Wie kann ich eine Terrasse überdachen? 8 Möglichkeiten vorgestellt
Wenn du deine Terrasse nicht länger nur bei schönem Wetter nutzen willst, sondern sie zu einem echten „Outdoor-Wohnzimmer“ machen möchtest, dann ist dieser Artikel genau richtig. Er zeigt dir vielfältige Wege, wie du deine Terrasse überdachen kannst – vom Sonnensegel bis zur Glaslösung –, worauf du bei Material, Statik, Genehmigung und Kosten achten solltest und wie du deine Wahl später pflegeleicht und langlebig gestaltest. Kurz gesagt: damit du mehr Wochen im Jahr draußen genießen kannst – und nicht nur hoffen musst, dass kein Schauer kommt.
Die eigene Terrasse überdachen ► Möglichkeiten & Ideen ► Selber bauen / DIY ► Regelungen ► Kosten ► Tipps
Kurz zusammengefasst: Wie kann ich eine Terrasse überdachen?
- Planung & Zweck: Entscheide frühzeitig, ob deine Überdachung hauptsächlich Regenschutz, Sonnenschutz oder eine Ganzjahreslösung sein soll.
- Materialwahl & Konstruktion: Die Wahl von Holz, Aluminium, Glas oder Kunststoff bestimmt Optik, Haltbarkeit und Pflegeaufwand.
Eine Segeltuchüberdachung ist die leichteste und günstigste Möglichkeit, eine Terrasse zu überdachen. Einfache Sonnensegel oder kleine Pavillons sind bereits für unter 100 Euro erhältlich. Wer jedoch hohe Stabilität und guten Regenschutz wünscht, muss deutlich mehr ausgeben. Feste Überdachungen mit tragender Konstruktion beginnen jedoch meist im höheren dreistelligen bis vierstelligen Bereich. - Genehmigung & Statik: Eine Überdachung kann baurechtlich als Umbau gelten – prüfe Baugenehmigung, Schneelast und Windlast vorab.
In einigen Bundesländern sind kleinere Überdachungen bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei, in anderen jedoch nicht. Einheitliche Flächenangaben gibt es nicht, daher muss immer beim zuständigen Bauamt nachgefragt werden. - Standort & Klima: Himmelsrichtung, Windlage, Schneebelastung und Dachneigung beeinflussen Funktion und Dauerhaftigkeit.
- Kosten: Von günstiger Markise bis hochpreisiger Glas- oder Lamellenkonstruktion reicht das Spektrum – Zusatzkosten wie Fundament und Montage nicht vergessen. Wer seine Überdachung selber bauen möchte, sollte vor allem darauf achten, hochwertige Materialien auszuwählen.
- Fehler vermeiden: Gebräuchliche Stolperfallen sind fehlendes Gefälle, unsachgemäße Montage oder fehlende Statikprüfung – Vorsicht ist geboten.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Welche Überdachung passt zu welchem Zweck?
Bevor man sich für ein bestimmtes System entscheidet, lohnt ein kurzer Vergleich der typischen Einsatzziele:
| Ziel | Geeignete Lösung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Sonnenschutz | Markise, Sonnensegel, Pergola mit Lamellen | flexibel, oft ohne Genehmigung |
| Regenschutz | Glasdach, Stegplatten, fester Bausatz | dauerhaft, höhere Investition |
| Ganzjahresnutzung | Aluminium- oder Holzüberdachung mit Seitenteilen, Wintergarten | baurechtlich genehmigungspflichtig |
| Günstige, temporäre Lösung | Pavillon, Sonnensegel | schnell auf- und abbaubar, begrenzte Stabilität |
Welche Funktion ist dir bei einer Terrassenüberdachung am wichtigsten?
Auf gute Planung kommt es an
Bei der Planung der Überdachung kommt es auf die eigenen Vorstellungen und Wünsche an, sowie auf die Zwecke, welche die Überdachung erfüllen soll. Deswegen sollte man für sich zunächst einmal einige Fragen vorab beantworten:
- Soll nur vor Regen geschützt werden, sprich soll die Überdachung ein reiner Regenschutz sein?
Wenn du dich auch vor neugierigen Blicken schützen möchtest, solltest du zusätzlich zur Überdachung über seitliche Elemente wie Sichtschutzwände, Vorhänge oder Bepflanzung nachdenken. Eine reine Überdachung schützt meist nur von oben. - Oder sollen auch die Sonnenstrahlen eingedämmt werden, um die Terrasse auch bei voller Sonnenstrahlung nutzen zu können?
