LKW-Ladungssicherung

LKW-Ladungssicherung beim Umzug: Die Top 7 wichtigsten Tipps für den rutschfesten Transport

Die Ladungssicherung Deiner Transportgüter auf einem LKW oder Transporter, gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die Du vor jeder Transportfahrt erfüllen musst. Obwohl die Ladungssicherung nach § 22 Ladung Straßenverkehrsordnung allgemein gültig ist, werden Ladungen häufig trotzdem nicht richtig oder gar nicht gesichert. Dies kann gravierende Folgen für das Unternehmen, aber auch für die verantwortlichen Mitarbeiter nach sich ziehen. In diesem Artikel erfährst Du deshalb, wie Du Deine Ladungen richtig sicherst und worauf es zu achten gilt. ► Formschluss vs. Kraftschluss ► Gesetzliche Vorgaben ► Spanngurten ► Antirutschmatten und -balken ► Lastverteilungsplan

Punkt 1

1. #1 Formschluss oder Kraftschluss

Zunächst musst Du Dir ein Bild über das Dir zur Verfügung stehende Fahrzeug machen und darüber, welche Methode der Ladungssicherung sich am besten für dieses Fahrzeug eignet. Zu beachten ist hier die DIN EN 12640 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen – Zurrpunkte an Nutzfahrzeugen zur Güterbeförderung. Die Variante des Formschluss verfolgt das Ziel, die Ladung möglichst abschließend und bündig nach vorne zur (Stirnwand) und zur Seite (Ladebracken) lückenlos zu positionieren. Dies lässt sich in der Regel mit Paletten im Euroformat erreichen. Sollten jedoch aufgrund des Ladeguts Lücken zwischen den einzelnen Paletten vorhanden sein, können „Füllmaterialien“ wie z.B. Stausäcke verwendet werden. Bei dieser Methode darf auf Antirutschmatten und Spanngurte nicht verzichtet werden. Unter Berücksichtigung der Zurrpunkte am Fahrzeug, können Spanngurte diagonal zum Ladegut angebracht werden.

Die Methode des Kraftschlusses findet Anwendung unter Berücksichtigung des Lastenverteilungsplans, wenn aufgrund des Ladegutes bzw. des Gewichts (z.B. eine Maschine) nicht stirnseitig oder formschlüssig geladen werden darf oder kann. Geeignet ist sie vor allem für feste Ladungen, die nicht leicht nachgeben. Der Kraftschluss funktioniert, indem die Ladung mit Spanngurten und Reibwerterhöhenden Antirutschmatten auf die Ladefläche des Transportfahrzeuges gepresst wird. Wenn Ihr Ladegewicht z.B. 1000 kg beträgt, verwende mindestens zwei zertifizierte Spanngurte nach DIN EN 12195-2 mit einer Vorspannkraft von mindestens daN 500.  Dadurch erhöht sich die Reibung und ein Rutschen der Ladung wird verhindert. Bei der Methode des Kraftschlusses wird das Niederzurren verwendet.

Punkt 2

2. #2 Spanngurte

In den meisten Fällen, verwendet man für eine zuverlässige Ladungssicherung Spanngurte, auch Zurrgurte genannt. Hier solltest Du nur zertifizierte Spann- Zurrgurte verwenden. Es gibt verschiedene Varianten der Spanngurte von verschiedenen Herstellern. Alle sollten allerdings über ein Etikett mit den wichtigsten Informationen verfügen. Zu diesen Informationen zählen: Maximalkraft, Länge, Vorspannkraft STF oder Handkraft SHF und weiteres. Du informierst Dich am besten vor der Nutzung der Spanngurte über diese relevanten Informationen. Dies verhindert unsachgemäße Handhabung bei der Ladungssicherung.

Der Zustand der Spanngurte sollte unbedingt vor jeder Fahrt geprüft werden, damit garantiert ist, dass sie die Ladung zuverlässig sichern können. Achte vor allem darauf, dass die Spanngurte korrekt an der Ladung angebracht sind, sowie auf den Zustand der Gurte selbst, wie bereits erwähnt. Es empfiehlt sich nicht, die Fahrt mit zerschlissenen oder anderweitig beschädigten Spanngurten anzutreten.

