Werkzeug Pflege Collage

Werkzeug Pflege: Hammer, Säge, Schere und Co. richtig pflegen

Egal ob Regen oder Sonnenschein, Heimwerken geht immer! Außer, wenn die Werkzeuge nicht mehr mitspielen. Die Zange quietscht und das Sägeblatt ist verrostet? Das muss nicht sein. Mit wenigen Handgriffen und ein paar Tipps, die man beherzigen sollte, hat das heimische Werkzeug eine lange Lebensdauer. Doch welches Werkzeug benötigt welche Pflege?

Wie hältst du es mit der Werkzeugpflege?

 

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Punkt 1

Warum rostet Werkzeug?

Diese Frage ist im Prinzip schnell und einfach beantwortet: besteht ein Werkzeug aus unbeschichtetem Eisen, bildet sich in Verbindung mit Luft und Wasser Eisenoxid. Das ist das, was wir alle als Rost kennen. Dem zugrunde liegt, wie der Name vermuten lässt, ein simpler, chemischer Prozess: die Oxidation. Das Ergebnis? Das eigentlich stabile Eisen wird porös und brüchig.

Die meisten Werkzeuge wie Hammer, Säge oder Schraubendreher bestehen aus Eisen und werden häufig in Schuppen oder Kellern gelagert. Beide Orte sind prädestiniert für Feuchtigkeit und bei unsachgemäßer Lagerung kann es dann bei dem Werkzeug vorkommen, dass sich eine Rostschicht bildet. Das ist aber nicht direkt ein Grund, die alte Zange oder den alten Hammer durch ein neues Werkzeug zu ersetzen. Stattdessen kann man den Rost auch einfach entfernen.

Wie schütze ich Werkzeug vor Rost?

Versierte Handwerker schützen 1-2 mal pro Jahr (gerne häufiger) ihre großen Werkzeugflächen mit Wachs, die kleineren Werkzeuge werden mit einem Kamelienöl-getränkten Tuch abgerieben. Das folgende Video zeigt den Vorgang:

Länge: 3 Minuten

Punkt 2

Wie entroste ich Werkzeug?

Es gibt im Baumarkt so einige Wundermittel gegen Rost. Manche basieren dabei ebenfalls auf einem chemischen Prozess, bei dem der Rost wieder umgewandelt wird in Eisen. Diese Methode eignet sich besonders dann, wenn die Werkzeuge von Flugrost befallen sind. Der Rost breitet sich dann nicht weiter aus und das Werkzeug kann weiter benutzt werden. Bevor man einen solchen "Rostumwandler" benutzt, muss die Fläche aber von losen Rostpartikeln und Schmutz befreit werden.

Wie reinigt man rostiges Werkzeug? Das geht am einfachsten mit einer Stahlbürste oder Schleifpapier. Sind die Schmutzpartikel entfernt, trägt man den Rostumwandler auf.

Wie entrostet man Werkzeug noch? Es gibt auch Hausmittel, mit denen man dem Rost zu Leibe rücken kann. Handelsübliche Cola beispielsweise kann durch die enthaltene Phosphorsäure auch als Rostumwandler fungieren. Das Eisenoxid, also der Rost, wird dann durch die Phosphorsäure zu dem stabileren Eisenphosphat umgewandelt.

Oberflächlicher Flugrost lässt sich aber auch mit einer Paste aus Backpulver und Natron , die 1:1 gemischt wird, behandeln. Auch mit Essig oder Zitronensaft kann man in Sachen Rostentfernung gute Ergebnisse erzielen. Der Essig-Rost-Weg-Tipp im Video:

Rost vom Werkzeug mit Essig entfernen

Länge: 9 Minuten

Warum Werkzeugbeschichtung?

Werkzeuge sind dem Zahn der Zeit und dem Verschleiß ausgesetzt. Abrasion, Adhäsion, Tribooxidation, Mikrozerrüttung, Oxidation (Rost) - der Fachmann kennt viele solcher Verschleiß-Prozesse.

