Die richtige Lowboard-Größe: So passen Fernseher, Geräte und Stauraum zusammen

Ein Lowboard wirkt auf den ersten Blick wie ein unkompliziertes Möbel: niedrig, länglich, ein paar Türen oder Schubladen – fertig. In der Praxis zeigt sich seine Qualität jedoch erst, wenn der Fernseher sicher steht, kein Stecker an der Rückwand scheuert, die Spielkonsole nicht im Wärmestau arbeitet und sich jede Front öffnen lässt. Wer Maße, Material, Tragfähigkeit, Stauraum und Kabelführung gemeinsam betrachtet, findet nicht nur ein optisch passendes Möbel, sondern eine Lösung, die den Alltag ordnet und auch beim nächsten Fernseher noch ihren Dienst tut

Inhalt: Lowboard – richtige Größe

Kurz zusammengefasst

  • Passende Maße: Ein Lowboard sollte nicht nur in die vorgesehene Nische passen, sondern auch genügend Platz zum Öffnen der Fronten, für Anschlüsse und zur Bedienung der Geräte lassen. Deshalb sind Wand, Sockelleisten, Steckdosen, Fernseher und Zuspielgeräte vor dem Kauf vollständig auszumessen.
  • Ausgewogene Breite: Steht der Fernseher auf dem Lowboard, müssen Standfuß oder beide Gerätefüße vollständig und mit ausreichendem Abstand zu den Kanten aufliegen. Optisch wirkt eine Kombination meist harmonisch, wenn das Lowboard insgesamt etwa 40 bis 80 Zentimeter breiter als der Fernseher ist; dies ist jedoch eine Gestaltungsregel und kein Sicherheitsmaß.
  • Angenehme Bildschirmhöhe: Die Bildschirmmitte kann zunächst ungefähr an der sitzenden Augenhöhe ausgerichtet werden. Da Sofatiefe, Sitzhaltung, Betrachtungsabstand und persönliche Vorlieben die Wahrnehmung verändern, sollte die geplante Position vor der Montage mit einer Pappschablone oder Klebeband getestet werden.
  • Ausreichende Tiefe: Maßgeblich ist nicht die Tiefe des Gerätegehäuses allein. Hinter Receiver, Konsole oder Fernseher wird zusätzlicher Raum für Stecker, Kabelbögen, Luftzirkulation und Wartungszugang benötigt.
  • Nutzbarer Stauraum: Offene Fächer eignen sich für häufig bediente und wärmeabgebende Geräte, während Türen und Schubladen für ein ruhigeres Erscheinungsbild sorgen. Entscheidend sind die tatsächlichen Innenmaße, verstellbare Einlegeböden und sinnvoll angeordnete Kabelöffnungen.
  • Belüftung: Elektronische Geräte dürfen nicht dicht gestapelt oder in unbelüftete Fächer gezwängt werden. Die vom Gerätehersteller genannten Mindestabstände und Lüftungsflächen haben Vorrang vor allgemeinen Faustregeln.
  • Materialqualität: Massivholz ist langlebig und häufig reparierbar, während Furnier, MDF und beschichtete Spanplatten formstabile und preislich abgestufte Alternativen ermöglichen. Über die Haltbarkeit entscheiden jedoch ebenso Kanten, Rückwand, Beschläge, Materialstärke und Konstruktion.
  • Tragfähigkeit und Kippsicherheit: Die zulässige Belastung von Deckplatte, Einlegeböden und Auszügen muss zum Gewicht der Geräte und des Inhalts passen. Bei Kindern oder Haustieren sind die vorgesehene Kippsicherung des Möbels und eine Sicherung des Fernsehers besonders wichtig.
  • Sichere Wandmontage: Ein hängendes Lowboard belastet Wand und Befestigung dauerhaft mit seinem Eigengewicht, dem Inhalt und zusätzlichen Kräften beim Öffnen. Bei unbekanntem Wandaufbau, fehlender Verstärkung oder möglichen Leitungen im Bohrbereich ist eine fachkundige Befestigung die vernünftige Lösung.
  • Zukunftsfähige Planung: Etwas Reserve bei Breite, Fachtiefe und Belastbarkeit erleichtert einen späteren Gerätewechsel. Austauschbare Beschläge, zugängliche Kabel und reparierbare Oberflächen verlängern die Nutzungsdauer des Lowboards.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

