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Ein Gartenzaun aus Metall besticht durch optische Eleganz und langjährige Haltbarkeit, wenn denn das verwendete Metall gut gegen Korrosion geschützt wurde. Dabei kommt es vor allem auf die Haltbarkeit des verwendeten Korrosionsschutzes an. Denn egal ob Schmiedeeisen oder sonstige Metalle (vielleicht mit Ausnahme von Edelstahl): Temperaturschwankungen, Schnee und Regen, sandige Winde nagen am Korrosionsschutz des Zaunes. Darum fragen sich viele Zaunkäufer: Soll ich meinen Gartenzaun lieber lackieren oder doch pulverbeschichten?

 

 
 

Definitionen

Schauen wir zunächst, worin sich beide Verfahren unterscheiden:

Lackieren

Lack ist ein flüssiger oder auch pulverförmiger Beschichtungsstoff für Metalle, Hölzer und andere Oberflächen, der zumeist dünn auf diese Oberflächen mit einer Rolle, einem Pinsel oder einer Lackpistole aufgetragen wird. Dieser wird dann durch chemische oder physikalische Prozesse (zum Beispiel Verdampfen des Lösungsmittels) zu einem durchgehenden, festen Film aufgebaut. Die Lacke bestehen zumeist aus Bindemitteln, Füllstoffen, Pigmenten, Lösemitteln, Harzen und/oder Acrylaten und Additiven, wie Biozide.

Die drei Hauptaufgaben von Lacken sind:

  1. Schutz des Untergrundes
  2. Optische Verschönerung
  3. Manchmal: Die Oberflächeneigenschaften des Werkstoffes verändern, z.B. in Form von Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit.

Bei Zäunen stehen Schutz und optischer Eindruck im Vordergrund der Lackierabsichten.

 

Pulverbeschichten

Das Pulverbeschichten ist auch eine Art der Lackierung und wird auch Pulverlackierung genannt. Es ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem ein elektrisch leitfähiger Werkstoff – wie der Gartenzaun aus Metall – mit sogenanntem Pulverlack beschichtet wird. Der Prozess findet in mehreren Stufen statt. Meist besteht dieser aus:

  1. Oberflächenvorbehandlung (Reinigung und/oder Aufbringen einer Konversionsschicht),
  2. Zwischentrocknung,
  3. elektrostatischer Beschichtung und
  4. Trocknung.

Die Zäune werden dabei durch ein Fördersystem durch diese Stufen transportiert.

Übliche Untergründe für die Pulverlackierung sind Stahl, verzinkter Stahl und Aluminium. Die Pulverlackschichten haben typischerweise Schichtdicken zwischen 60 und 120 μm.

 

Eleo ZaunPulverbeschichteter Schmiedezaun. Quelle: Eleo-Zaun

 

Feuerverzinken

Das Feuerverzinken ist ebenfalls ein Verfahren, um Stahl vor Korrosion (Rost) zu schützen. 

Beim Feuerverzinken wird ein metallischer Zinküberzug auf Eisen oder Stahl durch Eintauchen in geschmolzenes Zink (bei einer Temperatur von circa 450 °C) aufgetragen. Der Vorteil des Eintauchens liegt darin, dass auch alle schwer zugänglichen Stellen gleichmäßig mit der Zinkschicht versehen werden.

Im Prozess des Feuerverzinkens bildet sich an der Kontaktfläche eine widerstandsfähige Legierungsschicht aus Eisen und Zink und darüber eine fest anhaftende pure Zinkschicht.

Der Hauptgrund der Feuerverzinkung liegt wie gesagt darin, Stahl vor Korrosion (Rost) zu schützen. Feuerverzinkung verleiht man den Metallzäunen darüber hinaus eine gute Gebrauchs- und Erschütterungsfestigkeit.

Vorbehandlung

Die Qualität und Haltbarkeit einer Pulverbeschichtung oder Lackierung hängt entscheidend von der fachgerechten Vorbehandlung des Zaunes ab. Vorbehandlung gehört zu einer hochwertigen Oberflächenbeschichtung einfach dazu.

Dabei werden Verschmutzungen (Öle, Fette etc.) entfernt und ggf. mittels sogenannter Phosphatierung eine Konversionsschicht gebildet. Beides dient dazu, die Haftung des Lackes bzw. Lackpulvers zu erhöhen.

Oftmals werden Zäune nur pulverbeschichtet oder lackiert, wenn vorher eine Feuerverzinkung oder zumindest eine Zinkphosphatierung erfolgt ist. Ansonsten würden schon kleine Abplatzungen des Lackes oder der Beschichtung zu Rost führen. In speziellen Metallzaun-Shops kann der Kunde zwischen den einzelnen Korrosionsschutz-Stufen wählen. Am teuerst ist die Pulverbeschichtung.

 

 

zaun edelstahl 564 

Was ist nun besser: Pulverbeschichtung oder Lackierung?

Die Hersteller schwören auf die Pulverbeschichtung. Kein Wunder, lässt sich diese doch hocheffizient und automatisiert in großem Maßstab verwirklichen und liefert diese dabei doch einen hervorragenden Korrosionsschutz. Wenn denn die Pulverbeschichtung nicht verletzt wird...

Hier setzen Speziallackierer wie Metallbauer Bruno Belzer an. Er unterstellt der Pulverbeschichtung eine hohe große Oberflächenhärte und Empfindlichkeit. Dies würde zum einen häufig zu Verletzungen der Schutzschicht bei Transport und Nutzung des Zaunes führen.

Zum anderen wäre die Pulverbeschichtung zu starr, als dass sie die jahrelangen Werkstoffbewegungen durch Temperaturschwankung und Niederschlag lange schadlos überstehen würde. Die Folge seien Abplatzungen oder Risse.

Die speziellen Schmiedelacke würden dagegen aus dauerelastischen Kunststoffen bestehen, welche auch große Ausdehnungen der Zäune tolerierten. Zudem seien Lackierung leicht ausbesserbar, bei Pulverbeschichtungen würde man dies immer unschön erkennen. Kleine Transport- oder Montagekratzer können mit einer Spraydose.

Zudem sei das professionelle Lackieren besonders langlebig. Belzer sagt: „Aufträge, die mein Vater vor 35 Jahren gemacht hat, musste er bis jetzt nicht ausbessern.

Also lieber lackieren?

Belzer attestiert der Pulverbeschichtung durchaus ihre Berechtigung, vor allem im Innenbereich. Aber für Zäune favorisiert er seine elastischen Schmiedelacke.

Dennoch betont er: Beim Lackieren können viele Fehler geschehen, darum lassen viele Metallbauer die Finger davon. Das Auftragen verlange nach viel Erfahrung und Übung.

Fazit

Am Ende lauten unsere Empfehlungen auf die Frage "Gartenzaun: lackieren oder pulverbeschichten?" wie folgt:

  • Optimalerweise lasse man den Zaun vor Lackierung oder Pulverbeschichtung vorher feuerverzinken.
  • Wer einen erfahrenen Zaunlackierer zur Hand hat, der sich mit Schmiedelacken auskennt, sollte eine Lackierung der Pulverbeschichtung vorziehen.
  • Ansonsten ist die Pulverbeschichtung vor allem im Verbund mit einer Feuerverzinkung ebenfalls ein sehr guter Korrosionsschutz. Kleine Schäden durch Einbau oder Gebrauch sollte man aber umgehend mit einem Metalllack ausbessern, auch wenn diese Stelle dann ein wenig "ausgebessert" wirkt.

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