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Eigentumswohnung kaufen – was beachten? Diese 12 Punkte sollten Sie kennen und prüfen

Viele Menschen – vor allem gehobenerem Einkommens – liebäugeln in der Stadt mit dem Kauf einer Wohnung. Dabei stellen sich viele Fragen: In welchem Stadtteil sollte die Wohnung liegen? Ist das Preisniveau nicht schon völlig überzogen? Kann ich mir einen solch hohen Kredit leisten?

Auf alle Fragen gehen wir in diesem Artikel ein. Darüber hinaus machen wir auf viele weitere Punkte aufmerksam, die ein Wohnungskäufer bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigen sollte.

Punkt 1

Vorabüberlegungen: Kaufen oder doch lieber weiter mieten?

Dazu unser Artikel:

Wohneigentum bauen oder kaufen?

kaufen bauen mieten lp 564

Wohneigentum bauen oder kaufen? Oder doch lieber beim Mieten bleiben? 

Es zeigt sich über die Jahre hinweg, dass die Mieten immer weiter steigen. Gerade in Großstädten gibt es horrende Nettomieten. Am Beispiel Berlin zeigt der Mietspiegel 2017 für eine Wohnung mit einfacher Ausstattung eine minimale Nettomiete von 5,76 Euro pro Quadratmeter im Altbau sowie bis 10 Euro im Neubau. Die Preise gleichen sich je nach mittlerer und gehobener Ausstattung sowie Stadtlage noch weiter nach oben an.

Noch dazu steigt zunehmend die Bevölkerungsdichte, sodass Wohnraum allgemein knapp ist und sich auch hier Angebot und Nachfrage im Preis widerspiegeln. Durchschnittlich kann aktuell von einer Nettomiete in Deutschland von 7,60 Euro pro Quadratmeter bis 11 Euro pro Quadratmeter ausgegangen werden. Somit ist es nur gerechtfertigt, wenn der ein oder andere sich Gedanken macht, ob nicht eine Wohnung kaufen oder gar ein Haus bauen oder ein Gebrauchtes zu erwerben langfristig mehr Sinn macht, als Mieter zu bleiben. 

Punkt 2

Die Wohnung als Kapitalanlage

Die Kapitalanlage in Immobilien ermöglicht auch heute noch trotz hohem Preisniveau in vielen Regionen eine gute Rendite. Dies ist vor allem auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen. Wer sich diese langfristig absichert, reduziert sein Risiko bei der Anlage ganz erheblich. Die kluge Auswahl des richtigen Kaufobjektes ist allerdings weiterhin von eminenter Wichtigkeit für die langfristige Rentabilität der Kapitalanlage.

Wenn Sie die Wohnung auch zur Altersvorsorge erwerben, sollte diese zu Renteneintritt schuldenfrei sein. Zudem sollten Sie ausreichend Rücklagen für kommende Renovierungen angespart haben.

Als kleinere Anlagealternative zur Wohnung kämen offene Immobilienfonds in Betracht.

Punkt 3

Das Maklergeschäft

Grundsätztlich gilt: Will ein Investor eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen, nimmt er häufig die Dienste eines Immobilienmaklers in Anspruch. Der künftige Käufer sollte vor dessen Konsultation aber sichergehen, dass er über eine Gewerbeberechtigung verfügt, um nicht einem Betrüger aufzusitzen.

Zur Maklerprovision: Mit dem zwischen Erwerber und Verkäufer geschlossenen Kaufvertrag über die Eigentumswohnung entsteht auch der Provisionsanspruch des Maklers. Der Anspruch des Maklers ist mit einem gewissen Prozentsatz der Kaufsumme gesetzlich begrenzt. Der Erwerber muss auch mit Vertragserrichtungskosten rechnen, welche in Tarifordnungen für Notare bzw. Rechtsanwälte geregelt sind und einen fixen Prozentsatz des Kaufpreises betragen.