grafik lowboard groesse

Größenfindung in Kürze

  • Miss zuerst Fernseher, Geräte, Stellfläche und Sitzhöhe. Außenmaße allein sagen wenig darüber aus, ob das Lowboard wirklich passt.
  • Das Lowboard darf breiter als der Fernseher sein. Ein seitlicher Überstand von ungefähr 20 bis 40 Zentimetern wirkt meist ausgewogen.
  • Die richtige Höhe richtet sich nach deiner Augenhöhe. Die Bildschirmmitte sollte beim entspannten Sitzen ungefähr auf Augenhöhe oder leicht darunter liegen.
  • Achte auf die tatsächlichen Innenmaße. Rückwand, Scharniere, Türen und Kabel benötigen mehr Platz, als Produktbilder vermuten lassen.
  • Elektronische Geräte brauchen Luft. Geschlossene Fächer ohne ausreichende Lüftungsöffnungen können zu Wärmestau führen.
  • Tragfähigkeit und Standsicherheit gehen vor Optik. Das gilt besonders bei großen Fernsehern, ausziehbaren Schubladen und hängenden Lowboards.

Was ein gutes Lowboard leisten muss

Ein Lowboard wie auf dieser Website ist mehr als ein niedriger Schrank unter dem Fernseher. Es verbindet mehrere Aufgaben: Es trägt oder begleitet den Bildschirm, nimmt Zuspielgeräte auf, verbirgt Kabel und schafft Stauraum. Gleichzeitig prägt es die Proportionen der gesamten Wand.

Die richtige Auswahl beginnt deshalb nicht bei Farbe oder Stil, sondern bei vier Fragen:

  1. Wie groß und schwer sind Fernseher und weitere Geräte?
  2. Welche Höhe ermöglicht entspanntes Fernsehen?
  3. Was soll offen zugänglich und was verborgen verstaut werden?
  4. Ist ein stehendes oder ein hängendes Modell für Wand und Raum geeigneter?

Handwerklicher Gedanke

Ein Möbelstück passt nicht deshalb, weil es in die Nische hineinpasst. Es passt erst, wenn es sich dort auch sinnvoll benutzen lässt.

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Die vorhandene Situation richtig ausmessen

Nimm dir für die Bestandsaufnahme mindestens 30 Minuten Zeit. Ein Zollstock genügt für grobe Maße, mit einem Bandmaß lassen sich größere Strecken jedoch bequemer erfassen. Hilfreich sind außerdem Malerkrepp, Wasserwaage, Bleistift und ein Stück Pappe als Geräteschablone.

Miss und notiere:

  • verfügbare Wandbreite
  • Abstand zu Türen, Heizkörpern und Steckdosen
  • Höhe und Tiefe der Sockelleiste
  • Position vorhandener Kabel- und Antennenanschlüsse
  • Breite, Höhe und Tiefe des Fernsehers
  • Abstand zwischen den TV-Standfüßen
  • Gewicht des Fernsehers
  • Maße aller Receiver, Konsolen und Abspielgeräte
  • zusätzliche Tiefe für Stecker und Kabel
  • Breite und Höhe einer vorhandenen Soundbar
  • deine Augenhöhe beim normalen Sitzen

Klebe die Außenkontur des geplanten Lowboards mit Malerkrepp auf Wand und Boden ab. Markiere auch den Fernseher. So erkennst du schnell, ob die Kombination gedrungen, verloren oder ausgewogen wirkt.

Praxistipp

Lass die Markierung einen Tag hängen. Prüfe sie aus verschiedenen Sitzpositionen und bei geöffneten Türen. Eine am Abend stimmige Lösung kann bei Tageslicht überraschend wuchtig wirken.

