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Leuchtstoffröhre ohne Starter auf LED umrüsten (Retrofit)

Energiesparen ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Es entlastet die Umwelt, weil Energie, die nicht verbraucht wird, gar nicht erst erzeugt werden muss. Energie, die nicht verbraucht wird, spart weiterhin Geld. Beleuchtung ist einer der Bereiche, in denen mit geschickter Auswahl der Betriebsmittel Einsparungen vorgenommen werden können. LED Leuchtmittel sind nicht mehr nur Ersatz für klassische Leuchtmittel, sondern können zunehmend Mehrwert bieten.

Wir zeigen, wie Sie problemlos eine Leuchtstoffröhre ohne Starter auf LED umrüsten.

"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen."

Leo Tolstoi, 1828 – 1910, russischer Schriftsteller

Punkt 1

Vorteile von LED Leuchtmittel

LED haben gegenüber vielen anderen klassischen Leuchtmitteln wie Glühbirnen oder Leuchtstofflampen viele Vorteile. Sie sind

  • stoßfester,
  • enthalten kein Quecksilber und
  • halten länger.

Durch den geringeren Energieverbrauch bzw. das bessere Verhältnis von Lichtausbeute pro Watt wird bei Austausch von Leuchtmitteln durch LED Röhren wahlweise Energie gespart oder mehr Licht abgegeben.

Eine geringere Energieaufnahme bewirkt automatisch eine geringere Erwärmung der umgebenden Leuchte, was in den meisten Fällen einen erhöhten Sicherheitsgewinn bedeutet.

LED Leuchtmittel sind weiterhin aufgrund der Abwesenheit von Quecksilber besser zu entsorgen/ recyceln sowie in Fällen von Bruch ungefährlich.

Die längere Lebensdauer hilft zusätzlich, in schlecht zugänglichen Bereichen wie Hallendecken oder Verkehrstunneln die Wartungsintervalle zu verlängern.

Punkt 2

Wie funktioniert eine LED Leuchtstoffröhre?

Den mechanischen Aufbau haben LED Röhren von ihren Vorgängern, den Leuchtstoffröhren, geerbt. Aus Kompatibilitätsgründen sowohl mit den vorhandenen Sockeln und Leuchten der klassischen Leuchtstoffröhren werden LED Leuchtmittel diesen Gegebenheiten mechanisch angepasst.

Somit ist das Gehäuse und Anschluss mit zwei Pins zur Stromzufuhr festgelegt. In der eigentlichen Röhre befindet sich anstelle eines Gasgemisches und Leuchtstoff an den Wandungen ein Träger, an dem die eigentlichen LED montiert sind. Diese werden je nach gewünschtem Lichtabstrahlwinkel der Röhre an Unterseite und Seiten des Trägers befestigt. Diese Aufteilung auf verschiedene kleine LED hat den Grund, dass LED relativ gerichtete Strahler sind. Somit müssen zur Erzielung eines großen Abstrahlbereiches viele kleinere LED nebeneinander angebracht werden.

Die Stromversorgung erfolgt mit den üblichen 230V Wechselspannung über die beiden Pins an jedem Röhrenende. Dies funktioniert allerdings nur in Leuchten, die über einen normalen Starter verfügen. Hier darf ein sogenanntes konventionelles Vorschaltgerät (KVG) verbaut sein. Über einen sogenannten "Dummy-Starter", der gegen den vorhandenen Starter ausgetauscht wird, wird der Stromkreis einfach gebrückt und das LED Leuchtmittel direkt an Netzspannung geschaltet. Im Innern der Röhre befindet sich ein kleiner Trafo mit zusätzlicher Regelelektronik, der sogenannte "LED Treiber", der die LED mit Strom versorgt. Leuchten mit EVG sind somit nicht für einen einfachen LED-Retrofit-Umbau geeignet, da diese anders funktionieren.

Punkt 3

Wie gehe ich bei einer Umrüstung einer Leuchtstoffröhre ohne Starter auf LED vor?

Der erste Check gilt also der Leuchte, ob ein klassischer Starter verbaut ist. Wenn dieser fehlt, ist höchstwahrscheinlich ein EVG verbaut und ein simpler Austausch der Leuchtmittel nicht möglich. Doch lässt sich auch eine Leuchtstoffröhre ohne Starter auf LED umrüsten. 