- Soll die Terrassenüberdachung vor neugierigen Blicken schützen?
- Könnten Äste auf die Überdachung fallen?
Stehen Bäume in der Nähe, sollte geprüft werden, ob herabfallende Äste die Konstruktion beschädigen könnten. Auch stabile Glas- oder Kunststoffdächer sind nur begrenzt stoßfest. Gegebenenfalls sollten Äste regelmäßig zurückgeschnitten werden. - Sollen die Möbel dauerhaft unter der Überdachung stehen können?
Du bist dir noch nicht ganz sicher, wie du deine Terrasse gestalten möchtest? Dann schau dir einmal unsere Ideen und Inspirationen für die Gestaltung deiner Traumterrasse an.
Entwässerung und Dachneigung – kleine Details, große Wirkung
Eine funktionierende Überdachung braucht Gefälle – meist zwischen 5° und 15°, abhängig vom Material.
- Zu wenig Neigung führt zu stehenden Pfützen, die Moos und Algen ansetzen.
- Zu viel Gefälle wiederum lässt das Dach optisch „fallen“.
Auch die Entwässerung ist wichtig: Regenrinnen und Fallrohre verhindern, dass das Wasser an der Fassade entlangläuft oder auf die Terrasse tropft. Wer klug plant, integriert die Rinne direkt in die Dachkonstruktion – so bleibt alles sauber und wirkt wie aus einem Guss.
Häufige Planungsfehler – und wie man sie vermeidet
- Zu wenig Gefälle: Regenwasser braucht einen Abfluss. Ein Dach mit zu geringem Neigungswinkel führt schnell zu Pfützen oder Algenbildung.
- Falsche Materialkombinationen: Holz und Metall arbeiten unterschiedlich. Übergänge müssen sauber getrennt und abgedichtet sein.
- Kein Blick auf die Sonne: Eine nach Westen ausgerichtete Terrasse braucht andere Lösungen als eine Nordseite.
- Statik unterschätzt: Selbst eine kleine Überdachung trägt bei Schnee mehrere Hundert Kilo. Wer das nicht einkalkuliert, riskiert Schäden.
- Baugenehmigung vergessen: Der Klassiker – erst bauen, dann fragen. Das wird oft teuer.
Standortfaktoren und Klimaeinflüsse
Nicht jede Überdachung funktioniert überall gleich gut.
Eine Terrasse auf der Südseite braucht vor allem Sonnenschutz, im Norden ist Licht wichtiger. In Schneeregionen muss das Dach eine höhere Traglast aushalten, an windoffenen Lagen sind Segel und Markisen anfälliger. In Norddeutschland zählt Windbeständigkeit, im Süden Hitzeschutz. In Bayern sind Schneelasten entscheidend, an der Küste Salznebel.
Wer plant, sollte also nicht nur nach Optik entscheiden, sondern nach Klimazone – eine Überdachung, die in Freiburg funktioniert, versagt vielleicht auf Rügen. Plane also nicht nur mit dem Zollstock, sondern auch mit dem Wetterbericht deiner Region. Ein zu schwaches Gestell oder falsche Dachneigung kann später teuer werden.
Je nachdem, wie du obige Fragen beantwortest, kannst du aus den verschiedenen Varianten weiter unten wählen. Zunächst muss jedoch noch eine wichtige rechtliche Frage beantwortet werden:
Genehmigung notwendig? Baugenehmigung, Statik und Sicherheit
Eine Terrassenüberdachung ist mehr als ein schönes Dach – sie ist eine bauliche Veränderung, und das kann rechtlich relevant werden.
Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Regeln: Manche erlauben kleine, freistehende Dächer ohne Genehmigung, andere verlangen eine vollständige Bauantragsunterlage mit Statiknachweis.
Besonders wichtig sind:
- Statik und Schneelast: Das Dach muss das Gewicht von Schnee und Winddruck aushalten.
- Abstände zur Grundstücksgrenze: In vielen Bauordnungen sind 3 Meter vorgeschrieben.
- Befestigung am Haus: Wenn du die Konstruktion an der Hauswand montierst, kann das Einfluss auf die Wärmedämmung haben.
Im Zweifel lohnt es sich, einen Statiker oder Bauingenieur hinzuzuziehen – schon um spätere Schäden oder Ärger mit der Versicherung zu vermeiden.
