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Gelber Sack Inhalt: dieser Abfall darf hinein

Allein Verbraucher in Deutschland verkonsumieren jährlich über 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfall (2017). Rechnerisch sind das  227 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner. Durch die Entsorgung über gelbe Säcke kann ein Anteil der Werkstoffe wiederverwertet werden. So sparen wir Rohstoffe und Energie. Wir erhalten Ökosysteme und setzen weniger Schadstoffe frei. Die Mülltrennung fördert also den Umweltschutz und zudem sparen Sie Platz in Ihrem Restmüllbehälter.

Doch was darf alles in den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne rein? Wir klären auf.

Punkt 1

Das Prinzip

Nachdem der Konsument seinen Verpackungsabfall getrennt hat, werden die Säcke vermeintlich kostenfrei abgeholt. Dazu zahlen alle Unternehmen, welche Verpackungen auf dem Markt vertreiben eine Gebühr, mit der die Entsorgung und Verwertung finanziert wird. So entstehen für Privathaushalte keine Abfallgebühren für Verpackungen. Jedoch wird die Gebühr meist in den Kaufpreis der jeweiligen Ware eingerechnet, sodass Sie die Gebühr indirekt mit jedem Kauf eines verpackten Produkts selbst bezahlen.

Anschließend trennt eine Sortieranlage und menschliche Arbeitskraft den Inhalt der gelben Säcke. Dazu werden Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbundverpackungen aufgeteilt. Anschließend werden die Abfälle zu Granulat oder Mahlgut verarbeitet. Je nach Zusammensetzung werden aus dem Inhalt Ihres gelben Sacks neue Verpackungen oder minderwertige Produkte, wie beispielsweise gelbe Säcke, produziert. Nicht verwertbare Inhalte enden in der Müllverbrennungsanlage.

Löffelrein genügt

Die Verpackungen für den gelben Sack müssen nicht vom Verbraucher gewaschen werden. Das geschieht in der Abfall-Annahmestelle ohnehin. Es genügt, wenn Joghurt-Verpackungen und Co. "löffelrein" sind, sprich: die Verpackungen sollten nicht halbvoll im gelben Sack landen.

Punkt 2

Gelber Sack – was kommt rein?

Faustregel:

Alles, was im Laden an Verpackungen über den Tresen verkauft wird, darf in den gelben Sack.

In den gelben Sack gehören somit alle Leichtverpackungen. Das bedeutet, Sie dürfen beispielsweise Verpackungen aus Aluminium oder Weißblech in der gelben Tonne entsorgen. Auch Kunststoffverpackungen und Verbundstoffe, wie Milchkartons, dürfen Sie im Plastikmüll entsorgen.

Es ist übrigens ein Mythos, das nur Verpackungen mit dem Grünen Punkt in den gelben Sack gehören.

Bei der Papierentsorgung sind die Aussagen strittig. Wer richtig trennen möchte, kann die Reißprobe nutzen. Grundsätzlich gehört Papier natürlich in den Papiercontainer. Jedoch sind viele Papierverpackungen beschichtet, weshalb einige auch im gelben Sack entsorgt werden können. Deshalb empfiehl die Entsorgungsindustrie gut zerreißbares Papier im Altpapiercontainer zu entsorgen und den Rest in gelbe Säcke zu füllen.

Die folgende Tabelle kann Ihnen zur Orientierung bei der Abfallversorgung dienen:

Gelber Sack oder gelbe Tonne

Restmüll oder anderweitige Entsorgung

Getränkekartons
(z. B. Mich, Säfte)

Lebensmittel

Eisverpackungen
(aus Kunststoff oder Papier)

Hygieneartikel

Joghurtbecher und Deckel

Altkleider

Konservendosen

Feuerzeuge

Arzneimittelblister

 Einwegrasierer

Menüschalen aus Kunststoff

Glas

Schokoladenverpackung

Elektrogräte

Verpackungstüten
(z. B. Nudeltüten, Suppentüten)

Keramik

Kunststoffverpackungen
(z. B. Shampoo, Mayo, Spülmittel)

Spielzeug

Styroporverpackungen

Klarsichthüllen

Zahnpastatuben

Karton

Holzschachteln

Taschentücher

Spraydosen

CDs

Riskiere ich eine Geldstrafe, wenn ich etwas im gelben Sack entsorge, was dort nicht hineingehört? Nein, dafür fehlt die rechtliche Anspruchsgrundlage. Aber man sollte es natürlich vermeiden. Zudem achten die Einsammler darauf und lassen falsch befüllte Säcke – soweit erkennbar – einfach stehen. Manchmal mit einem Aufkleber „Bitte umsortieren“ versehen. Insbesondere ein hohes Gewicht macht einen gelben Sack verdächtig ...

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

In einigenKommunen dürfen auch "stoffgleiche Nichtverpackungen" in die gelben Säcke bzw. Tonnen eingeworfen werden, z. B. eine Zahnbürste.

Punkt 3

Gelbe Säcke oder Tonne?

