Farbutensilien entsorgen

Wo Farbe & Farbeimer entsorgen? So machst du es richtig

Wer in seiner Wohnung oder in seinen Geschäftsräumlichkeiten schon einmal selbst ausgemalt hat, der weiß, dass die Kalkulation der richtigen Menge an Farbe eine hohe Kunst ist, die sich nur durch jede Menge Routine vollständig erlernen lässt. Deswegen bleibt den meisten etwas Farbe übrig, die gemeinsam mit den leeren Eimern und dem verwendeten Malerwerkzeug entsorgt werden muss. Die Frage, die sich dabei stellt: Kann das in den Hausmüll oder handelt es sich bei den einzelnen Utensilien um Sondermüll?

Punkt 1 

Nicht gleich alles entsorgen!

Beim Streichen werden mehrere Werkzeuge verwendet (siehe: Malern und Tapezieren: Werkzeuge, die nicht fehlen sollten), die neben der Farbe nach getaner Arbeit entweder gereinigt oder fachgerecht entsorgt werden wollen. Wem nach den Malerarbeiten noch ein voller oder halbvoller Eimer mit Farbe übrigbleibt, der ist gut damit beraten, diese für eventuelle Ausbesserungsarbeiten aufzubewahren. Sind die Eimer noch ganz verschlossen beziehungsweise noch annähernd voll, kann die Farbe einfach weiterhin im Eimer gelagert werden.

Heimwerker-Tipp

Wenn du bereits weißt, dass du die Farbe längere Zeit nicht öffnen wirst, dann gieße eine dünne Schicht Wasser über die Farbe und verschließe den Deckel. Anschließend verklebst du noch den Rand mit Klebeband. So bleibt die Farbe länger frisch.

Sind hingegen nur noch Reste der Farbe vorhanden, empfiehlt es sich, diese in ein Marmeladenglas zu füllen und luftdicht zu verschließen, damit die Farbe nicht austrocknet. Um die richtige Farbe im Bedarfsfall gleich wieder zu finden, sollte das Glas mit der genauen Bezeichnung der Farbe oder zumindest mit dem Raum, in dem sie verwendet wurde, beschriftet werden.

Bevor es nun daran geht, die Farbe und die Utensilien fachgerecht zu entsorgen, sollte noch überlegt werden, ob eventuell jemand im Freundes- oder Bekanntenkreis Bedarf hat. Alternativ dazu ist es möglich, die Farbe in einer Tauschbörse gegen etwas anderes zu tauschen oder sie über eine Plattform für gebrauchte Artikel im Internet zu verkaufen.

Video: Ab wann ist Farbe nicht mehr verwendbar?

Länge: 5 Minuten

Punkt 2

Darf die Farbe in den Hausmüll?

Nach den Malerarbeiten denken sich viele Menschen, dass die Farbe eigentlich ganz harmlos aussieht und spielen deshalb mit dem Gedanken, sie einfach im Hausmüll zu entsorgen oder sie gar in den Abfluss oder in die Toilette zu leeren. Das ist jedoch keine besonders gute Idee.

Denn viele der Farben enthalten Stoffe, die das Wasser schädigen können. Laut dem Umweltbundesamt können die Farben dazu führen, dass die Mikroorganismen im Klärwerk geschädigt werden und so Verschmutzungen im Trinkwasser zurückbleiben. Darüber hinaus können sich die Stoffe auch im Abfluss festsetzen und dort zur gesundheitlichen Belastung werden.

Farben und Lacke sind als Problemstoffe definiert und sollten deshalb auch nicht im Hausmüll entsorgt werden.

Wem nach den Malerarbeiten eine große Menge davon übrigbleibt, der sollte sich um eine professionelle Entsorgung kümmern.

Wann darf Farbe in den Restmüll?

  • Wenn die Farbe komplett ausgetrocknet ist, darf sie jedoch auch im Hausmüll entsorgt werden. Denn im getrockneten Zustand ist es erlaubt, die Farbe dort zu entsorgen.
  • Allerdings nur die Farbe selbst, der zugehörige Farbeimer gehört in den Gelben Sack.

Um die Farbe gänzlich zu trocknen, ist es lediglich erforderlich, die Farbeimer zu öffnen. Mit der Zeit trocknet die Farbe ganz von selbst aus. Um den Prozess etwas zu beschleunigen, kann der Farbe zusätzlich auch noch Sand beigemengt werden.

Da bei diesem Vorgang jedoch giftige Dämpfe aufsteigen, sollte das nach Möglichkeit nicht in einem geschlossenen Raum, sondern im Freien (jedoch an einem vor Nässe geschützten Ort) geschehen. Nach der vollständigen Trocknung können die bröseligen Reste einfach in den Hausmüll geworfen werden.