Die genauen Definitionen und Regeln, z. B. wie groß eine Überdachung ohne Baugenehmigung sein darf, unterscheiden sich jedoch von Bundesland zu Bundesland und sogar von Kommune zu Kommune. Bevor man mit dem Überdachungsprojekt loslegt, sollte man sich deswegen zuvor mit dem zuständigen Bauamt dahingehend abstimmen, ob eine Baugenehmigung für die Überdachung notwendig ist.
Ist diese wichtige rechtliche Frage geklärt, kannst du dich endlich konkret damit beschäftigen, was für eine Art von Überdachung für dich die richtige ist:
Überdachung – Varianten
Die Vor- und Nachteile der Materialien
| Material | Vorteile | Nachteile | Haltbarkeit (Jahre) | Preis pro m² (€) | Pflegeaufwand |
|---|---|---|---|---|---|
| Aluminium | Langlebig, rostfrei, leicht, pflegeleicht | Industrieller Look, teuer | 20-30 | 50-150 | Niedrig |
| Glas | Lichtdurchlässig, ästhetisch | Verschmutzt leicht, heiß im Sommer | 25-35 | 80-200 | Hoch |
| Polycarbonat | Leicht, widerstandsfähig, günstig | Vergilbt, schlechte Isolierung | 10-15 | 30-100 | Mittel |
| Holz | Natürliche Optik, warmes Ambiente | Regelmäßige Pflege nötig, verrottet | 10-20 | 50-150 | Hoch |
| Edelstahl | Rostfrei, stabil, modern | Schwer, teuer, kühler Look | 30+ | 100-300 | Niedrig |
| Zink | Langlebig, wetterfest, Patina-Effekt | Ästhetisch nicht jedermanns Sache | 40+ | 80-150 | Niedrig |
| Kunststoffplatten | Günstig, leicht | Weniger stabil, vergilbt | 5-10 | 10-50 | Mittel |
| Tondachziegel | Klassisch, robust | Sehr schwer, teurer Aufbau | 50+ | 80-120 | Niedrig |
| PVC | Leicht, wasserdicht, günstig | Nicht sehr haltbar, wirkt billig | 5-10 | 10-40 | Mittel |
| Schiefer | Eleganz, extrem haltbar | Sehr schwer, teuer | 50+ | 100-250 | Niedrig |
| Acrylglas (Plexiglas) | Bruchsicher, lichtdurchlässig | Vergilbt, nicht so stabil wie Glas | 15-20 | 40-120 | Mittel |
| Stahl | Stabil, langlebig | Schwer, kann korrodieren | 30+ | 80-200 | Niedrig |
| Weidengeflecht oder Bambus | Natürliche Optik, Sichtschutz | Nicht wetterfest, kurzlebig | 5-7 | 20-80 | Hoch |
| Textilbespannung | Flexibel, schattenspendend | Kurzlebig, muss erneuert werden | 5-8 | 20-70 | Mittel |
| Solarpaneele | Nachhaltig, produziert Strom | Teuer, ästhetisch nicht immer ansprechend | 25-30 | 300-600 | Niedrig |
Segeltuchüberdachung – einfach, aber kein guter Regenschutz
Eine Segeltuchkonstruktion ist eine leichte und meist preiswerte Möglichkeit, einen Sonnenschutz über der Terrasse zu schaffen. Sie eignet sich vor allem bei gutem Wetter und leichtem Regen, bietet jedoch keinen vollständigen Wetterschutz und gilt baurechtlich in der Regel nicht als feste Überdachung. Bei starkem Wind oder Regen kann sich das Segel stark spannen und die Befestigung beschädigen, weshalb es bei solchen Wetterlagen besser abgenommen oder eingezogen werden sollte.
Wie man so eine Segel aufhängen kann, zeigt das folgende Video:
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Markise – maximale Maximale Flexibilität
Die Überdachung mit einer Markise hat einen großen Vorteil: Man kann sie ein- und ausziehen. Je nach Wetterverhältnissen kann man die Markise als Regenschutz oder Sonnenschutz ausklappen. Hochwertige Modelle mit wasserabweisendem Tuch können auch bei leichtem Regen Schutz bieten. Bei starkem Wind oder anhaltendem Regen sollte sie jedoch eingefahren werden, da das Tuch und die Mechanik sonst beschädigt werden können.