Hinweis: Hier wird gezeigt, wie man eine Leuchtstoffröhre mit Starter auf LED umrüstet.

Achtung

In der Regel wird empfohlen, die Umrüstung von einer Leuchtstoffröhre mit elektronischem Vorschaltgerät auf LED-Leuchtstoffröhre einer Spezialfirma zu überlassen, wenn man mein kein ausgewiesener Elektronikexperte ist. Man muss nämlich die komplette Lampe umbauen.

Die einzelnen Schritte der Umrüstung

  1. Lampe mechanisch vom Strom trennen, nur Licht ausschalten reicht nicht.
  2. Alte Leuchtstoffröhre (enthält Quecksilber) fachgerecht entsorgen.
  3. Lampe öffnen.
  4. Elektronisches Vorschaltgerät ausbauen, die zugehörigen Kabel entfernen.
  5. Es bleiben nur noch vier Kabel, zwei von der rechten Seite und zwei von der linken Seite der Leuchtstoffröhren-Aufnahmepunkte.
  6. Dann verbinde man eine Ader von dem einen Ende mit einer Ader von dem anderen Ende.
  7. Die verbleibenden beiden Adern (eine von der einen Seite, die andere von der gegenüberliegenden Seite) sind nun für den Stromanschluss vorgesehen: eine für den Leiter, eine für den Neutralleiter. Diese nun mit der stromzuführenden Lüsterklemme in der Leuchtstoffröhrenfassung verbinden. Ein Kabel in N, das andere in L. Eventuell muss dafür eine der beiden Adern verlängert werden. Die Verlängerungsader sollte mindestens 1,5er Querschnitt besitzen.
  8. Hinweis: Der Schutzleiter sollte mit dem Gehäuse verbunden sein.
  9. Nun kann die Lüsterklemme wieder mit den stromführenden Kabeln verbunden werden.
  10. Zum Schluss wird die LED-Leuchtstoffröhre eingesetzt und die Lampenfassung verschlossen.
  11. Strom einschalten, Leuchtstoffröhre einschalten und das neue LED-Licht genießen.

Der Vorgang im Video erläutert:

Punkt 4

Die richtige Röhre

Vor dem Kauf ist zu überlegen, welchen Abstrahlwinkel und Lichtstrom (in Lumen) die Leuchten liefern sollen. Siehe:

LED in Watt umrechnen

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Bei LED-Birnen findet sich die Angabe "Lumen" zur Auszeichnung der Helligkeit des jeweiligen Leuchtmittels. Die Watt-Angaben auf den Lampen sind so gering, dass sich daraus kaum ein Anhaltspunkt für die Leuchtkraft der LED ziehen lässt. Jeder, der sich daran erinnern kann, wo er am Tag der Deutschen Wiedervereinigung war, fragt sich stets: Wie kann ich diese LED-Angaben in das gute alte Watt der Glühbirnen umrechnen? Zum Glück gibt es eine Faustformel ...

Zur Wahl der Lichtqualität

Aufgrund der unterschiedlichen Abstrahlcharakteristik zu einer herkömmlichen Leuchtstoffröhre werden sich in Zusammenspiel von Leuchtmittel und Reflektor Unterschiede ergeben. Die gewünschte Lichtfarbe und Farbwiedergabequalität (Farbwiedergabeindex Ra) muss ebenfalls spezifiziert werden.

Mittlerweile können LED Lichtfarben ähnlich dem beliebten Glühlampenlicht darstellen. In der Praxis können somit alle beliebten Werte von 3000K bis 6500K (warmweiß bis tageslichtähnlich) implementiert werden.

Sockel & Länge

Die Bauform ist der nächste Schritt. Hier sind Sockel (T8, T5 etc.) zu prüfen sowie die Länge der Röhre (60 cm, 120 cm, 150 cm als beliebteste Längen).

Hat Ihnen diese Anleitung geholfen?

Konnten Sie mit unseren Erläuterungen Ihre Leuchtstoffröhre umrüsten? Bitte geben Sie uns ein kurzes Feedback. Vielen Dank!

 

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Punkt 5

Weitere Grundüberlegungen zur LED-Umrüstung

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Punkt 6

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