Treppe sicher machen

Treppe sicher machen – 6 Tipps plus weitere Empfehlungen

Im Haushalt finden sich zahlreiche Gefahrenquellen. Allerdings muss es nicht immer die Leiter sein, mit der eine Glühbirne ausgetauscht wird. Denn die deutlichste Gefahr wird leicht übersehen: Die Treppe. Obwohl sie eigentlich offensichtlich ist, wird sie dennoch oft vergessen.

Für Familien mit kleinen Kindern oder älteren Familienmitgliedern ist es deshalb besonders wichtig, sie sicher zu gestalten. Je nach eigenen Lebensumständen sollte dabei auf den richtigen Schutz gesetzt werden.

Alle Maßnahmen, die Treppen sicher machen ► Schutzgitter ► Baurechtsleisten ► rutschfeste Stufen ► Markierungen ► Steintreppen ► Offene Treppen ► Umfrage ► Videos

Punkt 1 

1. Einführung Treppensicherheit

Bei der Auswahl einer Treppe gilt es auf viele Aspekte zu achten. Will ein Hersteller eine Treppe sicher machen, achtet er vornehmlich auf die folgenden Punkte:

  • Einhalten aller gesetzlichen Sicherheitsvorschriften (Stufenabstand, Abstand der Geländerstreben ...)
  • Rutschhemmende Oberfläche der Stufen
  • Abrundung der Stufenkanten (mildert die Folgen eines Sturzes)
  • Durchgehendes, stabiles und griffsicheres Geländer

Siehe dazu auch folgendes Interview:

Video: Was macht eine sichere Treppe aus?

Länge: 2 Minuten

Daneben gibt es aber weitere (nachträgliche) Maßnahmen, um eine Treppe sicher zu machen.

Punkt 2

2. Kinderschutz: Sicherer Auf- und Abstieg für die Jüngsten

Sobald die Kinder sich endlich selbstständig fortbewegen können, hält sie nichts mehr an Ort und Stelle. Je jünger das Kleinkind ist, desto striktere Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig. Das gilt vor allem für Elektrizität, Türen und die Treppe. Dafür bieten sich spezielle Gitter an.

Diese Gitter lassen sich meist ohne größeren Montageaufwand an der Treppe befestigen. Wenn Sie Treppen online bestellen empfiehlt es sich, das Gitter gleich passend mitzubestellen.

Ausgestattet sind die Gitter mit zwei Balken und einem kleinen Tor, das für die Kleinsten ein unüberwindbares Hindernis darstellt. Es hilft vor allem dabei, krabbelnde Kinder von der Treppe fernzuhalten.

Einfache Modelle sind mit einem Griff ausgestattet, ähnlich dem einer Tür, der auf der Treppenseite montiert ist. Dadurch haben die Eltern eine Chance, das Tor zu öffnen, kleinen Kindern bleibt sie jedoch verwehrt.

An dieser Stelle ist dennoch Vorsicht geboten: Wird das Kind größer, kann ein solches Tor selbstständig geöffnet werden. Ab diesem Moment sollte eine andere Konstruktion gewählt werden. Dasselbe gilt für Haushalte mit Kindern unterschiedlichen Alters. Während das Kleinkind den Griff noch nicht erreichen mag, stellt das Gitter für die etwas höhere Altersklasse ein spannendes Klettergerüst dar, das nicht unbedingt geöffnet werden muss.

Video: Kinderschutzgitter selber bauen

Länge: 7 Minuten

Punkt 3

3. Der Durchfallschutz bei offenen Treppen

Offene Treppen verleihen dem Wohnraum ein besonders schönes Aussehen. Sie haben Charme und die scheinbar schwebenden Stufen lassen sich hervorragend mit rutschfesten Unterlagen ausstatten. In den meisten Fällen sind solche Stufen genormt, was bedeutet, dass der Stufenabstand rund 12 Zentimeter beträgt. Es kommt jedoch vor, dass aus bautechnischen Gründen größere Abstände gewählt werden. Selbst wenn die Abstände gering wirken:

Für kleine Kinder sind offene Treppen ein besonders hohes Sicherheitsrisiko.

baurechtsleisten treppe 700

Baurechtsleisten werden einfach unter die Stufen montiert

Den notwendigen Schutz bieten die sogenannten Baurechtsleisten. Dabei handelt es sich um eine Art Strebe, die unterhalb der Stufe angebracht wird. Sie scheint ebenfalls in der Luft zu schweben, minimiert jedoch den Zwischenraum zwischen den beiden Trittstufen. Damit wird die Gefahr des hindurchfallen abgewandt.