Will ein potentieller Erwerber eine Eigentumswohnung kaufen, sollte er sich nicht auf die mündliche Einigung verlassen, die zwar eine Gültigkeit hat, sondern aus Beweisgründen einen detaillierten Kaufvertrag schriftlich mit dem Verkäufer abschließen.

Punkt 4

haus puzzle geld gr 564

Die Kaufnebenkosten

Zu den Kaufnebenkosten beim Erwerb einer Wohnung zählen ganz unterschiedliche Punkte, die jedoch in vielen Fällen nicht reduziert werden können. Kalkulieren Sie die folgenden Kostenpunkte als Nebenkosten ein:

  • Notarkosten
  • Grunderwerbsteuer
  • Grundbuchkosten
  • Maklercourtage (falls involviert)
  • Modernisierung (falls erforderlich
  • Umzugskosten (je nach Einzelfall)

Die Kaufnebenkosten im Detail

Notarkosten

  • Vom Gesetzgeber gefordert für Kaufvertrag, Grundbucheintragung und die Eintragung einer Grundschuld;
  • Faustformel: Die Notarkosten belaufen sich auf ca. 1,0 – 1,5 % des Kaufpreises.

Beispielrechnung Immobilie 250.000 € Kaufpreis

Dienstleistung vom Notar Gebühren
Kaufvertrag beurkunden (2,0facher Satz) 1.070 Euro
Betreuungskosten (0,5facher Satz) 267,50 Euro
Zwei Unterschriften beglaubigen (0,2facher Satz, max. 130 Euro pro Unterschrift) 260 Euro
Kaufvollzug (0,5facher Satz) 267,50 Euro
Gesamtkosten
1.865 Euro
Tabelle 1: Beispielrechnung für die Notargebühren beim Kauf eines Hauses mit Kaufpreis 250.000 Euro, Quelle: GNotKG; Alle Angaben ohne Gewähr;

 

Grunderwerbsteuer

  • Faustformel: Die Grunderwerbsteuer beträgt abhängig vom Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % des Kaufpreises!

Grundbuchkosten

  • Faustformel: Für das Grundbuchamt werden ungefähr 0,5 % des Kaufpreises fällig!

Maklercourtage (falls involviert)

  • Faustformel:  Maklercourtage liegt zwischen 5,95 und 7,14 % des Kaufpreises.

Modernisierung (je nach Einzelfall)

Umzugskosten (je nach Einzelfall)

Artikel: Hier können Sie beim Umzug Geld sparen

Umzug sparen

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Wie Sie viel Geld beim Umzug sparen: Erprobte Tipps & 2 Checklisten

So ein Umzug geht immer ins Geld. Doch Sie haben viele Stellschrauben, mit denen - richtig gedreht - erklägliche Ersparnisse beim Wohnungswechsel möglich sind. Das reicht von der Umzugsplanung bis zur Absetzung der Kosten von der Steuer. Mit den folgenden Tipps sparen Sie richtig.

Details und Berechnungshilfen zu allen Kaufnebenkosten finden Sie in diesem Artikel.

Punkt 5

Vorab wichtige Dinge zur Wohnung und deren Lage prüfen

Vorher gilt es einiges zu bedenken und die Immobilie am besten mehrmals vor dem Wohnungskauf zu besichtigen und auf bestimmte Punkte zu überprüfen. Vor allem die Lage vom künftigen Eigenheim ist entscheidend.

Grundstück und Lage

  • Die Infrastruktur, die das Haus umgibt (Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Postamt, Bankfilialen)
  • Freizeiteinrichtungen (Sport, Freibad ...) in der Nähe
  • Grünanlagen in der Umgebung
  • Verkehrsanbindung wie Autobahnanschluss oder Busanbindung/S-Bahn/U-Bahn
  • Bewohnerstruktur der Nachbarn
    Auch der Ruf des Stadtteils kann einige aussagen
  • Lärm, der möglicherweise nicht zu vermeiden ist
    Zum Beispiel bei Lage in einem Industriegebiet oder neben einer Freizeitanlage

