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Wasserschaden – was nun tun? 6 dringend notwendige Maßnahmen

Ein Wasserschaden gehört zu den schlimmsten Erlebnissen als Hausbesitzer. Man hat noch Glück, wenn man den Wasserschaden rasch bemerkt. Richtig schlimm wird es, wenn das Wasserleck tagelang (z. B. während des Urlaubes) das Wasser in die Immobilie ergießen kann.

Wie auch immer: Beim Entdecken eines Wasserschadens ist schnelles Handeln gefragt. Wer im Notfall weiss, was zu tun ist, hält den Schaden in Grenzen. 

Wir zeigen, was bei einem Wasserschaden sofort und dann in den Tagen danach zu tun ist.

 
 

Inhalt: Wasserschaden – was tun?

Das Unglück ist schnell passiert

Die Ursachen eines Wassereinbruches in der eigenen Immobilie sind vielfältig: Rohrbruch im eigenen Haus oder in der Nachbarwohnung, undichtes Dach, nicht funktionierendes Rückschlagventil (Rückstauklappen) im Keller, eindringendes Grundwasser oder ein geplatzter Schlauch unter der Spüle ...

Wer den Wassereinbruch bemerkt, sollte zwar einen kühlen Kopf bewahren, aber auch schnell handeln.

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Erste-Hilfe-Maßnahmen

Alle sechs Sofort-Maßnahmen auf einer Seite zusammengefasst im Download. Zum Ausdrucken und Aufhängen::

Punkt 1

Quelle des Wassereinbruchs finden

Zunächst gilt es, die Ursache des Wasserschadens zu identifizieren. Das kann manchmal recht schwierig werden, wenn der Rohrbruch oder der geplatzte Schlauch im Hintergrund der Küche oder gar in einer Wand geschehen ist.

Alle 30 Sekunden platzt in Deutschland eine Leitung - mehr als 1 Million mal pro Jahr!

Punkt 2

Ursache beheben

Dann sollte man diese Ursache der übermäßigen Wasserzufuhr so rasch wie möglich beheben. Am leichtesten geschieht dies durch Verschließen der Hauptwasserleitung (Absperrventil zudrehen). Alternativ kann das verantworliche Ventil abgedreht werden. Merke: 

Links wie los, im Uhrzeigersinn dreht man zu.

Wenn der Keller über die Lichtschächte bei den Fenstern volläuft, muss draußen das weitere Eintreten verhindert werden. Hierfür können die Lichtschächte mit Eimern geleert und anschließend abgedeckt werden.

Sollte eine defekte Rückstauklappe das Wasser über die Abflussrohre einlaufen lassen, hilft es nur, über die Notrufnummer den Klempner ins Haus zu holen. Diese Notrufnummer sollte schnell verfügbar sein.

Punkt 3

Strom abstellen

Wenn der Wassereinbruch gestoppt wurde, sollte sicherheitshalber in den betroffenen Bereichen die Stromzufuhr gestoppt werden, um weitere Schäden an Mensch (Stromschlag) und Geräten (Kurzschluss und Folgeschäden) zu vermeiden. 

Sie können dazu die Kippschalter der betroffenen Bereiche im Sicherungskasten nach unten klappen oder die entsprechenden Sicherungen herausdrehen. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie den Hauptschalter umlegen.

Vorsicht!

Wasser leitet den Strom. Betreten Sie überflutete Flächen möglichst erst dann, wenn die Sicherung unten ist.

Punkt 4

Wasser beseitigen

Nun muss man das Wasser so rasch wie möglich wieder aus der Immobilie herausbekommen. Es gilt, den Fußboden Schritt für Schritt von der Überschwemmung zu befreien.

Leistungsfähige Pumpen, Wassereimer, Aufwischlappen – alles kommt im Kampf gegen die Feuchte zum Einsatz. Wer sich hierzu nicht in der Lage sieht, kann die Feuerwehr um Hilfe bitten. Aber Achtung: Solche Einsätze können Geld kosten, Preise legen die örtlichen Feuerwehren fest.

Als Beweis: Zwischendurch Fotos vom Wasser im Haus und den Wasserschäden machen.

Alternativ kann sich an den örtlichen Klempner-Notdienst gewendet werden. Im Internet gibt es das Portal schadenengel.de, welches bundesweit sogenannte Schadenmanager unter Vertrag hat und deren Einsätze rund um die Uhr koordiniert.

Achtung Öl

Wenn auf dem Wasser im Haus ein Ölfilm erkennbar ist, darf das Wasser nicht einfach so ins Freie gepumpt werden. Dann muss die Feuerwehr oder ein Fachbetrieb das Wasser durch einen Ölabscheider hinauspumpen.