Die richtige Breite bestimmen

Als Mindestmaß sollte das Lowboard nicht schmaler als die Standfläche des Fernsehers sein. Dabei zählt bei seitlichen Füßen nicht nur die Bildschirmbreite, sondern vor allem deren Abstand und Auflagefläche.

Optisch wirkt ein Lowboard meist ruhiger, wenn es insgesamt etwa 40 bis 80 Zentimeter breiter als der Fernseher ist. Das entspricht ungefähr 20 bis 40 Zentimetern Überstand je Seite. Diese Angabe ist eine Gestaltungsregel, keine technische Vorschrift.

TV-DiagonaleUngefähre BildschirmbreiteHäufig passende Lowboard-Breite
43 Zoll 95 cm 135 bis 175 cm
50 Zoll 111 cm 150 bis 190 cm
55 Zoll 122 cm 160 bis 200 cm
65 Zoll 144 cm 185 bis 225 cm
75 Zoll 166 cm 205 bis 245 cm
85 Zoll 188 cm 230 bis 270 cm

Die Werte beziehen sich auf übliche Bildschirme im Format 16:9. Rahmen, Füße und Gehäuse können die tatsächlichen Maße verändern. Maßgeblich bleibt deshalb immer das Datenblatt deines Fernsehers.

Ein besonders breites Lowboard kann eine große Wand beruhigen. In kleinen Räumen kann es dagegen den Durchgang einengen. Zwischen Möbel, Tür und anderen Einrichtungsgegenständen muss genug Platz bleiben, damit Türen, Schubladen und Klappen vollständig geöffnet werden können.

Höhe und Fernsehposition aufeinander abstimmen

Für entspanntes Fernsehen sollte die Mitte des Bildschirms bei deiner üblichen Sitzhaltung ungefähr auf Augenhöhe oder etwas darunter liegen. Entscheidend ist nicht deine Körpergröße im Stehen, sondern die tatsächliche Augenhöhe auf dem Sofa oder Sessel.

Bei einem Fernseher auf Standfüßen kannst du die voraussichtliche Bildschirmmitte näherungsweise berechnen:

Lowboard-Höhe + Abstand zwischen Stellfläche und Bildunterkante + halbe Bildschirmhöhe

Beispiel: Deine Augenhöhe beträgt im Sitzen 105 Zentimeter. Der sichtbare Bildschirm ist 81 Zentimeter hoch, seine Unterkante beginnt durch den Standfuß 7 Zentimeter über dem Lowboard. Damit läge eine passende Lowboard-Höhe rechnerisch bei ungefähr 57 Zentimetern:

105 cm − 7 cm − 40,5 cm = 57,5 cm

Die Rechnung ist ein Ausgangspunkt. Bei einem tiefen Sofa und leicht zurückgelehnter Haltung kann eine etwas höhere Position angenehm sein. Sitzt du aufrecht und nah am Bildschirm, stört eine zu hohe Aufstellung häufig schneller.

Hängt der Fernseher an der Wand, lässt sich seine Höhe unabhängig vom Lowboard festlegen. Zwischen Möbel und Bildschirm sollte jedoch genug Luft bleiben, damit die Kombination nicht zusammengedrückt aussieht und eine Soundbar Platz findet.

Typischer Fehler

Das Lowboard wird nach dem Produktfoto ausgewählt. Zu Hause steht der Fernseher dann deutlich höher als im Ausstellungsbild, weil Standfuß, Bildschirmgröße und Sitzhöhe anders sind.

Tiefe: Platz für Geräte, Stecker und Luft

Viele moderne Lowboards sind nur 35 bis 40 Zentimeter tief. Das kann für kleine Geräte genügen, wird bei AV-Receivern, Konsolen oder großen Steckern jedoch schnell knapp.

Miss nicht nur das Gehäuse. Rechne hinter dem Gerät zusätzlich Platz ein für:

  • Netzstecker
  • HDMI- und Antennenkabel
  • zulässige Kabelbögen
  • Belüftung
  • Steckdosenleisten
  • das Einführen und Wechseln von Kabeln

Ein Gerät mit 35 Zentimetern Gehäusetiefe passt selten vernünftig in ein Fach mit exakt 35 Zentimetern Innentiefe. Je nach Anschlüssen und Herstellervorgaben können mehrere Zentimeter Reserve erforderlich sein.