Legal, aber ...

Obwohl diese Vorgehensweise in Deutschland zwar legal ist, stellt sie keineswegs die Ideallösung dar. Um die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten, ist es ratsam, die Problemstoffe an Profis zu übergeben, die Erfahrung mit der Entsorgung von Farben haben.

Punkt 3

Wo können Farbe und Utensilien professionell entsorgt werden?

Um die Farbe und das Zubehör professionell zu entsorgen, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  • Wertstoffhof: Das Material wird einfach zum nächsten Wertstoffhof (umgangssprachlich auch unter dem Begriff Recyclinghof) gebracht. In Haushaltsmengen ist die Entsorgung von Problemstoffen dort in der Regel kostenlos. Falls doch Kosten entstehen, wird die genaue Höhe bei der Anmeldung am Recyclinghof mitgeteilt. Es gibt mittlerweile ein großes Netz an Wertstoffhöfen über ganz Deutschland und die nächste Entsorgungsstelle ist meist nur ein paar Kilometer entfernt.
  • Mobile Problemstoffsammlung: Falls die Fahrt zum nächsten Wertstoffhof zu weit ist, können die Utensilien auch bei der mobilen Problemstoffsammlung (in den meisten Fällen kostenlos) abgegeben werden. Die genauen Termine und Orte der Sammler werden in der Regel von der jeweiligen Gemeinde per Aushang oder auf der offiziellen Webseite bekanntgegeben.
  • Baumarkt: Unter Umständen gibt es auch die Möglichkeit, die Farbe zur Entsorgung direkt wieder in den Baumarkt zu bringen, in dem sie gekauft wurde. Das sollte allerdings nicht auf Verdacht geschehen. Zur Sicherheit sollte im Vorfeld in Erfahrung gebracht werden, ob der Baumarkt die Farbeimer und andere Utensilien zurücknimmt.

Punkt 4

Wie ist die Situation in Österreich und der Schweiz?

In Österreich ist die Abfallentsorgung Sache des Landes. Das bedeutet, es gibt für jedes Bundesland unterschiedliche Möglichkeiten, die Farbe zu entsorgen. In der Hauptstadt Wien stehen dafür beispielsweise die sogenannten „Mistplätze“ zur Verfügung, die das Pendant zu den Wertstoffhöfen in Deutschland darstellen.

Zusätzlich gibt es auch noch 93 stationäre Problemstoffsammelstellen und die mobile Problemstoffsammlung, die innerhalb von drei Monaten alle Gegenden der Stadt abfährt. Die genauen Standorte und Termine dafür sind hier zu finden.

Auch in der Schweiz gilt die Farbe als Sondermüll. Mit der Entsorgung können beispielsweise private Unternehmen beauftragt werden, die jedoch in der Regel viel Geld dafür verlangen.

Wer den Abfall kostenlos entsorgen möchte, kann sich an eine der etwa 12.000 Schadstoff-Sammelstellen wenden, die über das ganze Land verteilt sind. In Zürich gibt es beispielsweise auch noch ein Sonderabfallmobil, dass jede Gemeinde mindestens einmal pro Jahr anfährt und bei dem bis zu 20 Kilogramm an Sondermüll abgegeben werden darf. Die nächste Sammelstelle kann ganz einfach im Internet über die sogenannte Recycling Map ausfindig gemacht werden.

Darüber hinaus ist der Handel in der Schweiz dazu verpflichtet, gefährliche Stoffe in Kleinmengen kostenfrei zurückzunehmen. Als gefährlich gelten die Stoffe dann, wenn sie mit dem entsprechenden Gefahrensymbol versehen sind.

Punkt 5

Wo sollen Pinsel und Rollen entsorgt werden?

Pinsel und Rollen sollten nach der Verwendung gründlich gereinigt und in luftdicht verschlossenen Plastiksäcken aufbewahrt werden. So besteht eventuell die Möglichkeit, sie für die nächsten Malerarbeiten noch einmal zu verwenden.

Video: So reinigst du Pinsel und Rollen nach der Benutzung

Länge: 4 Minuten

Sollte die Farbe jedoch bereits eingetrocknet sein und eine Reinigung unmöglich machen, können die Pinseln und die Rollen einfach im Hausmüll entsorgt werden.  

Kurz-Videotipp: So bleibt ein frischer Eimer für die Farbe wie neu

Länge: 2 Minuten

Punkt 6

Thema: Wand streichen & Entsorgung

muell abfall thema 250  

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