Carport: Was beachten? Von der Planung bis zum fertigen Modell

Vor allem im urbanen Gebiet stehen immer weniger Parkmöglichkeiten im öffentlichen Raum zur Verfügung. Wer die Möglichkeit dazu hat, stellt sein Fahrzeug deshalb auf seinem eigenen Grundstück ab. Um das Auto dabei auch noch vor Witterungseinflüssen zu schützen und somit den Wert des Fahrzeugs bestmöglich zu erhalten, entschließen sich immer mehr Grundstückbesitzer für den Bau eines Carports. Doch was genau ist eigentlich der Unterschied zu einer Garage, welche Genehmigungen werden für den Bau eines Carports benötigt und was darf dort alles gelagert werden? Die Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt es in diesem Artikel.

Ratgeber Carport ► Aufbau ► Materialien für Dach und Stützen ► Opt. Länge, Höhe & Breite ► Gesetzliche Bestimmungen ► Baugenehmigung notwendig? ► Was darf rein?

Weisser VW Multivan im Carport
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1. Was zeichnet ein Carport aus?

Bei einem Carport handelt es sich grundsätzlich um eine Konstruktion aus Pfeilern und einem darauf aufgesetzten Dach, unter dem ein Fahrzeug Platz findet. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „Car“ für Auto sowie „Port“ für Hafen zusammen. Wörtlich übersetzt handelt es sich dabei also um einen

Hafen für das eigene Auto.

Im Unterschied zu einer Garage ist für den Carport eine offene Bauweise charakteristisch. Wände aus Beton oder Ziegel wie bei einer Garage gibt es bei einem Carport nicht. Dadurch ist tagsüber in der Regel auch keine zusätzliche Lichtquelle erforderlich, da das Tageslicht von allen Seiten für entsprechende Helligkeit sorgt.

Beitrag: Carport Garage Unterschied

 carport garage unterschied

Unterschied Carport – Garage: Ist das Carport alles in allem die bessere Garage?

Wer sein Auto liebt, der möchte es auch sicher aufgehoben wissen, wenn es abgestellt wird. Einfach nur am Straßenrand oder auf einem Stellplatz geparkt, bietet sich Dieben oder Vandalen jedoch eine gute Gelegenheit. Im besten Fall kann man das Fahrzeug auf dem eigenen Grundstück parken und zusätzlich mit einer Garage oder einem Carport schützen. Somit wird das Auto nicht nur vor Unbefugten, sondern auch vor Wettereinflüssen geschützt. Viele Autobesitzer stehen bei dieser Entscheidung vor der Frage, ob eine Garage oder ein Carport die bessere Variante ist. Pauschal lässt sich hier keine Antwort geben. In mancherlei Hinsicht gesehen ist ein Carport jedoch oft die vorteilhaftere Variante. Wo liegen hier also die Vorteile?

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Durch die vielen Öffnungen kann sich auch keine Feuchtigkeit anstauen. Das führt dazu, dass sich die Rostgefahr deutlich verringert.

Doch wo Licht ist, da gibt es selbstverständlich auch Schatten. Zu den Nachteilen eines Carports gegenüber einer Garage zählt vor allem, dass es sehr einfach zugänglich ist. Deshalb bietet es keinen Schutz vor Mardern und anderen Tieren und auch böswillige Passanten oder Nachbarn haben leichtes Spiel für Vandalismus-Attacken und können stets beobachten, ob im Carport tatsächlich nur das untergebracht ist, was dort Platz finden soll.

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2. Welches Material kann für die Stützen und das Dach verwendet werden?

In den meisten Fällen wird als Material für die Stützen entweder Holz oder Metall verwendet.

Holz ist dabei wesentlich günstiger. Einfache Konstruktionen sind bereits ab rund 200 bis 300 Euro erhältlich. Im direkten Vergleich ist Holz jedoch wesentlich witterungsanfälliger und muss zur Verlängerung der Lebensdauer dementsprechend intensiv behandelt werden.

Konstruktiver Holzschutz

Dabei spielt auch die Konstruktion eine wichtige Rolle. Gerade bei der Verwendung von Holz sollte der Carport und dessen Dach so konstruiert sein, dass das Regenwasser ungehindert abfließen und möglichst nicht an die Stützen gelangen kann. Regengüsse bei Starkwind einmal ausgenommen.

Aluminium oder rostfreier Stahl hält hingegen für mehrere Jahrzehnte und für die Pflege reicht eine gelegentliche Reinigung mit Wasser.

Beim Dach können

  • Wellblechplatten,
  • Durchsichtige Wellplatten,
  • Ziegel,
  • Kunststoffdachbahnen,
  • Kunststoffplatten oder
  • Teerpappe

als Auflage verwendet werden. Aus Gewichtsgründen werden beim Carport zumeist einlagige Kunststoffdachbahnen verwendet. Für die Dichtheit muss dabei bei der Verlegung besonders auf die exakte Ausführung der Anschlussverbindungen geachtet werden. Bei Teerpappe ist die Dehn- und Reißfähigkeit sowie das Temperaturverhalten stark von den verwendeten Bitumensorten abhängig.

