutz im Haus:

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant