Mann schneidet Hecke

Hecke – was ist erlaubt? Bestimmungen zum Pflanzen und Schneiden

Die Hecke – sie ist der perfekte Sichtschutz aus der Natur, sie ist aber auch oft der Streitpunkt vieler Nachbarn. Wer darf eigentlich was? Wann muss die Hecke geschnitten werden und wo darf sie überhaupt wachsen? All diese Fragen sind für den Laien oft nicht einfach zu beantworten und wer sich gerade eine frische Hecke gekauft hat, denkt darüber auch nur selten nach. Doch wenn dann der Nachbar klingelt und sich beschwert, weil die Hecke auf den Gehweg wächst, ist guter Rat teuer.

Wir klären auf, was es beim Heckenschnitt und beim Pflanzen zu beachten gibt. ► Wo darf ich meine Hecke pflanzen? ► Wann muss der Nachbar schneiden? ► Wie hoch darf die Hecke sein? ► Zeiten, in denen nicht geschnitten werden darf

1. Wo darf ich meine Hecke pflanzen?

Ob Eibe oder japanische Stechpalme, eine Hecke ist ein attraktives Schmuckstück, was immer wieder Fragen aufwirft. Schon beim Kauf entsteht die Frage, wo die Hecke überhaupt gepflanzt werden darf.

Die Regelungen sind abhängig von den Bundesländern. Inmitten des Gartens darf natürlich jeder pflanzen, was er möchte, wenn es jedoch an die Grundstückseinfriedung geht, gibt es klare Regeln.

Direkt auf der Grenze darf die Hecke nicht gepflanzt werden, da sie nicht als bauliche Einfriedung gilt. Das muss beachtet werden, da eine Hecke nicht nur nach oben, sondern auch in die Breite wachsen kann.

Folgende Abstände zur Grenze und zum Nachbarn sind in den Bundesländern Deutschlands vorgeschrieben:

  • Berlin: Erreicht die Hecke maximal 200 Zentimeter Wuchshöhe, ist ein Abstand von 50 Zentimetern einzuhalten. Größere Hecken müssen einen Abstand von 100 Zentimetern aufweisen.
  • Bayern: Auch in Bayern sind Hecken mit < 200 Zentimeter im Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu pflanzen. Größere Exemplare müssen sogar einen Abstand von 200 Zentimetern zur Grenze aufweisen.
  • Brandenburg: In diesem Bundesland muss ein Drittel der gesamten Wuchshöhe als Abstand eingeplant werden.
  • Bremen: In Bremen gibt es keinen vorgeschriebenen Mindestabstand.
  • Baden-Württemberg: Kompliziert wird es in BaWü, denn hier dürfen Hecken mit einer maximalen Größe von 180 Zentimetern mit einem Grenzabstand von 50 Zentimetern gepflanzt werden. Bei höheren Hecken müssen 130 Zentimeter von der Gesamthöhe abgezogen werden. Die so entstehende Differenz ermittelt den Abstand.
  • Hessen: Ähnlich kompliziert ist es in Hessen, hier ist ein Abstand von 25 Zentimetern bei einer Wuchshöhe von < 120 Zentimetern vorgesehen. Bei bis zu 200 Zentimetern Wuchshöhe muss der Abstand 50 Zentimeter betragen, wird die Hecke größer als 200 Zentimeter, muss der Abstand 75 Zentimeter betragen.
  • Niedersachsen: In Niedersachsen gelten die gleichen Regeln wie in Hessen.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Hier gibt es keine Vorschriften bezüglich des Mindestabstands.
  • Nordrhein-Westfalen: Hecken bis zu einer Höhe von 200 Zentimeter müssen einen Abstand von 50 Zentimetern einhalten. Höhere Hecken dürfen einen Mindestabstand von einem Meter nicht unterschreiten.
  • Rheinland-Pfalz: Streng geht es in RLP zu. Hier dürfen Hecken mit einer Wuchshöhe von 100 Zentimetern im Abstand von 25 Zentimetern gepflanzt werden. Erreicht die Hecke eine Höhe von 150 Zentimetern, ist ein Pflanzabstand von 50 Zentimetern Pflicht. Hecken bis zu einer Größe von 200 Zentimetern erfordern einen Abstand von mindestens 75 Zentimetern.
  • Saarland: Im Saarland gelten ebenso strenge Regeln wie in Rheinland-Pfalz.
  • Sachsen: Erreicht die Wuchshöhe der Hecke weniger als 200 Zentimeter, muss der Abstand 50 Zentimeter betragen. Wird die Hecke größer als 200 Zentimeter, muss ein Abstand von 200 Zentimetern eingehalten werden.
  • Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt wird bei Hecken von einer Höhe bis zu 150 Zentimetern ein Mindestabstand von 50 Zentimetern vorausgesetzt. Ist die Hecke größer, muss ein Meter Abstand gehalten werden.
  • Schleswig-Holstein: Nur für Hecken mit einer Wuchshöhe von über 120 Zentimetern gibt es einen Grenzabstand einzuhalten. Wächst die Hecke höher, muss ein Drittel der Wuchshöhe als Abstand eingehalten werden.
  • Thüringen: Das Bundesland sieht bei Hecken von einer Höhe unter 100 Zentimetern einen Abstand von 25 Zentimetern vor. Bei einer 150 Zentimeter hohen Hecke beträgt der Abstand 50 Zentimeter, bei einer Wuchshöhe bis 200 Zentimeter müssen 75 Zentimeter eingehalten werden. Alle höheren Hecken fordern eine direkte Berechnung, da von der Wuchshöhe 125 subtrahiert werden müssen. Die Differenz ergibt dann den Abstand.

(Alle Angaben ohne Gewähr, bitte sicherheitshalber immer beim örtlichen Bauamt nachfragen)

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2. Wenn der Nachbar die Hecke nicht schneidet – was tun?

Muss der Nachbar eigentlich die Hecke schneiden oder derjenige, der sie auf seinem Grundstück gepflanzt hat?

Schnittpflicht hat immer derjenige, auf dessen Grundstück die Hecke eingepflanzt wurde.

Und was passiert, wenn die Hecke über den Zaun zum Nachbarn gewachsen ist? Auch dann muss der Besitzer sie schneiden und ist zur Pflege verpflichtet. Lässt der Nachbar den Besitzer jedoch nicht auf sein Grundstück, kann kein Eigenverschulden geltend gemacht werden. Der Nachbar hat dann die Wahl entweder selbst zu schneiden (nur den Bereich auf seinem Grundstück) oder er muss dem Heckenbesitzer Zugang zum Grundstück gewähren.

Nebenbei: Wenn der Nachbar selbst die Hecke schneidet, darf er das Schnittgut und die Zweige behalten und muss sie nicht an den Besitzer zurückgeben.

Wenn die Hecke auf öffentlichen Grund wächst, ist die Schnittpflicht nicht aufgehoben. Wird der Gehweg blockiert oder ragt die Hecke auf die Straße, muss der Besitzer zur Heckenschere greifen. Ignoriert er seine Pflicht, wird die Behörde eine Aufforderung per Post schicken. Wird auch diese ignoriert, besteht die Gefahr, dass ein Ordnungsgeld festgesetzt ist. Wenn die Behörde selbst tätig werden muss und die Hecke zurückschneidet, werden die Kosten dem Besitzer auferlegt.

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3. Wie weit darf Nachbars Hecke aufs eigene Grundstück wachsen?

Eine Überwucherung der eigenen Hecke zum Nachbarn ist nicht erlaubt, daher gibt es die Pflanzabstände der Bundesländer. Wird der Nachbar durch die rüberwachsende Hecke belästigt, steht ihm das Recht auf Zurückschnitt zu. Eine Sonderregelung gilt bei Fristablauf. Hat sich der Nachbar (je nach Bundesland) zwischen 2 und 6 Jahren nicht über die Hecke beschwert und beginnt plötzlich damit, genießt die Hecke Bestandsschutz und muss weder versetzt, noch entfernt werden.

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4. Wann ist der Nachbar zum Heckenschnitt verpflichtet?

Wenn der Nachbar Eigentümer einer Hecke ist, muss er diese pflegen und damit auch schneiden. Der Schnitt wird spätestens dann erforderlich, wenn die gesetzlich geregelten Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden. Einzige Ausnahme ist, wenn die Hecke schon Bestandsschutz besitzt. Der Zeitpunkt für den Rückschnitt muss entsprechend dem Bundesnaturschutzgesetz gewählt werden.

Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist ein Rückschnitt nicht erlaubt, da zu dieser Zeit unter anderem die Brutzeit zahlreicher Vögel beginnt. Nur leichte Formschnitte sind während dieser Vegetationsperiode erlaubt. Außerhalb dieser Zeit muss der Nachbar schneiden, sobald die Hecke die Mindestabstandsgrenze unterschreitet.

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5. Hecke – wie hoch?

Hecke Himmel Fragezeichen

Wie hoch dürfen Hecken auf dem Grundstück eigentlich sein?

Hecken zählen zwar zu den beliebtesten Möglichkeiten, um das Grundstück vom Nachbarn zu trennen, jedoch kann so eine Hecke schnell auch zu Streitigkeiten führen. Zum Beispiel, wenn diese den halben Garten des Nachbarn beschatten. Aus diesem Grund gibt Richtlinien bzgl. der maximalen Höhe.

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6. Ergänzungen und Fragen von Lesern

Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?

Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.

 

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7. Weiterlesen

Gesetzliche Bestimmungen beim Hecke schneiden

Gesetzeslage zum HeckenschnittDeutschland ist zweifelsohne das Land der Regeln und Gesetze. Fast alles, was man tun kann, ist hierzulande geregelt und das gilt auch für das Schneiden der Hecke. Die Regelungen, die beim Hecke schneiden beachtet werden müssen, sind unter anderem im Naturschutzgesetz (NatSchG) geregelt. Dort heißt es, dass ein starker Rückschnitt von Hecken nur in den Wintermonaten erlaubt ist. Vom 01. März bis zum 30. September ist der Rückschnitt der Hecke nicht erlaubt. Diese Zeit beschreibt die Brutzeit der Vögel, so dass in den Hecken oft zahlreiche Vogelnester zu finden sind.

Zudem gilt:

Lebensbaum-Sorten

thuja lebensbaum ast bluer

Die schönsten Lebensbaum-Sorten im Überblick | Pflanz- und Schneidetipps

Der Lebensbaum ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen überhaupt. Wenn Sie sich gerade wundern, weil Sie noch nie von dieser Pflanze gehört haben, keine Sorge. Wahrscheinlich kennen Sie ihn einfach unter seinem lateinischen Namen: „Thuja“. Der Lebensbaum gehört zu den Koniferen und wird in fünf verschiedene Arten unterteilt. Jede dieser Arten kann wiederum in verschiedene Lebensbaum-Sorten unterschieden werden. Diese sehen sich zwar äußerlich nur bedingt ähnlich, sind aber alle sehr robust und pflegeleicht. Schauen wir uns die schönsten Lebensbaum-Sorten doch einmal genauer an!

Hecke pflanzen

Hecke pflanzenBevor wir eine Hecke pflanzen, sollten wir den Bereich darunter sorgfältig für die spätere langjährige intensive Nutzung vorbereiten. Der für die Hecke bestimmte Bereich sollte daher auf 1 m Breite ca. 60 cm tief bearbeitet werden. Dabei geben wir einen ordentlichen Vorrat an verrottetem Mist, Komposterde, Düngetorf und eventuell Volldünger in das Erdreich mit ein. Salzähnliche Mineraldünger sollten vermieden werden.

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