Die Außen- und Innenmaße unterscheiden sich durch Fronten, Rückwand und Materialstärke. Prüfe deshalb im Produktdatenblatt die nutzbare Fachtiefe bei geschlossener Tür.

Profi-Tipp: Schneide aus Pappe eine Schablone in Gerätegröße aus und ergänze hinten den benötigten Anschlussraum. Damit kannst du im Möbelhaus sofort prüfen, ob das Gerät mitsamt Kabeln hineinpasst.

Stauraum passend zur Nutzung planen

Mehr Fächer bedeuten nicht automatisch mehr nutzbaren Stauraum. Entscheidend ist, ob Aufteilung, Zugänglichkeit und Belüftung zu deinen Geräten und Gegenständen passen.

StauraumlösungVorteileNachteileGeeignet für
Offene Fächer gute Bedienbarkeit und Belüftung Staub und Kabel sichtbar Receiver, Konsole, Router
Drehtüren ruhiges Erscheinungsbild benötigen Platz vor dem Möbel Spiele, Filme, Zubehör
Klappen große, durchgehende Front Beschläge werden stärker belastet breite Gerätefächer
Schubladen Inhalt vollständig erreichbar weniger Raumhöhe, höhere Belastung beim Ausziehen Kabel, Controller, Kleinteile
Glastüren Geräte sichtbar, etwas staubgeschützt Fingerabdrücke, mögliche Spiegelungen Fernbedienbare Geräte
Schiebetüren kein Schwenkbereich erforderlich immer nur ein Teil zugänglich enge Räume

Prüfe bei elektronischen Geräten, ob die Fernbedienung durch eine geschlossene Front funktioniert. Infrarotsignale werden von undurchsichtigen Türen normalerweise blockiert. Funk- oder Netzwerksteuerung kann funktionieren, sollte aber vor dem Kauf geklärt werden.

Für Gerätefächer sind verstellbare Einlegeböden sinnvoll. Achte darauf, dass die Rückwand Kabeldurchlässe besitzt oder so gestaltet ist, dass sie sich sauber anpassen lässt. Eine vollständig offene Rückseite verbessert die Zugänglichkeit, lässt aber Kabel und Wand dahinter sichtbar werden.

Soundbars mit nach oben gerichteten Lautsprechern dürfen nicht in ein knappes Fach eingeschoben oder von einer vorspringenden Platte verdeckt werden. Beachte die Aufstellungshinweise des Geräteherstellers.

Materialien im Vergleich

Massivholz

Massivholz ist langlebig, belastbar und häufig gut reparierbar. Kratzer oder abgenutzte Flächen lassen sich je nach Oberflächenbehandlung anschleifen und neu ölen oder lackieren.

Holz arbeitet jedoch: Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Breite Flächen können sich geringfügig verziehen oder Fugen verändern. Gute Konstruktionen berücksichtigen diese Bewegung. Massivholz ist außerdem vergleichsweise schwer und meist teurer.

Furnierte Holzwerkstoffe

Bei furnierten Möbeln liegt eine dünne Schicht echten Holzes auf einem Trägermaterial. Dadurch entsteht eine natürliche Oberfläche bei relativ hoher Formstabilität.

Gutes Furnier kann hochwertig wirken, lässt sich aber nur sehr vorsichtig schleifen. Ist die dünne Deckschicht durchgeschliffen oder an einer Kante stark beschädigt, wird eine Reparatur schwierig.

MDF

MDF besteht aus feinen Holzfasern und eignet sich gut für glatte, lackierte Oberflächen. Kanten können sauber profiliert werden, weshalb das Material bei grifflosen Fronten verbreitet ist.

MDF ist schwer und reagiert empfindlich auf länger einwirkende Feuchtigkeit, sobald die Beschichtung beschädigt ist. Bei hochglänzenden Lackflächen fallen Fingerabdrücke und Kratzer schneller auf.

