Lüftungsanlage reinigen: Was Heimwerker selbst erledigen können und wann der Fachbetrieb ran muss

Den größten Teil der Pflege einer Lüftungsanlage schaffen Sie selbst, in etwa einer Stunde und ohne Spezialwerkzeug. Dazu gehören der Filterwechsel, das Reinigen der Zu- und Abluftventile, das Aussaugen des Gehäuses und ein Blick auf Wärmetauscher und Kondensatablauf. Die Reinigung der Luftkanäle in Decken und Wänden gehört dagegen in die Hände eines Fachbetriebs, und zwar dann, wenn eine Kontrolle Ablagerungen zeigt.

Viele Besitzer schieben die Reinigung vor sich her, weil sie das Gerät im Technikraum für eine Blackbox halten. Das ist es nicht. Wer schon einmal einen Staubsaugerbeutel gewechselt hat, bekommt auch das hin.

Lüftungsanlage reinigen - Symbolbild

Inhalt: Lüftungsanlage reinigen: Was Heimwerker selbst erledigen können

Kurz zusammengefasst

  • Filter regelmäßig wechseln: Prüfen Sie die Filter etwa alle drei Monate und tauschen Sie sie nach Herstellervorgabe und Verschmutzung aus. Für die Zuluft sind häufig Wechsel nach drei bis sechs Monaten sinnvoll; ein zugesetzter Filter kann die Luftmenge verringern.
  • Zugängliche Teile selbst pflegen: Filterwechsel und die Reinigung der Luftventile gehören bei vielen Anlagen zur Pflege durch die Bewohner. Gehäuse, Wärmetauscher und Kondensatablauf solltest du nur so öffnen oder reinigen, wie es die Anleitung deines Geräts vorsieht.
  • Vor dem Öffnen sicher abschalten: Trennen Sie das Gerät entsprechend der Anleitung vom Strom und warten Sie, bis die Ventilatoren stillstehen. Manche Geräte dürfen innen ausschließlich von Fachkräften geöffnet werden.
  • Wärmetauscher nicht pauschal abspülen: Ob Wasser erlaubt ist, hängt vom Modell und teils sogar vom Baujahr des Wärmetauschers ab. Die Lamellen sind empfindlich; maßgeblich ist die konkrete Reinigungsanweisung.
  • Ventileinstellung erhalten: Reinigen Sie abnehmbare Ventile, ohne ihre eingestellte Öffnung zu verändern. Diese Einstellung bestimmt mit, wie viel Luft der jeweilige Raum erhält.
  • Filtermatten nur passend zuschneiden: Meterware eignet sich für dafür vorgesehene Filterhalter. Im Lüftungsgerät müssen Maße, Filterklasse und Bauform zur Herstellerfreigabe passen; ein grober Mattenfilter ersetzt keinen vorgesehenen Feinfilter.
  • Kanäle prüfen lassen: Die Reinigung des Luftverteilsystems ist Facharbeit. Nach längerer Betriebszeit ist eine Inspektion sinnvoll; ob gereinigt werden muss, entscheidet der festgestellte Zustand.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Das brauchen Sie

Legen Sie sich vorher bereit: einen Staubsauger mit Bürstenaufsatz, einen Eimer mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel, ein weiches Tuch, neue Filter in der richtigen Größe und die Bedienungsanleitung des Geräts. Wer empfindlich auf Staub reagiert, trägt beim Filterwechsel Handschuhe und eine Maske. In einem alten Filter steckt ein halbes Jahr Außenluft.

Schritt für Schritt

  1. Anlage ausschalten. Nicht nur auf Stufe null stellen, sondern stromlos machen. Stecker ziehen oder die Sicherung abschalten. Die Ventilatoren laufen sonst eventuell wieder an, während Ihre Hand im Gerät steckt.
  2. Filter entnehmen. Merken Sie sich vorher, wie sie drinsitzen. Ein Handyfoto hilft. Die Pfeile auf dem Rahmen zeigen die Strömungsrichtung.
  3. Gehäuse aussaugen. Staub sammelt sich vor allem in den Filterschächten und Ecken. Mit dem Bürstenaufsatz vorsichtig arbeiten, damit Sie keine Sensoren oder Kabel beschädigen.
  4. Wärmetauscher prüfen. Bei vielen zentralen Geräten lässt er sich herausziehen. Kunststoff-Plattentauscher vertragen meist ein Bad in lauwarmem Wasser. Auch viele Enthalpie-Tauscher mit Feuchte-Membran lassen sich so ausspülen, oft mit Wasser bis 40 Grad. Ältere Tauscher aus Papier dürfen dagegen nicht nass werden. Hier gilt nur, was in der Anleitung steht. Die Spülmaschine ist tabu, solange der Hersteller sie nicht ausdrücklich erlaubt.
  5. Kondensatablauf kontrollieren. Im Winter bildet sich im Gerät Kondenswasser, das über einen Siphon abläuft. Trocknet dieser im Sommer aus, kann Kanalgeruch angesaugt werden. Etwas Wasser nachgießen genügt, sofern kein Trockensiphon verbaut ist.
  6. Ventile reinigen. Die Teller- oder Luftventile an Decke und Wand lassen sich meist herausdrehen. Waschen Sie sie in Spülwasser, trocknen Sie sie ab und setzen Sie sie wieder ein. Vorsicht: Verdrehen Sie dabei nicht den Einstellring. Der Installateur hat jedes Ventil beim Einregulieren auf eine bestimmte Luftmenge eingestellt. Markieren Sie die Stellung vorher mit einem Bleistiftstrich.
  7. Neue Filter einsetzen und Anzeige zurücksetzen. Dann Strom wieder an und prüfen, ob an allen Ventilen Luft ankommt.
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Filter selbst zuschneiden