Gleichzeitig kann sie bei Sonne auch wieder eingeklappt werden, wenn gerade ein Sonnenbad auf dem Programm steht. Was die Stabilität angeht, sind die meisten Markisen jedoch nur auf einem ähnlichen Niveau wie die Segeltuchüberdachung.
So wird eine Kassettenmarkise installiert:
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Robuste Überdachung aus Stegplatten
Viele stabile Terrassenüberdachungen bestehen aus einer tragenden Konstruktion aus Holz oder Aluminium, die mit sogenannten Stegplatten eingedeckt wird. Diese Platten können aus Acrylglas oder Polycarbonat bestehen und sind lichtdurchlässig, aber wetterfest.
Solche Stegplatten gibt es in unterschiedlichen Materialien, zum Beispiel Acrylglas oder Polycarbonat.
Viele Hausbesitzer wünschen sich ein Dach, das Tageslicht durchlässt, aber UV-Strahlung reduziert. Acrylglas bietet dabei hohe Lichtdurchlässigkeit (bis zu ca. 90 %), während Polycarbonat etwas weniger Licht durchlässt, dafür aber schlagfester und langlebiger ist.
Mobiler Pavillon – Terrassenüberdachung ohne Bohren
Ähnlich flexibel wie die Markise ist es, einen Pavillon als Überdachung zu nutzen. Dieser muss weder am Dach festgebohrt werden noch mit Beton im Boden verankert werden. Der Pavillon ist somit eine freistehende, mobile Konstruktion, die je nach Ausführung Sonnen- und leichten Regenschutz bietet. Für dauerhaften Wetterschutz sind jedoch stabile, wetterfeste Modelle mit dichter Dachbespannung erforderlich.
Mobile Pavillons können je nach Bedürfnis auf- und abgebaut werden, worin gleichzeitig ein Nachteil liegt, denn damit ist regelmäßig Arbeit verbunden. Mobile Pavillons sind außerdem häufig auch nicht besonders stabil.
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Glasüberdachung – lichtdurchfluteter Regenschutz
Eine Glasüberdachung ist meist sehr stabil und bietet zuverlässigen Schutz vor Regen. Sie ermöglicht eine helle, lichtdurchflutete Terrasse. Gegen Wind schützt sie allerdings nur, wenn seitliche Wände oder Windschutzsysteme integriert werden.
Für diese Vorteile muss man jedoch auch mit recht hohen Anschaffungskosten rechnen.
Pergola-Überdachung
Eine Pergola-Überdachung lässt sich vergleichsweise unkompliziert aufbauen und kann anschließend sogar noch bepflanzt werden. Besonders Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Eine Pergola kann mit Rankpflanzen begrünt werden, was für ein natürliches Ambiente sorgt. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Pflanzen zusätzliches Gewicht und Feuchtigkeit mit sich bringen, die bei der Statik und Materialwahl berücksichtigt werden müssen.
Eine traditionelle Pergola dient vor allem als Gestaltungselement und bietet nur begrenzten Witterungsschutz, keinen wirklichen Schutz vor Wind und Wetter.. Durch die Kombination mit Lamellen, Stoffsegeln oder Glas lässt sich der Schutz jedoch deutlich verbessern.
Begrünte und kombinierte Überdachungen
Manche möchten kein hartes Dach, sondern einen lebendigen Übergang zwischen Haus und Garten. Eine begrünte Pergola mit Kletterpflanzen wie Clematis oder Wein schafft Schatten, ohne abzuschotten.
Wer moderner denkt, kombiniert Holz mit Glas oder Aluminium mit Bambus – so entstehen hybride Überdachungen, die sowohl natürlich als auch stabil wirken.
Solche Lösungen verändern sich über die Jahre: Pflanzen wachsen, Farben altern, Licht wandert. Eine Überdachung lebt – wenn man sie lässt.
Bausatz mit Kunststoffdach
Ein Bausatz ist eine einfache Möglichkeit, eine Überdachung mit festem Dach zu konstruieren. Häufig handelt es sich bei den Bausätzen um hölzerne Pfosten, auf die ein Kunststoffdach montiert wird.
Terrassenüberdachung komplett selber bauen
Wer gerne handwerkelt, der kann seine Terrassenüberdachung natürlich auch vollständig selbst bauen. Für eine DIY-Konstruktion aus Holz benötigst du beispielsweise Stützbalken, Pfetten, Sparren, Stegplatten oder je nach Gusto Glas oder Dachziegel. Aber auch Konstruktionen aus Aluminium oder anderen Materialien sind denkbar.