Beschichtete Spanplatte

Beschichtete Spanplatten ermöglichen preisgünstige und formstabile Möbel. Die Qualität hängt stark von Plattenstärke, Kantenversiegelung, Beschlägen und Konstruktion ab.

Beschädigte Kanten können Feuchtigkeit aufnehmen. Ausgerissene Schraubverbindungen lassen sich schlechter reparieren als bei Massivholz. Für ein Möbel, das häufig umzieht oder mehrfach zerlegt werden soll, ist eine schwache Spanplattenkonstruktion daher ungünstig.

Multiplex und Sperrholz

Mehrlagig verleimte Platten bieten bei guter Qualität eine hohe Festigkeit. Sichtbare Schichtkanten können bewusst als Gestaltungselement eingesetzt werden. Hochwertige Ausführungen sind jedoch nicht automatisch günstiger als Massivholz.

Metall und Glas

Metallgestelle können schlank und tragfähig sein. Sie übertragen allerdings Schwingungen und benötigen einen ebenen Boden. Filz- oder Kunststoffgleiter schützen empfindliche Beläge.

Glas wirkt leicht, zeigt aber Staub und Fingerabdrücke. Bei exponierten Glasflächen solltest du auf geeignetes Sicherheitsglas und sauber geschliffene Kanten achten. Beschädigte Glasbauteile werden ersetzt und nicht notdürftig geklebt.

Woran du eine gute Verarbeitung erkennst

Eine schöne Front kann eine schwache Konstruktion verdecken. Prüfe deshalb möglichst auch Rückseite, Unterboden und Beschläge.

Achte besonders auf:

  • angegebene Tragfähigkeit der Deckplatte und Einlegeböden
  • verwindungssteifen Korpus
  • gleichmäßige Fugen
  • sauber geschlossene Kanten
  • stabile Rückwand
  • nachstellbare Scharniere
  • belastbare Schubladenauszüge
  • höhenverstellbare Füße oder Stellschrauben
  • austauschbare Beschläge
  • verständliche Montageanleitung
  • verfügbare Ersatzteile
  • Angaben zur Standsicherheit

Für Wohn- und TV-Möbel behandelt die DIN EN 14749 unter anderem sicherheitstechnische Anforderungen sowie Prüfungen von Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Standsicherheit. Eine bloße Normnennung im Angebot ersetzt allerdings keinen nachvollziehbaren Nachweis.

Praxistipp

Öffne Schubladen vollständig und bewege sie leicht seitlich. Haken, großes Spiel oder Schleifgeräusche sind Warnzeichen. Klappen sollten kontrolliert öffnen und in jeder Position sicher geführt sein.

Tragfähigkeit und Standsicherheit prüfen

Vergleiche das Gewicht des Fernsehers mit der zulässigen Belastung der Deckplatte. Berücksichtige auch Standfuß, Soundbar, Dekoration und weitere Geräte. Bei zwei weit auseinanderstehenden TV-Füßen entsteht die Belastung punktuell. Die Platte darf sich dabei nicht merklich durchbiegen.

Schwere Gegenstände gehören möglichst nach unten. Voll ausgezogene Schubladen verlagern den Schwerpunkt nach vorne. Kinder können offene Schubladen zusätzlich als Stufen benutzen. Deshalb sind die Montagehinweise zur Kippsicherung ernst zu nehmen.

Auch der Fernseher selbst sollte gegen Umkippen geschützt sein, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben. Verwende dafür vorgesehene Sicherungen des Geräte- oder Möbelherstellers.

Sicherheitsregel

Ein Möbelstück darf weder wackeln noch nach vorne kippen, wenn Türen, Klappen oder Schubladen bestimmungsgemäß geöffnet werden.

Stehendes oder hängendes Lowboard?

Ein stehendes Lowboard ist meist einfacher aufzustellen, lässt sich später versetzen und belastet die Wand nur dann, wenn eine Kippsicherung erforderlich ist. Unebene Böden können häufig über Stellfüße ausgeglichen werden.