Das Wohnhaus

  • Zustand und Alter des Daches
    Betrachten Sie auch die Regenrinnen. Aber da eine Dacherneuerung über alle Wohnungen verteilt würde, würde diese auch kein allzu großes Loch in Ihre Kasse reißen.
  • Fassade des Hauses
    Welchen Gesamteindruck macht die Fassade? Betrachten Sie nicht nur die Optik (Risse, Graffiti, Putz, Farbe, Feuchtigkeitsspuren) sondern auch die Dämmwirkung der Fassade. Wie sieht es mit Efeu aus? Allzu starker Bewuchs stellt eine Gefahr für die Substanz der Fassade dar. Je besser die Fassade aussieht, umso weniger wird in den nächsten Jahren daran zu tun sein, umso weniger Kosten fallen an.
  • Balkon/Terrasse
    Sind alle Balkone in einem ordentlichen Zustand? Falls nicht: Sind vielleicht schon größere Renovierungsmaßnahmen geplant?
  • Heizungsanlage im Haus
    Alter? Zustand?
  • Rohre im Haus
    Alter? Sind alle Rohre neueren Datums, auch die verborgenen Leitungen?
  • Dachboden- oder Kellerraum
    Diesen sollten Sie auch anschauen. Schimmel, Mäusekot oder Taubendreck sind Warnsignale.

Die Wohnung

  • Sonnenausrichtung der Wohnung
    Insbesondere die vom Balkon und von Küche und Wohnraum.
  • Lärmpegel in der Wohnung
    Ist alles ruhig?
  • Lichteinfall in den einzelnen Zimmern
  • Ausblick aus den Räumen
  • Zustand der Fußböden
  • Risse/Putzschäden in Wänden und Decken
  • Zustand der Küche
    ... und deren Einbauschränke
  • Fliesen
    ... in Bad und Küche, diese sind bekanntlich Geschmacksache. Ein Austausch wird nicht billig.

Punkt 6

Gekauft wie gesehen?

Auf jeden Fall sollte nicht nach der ersten Besichtigung gekauft werden. Beim zweiten Besichtigungstermin sollte am besten ein Gutachter hinzugezogen werden, der über handwerkliche Kenntnisse verfügt. Dieser kann das Haus checken auf: dunkle Stellen, z. B. bei den Fenstern (deutet auf schlechte Belüftung), Risse an den Deckenfugen, Unebenheiten an Holz bzw. Böden, feuchte Flecken oder der Zustand der Leitungen.

Checkliste für die Immobilienbesichtigung

Vier Augen sehen mehr als zwei. Nehmen Sie die Liste zur Besichtigung der Immobilie und/oder jedem Gespräch mit dem jetzigen Eigentümer mit.

Zum Download

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PDF  Checkliste Immobilienkauf

Grunddaten der Immobilie

  • Baujahr
  • Jahr der letzten Grundrenovierung
  • Wohnfläche
  • Nutzfläche
  • Anzahl der Räume
  • Grundstücksgröße
  • Erbpacht?
  • Grundriss und Flächenangaben prüfen (Zollstock dabei!)
  • Grundbuchauszug prüfen
  • Baubeschreibung noch vorhanden? (Sehr aufschlussreich bzgl. Bausubstanz, Ausstattungsniveau ...)
  • Energieausweis vorhanden?
    Dieser zeigt an, wie hoch der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche ist. Hieran erkennt man, wie energieeffizient das Gebäude ist.
  • Unterhaltskosten der Immobilie (Strom, Heizung, Grundsteuer etc.; Auskunft: Eigentümer)
  • Möglicher Einzugstermin

An das Bauamt

  • Soll die Straße oder der Bürgersteig demnächst saniert werden? Welche Kosten kommen auf mich zu? (Bauamt)
  • Sind Bauvorhaben in der Nähe vakant? (Bauamt)
  • Unterliegt das Gebäude bestimmten Auflagen (Denkmalschutz, Milieuschutz, Überwegungsrechte ...)