Ob Ihnen gelbe Säcke ausreichen oder sich eine Anschaffung der gelben Tonne lohnt, müssen Sie Ihrer Situation entsprechend entscheiden. Wird der Verpackungsmüll bei Ihnen lediglich alle vier oder gar sechs Wochen abgeholt, kann eine Tonne die bessere Lagermöglichkeit darstellen. So entstehen keine unangenehmen Gerüche und Mäuse und Ratten bleiben fern. Jedoch nimmt eine zusätzliche Tonne Platz ein, der zur Verfügung stehen muss. Müssen zudem enge Gänge oder Treppen mit der Tonne passiert werden, kann sich ein Sack als praktischer herausstellen.

Möchten Sie gelbe Säcke nutzen, so sollten Sie diese bestenfalls hängend aufbewahren. So vermeiden Sie Ungeziefer, wie beispielsweise Ratten, im Keller. Die dünnen Säcke reißen jedoch schnell ein, wenn sie übermäßig oder falsch gefüllt wurden. Also packen Sie sie lieber nicht allzu voll.

Wo den gelben Sack hinstellen?

Stellen Sie den gelben Sack bis 6 Uhr morgens des Abholtages an die Straße. Platzieren Sie den Sack einerseits so, dass die Müllabfuhr ihn gut erkennen und erreichen kann, er aber andererseits niemanden auf dem Gehweg behindert oder vom Wind weggeweht werden kann. Optimal wäre es, den gelben Sack so hinzustellen, dass dieser nicht von Ratten, Hunden oder Waschbären aufgerissen werden kann, z. B. indem die Säcke an einen Zaun gehängt werden.

Gelbe Tonne Inhalt richtig einschätzen

Möchten Sie eine gelbe Tonne nutzen, so stellt sich die Frage nach der richtigen Größe. Sie können das notwendige Fassungsvermögen anhand Ihres Verbrauchs an gelben Säcken kalkulieren. Eine 120-Liter-Tonne kann ca. zwei vollgefüllte bzw. drei durchschnittlich gefüllte Säcke aufbewahren. Eine 240-Liter-Tonne erfasst demnach sechs bis maximal sieben normal gefüllte gelbe Säcke.

Recycling-Quoten

Der Abfall aus dem gelben Sack wird ohnehin nur verbrannt – alles Augenwischerei mit dem Recycling? Mitnichten ist dem so! Genaue Zahlen sind allerdings kaum zu erhalten. Aus Branchenkreisen hört man, dass um die 40 Prozent des Verpackungsmülls aus dem gelben Sack „stofflich verwertet“ wird. Sieben Prozent werden direkt in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt, ein Schicksal, dass es mit nahezu allem Restmüll teilt.

Die restlichen gut 50 Prozent werden zwar ebenfalls verbrannt, aber dabei handelt es sich um Stoffe, die nur gering mit Schadstoffen belastet sind. Dadurch können sie in der Industrie als Brennstoff genutzt werden und erfüllen auch einen halbwegs sinnvollen Zweck.

Machen es sich die Entsorger leicht, wenn Sie Müll direkt in der Müllverbrennungsanlage verbrennen? Dem soll nicht so sein. Im Gegenteil, hierbei soll es sich um die teuerste Form der Müllentsorgung für den gelben-Sack-Inhalt handeln.

Punkt 4

Wo erhält man gelbe Säcke?

Je nach Kommune unterscheiden sich die Anlaufstellen für gelbe Säcke stark. Während man die Rollen in einigen Städten sogar an der Tankstelle bekommt, gilt in vielen Kommunen das Bürgerbüro als einzige Anlaufstelle. In manchen Orten liefert die freiwillige Feuerwehr die gelben Säcke sogar jährlich an die Haustür und woanders erhält man Sie kostenlos an der Supermarktkasse.

Wo Sie Ihre Rollen also herbekommen, hängt stark von Ihrem Wohnort ab. Es sollte jedoch in jeder Kommune möglich sein, die Anlaufstellen im Bürgerbüro zu erfragen und meisten werden Ihnen dort auch gleich einige Säcke mitgegeben.

Gelber Sack Ständer

Es hat sich bewährt, einen speziellen Ständer für den gelben Sack zu nutzen. So kann dieser leicht gewechselt und befüllt werden. Wird stattdessen ein normaler Mülleimer genutzt, sollte dieser mit der Größe der Öffnung der örtlich verwendeten gelben Säcke harmonieren. Also am besten einen gelben Sack zum Kauf mitnehmen.

Sind Sie Quetscher oder werfen Sie einfach rein?

Um die Anzahl der gelben Säcke gering zu halten, falten und quetschen einige Menschen den Verpackungsmüll so klein wie möglich. Andere werden Milchtüten und Co. in voller Größe in den Sack. Wie halten Sie es?

 

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Punkt 5

Wo lassen sich gelbe Tonnen erwerben?

Gelbe Tonnen können häufig beim Abfallhof der jeweiligen Stadt erworben werden. Dort werden meist auch gebrauchte Tonnen günstig angeboten. Alternativ lassen sich die Tonnen in einigen Baumärkten oder online erwerben. Auf https://abfallguru.de/gelbe-tonne-kaufen/ finden Sie beispielsweise eine Übersicht zahlreicher Modelle.

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