Oben bietet sich die Anbringung eines Geländers wie diesen Balkongeländer Bausatz an.

Haben die Kinder ein entsprechendes Alter oder eine gewisse Körpergröße erreicht, lassen sich diese Baurechtsleisten meist problemlos entfernen. Damit handelt es sich um eine flexible Investition, die dem Schutz der kleinsten Hausbewohner zugutekommt.

Punkt 4

4. Rutschfeste Stufen

Selbst auf der Treppe sind Wasserpfützen keine Seltenheit. Sie entstehen nicht nur durch frisch gewischte Stufen oder ein verschüttetes Glas: Wer im Winter mit nassen Schuhen die Treppe entlanggeht oder einen tropfenden Regenschirm trägt, erhöht ungewollt die Gefahr, die die Treppenstufen mit sich bringen können.

Übrigens: Nicht nur nasse Stufen sind ein Problem. Im Winter tragen viele Menschen gerne die wärmenden, selbst gestrickten Lieblingssocken. Während sie die Füße ausgezeichnet wärmen, sind sie sowohl auf Stein- als auch auf Holzstufen nicht besonders sicher. Das liegt daran, dass sie ausgesprochen rutschig sind.

Rutschfeste Stufen erreicht man grundsätzlich durch zwei unterschiedliche Methoden. Die eine Möglichkeit ist ein Klassiker, die andere ist die moderne Lösung.

Rutschfest wird die Treppe beispielsweise dadurch, dass die Stufen mit einzelnen Teppich-Stücken ausgestattet werden. Sie sind rasch montiert bzw. aufgeklebt und sorgen nicht nur dafür, dass die Füße nicht wegrutschen können, sondern auch dafür, dass sie im Winter angenehm temperiert bleiben. Allerdings bringt der Teppich seine Nachteile mit sich: Er lässt sich nicht wischen und erhöht damit den Aufwand, die Treppe zu reinigen. Zu einem Problem wird er eventuell für Allergiker oder Menschen mit Haustieren und irgendwann werden die Teppich-Stücke unansehnlich.

Alternativ gibt es eine moderne Alternative zum Teppichbesatz: die Anti-Rutsch-Beschichtung. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit, die auf die Stufen aufgetragen wird. Sie ähnelt einem Lack und kann mit dem entsprechenden Handwerkszeug problemlos selbst aufgestrichen werden. Das Besondere daran: Die rutschhemmende Beschichtung ist vom TÜV geprüft und erreicht die höchste Rutsch-Sicherheitsklasse. Damit sind die Bewohner jeden Alters besonders gut geschützt - das ganze Jahr über.

Wichtig dabei ist, dass es sich um ein chemisches Mittel handelt. Obwohl es vom TÜV geprüft wurde, muss es gewissen Inhaltsstoffe beinhalten, um die gewünschte Stabilität zu bieten. Zusätzlich sollte die Beschichtung regelmäßig geprüft werden, vor allem bei häufig genutzten Treppen. Gegebenenfalls kann sich die Schicht lösen und der erwartete Schutz mit der Zeit ausbleiben.