Historie des Gebäudes

  • Sind Baulasten eingetragen? (Auskunft: Bauamt)
  • Ggf. Teilungserklärung vorhanden?
  • Letzte Modernisierung/Sanierung
  • Sind Schadstoffe in verbauten Materialien bekannt? (Auskunft: Eigentümer)
  • Wer waren die Vorbesitzer? (Eigentümer)
  • Ggf. Protokoll letzte Eigentümerversammlung
  • Ggf.: Welche Leistungen erbringt die Hausverwaltung?

Umgebung/Lage

  • Einkaufsmöglichkeiten (Lebensmittel, Apotheke, Friseur, Bekleidung, Elektronik, Bäcker ...) in der Nähe?
  • Kita, Schulen? Was ist mir wichtig?
  • Bus- & Bahn-Anbindung, vor allem, wenn täglich zur Arbeit gependelt wird.
  • Ärzte in näherer Umgebung. Wie sind diese bewertet (siehe Google).
  • Wer wohnt in der Nachbarschaft? Passt man selbst in diese Gegend?
  • Verkehrsanbindung an Bundesstraßen und Autobahn.
  • Freizeitmöglichkeiten in der Nähe
     Freizeiteinrichtungen für Sport, Vereine, Freibad, Restaurants, Kino, Kneipen, Cafe ...
  • Der Ruf des Viertels
    Vor allem in Großstädten hat jede Gegend ihren Ruf. Auch hier können Anwohner oder eine Internetrecherche Antwort geben.
  • Lärmpegel in der Nähe der Immobilie
    Sie sollten die Umgebung zu Verkehrs-Stoßzeiten, morgen, abens, in der Nacht und am Wochenende aufsuchen, um sich einen Eindruck zu machen.
  • Natur in der Umgebung
    Parks, Grünanlagen, Wald ... was findet sich in fußläufiger Entfernung, z. B. zum Joggen, Spazierengehen oder für die Runde mit dem Kinderwagen.

Das Gebäude

Die Lage der Immobilie ist fix und kann nicht verändert werden. Aber an der Immobilie an sich können Sie viel verändern. Alles ist eine Frage des Preises. Bei erkannten Mängeln können diese preismindernd geltend gemacht werden. Darum drucken Sie sich unsere Checkliste aus!

Wichtige Bereiche

  • Dachzustand (Pfannen, Dämmung, Balken – Schädlingsbefall, Dachrinnen)
  • Heizungsanlage (Bauart, Verbrauch, Alter)
  • Warmwasser (Art der Erwärmung, Speicher, Leitung zur Spülmaschine oder Waschmaschine?)
  • Heizkörper (Art, Alter, drehen die Heizkörperventile leichtgängig?)
  • Außenfassade (Zustand, Aufbau, Risse im Mauerwerk)
  • Gebäudedämmung (Qualität, Art, Alter)
  • Fußbodenbeläge (Art, Qualität, Mängel)
  • Raumaufteilung (Durchgangszimmer, Kleinsträume ...)
  • Stauraum
  • Lichtverhältnisse (dunkle Räume?)
  • Deckenhöhen

  • Wandbeläge (Tapeten, Farben, Fliesen ...)
  • Fenster (Verglasung, Alter, Rahmenart und -zustand, Funktionieren die Rollläden?)
  • Treppen (Alter, Zustand, Knarzen)

Sinnesprüfung

Seien Sie besonders achtsam beim ersten Betreten der Immobilie. Mit der Zeit adaptiert die Nase und man gewöhnt sich auch an "komsiche" Gerüche.

  • Geruchsprüfung (riecht es irgendwo moderig – Schimmelgefahr)
  • Fühlprüfung Außenwände (besonders kalt – hohe Heizkosten)
  • Zieht es irgendwo?
  • Hörprüfung (Lärm von draußen? Straßenlärm? Sind die Nachbarn zu hören?)