Ein hängendes Lowboard wirkt leichter und erleichtert das Reinigen des Bodens. Dafür muss die Wand das gesamte Gewicht aus Möbel, Inhalt und dynamischer Belastung sicher aufnehmen.

Vor der Montage sind zu prüfen:

  • Wandbaustoff und Wandaufbau
  • zulässige Last des Aufhängesystems
  • Lage elektrischer Leitungen und Rohrleitungen
  • Zustand des Mauerwerks oder der Beplankung
  • Art und Anzahl der vorgesehenen Befestigungspunkte
  • Montagevorgaben des Herstellers

Die Tragfähigkeit der Wandbefestigung lässt sich nicht allein aus der Größe eines Dübels ableiten. Bei Gipskartonwänden kommt es beispielsweise auf Beplankung, Unterkonstruktion und vorhandene Verstärkungen an.

Fachbetrieb empfohlen: Ist der Wandaufbau unbekannt, das Möbel sehr schwer oder liegen möglicherweise Leitungen im Bohrbereich, sollte die Befestigung fachkundig geplant und ausgeführt werden.

Bei Mietwohnungen sind außerdem die mietvertraglichen Bedingungen und gegebenenfalls die Abstimmung mit der vermietenden Partei zu beachten.

Belüftung und Kabelmanagement

Receiver, Konsolen und andere leistungsfähige Geräte geben Wärme ab. Geschlossene Möbelfächer können diese Wärme stauen. Das führt zu lauteren Lüftern, Leistungsproblemen und möglicherweise verkürzter Gerätelebensdauer.

Beachte deshalb:

  • Lüftungsöffnungen nicht verdecken
  • Geräte nicht dicht übereinanderstapeln
  • Herstellerabstände einhalten
  • warme Abluft nach oben oder hinten entweichen lassen
  • Steckdosenleisten nicht zwischen wärmeabgebenden Geräten einklemmen
  • Kabel nicht scharf knicken
  • Netzteile nicht unter Textilien oder Papier verbergen

Eine Öffnung nur für Kabel reicht nicht zwangsläufig für die Belüftung. Bei geschlossenen Fächern sind sinnvoll angeordnete Zu- und Abluftöffnungen erforderlich.

Beschrifte Kabel an beiden Enden, bevor du sie einziehst. Befestige Steckdosenleisten so, dass Schalter und Stecker erreichbar bleiben. Strom- und Signalkabel können getrennt geführt werden, damit sich die Anlage leichter warten lässt.

Im Zweifel ist ein Fachbetrieb günstiger als ein Unfall, ein Gebäudeschaden oder eine später notwendige Komplettsanierung.

Nachhaltigkeit und gesundes Wohnen

Ein langlebiges Lowboard zeichnet sich nicht allein durch massives Material aus. Reparierbare Beschläge, austauschbare Fronten, solide Verbindungen und ein zeitloser Aufbau können wichtiger sein als eine besonders dicke Platte.

Bei Holz und Holzwerkstoffen bieten nachvollziehbare Umweltzeichen Orientierung. Der Blaue Engel kennzeichnet in der Produktgruppe DE-UZ 38 emissionsarme Möbel aus Holz und Holzwerkstoffen. Zertifizierungen wie FSC oder PEFC können Hinweise auf die kontrollierte Herkunft des Holzes geben.

Ein auffälliger Eigengeruch beweist nicht automatisch eine Gesundheitsgefahr. Stark oder anhaltend riechende Möbel sollten jedoch gründlich gelüftet und bei Beschwerden reklamiert oder fachlich beurteilt werden. Holzwerkstoffe und Oberflächenbehandlungen können flüchtige Stoffe an die Raumluft abgeben.

Gebrauchte Massivholzmöbel lassen sich häufig gut aufarbeiten. Bei unbekannten alten Beschichtungen solltest du vor dem Schleifen oder Abbrennen klären, womit die Oberfläche behandelt wurde. Nicht jede alte Lackierung ist für eine staubintensive Bearbeitung unbedenklich.

