Versickerungsfähiges Pflaster - was beachten

Versickerungsfähiges Pflaster - was beachten? Mit Nachhaltigkeit Geld sparen

Hast du schon einmal von Ökopflaster gehört? Es besteht nicht etwa aus recycelten Materialien, ist aber trotzdem richtig umweltfreundlich. Wir bezeichnen es auch als versickerungsfähiges Pflaster, denn es gibt dem Regenwasser die Möglichkeit, durch Fugen und Stein in den Boden zu gelangen.

Das bringt einige Vorteile mit sich, ist aber nicht immer sinnvoll ► weir zeigen dir, was du dabei beachten solltest ► Test: welcher Boden geeignet ist ► Nachteile ► wo du es nicht verlegen solltest ► Pflege des Pflasters

Punkt 1

1. Welche Voraussetzungen muss deine Pflasterfläche bestehen, um sickerfähig zu sein?

Nicht immer lohnt sich Ökopflaster. Wir zeigen dir, worauf es ankommt!

1.1. Bodenbeschaffenheit testen

Bevor du finale Pläne schmiedest: Teste zuerst die Versickerungsfähigkeit deines Bodens. Schließlich bringt es alles nichts, wenn das Pflaster Wasser durchlässt, der Untergrund aber kein Wasser aufnehmen kann. Führe dafür ein kurzes Experiment an der Fläche durch, an der du pflastern möchtest.

  1. Zuerst hebst du eine kleine Grube aus. Sie sollte circa 30–40 Zentimeter tief sein und einen ungefähren Durchmesser von mindestens 30 Zentimetern aufweisen.
  2. Nun füllst du zehn Liter Wasser in das Loch und stoppst die Zeit, bis alles komplett versickert ist. Das wiederholst du so oft, bis du dreimal hintereinander die ungefähr gleiche Zeitspanne erhältst. Lasse aber zwischen den Tests immer einige Zeit verstreichen, damit das Wasser wirklich wegeinsickern kann. Damit hast du ein relativ aussagekräftiges Ergebnis darüber, wie geeignet dein Boden ist.
  3. Versickert das Wasser auch nach mehreren Versuchen in unter zwei Minuten, ist dein Untergrund gut durchlässig. Ist das Wasser immer erst nach über zwei Minuten abgelaufen, ist es um die Sickerfähigkeit nur mäßig bestellt.
    Doch keine Sorge: Erhöhst du beim Pflaster-Verlegen einfach die Dicke der Tragschicht, gleichst du den Malus in gewissen Grenzen aus.
  4. Braucht die Flüssigkeit jedoch über 20 Minuten, ist der Boden nur schlecht durchlässig. In dem Fall bringt Öko-Belag dir keinen Nutzen und könnte sogar zu dauerhaften Schäden führen. Plane dann lieber andere Entwässerungsmaßnahmen ein.

1.2. Möglichst viel Fugenfläche

Viele und vor allem breite Fugen sind die einfachste Variante, um das Regenwasser schnell ins Erdreich zu befördern.

1.3. Besonderes Material

Möchtest du deine Terrasse, die Einfahrt oder den Gartenweg entsiegeln, ergeben sich dir mehrere Möglichkeiten. Zuallererst solltest du Fugenmaterial auswählen, das eine gröbere Körnung aufweist. Splittfugen eignen sich hervorragend, weshalb sie oft als Sickerfuge bezeichnet werden. Auch bei dem neuen Bodenbelag greifst du am besten zu sogenannten Ökosteinen. Durch die großen Poren bietet sich das wasserdurchlässige Sickerpflaster als Alternative an.

Der Durchfluss ist in der Regel so gut, dass du in dem Fall sogar schmalere Fugen setzen kannst, sollten dir die breiteren Kerben nicht zusagen.