Achte darauf, hochwertige Materialien auszuwählen, und sorge dafür, dass die Pfosten deiner Überdachung richtig im Boden einbetoniert werden. Holzpfosten sollten jedoch nicht direkt einbetoniert werden, da sie sonst schnell faulen. Stattdessen werden verzinkte Pfostenträger oder H-Anker in Betonfundamente gesetzt, in die die Pfosten anschließend montiert werden.
Ein mögliches Vorgehen zeigt dieses Video:
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Beschattung und Raumklima unter dem Dach
Ein Dach verändert das Licht – und damit das Leben darunter. Unter Glas oder Polycarbonat kann es im Sommer sehr warm werden, unter Holz oder Lamellen bleibt es kühler. Wer die Terrasse auch bei Hitze nutzen möchte, sollte auf Belüftung und Schattenführung achten.
Praktisch sind integrierte Sonnenschutzsysteme wie Unterglasmarkisen oder außenliegende Screens. Ein kleines, aber feines Detail: helle Bodenbeläge reflektieren Licht, dunkle speichern Wärme. So lässt sich das Klima unter dem Dach gezielt steuern.
Das richtige Material: Haltbarkeit, Pflege und Wirkung
Die Wahl des Materials entscheidet nicht nur über den Preis, sondern auch über die Lebensdauer und das Erscheinungsbild der Überdachung. Holz wirkt warm und natürlich, braucht aber regelmäßige Pflege. Aluminium ist witterungsbeständig, leicht und nahezu wartungsfrei – dafür optisch oft kühler. Stahl steht für Stabilität, erfordert aber Korrosionsschutz. Glas lässt viel Licht herein, ist aber schwer und sollte sicherheitstechnisch als Verbundsicherheitsglas ausgeführt werden.
Polycarbonat und Acrylglas sind leicht und transparent, unterscheiden sich jedoch in Kratzfestigkeit und UV-Stabilität.
Wer lange Freude an seiner Überdachung haben möchte, sollte sie einmal jährlich reinigen und prüfen – auf lose Schrauben, Algenbewuchs und Dichtungen. Kleine Pflegearbeiten verlängern die Lebensdauer enorm.
Leserumfrage
Wie wirst du deine Terrasse überdachen?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Eigenkonstruktion aus Holz | 14 Stimmen |
| Fertigbausatz mit Kunststoffdach | 5 Stimmen |
| Segeltuchüberdachung | 4 Stimmen |
| Überdachung aus Stegplatten | 2 Stimmen |
| Glasüberdachung | 2 Stimmen |
| Mobiler Pavillon | 1 Stimme |
| Pergola-Überdachung | 1 Stimme |
| Markise | 0 Stimmen |
Von den Kosten
Aufgrund der Vielfalt an möglichen Terrassenüberdachungen können die Kosten nicht pauschalisiert werden, Segeltuch- und Pavillon-Überdachungen sind jedoch meist am preiswertesten und gibt es schon für unter 100 Euro. Pergola-Überdachungen und Bausätze beginnen preislich meist bei einigen hundert Euro.
Die Kosten hängen von Größe, Material und Ausführung ab. Einfache Bausätze aus Aluminium mit Polycarbonatplatten sind oft schon ab wenigen tausend Euro erhältlich. Hochwertige, individuell angefertigte Anlagen mit Glas- oder Lamellendach können dagegen 10.000 Euro oder mehr kosten.
Bei den Kosten lohnt es sich, nicht nur den Anschaffungspreis zu betrachten. Auch Montage, Fundament, Entwässerung und Pflege schlagen zu Buche.
Als grober Rahmen:
- Sonnensegel oder Pavillon: ab ca. 100 – 500 Euro
- Markise: 600 – 3.000 Euro (elektrisch deutlich teurer)
- Bausatz aus Holz oder Aluminium: 1.500 – 6.000 Euro
- Glasüberdachung oder Lamellendach: 5.000 – 15.000 Euro und mehr
Je individueller, desto höher die Kosten – aber auch der Wert für Haus und Alltag.
Selber bauen oder bauen lassen?
Beides hat seinen Reiz – und seine Tücken.