Typische Fehlkäufe und ihre Folgen

FehlerWoran du ihn bemerkstVermeidung oder Abhilfe
Lowboard zu schmal Fernseher wirkt kopflastig oder Füße stehen knapp am Rand TV-Breite und Fußabstand vorher messen
Bildschirm zu hoch Nacken wird beim Fernsehen angespannt Sitzende Augenhöhe ermitteln
Gerätefach zu flach Türen schließen nicht oder Kabel werden geknickt Innenmaß plus Anschlussraum prüfen
Fehlende Belüftung Geräte werden heiß, Lüfter laufen laut Öffnungen schaffen oder Geräte offen aufstellen
Zu geringe Tragfähigkeit Deckplatte biegt sich durch Lastangaben prüfen, Gewicht verteilen
Türen kollidieren Fronten schlagen an Wand oder Nachbarmöbel Öffnungsbereich abkleben und testen
Hängemöbel falsch befestigt Möbel senkt sich oder löst sich von der Wand Wandaufbau prüfen und Befestigung dimensionieren
Stauraum überschätzt große Fächer bleiben schlecht nutzbar tatsächliche Gegenstände und Geräte einplanen
Kabel nicht zugänglich jedes Umstecken erfordert das Verrücken des Möbels Wartungszugang und lösbare Kabelführung vorsehen

Zeitaufwand und Kosten realistisch einschätzen

Für Ausmessen und Planung solltest du ungefähr eine Stunde einplanen. Der Aufbau eines einfachen Lowboards benötigt häufig ein bis drei Stunden. Große Modelle mit vielen Schubladen können deutlich länger dauern. Für eine Wandmontage kommen Prüfung, Anzeichnen, Bohren, Ausrichten und eine Belastungskontrolle hinzu.

Preislich reicht die Spanne vom einfachen Serienmöbel im niedrigen dreistelligen Bereich bis zum maßgefertigten Massivholz-Lowboard für mehrere Tausend Euro. Wichtiger als eine starre Preisgrenze sind folgende Kostenfaktoren:

  • Material und Materialstärke
  • Qualität von Beschlägen und Auszügen
  • Oberflächenbehandlung
  • Tragfähigkeit
  • vormontierte oder zerlegte Lieferung
  • Transport und Aufbau
  • Wandmontage
  • Sondermaße
  • Reparierbarkeit und Ersatzteilversorgung

Ein günstiges Serienmodell kann sinnvoll sein, wenn Maße und Nutzung klar begrenzt sind. Maßanfertigung lohnt sich vor allem bei schwierigen Nischen, außergewöhnlichen Geräteabmessungen oder dem Wunsch nach einer langfristig reparierbaren Lösung.

Entscheidungshilfe vor dem Kauf

Prüfe vor der Bestellung jeden dieser Punkte:

  • Passt die Breite zur Wand und zum Fernseher?
  • Stehen alle TV-Füße vollständig und mit Sicherheitsabstand auf?
  • Stimmt die Bildschirmhöhe mit deiner Sitzposition überein?
  • Reichen die Innenmaße für Geräte, Stecker und Kabel?
  • Können alle Geräte ausreichend Wärme abgeben?
  • Öffnen Türen und Schubladen ohne Kollision?
  • Trägt die Deckplatte das Gesamtgewicht?
  • Ist eine Kippsicherung vorgesehen?
  • Eignet sich die Wand für ein hängendes Modell?
  • Bleiben Steckdosen und Anschlüsse erreichbar?
  • Passt die Soundbar, ohne Lautsprecher oder Sensoren zu verdecken?
  • Lassen sich Beschläge nachstellen oder ersetzen?
  • Ist die Oberfläche alltagstauglich und reparierbar?
  • Kann das Möbel bei einem späteren Fernseher weiterverwendet werden?

Merke

Das beste Lowboard ist nicht das Modell mit den meisten Fächern oder der auffälligsten Oberfläche. Es ist das Möbel, bei dem Maße, Belastbarkeit, Bedienung und Raumwirkung dauerhaft zusammenpassen.

trenner blanko

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Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Peter arbeitet seit seinem Studium im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

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