Ausstattung

  • Brandschutz (Rauchmelder, Feuerlöscher, Rettungswege, sonstige Auflagen)
  • Altersgerechte Einbauten (Bäder, Treppen, Hauseingang)
  • Stromversorgung (Alter, technischer Stand, überall funktional)
  • Sicherungskasten (Überspannungsschutz? Alles korrekt abgesichert?)
  • Steckdosen pro Raum
  • Wasserleitungen (Alter, Zustand, aus Kupfer? Wasserdruck ausreichend?)
  • Sonstige Haustechnik (Lüftungsanlage, Alarmanlage, elektrische Rollos – Alter und Funktionalität)
  • Waschmaschinenanschluss
  • Extra-Absicherung für Waschmaschine und Trockner
  • Zusatzausstattung (Ofen, Aufzug, Markise, Sauna, Werkstatt, Smarthome ...)

Einzelne Räume

  • Dachboden (Deckenhöhe, Dämmung, Nutzbarkeit, Zugang)
  • Bäder (Zustand, Design, Lüftungsmöglichkeit)
  • Küche (Zustand, Arbeitshöhe, Alter der Elektrogeräte)
  • Keller (Dichtigkeit von außen, Feuchtigkeit der Luft, Deckenhöhe, Zugang, Dämmung, Heizung)

Draußen

  • Außenanlagen – vorhanden/Zustand (Garage, Terrasse, Balkons, Regenwassertank, Gartenhaus, Swimmingpool, Pflanzen)
  • Außenwege (Art, Zustand)
  • Parkmöglichkeiten
  • Ausblick
    Worauf blicken Sie vom Balkon? Aus den Fenstern?

Renovierungsbedarf vorhanden?

Die einzelnen Punkte mit Renovierungsbedarf auflisten und als Grundlage für Preisverhandlungen nehmen.

Stets notwendige Modernisierung & Sanierung:

  • Bei Immobilien, die zwischen 1940 und 1980 gebaut wurden, wurden teilweise gesundheitsgefährdende Baustoffe verbaut bzw. genutzt, z. B. Asbest bei Rohrummantelungen oder giftige Holzschutzmittel. Erkundigen Sie sich, ob solche Bausünden gefunden worden sind und ob diese bereits (fachmännisch!) beseitigt worden sind.
  • Immobilien, die nach dem 1. Februar 2002 einen Besitzerwechsel aufweisen (auch von einer Hausgemeinschaft), müssen eine Dachdämmung oder eine Dämmung der obersten Geschossdecke bekommen.
  • Ölheizungen von vor 1978 müssen erneuert werden, dies wird staatlich gefördert.

Worauf sollte noch geachtet werden?

Vielen Dank für jeden Hinweis!

 

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Punkt 7

Die eigenen Bedürfnisse kennen

Der Interessent sollte sehr genau bedenken, wie viel Platz, welche Anzahl von Räumen er braucht und wie die Raumaufteilung aussehen soll, wenn er eine Eigentumswohnung kaufen will. Er sollte bedenken, wie seine Familienplanung aussieht, um den Platz abschätzen zu können.

Desweiteren muss überlegt bzw. geprüft werden:

  • ob ein Balkon gewünscht wird,
  • in welcher Infrastruktur die Wohnung eingebettet sein soll,
  • ob das Wohnhaus, in welchem sich die Wohnstätte befindet, sanierungsbedürftig ist.

Bei gegebenem Sanierungsbedarf ist von Mehrkosten auszugehen, die in Form von erhöhten Betriebskosten auf den Erwerber zukommen werden, denn jeder Eigentümer ist per Mehrheitsbeschluss verpflichtet, bei einer Renovierung des Hauses mitzuzahlen.

Punkt 8

Neu- oder Altbau

Deswegen zahlt es sich auch aus, vor der Kaufentscheidung darüber nachzudenken, ob man eine Eigentumswohnung in einem Neu- oder Altbau wünscht. Neubauten sind in der Regel in einem besseren Zustand und haben einen Lift, der bei Altbauten teilweise fehlt.