Diese werden vornehmlich durch die Oberflächeneigenschaften des Werkzeuges bestimmt. Wünschenswerte Oberflächeneigenschaften von Werkzeugen sind häufig hohe Härte, Oxidationsbeständigkeit oder gute Wärmeleitfähigkeit.

Vom Kern des Werkzeuges werden oftmals andere, zum Teil konkurrierende Eigenschaften erwartet: Stabilität, Zerspanbarkeit, Zähigkeit ...

Oftmals ist es unmöglich, alle diese angestrebten Eigenschaften mit einem einzigen Material zu erfüllen. Daher nimmt man für die Oberfläche von Werkzeugen gerne andere Materialien als für den Kern.

Punkt 3

Hilfe! Das Werkzeug stinkt!

Es ist nicht immer nur der Rost, der den Handwerker zur Verzweiflung treibt. So manchem ist beim Öffnen des Werkzeugkoffers oder Werkzeugschranks schon einmal ein übler Geruch entgegengekommen.

Warum stinkt Werkzeug? Dieser entsteht, wenn die verschiedenen Schmutzpartikel wie Rost, Öl, Staub und Feuchtigkeit sich miteinander verbinden. Lässt man den Werkzeugkoffer oder -Schrank längere Zeit ungeöffnet und es befindet sich Feuchtigkeit im Innern, kann sogar Schimmel entstehen. Damit das Werkzeug aber nicht stinkt, hilft nur eins:

Vor dem Wegräumen das Werkzeug gut säubern!

Punkt 4

Die richtige Werkzeugpflege - Handwerkzeug

Grundregeln

Grundsätzlich gilt: das Werkzeug immer nur dafür benutzen, wofür es ursprünglich auch gedacht ist! Das erhöht die Lebensdauer.

Nicht weniger wichtig ist, wie bereits angesprochen, die richtige Lagerung. Das Werkzeug sollte in einem trockenen Raum mit möglichst konstanter Temperatur liegen, um Rost zu vermeiden.

Reinigung mit Schutzfilm

Bevor es dorthin geräumt wird, das Putzen nicht vergessen und gegebenenfalls schon bevor sich der erste Rost zeigt einen Korrosionsschutz auftragen, dann hat man länger Freude daran. Ein Klassiker in Sachen Reinigung und Korrosionsschutz ist das allseits bekannte WD40 Multifunktionsöl. Das kann den Rost nicht nur beseitigen, sondern schützt zugleich auch vor neuem. Wie reinige ich Werkzeug? Einfach das Werkzeug zuerst mit einer Bürste von grobem Schmutz befreien und mit einem Tuch sauber wischen. Dann mit ein paar Tropfen Öl einreiben. Das Öl oder auch Wachs wirkt dabei wie eine Schutzschicht.

Komplexere Werkzeuge

Bei Werkzeugen mit versteckten Flächen sollte man sich die Zeit nehmen, es auseinander zu bauen und jede Stelle zu putzen.

Tipps und Tricks

  • Damit Zangen, Zollstöcke und Scheren eine längere Lebensdauer haben, sollte zusätzlich das Gelenk mit einem Sprüh- oder Kriechöl geschmiert werden, damit sie sich problemlos öffnen und schließen.
  • Damit eine Schere scharf bleibt, kann man von Zeit zu Zeit ein Stück Schleifpapier damit zerschneiden - das schärft die Klinge.
  • Kreide auf Feilen vermindert das Festsetzen von Späne (Quelle: Idealo-Artikel zu Reinigung und Pflege von Werkzeug).
  • Damit Sägeblätter rostfrei bleiben, auch diese immer von Sägespänen befreien und im Anschluss leicht einölen. Vorsicht! Nicht zuviel Öl nehmen, sonst wird das Holz beim nächsten Sägen fleckig.
  • Bei Hämmern ist die Gefahr groß, dass sich mit der Zeit der Kopf vom Stiel löst und somit zu einem ernstzunehmenden Risiko werden kann. Bei heftigen Schlägen kann die Metallfinne einfach davon fliegen. Damit ein lockerer Hammerkopf wieder fest sitzt, einfach den Kopf vom Stiel lösen, den Stiel mit einer Feinsäge einschneiden und nach dem Zusammensetzen in die Schnittkante einen Metallkeil einsetzen. Dieser bewirkt, dass das Holz sich spreizt und der Kopf wieder fest sitzt.