Punkt 5

Möbel und Co. in Sicherheit bringen und trocknen

Wenn das Wasser raus ist, gilt es, so schnell wie möglich Inventar und Hausrat aus der Feuchtigkeit zum Trocknen zu bringen. Sie unterbinden so ein (weitergehendes) Aufquellen von Möbeln sowie der Teppiche und Co. Wischen Sie alle betroffenen Schränke, Tische, Stühle, Regale und Kästen gründlich trocken. Innenliegende Bereiche, in die Wasser eingedrungen sind, können Sie anschließend mit einem Föhn trocknen.

Punkt 6

Den Schaden festhalten

Nun kommt die Dokumentation des Schadens für die Versicherung und eventuell für den Vermieter. Schön wäre es, wenn Sie zwischendurch schon einmal ein paar Fotos "mit Wasser" geschossen hätten.

Fotografieren Sie die Möbel, Wasserflecken etc. einmal am Ort des Schadens und einmal nach dem Trocknen.

Dokumentieren Sie den Schaden schriftlich und im Bild, um später eine Grundlage für die Abrechnung mit der Versicherung zu haben. Bedenken Sie: Später können Sie eventuell nicht mehr belegen, dass ein Teil des Hausrats wirklich vom Wasserschaden betroffen war.

 

 

wasserschaden elektrik rohr ie 564Die Elektrik sollte vor dem Wiedereinschalten von einem Fachmann überprüft werden. Schäden können im Verborgenen lauern.


Nachdem der erste Schock überwunden ...

Wenn nun die gröbsten Wassermassen aus dem Hause raus sind, verschafft man sich einen Überblick über den Schaden:

  • Was ist alles betroffen?
  • Welche Maßnahmen müssen jeweils ergriffen werden?
  • Welche Dienstleister kommen dafür in Frage?

Vor Beauftragung der Arbeiten (auch wenn Sie selbst Hand anlegen), sollte der Vorfall mit der Gebäudeversicherung abgestimmt werden.

 

Als Mieter: Informieren Sie umgehend Ihren Vermieter Ihrer Wohnung über den Schaden.


Wann zahlt die Versicherung?

Eine Gebäudeversicherung mit Versicherung gegen sogenannte Elementarschäden kommt für die Folgen eines Wasserschadens auf, wenn dieser über einen Rohrbruch verursacht wurde. Dies gilt auch bei Hochwasser oder eindringendes Wasser von Starkregen, wenn Ihre Versicherung diese nicht ausgeschlossen hat. 

Für die Kosten eines Wasserschadens im Keller kommt in der Regel die Gebäudeversicherung auch ohne Zusatz "Elementarschäden" auf, da das Leitungswasser "bestimmungswidrig" (durch Rohrbruch oder geplatzten Schlauch) ausgetreten ist.

Den Schaden am beweglichen Mobiliar und Hausrat ersetzt die Hausratversicherung, der Schaden am Gebäude wird durch die Wohngebäudeversicherung geregelt.

 

Tipps und Hinweise zur Trocknung

Gehen Sie nie leichtfertig mit einem Wasserschaden um. Alle betroffenen Gegenstände sollten außerhalb des Hauses getrocknet werden.

Um Schimmelbildung in Wänden und Fußböden vorzubeugen, sollten diese professionell getrocknet werden. Besonders problematisch kann hierbei schwimmender Estrich sein, da die Feuchtigkeit unter den Estrich gedrungen sein und Isolierschichten durchtränkt haben kann. Diese Schäden fallen nicht direkt ins Auge!

Auch die Durchfeuchtung einer Wand kann unbemerkt bleiben, auf den ersten Blick völlig normal aussehen. ,

Darum ist es immer sinnvoll, einen Fachmann bzw. Sachverständigen für Wasserschäden heranzuziehen. Dieser kann eine professionelle Feuchtemessung der betroffenen Stellen und Bauteile durchzuführen. Folgeschäden - insbesondere Schimmelpilz - durch übersehene Feuchtigkeit kann so vorgebeugt werden.

Als Download

Alle sechs Sofort-Maßnahmen bei einer Überschwemmung im Haus auf einer Seite zusammengefasst im Download. Zum Ausdrucken und Aufhängen::

Weiterlesen:

Wie Sie Schimmel an der Wand entfernen

... wirkt auch an der Decke und in der Dusche (Silikonfugen).

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Unter Schimmel werden im Allgemeinen mikrobiologische Pilze verstanden, die neben Lebensmitteln und Pflanzen auch Gebäude befallen können. Für den Zusammenhang zwischen Schimmelpilzen und baulichen Schäden sowie notwendigen Sanierungsmaßnahmen wird dabei der Fachterminus "Baumykologie" verwendet.

Doch was macht die Schimmelbildung in Gebäuden und Wohnungen eigentlich so gefährlich? Und: Wie kann ich den Schimmel gesund und doch gründlich – möglichst für immer – entfernen?

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