Punkt 5

5. Markierungen

Die Markierung von Treppenstufen ist ein weiteres sinnvolles Element für zusätzliche Sicherheit auf der Treppe. In der Regel wird die letzte Stufe markiert, um zu zeigen, dass an dieser Stelle die Treppe endet. Allerdings lässt sich eine solche Kennzeichnung auf jeder Treppenstufe anbringen. Für Menschen, die in ihrem Sehvermögen eingeschränkt, sind sie damit eine willkommene Hilfestellung. Auch für kleinere Kinder, die sich erst an die Breite und Höhe der Stufen gewöhnen müssen, stellt die Markierung eine Bereicherung dar: Denn sie ist ein optischer Fokus, der besagt, wo eine Stufe beginnt und wann sie endet.

Wichtig dabei ist es, eine Farbe zu wählen, die sich gut von der Farbe der Stufen abhebt. Auf hellem Holz ist beispielsweise eine dunkle Markierung besser zu erkennen als eine Helle.

Zusätzlich sollte beachtet werden, dass diese Kennzeichnung kein Hindernis darstellt. Leichte Erhebungen auf der Stufe können dazu beitragen, dass man daran hängen bleibt, weshalb eine flache Markierung vorzuziehen ist.

Punkt 6

6. Steintreppen

Feuchte Steintreppen sind ein besonderes Risiko. Sobald sie feucht werden, steigt die Rutschgefahr. Befindet sich die Treppe im Außenbereich, dann ist es sinnvoll, sie mit einer Überdachung vor Feuchtigkeit zu schützen. Dieses Dach bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Es bildet sich weniger Grünbelag auf den Stufen.

In der Regel wird für Steintreppen ein spezielles Reinigungsmittel empfohlen, das regelmäßig eingesetzt werden muss. Es löst Algen und Grünbelag und hilft damit, verschmutzungsbedingte Unfallgefahren zu minimieren. Alternativ kann die Steintreppe mit einer Mischung aus Backpulver und Essig gereinigt werden - diese Hausmittel bieten denselben Effekt.

Eine weitere gute Alternative sind Klebebänder mit Anti-Rutsch-Wirkung. Meist sind sie schwarz, fluoreszierend oder transparent. Das Besondere an diesen Bändern ist, dass sie eine raue Oberfläche haben und damit zur Optik der Steintreppe passen. Solche Klebebänder eigenen sich vor allem für den Außenbereich - im Treppenhaus, wo die Stufen eventuell barfuß oder in Socken genutzt werden, sind sie ungeeignet.

Punkt 7

7. Offene Treppen

Eine offene Treppe verleiht dem Raum ein ganz besonderes Aussehen. Trotzdem sollte an dieser Stelle nicht auf ein Geländer und einen Seitenschutz verzichtet werden. Selbst wenn keine kleinen Kinder im Haus sind, birgt sie ein besonderes Risiko.

Wer kein Sicherheitsnetz anbringen möchte, kann auf transparentes Plexiglas setzen. Auf den ersten Blick ist es kaum zu sehen, verhindert aber dennoch einen seitlichen Sturz in den offenen Raum. Kombiniert mit einem Geländer an der Innenseite, bietet die Treppe somit den benötigten Schutz und kann selbst von kleineren Kindern gefahrenlos genutzt werden.

Punkt 8

8. Fazit & Leserumfrage zur Treppensicherheit

Die Treppe prägt das Erscheinungsbild des Raumes - deshalb sollte sie sich trotz Schutz in ihre Umgebung einpassen. Welche Art von Schutzvorrichtung angemessen ist, hängt vom persönlichen Bedarf ab. So gibt es spezielle Schutzgitter, die bereits kleine Kinder davon abhalten, selbstständig die Treppenstufen zu erklimmen. Rutschfeste Stufen und Markierungen sind für Menschen jeden Alters von Vorteil. Bei Senioren sollte darauf jedoch auf keinen Fall verzichtet werden - dasselbe gilt für ein stabiles und leicht zu umfassendes Geländer. Wichtig ist, dass die Frage der Sicherheit keine Frage des Alters ist: Sie sollte stets ausreichend gewährleistet sein.

Welche Möglichkeit wirst du nutzen, um deine Treppe sicher zu machen?

 

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Punkt 9

9. Video: wichtige Faktoren zum Treppenkauf

Länge: 8 Minuten

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Punkt 10

10. Weiterlesen

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