Grüne Baufinanzierung: Was ist das eigentlich?

Das Thema Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Ob nun bei der Energieerzeugung, beim Auto oder auch bei Gebäuden – überall werden Energieverbrauch und nachhaltige Methoden diskutiert. Schließlich geht es darum, den Energiebedarf und damit auch die CO₂-Emissionen zu senken. In diesem Zusammenhang gewinnt auch die grüne Baufinanzierung an Bedeutung. Doch was ist das eigentlich genau? Wie unterscheidet sich diese von herkömmlichen Finanzierungsprojekten und was ist dabei zu beachten?

Rosa Wärmedämmung

Inhalt: Grüne Baufinanzierung

1. Baufinanzierungen: Das Marktklima ist rauer geworden

In den letzten 12 Monaten ist das Klima auf dem Markt für Baufinanzierungen grundsätzlich rauer geworden. Dies liegt vor allem an den stark gestiegenen Bauzinsen. War es Ende 2021 noch möglich, einen Baukredit mit 10-jähriger Zinsbindung für 1,0-1,3 % Jahreszins zu erhalten, bewegt sich das Zinsniveau aktuell eher im Bereich zwischen 4 und 5 %.

In diesem Zusammenhang ist es äußerst wichtig, bei der Anbieterwahl genau hinzuschauen. So kann sich im Angesicht langer Laufzeiten und hoher Kreditsummen schon eine um wenige Zehntelprozent-Punkte günstigere Finanzierung finanziell erheblich auswirken. Wer bei der Suche auf Vergleichstools und Experten wie Zinsengel.de setzt, findet am Ende eine passgenaue Baufinanzierung, die zudem den Geldbeutel schont.

Mit einer grünen Baufinanzierung lassen sich die Kosten für das Projekt oft noch weiter senken. Doch wie geht das genau? Schauen wir uns nun an, was eine grüne Baufinanzierung genau ist?

2. Was ist eine grüne Baufinanzierung?

Der Begriff „Grüne Baufinanzierung“ (auch nachhaltige Baufinanzierung) beschreibt eine spezielle Form der Finanzierung, die darauf abzielt, ökologisch verantwortungsbewusste und nachhaltige Gebäudeprojekte zu unterstützen. Der Hauptunterschied zu herkömmlichen Baufinanzierungen liegt im Fokus auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und der Minimierung von Umweltauswirkungen.

Die Angebote gehen zudem über die einfache Finanzierung hinaus und fördern aktiv umweltfreundliche Praktiken in der Bauindustrie. Diese Art der Finanzierung kann sowohl für den Bau neuer Gebäude als auch für die Sanierung bestehender Gebäude zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz genutzt werden.

3. Worin liegen die Vorteile einer grünen Baufinanzierung?

Eine grüne Baufinanzierung bringt zahlreiche Vorteile mit sich, von denen Interessierte profitieren können. Dazu gehören:

3.1. Vergünstigter Zinssatz

Heute stellen immer mehr Banken nachhaltige Baukredite zur Verfügung, die speziell auf entsprechende Bauprojekte ausgerichtet sind. Diese bringen in den meisten Fällen einen kleinen Zinsrabatt mit sich. Je nach Anbieter variieren die Zinsrabatte zwischen 0,1 und 0,5 Prozentpunkte. Die daraus resultierende Ersparnis ist zum Teil erheblich.

Hier ein kleines Rechenbeispiel:

Eine herkömmliche Baufinanzierung über 200.000 Euro wird zu einem Zinssatz von 4,25 % bei einer Zinsbindung von 10 Jahren und einer anfänglichen Tilgung von 2 % angeboten. Dem wird eine grüne Baufinanzierung mit einem Zinsrabatt von 0,3 Prozentpunkten gegenübergestellt.

Daraus ergeben sich folgende Werte:

  Herkömmliche Baufinanzierung Grüne Baufinanzierung
Darlehenssumme 200.000 Euro 200.000 Euro
Zinssatz 4,25 % pro Jahr 3,95 % pro Jahr
Laufzeit 10 Jahre 10 Jahre
Anfängliche Tilgung 2 % 2 %
Monatliche Rate 1.041,67 Euro 991,67 Euro
Zinskosten nach 10 Jahren 75.264 Euro 70.045 Euro
Restschuld nach 10 Jahren 150.264 Euro 151.045 Euro

Der kleine Zinsrabatt sorgt also für eine Zinsersparnis von über 5.000 Euro. Die minimal höhere Restschuld nach 10 Jahren ist hingegen der niedrigeren Rate geschuldet. Würde die monatliche Ersparnis zusätzlich in Tilgung investiert, läge die Restschuld nach 10 Jahren bei 147.302 Euro und die Zinsersparnis wäre noch einmal ca. 2.000 Euro höher.