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3. Wie groß sollte ein Carport sein?

Die Größe des Carports ist davon abhängig, welche Fahrzeuge darin Platz finden sollen.

3.1. Zur Breite

Für einen Mittelklassewagen sollte eine Breite von rund drei Metern einkalkuliert werden. SUVs benötigen deutlich mehr Platz. Hier sollte die Breite mindestens 3,50 Meter betragen.

3.2. Zur Länge

Bei der Länge sollte mit etwa 5,50 Meter kalkuliert werden. Im Durchschnitt sind Autos aktuell etwa 4,40 Meter lang. Bei 5,50 Meter lassen sich also auch größere Fahrzeuge problemlos einparken.

3.3. Zur Höhe

Bei der Höhe sollte eventuell auch die künftige Anschaffung eines Kleintransporters oder eines Wohnmobils berücksichtigt werden. Für einen Kleinwagen sind in der Regel 2,35 Meter ausreichend, mit 2,70 Meter gibt es jedoch auch die Möglichkeit, bei Bedarf größere Fahrzeuge unterzubringen.

Die Größe des Carports ist auch immer davon abhängig, wie viel Platz generell zur Verfügung steht. Unter Umständen soll vielleicht zusätzlich auch noch das Fahrrad oder das Motorrad darunter Platz finden. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte deshalb im Zweifelsfall eher großzügig planen.

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4. Wie viele Seiten sind offen?

Wie viele Seiten bei einem Carport offen sind, ist von den individuellen Vorstellungen abhängig. Grundsätzlich ist von einem Carport dann die Rede, wenn mindestens eine Seite offen und somit frei zugänglich ist. Das ist auch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu einer Garage.

Es gibt jedoch auch Carports, die von zwei oder drei oder sogar von allen Seiten offen sind.

Wer möchte, kann sein Carport auch natürlich mit Pflanzen überranken lassen. Das bringt viele Vorteile mit sich. Im Sommer ist es schattig, die Luft zirkuliert, die Fahrzeuge sind zum Teil vor neugierigen Blicken geschützt und durch die weiterhin gute Luftzirkulation gegenüber einer geschlossenen Konstruktion trocknen nasse Autos unter dem offenen Carport auch schneller und rosten deshalb weniger.

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5. Wo ist der beste Aufstellort für ein Carport?

Der beste Aufstellort für ein Carport ist auch immer von den jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Die erste Frage, die in diesem Zusammenhang geklärt werden sollte, ist, ob der Carport direkt ans Haus anschließen oder getrennt davon – freistehend – aufgestellt werden soll.

Oftmals wird der Carport direkt an der Grundstückseinfahrt gebaut, damit es keinen Platz vom Garten wegnimmt. Besonders ästhetisch wirkt das jedoch nicht. Optisch ist es immer schöner, wenn ein Gebäude sich etwas eingerückt von der Straße befindet.

Es ist zudem immer anzustreben, dass man auch bei Regen trockenen Fußes zur Haustür gelangt.

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6. Wird für den Carport eine Baugenehmigung benötigt?

Der Bau eines Carports stellt grundsätzlich eine bauliche Veränderung dar, die eine Genehmigung erforderlich macht. Im Detail kommt es jedoch darauf an, wie groß der Carport ist und in welchem Bundesland es aufgestellt wird. Denn jedes Bundesland hat seine eigene Landesbauordnung.

Bis zu einer bestimmten Größe ist die Aufstellung eines Carports verfahrensfrei.

Wer die Freigrenzen überschreitet und um eine Baugenehmigung ansucht, benötigt dafür einen Auszug aus der Flurkarte mit einem Lageplan, eine Baubeschreibung sowie die genaue Baubezeichnung des Carports.

Die Kosten für die Genehmigung selbst belaufen sich auf etwa 50 bis 200 Euro.

Die verfahrensfreie Größe variiert dabei jedoch von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Während in Schleswig-Holstein nur 20 Quadratmeter erlaubt sind, dürfen in anderen Bundesländern wie etwa Rheinland-Pfalz oder in Sachsen bis zu 50 Quadratmeter verfahrensfrei verbaut werden.

6.1. Was bedeutet "verfahrensfrei"?

Das bedeutet, dass der Carport bis zu dieser Größe grundsätzlich genehmigungsfrei ist, dennoch muss die jeweilige Gemeinde mit einer Bauanzeige über das Bauvorhaben informiert werden. Wer sich nicht daran hält, muss nicht nur mit einer Geldbuße rechnen, sondern den gesamten Carport wieder abbauen.