Selbstbau spart Kosten und schafft Stolz. Doch wer keine Erfahrung im Holz- oder Metallbau hat, stößt schnell an Grenzen: Statik, Dichtigkeit und Befestigung erfordern Know-how. Fachbetriebe planen nach baurechtlichen Vorgaben, berücksichtigen Schneelastzonen und sorgen für saubere Anschlüsse ans Haus.
Ein Kompromiss sind Bausätze, die selbst montiert werden, aber nach geprüften Plänen gefertigt sind. So bleibt das Projekt machbar, ohne dass Sicherheit oder Stabilität leiden.
Nachhaltigkeit und Energieaspekte
Wer baut, verändert – und trägt Verantwortung. Eine Überdachung kann helfen, Energie zu sparen, indem sie das Aufheizen der Innenräume reduziert und im Winter als Pufferzone wirkt. Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft, recycelbare Aluminiumprofile und langlebige Materialien machen den Bau nachhaltiger.
Auch Photovoltaik-Paneele auf Terrassendächern werden zunehmend interessant – sie spenden Schatten und erzeugen gleichzeitig Strom.

Gestaltung und Integration
Eine Überdachung ist mehr als nur ein Dach. Sie prägt den Charakter des Hauses.
Wer ein modernes Haus besitzt, greift oft zu klaren Linien, Aluminiumprofilen und Glas, um die Architektur fortzuführen. Bei älteren Gebäuden wirken Holzkonstruktionen mit Ziegeldach oder Milchglas harmonischer.
Auch die Farbe spielt eine Rolle: Ein heller Ton lässt Flächen größer erscheinen, dunkle Konstruktionen treten optisch zurück.
Ein Tipp aus der Praxis
Wer die Terrasse abends nutzt, sollte die Beleuchtung gleich mitplanen. Integrierte LED-Profile oder Solarlichter schaffen Atmosphäre und erhöhen die Sicherheit.
Smarte Steuerung – Komfort auf Knopfdruck
Markisen, Lamellendächer oder Glasschiebetüren lassen sich heute bequem per App oder Wettersensor steuern. Ein Wind- oder Regensensor fährt die Markise automatisch ein, wenn das Wetter kippt. So wird aus einer einfachen Überdachung ein Stück Smart Home – komfortabel, sicher und energiesparend.
Aber natürlich auch wieder etwas, das kaputt gehen kann und wird :-)
Checkliste: Von der Idee zur fertigen Terrassenüberdachung
- Nutzung klären: Sonnenschutz, Regenschutz oder Ganzjahreslösung?
- Baugenehmigung prüfen.
- Material wählen: Holz, Aluminium, Glas oder Kombination?
- Statik und Schneelast berücksichtigen.
- Fundament und Entwässerung planen.
- Montage vorbereiten – Eigenleistung oder Fachbetrieb?
- Versicherung informieren.
- Reinigung und Wartung regelmäßig einplanen.
Versicherung und Haftung
Ein Sturm, ein Ast, ein Schaden am Nachbargrundstück – wer haftet? Grundsätzlich ist der Eigentümer der Überdachung verantwortlich, wenn Teile sich lösen oder Schäden entstehen.
Eine Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Sturmschäden ab, aber nur, wenn das Dach ordnungsgemäß errichtet wurde. Vor dem Bau sollte man daher die eigene Versicherung informieren und die Police prüfen – das spart im Ernstfall Diskussionen und Kosten.
Abschließende Tipps
- Die Terrassenüberdachung sollte optisch so gewählt werden, dass sie mit der Umgebung (Haus und Garten) ein harmonisches Ganzes eingeht.
- Wer sich über die Terrassenüberdachung sogar eine Erweiterung des Wohnraumes wünscht, sollte über eine Rundumkonstruktion nachdenken (Wintergarten).
- Trotz Überdachung sollten die Möbel unter einer Terrassenüberdachung weiterhin wetterbeständig gekauft werden.
- Damit die Überdachung lange hält, sollte sie regelmäßig gereinigt werden. Verwende dafür lauwarmes Wasser, milde Seifenlösungen und weiche Tücher oder Schwämme. Auf scharfe Reinigungsmittel oder Hochdruckreiniger sollte verzichtet werden, da sie die Oberflächen beschädigen können.
- Man kann außerdem nicht oft genug betonen, dass sich der Bauherr vor der Entscheidung über die finale Konstruktion genau überlegt, was diese am Ende leisten soll. Was nützt zum Beispiel die zunächst günstige Segeltuchkonstruktion, wenn man schon bei leichtem Regen wieder alle Möbel unterstellen muss?

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