Siehe dazu unsere Artikel zu Neubau .... oder Altbau.

Punkt 9

Eigentumswohnung kaufen – kann ich mir leisten?

Der künftige Eigentümer sollte auch bedenken, dass die Kreditraten mitsamt der Betriebskosten nicht mehr als ein Drittel, höchstens aber die Hälfte des Nettohaushaltseinkommens ausmachen sollten. Ausreichend Eigenkapital ist die Basis einer soliden Finanzierung. Berechnungshilfen finden sich im folgenden Artikel:

Baufinanzierung: Was kann ich mir leisten?

haende um euroDie Zinsen sind tief wie nie. Schon mit mittlerem Einkommen lässt sich scheinbar eine halbe Millionen Euro finanzieren. Doch kann ich mir ein solch teures Haus wirklich erlauben? Lesen Sie hier, wie Sie die mögliche Höhe Ihrer Baufinanzierung bestimmen.

Tilgungssatz für eine vollständige Tilgung eines Kredites

Kreditlaufzeit
(Jahre)
Notwendiger Tilgungssatz, um den Kredit mit den folgenden Zinssätzen (von 1 bis 2,5 %) am Ende der Laufzeit vollständig abgezahlt zu haben
1,0 %** 1,5 %** 2,0 %**  2,5 %**
10 9,5 %* 9,3 % 9,0 % 8,8 %
15 6,2 % 6,0 % 5,7 % 5,5 %
20 4,5 % 4,3 % 4,1 % 3,9 %
25 3,5 % 3,3 % 3,1 % 2,9 %

* Dies ist (jeweils) der Tilgungssatz für eine Voll-Abzahlung am Ende der jeweiligen Kreditlaufzeit, auf eine Nachkommastelle gerundet.
** Dies sind die Zinsen für den Kredit, welche die Bank verlangt.

Vergleich: Aktuelle Kreditzinsen

Baufinanzierung Rechner

 

Rückzahlung in monatlich gleichbleibenden Raten, ohne Berücksichtigung von eventuellen Bearbeitungskosten

Bitte Ihre Daten eingeben
?!
 Kreditbetrag
?!
 Jährlicher Zins
%
?!
 Anfängliche Tilgung
 % pro Jahr
?!
 Laufzeit
?!
 Ev. Sondertilgungen
€ pro Jahr
 
 
Ergebnisse
Monatliche Rate 0,00 €
Der Effektivzins beträgt 0,00 %
Restschuld nach Laufzeit 0,00 €
Der Zinsaufwand in der Laufzeit 0,00 €
Tilgungsaufwand in der Laufzeit 0,00 €
?!
 Darlehen wäre getilgt in
0 Jahren und 0 Monat(en)
Der Gesamtaufwand (Zins und Tilgungen)
in diesen Monaten würde dann betragen
0,00 €
Der Kredit im Laufe der Jahre
Monat
Restkreditbetrag
aus Vormonat
Ratenzahlung
(am Monatsende)
davon
Zinsen
davon
Tilgung
Schuldenstand
Monatsende
Alle Angaben ohne Gewähr! Die Raten können je nach Berechnungsmethode der Bank abweichen.

Punkt 10

Rücklage und Baubeschreibung

Es gibt noch zwei Punkte, die der Erwerber beachten und kennen sollte, der eine Eigentumswohnung kaufen will:

  • Die Instandhaltungsrücklage, also die gesamten Ersparnisse der Wohnungseigentumsgemeinschaft für Sanierungen des Hauses z.B. und deren Höhe (sie sollte nicht zu niedrig sein),
  • die Baubeschreibung sollte der Erwerber kennen (darin wird fixiert, was der Bauträger dem Käufer schuldet wie Schallschutz oder Sanitärausstattung) und den Zahlungsplan.