Punkt 5

Werkzeugpflege der Maschinen

Alle zwei bis drei Monate sollte man bei normaler Heimwerker-Nutzung seinen Maschinenpark einmal durchpflegen. Das folgende Video zeigt den Vorgang für Tischkreissäge, Handkreissäge, Hobel, Exzenterschleifer, Bandschleifer, Stichsäge, Akkuschrauber, Oberfräse, Tellerschleifer und Schraubstock.

Länge: 20 Minuten

Punkt 6

Pflege vom Gartenwerkzeug

Auch Gartenwerkzeug profitiert von regelmäßiger Reinigung und einem Schuss Öl an den Gelenken. Doch vor allem gilt es, eine schöne Schärfe sicherzustellen. Das folgende Video gibt Pflegetipps zum Gartenwerkzeug und zeigt, wie Gartenschere und Co. wieder schön scharf werden.

Länge: 6 Minuten

Pflege mit Leinölfirnis

Das folgende Video zeigt, wie Gartenwerkzeuge mit Leinölfirnis gepflegt wird. Auch die Lebensdauer des Werkzeugs kann profitieren.

Länge: 8 Minuten

Tipps zum Einölen von Gartenwerkzeug

Länge: 4 Minuten

Pflege von Axt und Sense

Länge: 14 Minuten

Punkt 7

Nicht mehr zu retten: die richtige Entsorgung

Ist ein Werkzeug nicht mehr zu retten und stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar, bleibt einem nichts anderes übrig, als es zu entsorgen.

Wo entsorge ich altes Werkzeug?

Handelt es sich um seltene, antike Werkzeuge, kann man ihnen ein zweites Leben in einem Museum schenken oder sie auf einem Flohmarkt oder online an Sammler verkaufen.

Metallwerkzeuge kann man entweder dem nächsten Schrotthändler mitgeben oder auf dem Wertstoffhof entsorgen. Dort bekommt man gesagt, in welchen Container es gehört.

Bei elektronischen Werkzeugen (Akkuschrauber und Co.) verhält es sich ähnlich. Ist dieses defekt, gehört es nicht einfach in den Hausmüll, sondern zum Elektroschrott. Händler sind aber auch verpflichtet, elektronische Geräte, die sie verkauft haben, als Elektroschrott wieder zurückzunehmen. Da am besten den Kassenbon aufheben, um nachzuweisen, dass es wirklich dort gekauft wurde.

Entsorgt man sein altes Elektro-Werkzeug einfach in der Restmülltonne, kann schnell auch einmal eine Strafzahlung ins Haus geflattert kommen.

Punkt 8

Abschließende Empfehlungen

Zusammenfassend kann man sagen, dass man bei Werkzeugen auf hochwertige Materialien und Legierungen zurückgreifen sollte, die gar nicht erst rosten. Damit man lange an seinen Werkzeugen hat, sollte man sie nach jeder Nutzung gründlich reinigen und von Zeit zu Zeit mit einem Öl pflegen, das löst nicht nur letzte Verschmutzungen, sondern dient auch als Korrosionsschutz. Richtig gelagert und gepflegt hält ein Werkzeug mehrere Jahre. Spätestens aber, wenn die Sicherheit auf dem Spiel steht, heißt es: weg damit und neu kaufen!

Punkt 9

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