Punkt 3

3. #3 Antirutschmatten

Nur geprüfte Antirutschmatten nach den Richtlinien der VDI 2700, sollten unter dem Ladegut platziert werden. In der Regel werden Antirutschmatten aus Gummigranulat hergestellt, denn dieses ermöglicht der Ladung einen guten Halt auf der Ladefläche. Antirutschmatten gibt es in verschiedenen Abmessungen, beispielsweise als Rolle, Streifen oder Zuschnitt. 
Bei der Verwendung der Antirutschmatten solltest Du beachten, dass der Untergrund sauber und trocken ist. Kleinteile oder andere Verunreinigungen zwischen der Matte und der Ladefläche können die Gleitreibung einschränken und eine Sicherheitsgefährdung darstellen. Antirutschmatten können mehrfach verwendet werden und reduzieren den Ladungssicherungsaufwand enorm. Bitte beachte die Ablegereife einer Antirutschmatte. Ist die Antirutschmatte gerissen oder stark verschmutzt, ist sie nicht mehr zu verwenden.

Punkt 4

4. #4 Antirutschbalken

Antirutschbalken sind eine moderne Alternative zu Ladehölzern. Sie werden dazu verwendet, Hohlräume in der Ladung zu füllen und sorgen somit für eine erhöhte Stabilität.

Durch ihren Gummiüberzug haben die Balken eine zusätzliche dämpfende Wirkung und tragen zum Schutz der Ladung bei.

Antirutschmatten sind durch ihre Langlebigkeit mehrfach verwendbar. Wie viele Antirutschbalken Du benötigst und welche Größe diese haben sollten, ist immer abhängig von der Größe des Transportmittels und der Ladung. Du hast auch die Möglichkeit, herkömmliche Ladehölzer mit Antirutschmatten zu bekleben, um einen ähnlichen Effekt zu kreieren. Allerdings werden diese deutlich schneller beschädigt, sind weniger langlebig und weniger verlässlich als Antirutschbalken.

Punkt 5

5. #5 Lastverteilungsplan

Achte darauf, dass die Ladung nicht einseitig auf einem einzelnen Teil der Ladefläche lastet. Für eine ideale Beladung Ihres LKWs bietet sich das Erstellen eines Lastverteilungsplans an. Dieser Plan beschreibt, anhand einer grafischen Kurve, an welcher Stelle des Fahrzeugs welche Nutzlasten möglich sind. 

Punkt 6

6. #6 Gesetzliche Vorgaben

Eine falsche Ladungssicherung stellt eine erhebliche Gefahr für Dich, aber auch für die restlichen Verkehrsteilnehmer dar. Deswegen schreibt der Gesetzesgeber einige Vorgaben vor. Grundsätzlich musst Du Dich immer an die Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Weitere Anforderung können allerdings je nach Art des Transportmittels und der zu transportierenden Ladung variieren.

Du solltest Dich also gründlich über das Fahrzeug, die Ausrüstung und die Ladung informieren. Erstelle dazu am besten eine Liste mit den wichtigsten Grunddaten, wie beispielsweise Gewicht und zulässige Achslast. Dies bietet Dir einen guten Ausgangspunkt, um weitere nötige Informationen zu finden und zu beachten. Weitere Informationen über gesetzlichen Vorgaben zur Lastverteilung findest Du hier

Punkt 7

7. #7 Finale Kontrolle

Nicht oft genug kann betont werden, wie wichtig es ist, dass Du Dich vor Deiner Fahrt noch einmal versicherst, dass alles geprüft ist und den Vorgaben entspricht. Gerade, wenn Dein Transporter inklusive Ladung länger stand, ist es von hoher Wichtigkeit, dass Du sicher gehst, dass in dieser Zeit nichts verrutscht ist und alles ausreichend gesichert ist. 

Fahre besonders zu Beginn der Fahrt vorsichtig, denn auch eine perfekt gesicherte Ladung hat durch ihr Gewicht eine Auswirkung auf das Fahrzeug. Gewöhne Dich also gerade zu Beginn durch vorsichtiges Fahren an diese veränderten Bedingungen.

8. Ladungssicherung – ein Fazit

Um Deine Ladung ausreichend und richtig zu sichern, musst Du Dich über verschiedene Dinge gut informieren und wenn nötig, musst Du in eine passende Ausstattung investieren. Tust Du das nicht, riskierst Du nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch Deine eigene Sicherheit, so wie die der anderen Verkehrsteilnehmer. Bei der Sicherung Deiner Ladung stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, sodass Du die für Dich und Deine Ladung am besten passende auswählen kannst und so sicher Deine Fahrt von A nach B antreten kannst. Und das ganz ohne Sorge um Deine Ladung. Nimm Deine Sicherheit selbst in die Hand und sichere Deine Ladung!

9. Videos zur Ladungssicherung beim LKW

Länge: 5 Minuten

Video: Längeres Schulungsvideo für professionelle Ladungssicherung

Länge: 24 Minuten

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