Punkt 11

Mögliche Bauförderungen nutzen

  • KFW-Kreditanstalt für Wiederaufbau
    Diese fördert sowohl über billige Kredite für den Kauf und/oder die Renovierung einer Immobilie als auch über konkrete Zuschüsse. Art und Höhe der Kreditförderung hängt oft von der Höhe der Energieersparnis der Maßnahme bzw. vom Gesamtenergieverbrauch der Immobilie ab. Alle Programme unter https://www.kfw.de

Beispiel: Die Förderungen der KFW für Neubauten

Länge: 6:30 Minuten

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz
    Unter www.erneuerbare-energien.de findet man Förderungen zur Stromeinspeisung von Photovalvik-Anlagen, also der Stromerzeugung auf dem eigenen Dach.
  • Bafa
    Hier wird ebenfalls über Zuschüsse die Nutzung erneuerbarer Energie gefördert, aber auch z. B. die Energieberatung-Vor-Ort oder Dämmstoffe aus Naturmaterialien: https://www.bafa.de.
  • Baukindergeld
    Seit Mitte September 2018 können Familien und Allein­erziehende mit Kindern bundesweit Baukindergeld beantragen. Förderberechtigte erhalten pro Kind 12.000 Euro, ausgezahlt in 10 jährlichen Raten zu je 1.200 Euro.
  • Bauförderung der Kirchen
    Einige katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen fördern Familien mit vergünstigten Baugrundstücken im Erbbaurecht oder über vergünstigte Kredite. Auskunft erteilt die jeweilige Landeskirche.
  • Wohnungsbauprämie
    Förderungsfähig sind Beiträge an Bausparkassen, der Erwerb von Genossenschaftsanteilen und Beiträge für Sparverträge zum Zwecke des Baus oder Kaufs einer Immobilie, wenn man unter der aktuellen Einkommensgrenze liegt. Wer mindestens 50 Euro im Jahr in einen solchen förderfähigen Vertrag einzahlt, erhält darauf 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie vom Staat.

Internetseiten für Förderungen
Die folgenden Internetseiten bemühen sich um eine Lichtung des Förderdschungels:

  • Bauförderung auf kommunaler Ebene
    Jede Kommune hat noch einmal eigene Förderprogramme für Neubauten und/oder Immobilienkäufe. Die Zuschüsse können durchaus mehrere tausend Euro betragen. Gehen Sie ins zuständige Rathaus/Bauamt und suchen Sie das Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter für die Bauförderung.

Details zu allen oben genannten Punkten im Beitrag "Bauförderung".

Punkt 11

Wichtiges zur Eigentümergemeinschaft

Mit dem Kauf der Wohnung sind Sie automatisch Mitglied der Eigentümergemeinschaft des Hauses geworden. Dies ist der Zusammenschluss aller Wohnungseigentümer zur Verwaltung, Renovierung und Ausgestaltung des gesamten Hauses.

Hierbei wird das sogenannte Hausgeld monatlich fällig. Dies wird für anfallende Gebäudekosten benötigt:

  • Hausversicherungen
  • Hausmeister
  • Reinigung von Treppenhaus, Straße, Bürgersteig und Hof.
  • Heizung im Haus
  • Wasser- und Hausstrom
  • Abfallgebühren
  • Instandhaltungsrücklage
  • Weitere kleinere Gebühren (für das Gemeinschaftskonto etc.)

Faustformel:

Im Schnitt muss mit 3 € Hausgeld pro Quadratmeter der Wohnfläche von der Eigentumswohnung gerechnet werden.

Je älter das Haus ist, umso höher fällt in der Regel auch das Hausgeld aus, da die Instandhaltung teurer kommt.

Erhellende Lektüre

Lassen Sie sich die letzten zwei oder drei Protokolle der Eigentümerversammlung aushändigen. Hieran erkennen Sie oft, wie die Stimmung unter den Eigentümern ist und ob es im Haus größere Probleme gibt und welche Vorhaben am Haus geplant sind. Zudem erfahren Sie die Höhe der Instandhaltungsrücklage.

Bücher zum Thema



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