Punkt 2

2. Die Vorteile versickerungsfähigen Pflasters

Immer mehr Flächen werden durch Bauwerke versiegelt. Das vermindert nicht nur den Platz, den die Natur braucht, sondern sorgt noch für zahlreiche andere Probleme. Indem du deine Außenbereiche auf die Weise verzierst, dass sie weiterhin wasserdurchlässig sind, ergeben sich viele Vorteile:

  • Perfekte Kombination
    Mit Ökopflaster gehst du den idealen Kompromiss ein: Du schaffst dir eine stabile, begehbare sowie rutschhemmende Fläche, auf der deine Gartenmöbel gerade stehen und nicht kippeln. Gleichzeitig schonst du die Umwelt!
  • Regenwasser versickert
    Dass das Regenwasser durch das Pflaster hindurch fließt und sich schließlich im Boden mit dem Grundwasser vereinigt, wirkt sich auf vielerlei Hinsicht positiv aus. So wird der Untergrund durchlüftet und nahe gelegene Pflanzen profitieren von einem besseren Wachstum.
  • Entlastete Kanalisation
    Dadurch, dass die Feuchtigkeit in den Boden gelangt und nicht einfach zum Abwasser wird, entlastest du ebenfalls die städtische Kanalisation. Generell lassen sich also mit größeren entsiegelten Flächen durchaus die Gefahr potenzieller Überschwemmungen verringern.
  • Verdunstungseffekt
    Das Wasser fließt nicht sofort ab, sondern verbleibt noch etwas im Stein und in den Fugen. Somit entsteht ein Verdunstungseffekt, der das Kleinklima auf deinem Grundstück verbessert.
  • Je nach Gemeinde: reduzierte Abwassergebühren
    Manche Kommunen fördern mittlerweile die entsiegelten Flächen und erstatten dir dafür anteilig die Abwasser- und Niederschlagskosten. Damit sparst du bares Geld! Einige Gemeinden gehen sogar noch weiter und gewähren finanzielle Zuschüsse zum Anlegen von wasserdurchlässigen Arealen. Informiere dich dazu direkt bei deiner Stadt!

 Punkt 3

3. Achtung: Hier darfst du das Pflaster nicht entsiegelt verlegen

Das Ökopflaster ist eine gute Alternative für deinen Garten, die neue Terrasse oder deine Hofeinfahrt. Auch für Fuß- und Radwege und öffentliche, wenig befahrene Plätze eignen sich die Baustoffe. Wichtig ist, dass du es nicht an stark belasteten Straßen verlegst, wo das Regenwasser mit Schadstoffen – zum Beispiel übermäßigen Abgasen oder Motorenöl – in Verbindung kommt.

Innerhalb von Wasserschutzzonen gelten ebenfalls bestimmte Vorschriften, die es untersagen. Informiere dich deshalb vor Baustart bei deinen heimischen Behörden darüber, was du beachten musst. Es wäre schade, wenn du deinen hübsch gepflasterten Hof wieder vom Ökopflaster befreien müsstest, weil er den Verordnungen nicht genügt.

Punkt 4

4. So pflegst du dein versickerungsfähiges Pflaster

Dadurch, dass die Pflastersteine und Fugen so durchlässig sind, können auch andere Flüssigkeiten und Verschmutzungen leichter eindringen. Mit den folgenden Tricks pflegst du deine befestigte Fläche und kannst dich lange an ihrer Makellosigkeit erfreuen.

  1. Befreie deine Ökosteine regelmäßig von herabgefallenem Laub, Zweigen und sonstigem pflanzlichen Abfall. Vor allem Obst und andere organische Materialien könnten das Pflaster unschön verfärben.
  2. Beim gemeinsamen Grillen mit der Familie ist Soße auf den Boden getropft oder ein Glas Rotwein umgekippt? Nur keine Panik: Rückstände nimmst du vorsichtig mit einem trockenen Tuch auf. Dann behandelst du die Fläche mit einer sanften Bürste und lauwarmem Wasser. Geht der Fleck trotzdem nicht ganz weg, nutzt du einen professionellen Reiniger, der ökologisch abbaubar ist. Chemische Substanzen solltest du nicht einsetzen, sie könnten ins Grundwasser gelangen.
  3. Im Winter beseitigst du den Schnee am besten mit einem Besen. Gegen Glätte setzt du Kies ein, achte nur darauf, dass er nicht zu feinkörnig ist und somit droht, die Fugen zu verstopfen. Auch Streusalz ist zu klein.

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Punkt 5

5. Video zum Thema

5.1. Der Aufbau versickerungsfähiger Pflaster erläutert

Länge: Minuten

Punkt 6

6. Weiterlesen

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