6.2. Gesetzliche Bestimmungen

Carports sind grundsätzlich von den sonst geltenden gesetzlichen Abstandsregeln des Baurechts für Gebäude ausgenommen. Das heißt, sie dürfen auch direkt auf eine Grundstücksgrenze gebaut werden. Doch auch hier gibt es wieder individuelle Regelungen in den Landesbauordnungen der Bundesländer. Wichtige Aspekte, die es dabei zu beachten gilt, sind der Genehmigungsstatus des Carports, die Größe und Höhe des Carports sowie die maximal zulässige Grenzbebauung auf dem Grundstück.

Selbst wenn die Bebauung rechtlich erlaubt ist, sollte jedoch bereits in der Planungsphase ein Gespräch mit dem Nachbarn geführt und dessen Zustimmung eingeholt werden. Schließlich wird niemand gerne vor vollendete Tatsachen gestellt.

Beitrag: Umgang mit streitsüchtigen Nachbarn

Der Umgang mit streitsüchtigen Nachbarn

Menschliches Miteinander ist überaus wichtig. Besonders dann, wenn es um die eigenen Nachbarn geht. Allerdings ist nicht jede Person mit dem gleichen Maß von Sozialkompetenz gesegnet. Manche Menschen sind schlichtweg introvertiert, andere charakterlich schwierig; in solchen Fällen kann es einige Zeit in Anspruch nehmen bis man eine gute Beziehung zu ihnen aufgebaut hat. Doch genau das zu tun lohnt sich.

Nichts ist einem harmonischen Zusammenleben hinderlicher als ein nörgelnder Nachbar, der jedem Vorhaben aus Prinzip im Wege stehen möchte. Im nachfolgenden Text wirst du erfahren, was du tun kannst, wenn ausgerechnet dein Nachbar ein schwieriger Mensch oder vielleicht sogar ein streitsüchtiges Ekel ist.

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7. Was darf alles (nicht) in den Carport?

Im rechtlichen Sinn handelt es sich bei einem Carport um eine Garage. Somit ist auch der Carport klar für das Abstellen von Kraftfahrzeugen definiert. Einfach reinstellen, was immer man möchte, ist deshalb nicht so ohne Weiteres erlaubt.

Was genau erlaubt ist, ist in den Landesbauordnungen festgeschrieben. Demgemäß dürfen die Unterstände nicht zweckentfremdet werden. Gegenstände wie etwa Gartenmöbel, kaputte Kühlschränke oder leere Bierkisten gehören dort tendenziell nicht hin. Die Fläche darf weder als Ersatzkeller noch als zusätzlicher Abstellraum oder gar als Home-Office oder Kino genützt werden.

Aus Brandschutzgründen ist insbesondere die Lagerung von Gasgrill, Gasflaschen, Benzin oder anderen gefährlichen, explosiven, brennbaren Stoffen verboten.

Für Mieter gilt es vor allem, das Kleingedruckte im Mietvertrag zu beachten. Werden beispielsweise kleine Reparaturen im Carport untersagt, muss sich der Mieter auch daran halten, selbst wenn diese gesetzlich erlaubt sind.

Kommunale Behörden führen zwar von sich aus keine Kontrollen durch. Bekommen sie jedoch Hinweise von Nachbarn oder Passanten, so gehen sie diesen nach und führen Stichproben durch. In den meisten Fällen kommt es zunächst zu einer Aufforderung, die entsprechenden Gegenstände innerhalb einer bestimmten Frist zu entfernen. In seltenen Fällen wird jedoch auch gleich ein Bußgeld in Rechnung gestellt.

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8. Ergänzungen und Fragen von Lesern

Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?

Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.

 

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9.1.

Solar Carport: Vorteile, Nachteile & Erfahrungen

Mittlerweile besitzen immer mehr Leute Solarzellen auf dem Hausdach. Eine sehr positive Entwicklung auch im Hinblick auf den Klimawandel. Doch nur relativ wenige kommen auf die Idee, auch das Carport mit Photovoltaikzellen auszustatten. Dabei stellt das Solarcarport eine sinnvolle Möglichkeit dar, das Dach des Carports effektiv zu nutzen.

Was sind eigentlich die Vorteile und die Nachteile von Solarcarports und ► mit welchen Kosten kann man dabei rechnen? ► weitere wichtige Punkte ► wann es sich lohnt

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9.2.

Was machen, um Marder aus Carport fernzuhalten?

lukass fragt:

Ich habe immer Probleme mit Mardern bei meinem Auto und würde gerne mal wissen, was ihr genau macht, wenn ihr Probleme mit diesen Tierchen habt? Könnt ihr mir irgendwelche Tipps und Tricks empfehlen?

Die Antworten lauten wie folgt:

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9.3.

haus garage 7 564

Nicht nur für das Auto: Eine Garage gehört für viele Häuslebauer einfach zum Haupthaus dazu. Die Möglichkeiten der Nutzung sind bunt und vielfältig. Unsere Frage: Wann ist eine Garage genehmigungspflichtig? Manchmal kommt man um die Einholung einer Genehmigung herum. Aber nicht immer ...

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