Nicht jeder Filter muss ein Fertigteil sein. Die kleinen Filter in Abluftventilen, Vorfilter in einfachen Rahmen oder die Filterkassetten mancher Abluft-Wärmepumpen lassen sich aus Meterware zuschneiden. Dafür gibt es Filtermatten zum Zuschneiden in den Klassen G3 und G4. Filtercaps verkauft sie zum Beispiel als Matte ab einem Quadratmeter oder als Rolle für größere Anlagen. Ein Quadratmeter reicht für viele Ventilwechsel. Legen Sie den alten Filter als Schablone auf und schneiden Sie mit einer scharfen Schere einen Millimeter größer, damit die Matte dicht am Rand anliegt.

Für die Filter im Lüftungsgerät selbst taugt das nicht. Die Zuluft braucht dort meist einen Feinfilter der Klasse F7 mit festem Rahmen, und der muss exakt passen. Hier kaufen Sie besser das passende Fertigteil.

Wie oft reinigen?

Den Filter wechseln Sie zwei- bis viermal im Jahr, je nachdem, wie staubig die Luft draußen ist. Ventile und Gehäuse reinigen Sie einmal im Jahr, am besten zusammen mit einem Filterwechsel im Herbst. Den Wärmetauscher prüfen Sie ebenfalls jährlich und reinigen ihn nur, wenn sichtbar Staub auf den Lamellen liegt.

Bei der Reinigung von Ventilen und Gehäuse reicht Spülmittel. Wer mehr will, findet spezielle Mittel und Zubehör in Onlineshops. Aggressive Haushaltsreiniger, Chlor oder Desinfektionssprays gehören nicht ins Lüftungsgerät. Sie greifen Kunststoffe und Dichtungen an, und ihre Dämpfe landen später in Ihrer Atemluft.

Wann der Fachbetrieb kommen sollte

Die Luftkanäle sind für Heimwerker tabu. Sie verlaufen in Decken, Wänden und Estrich und lassen sich nur mit Kamera, rotierenden Bürsten und Absaugtechnik reinigen. Ein fester Kalender ist dafür nicht nötig. Lassen Sie die Kanäle bei der regelmäßigen Wartung durch einen Fachbetrieb kontrollieren und nur reinigen, wenn die Kamera Ablagerungen zeigt. In gut gefilterten Anlagen ist das oft erst nach vielen Jahren der Fall.

Anlass für einen früheren Termin sind muffiger Geruch aus den Ventilen, hörbar nachlassende Luftmenge trotz frischer Filter oder Feuchteflecken am Gerät.

Häufige Fragen

Kann ich die Wohnraumlüftung selbst reinigen? Filter, Ventile, Gehäuse und bei vielen Geräten auch den Wärmetauscher, ja. Die Kanäle nicht.

Muss die Lüftungsanlage während der Reinigung aus sein? Ja, und zwar stromlos. Nach dem Wiedereinschalten läuft sie normal weiter. Die kurze Pause schadet dem Haus nicht.

Warum riecht es nach der Reinigung nach Abwasser? Meist ist der Siphon des Kondensatablaufs ausgetrocknet. Wasser nachgießen oder einen Trockensiphon nachrüsten lassen.

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Interessante Fakten

  • Eine Filtermeldung misst nicht immer Schmutz. Bei vielen Geräten erinnert lediglich ein Zeitplan an den Wechsel. Eine Überwachung des tatsächlichen Filterzustands ist etwas anderes. Verbraucherzentrale zur Wartung 
  • Abwassergeruch muss nicht aus einem verschmutzten Luftkanal stammen. Auch ein ausgetrockneter oder falsch ausgeführter Siphon, die Außenluftansaugung oder ein Luftkurzschluss kommen als Ursache infrage.
  • Küchenabluft einer Wohnraumlüftung ist keine Dunstabzugshaube. Sie sorgt für den dauernden Luftwechsel; ein Filter am Abluftauslass soll unter anderem Fett von den Leitungen fernhalten.
  • Baustaub kann eine neue Anlage bereits vor dem Einzug verschmutzen. Deshalb soll die Wohnraumlüftung nicht als Bauentfeuchter laufen; Filter, Gerät und Leitungsnetz können sonst früh belastet sein. 
  • Für Luftkanäle gibt es einen Unterschied zwischen Inspektion und Reinigung. Zehnder empfiehlt, sein Luftverteilsystem spätestens nach acht bis zehn Jahren auf Verschmutzung prüfen und nur bei Bedarf professionell reinigen zu lassen.
  • „Wasser nachgießen“ passt nicht zu jedem Siphon. Es gibt Konstruktionen mit Trockensiphon; dort erfüllt kein dauerhaft stehendes Sperrwasser diese Aufgabe.

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Geschrieben von

Bauen-und-Heimwerken.de

Bauen und Heimwerken

Ein Beitrag aus dem Bauen-und-Heimwerken.de Team.

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