Mit dem folgenden Rechner können weitere Beispiele durchgerechnet werden:

Hypothekenkreditrechner
Kreditbetrag*
Diese Summe nehmen Sie auf und erhalten Sie ausgezahlt.
Jährlicher Effektivzins* %
Anfängliche Tilgung* % pro Jahr
Laufzeit* Jahre
Ev. Sondertilgungen* € pro Jahr
 
* = notwendig zur Berechnung

3.2. Kombinationsmöglichkeit mit Förderprogrammen

Gerade für nachhaltige Bau- und Immobilienprojekte existieren mittlerweile attraktive staatliche Förderungen. So lässt sich beim Kauf einer Immobilie und der darauffolgenden energetischen Sanierung beispielsweise das KfW-Förderprogramm Nr. 270 „Wohngebäude – Kredit“ nutzen.

Die größten Vorteile:

  • Deutlich vergünstigter Zinssatz
  • Attraktive Tilgungszuschüsse bis zu 45 %
  • Bis zu 150.000 Euro Kredit

Besonders interessant ist diesbezüglich der Tilgungszuschuss. Erreichen Immobilienkäufer und Immobilienkäuferinnen durch die Sanierung einen energetischen Effizienzhaus-Standard, erhalten sie einen Rabatt auf die Tilgung. Wird zusätzlich ein „Erneuerbare Energien“-Standard erreicht, steigt der Tilgungszuschuss weiter.

Letztlich können Kreditnehmer im besten Fall einen Förderkredit über 150.000 Euro aufnehmen und müssen davon nur 82.500 Euro zurückzahlen.

In Kombination mit der grünen Baufinanzierung einer Bank lassen sich so die Kosten für das eigene Immobilienprojekt erheblich absenken.

Tipp: Neben dem KfW-Förderprogramm existieren noch viele weitere Fördermöglichkeiten. Dies gilt sowohl für den Heizungstausch als auch für die Beratung in Bezug auf Nachhaltigkeit. Wer hier seine Chancen nutzt, kann am Ende von einer großen Einsparung profitieren.

3.3. Später deutlich geringere Energiekosten

Durch den Kauf oder Bau einer nachhaltigen Immobilie ergeben sich weitere Vorteile: Die Kosten für den Energieverbrauch sinken erheblich. Wer durch Wärmedämmung den Energieverbrauch einer Immobilie erheblich senkt, muss weniger Geld in Heizenergie investieren. Dies gilt umso mehr, wenn eine moderne Heizung die Verbrauchskosten senkt. Mit einer Solaranlage lassen sich die Kosten noch weiter absenken.

3.4. Weniger bürokratischer Aufwand in der Zukunft

Gerade die Problematik und Verunsicherung um das Heizungsgesetz zeigt, dass die Wärmewende nicht ohne Bürokratie funktioniert. Wer bereits jetzt auf eine nachhaltige Immobilie mit entsprechender Heizung setzt, kann sich den künftigen bürokratischen Aufwand sparen. So lässt sich also für die Zukunft vorsorgen.

3.5. Beitrag gegen die Klimakrise

Ein geringerer Energiebedarf entlastet das Klima. Während Altbauten nicht selten einen Primärenergiebedarf von 150 bis 250 kWh pro Quadratmeter aufweisen, kommen Gebäude nach dem Effizienzhaus 40-Standard mit 40 kWh pro Quadratmeter.

4. Welche Voraussetzungen müssen für eine grüne Baufinanzierung erfüllt werden?

Nicht nur staatliche Förderungen sind an die Einhaltung bestimmter Standards geknüpft. Die grüne Baufinanzierung vieler Banken wird ebenso mit bestimmten Voraussetzungen versehen. Im Normalfall geht es dabei vor allem um die Energieeffizienzklasse eines Gebäudes nach dem Energieausweis. Die meisten Banken akzeptieren hier folgende Klassen:

  • Effizienzklasse A: Energiebedarf bis 50 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche
  • Effizienzklasse A+: Energiebedarf bis 25 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche

Grüne Baufinanzierungen stehen dabei sowohl für den Kauf oder den Bau von Immobilien dieser Effizienzklassen zur Verfügung als auch für Modernisierungen, um diese Effizienzklassen zu erreichen.

5. Grüne Baufinanzierung: Gut das Portemonnaie und das Klima

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass eine grüne Baufinanzierung sich aus mehreren Gründen lohnt. Besonders handfest ist hierbei die mögliche Einsparung, die sich durch die Zinsrabatte und die Kombinationsmöglichkeit mit Förderdarlehen ergibt. Darüber hinaus ergibt sich später eine Ersparnis in Bezug auf die Heizenergie und eventuell die Stromkosten.

Ferner lässt sich so etwas zum Klimaschutz beitragen, ohne dafür besondere Belastungen in Kauf nehmen zu müssen. Wer sich heute also für einen günstigen Immobilienkredit interessiert, sollte sich die Möglichkeiten einer grünen Baufinanzierung auf jeden Fall genauer anschauen.

 

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