FI-Schalter oder Sicherung fliegt raus: Ursachen Schritt für Schritt eingrenzen
Fliegt der FI-Schalter oder eine Sicherung raus, hat in den meisten Fällen der Schutz funktioniert: Die Elektrik hat einen Fehler bemerkt und abgeschaltet, bevor ein Kabel heiß wird oder jemand einen Schlag bekommt. Ärgerlich ist es trotzdem, vor allem wenn sich der Schalter nicht wieder einschalten lässt oder nach ein paar Minuten erneut auslöst.
Die Ursache lässt sich oft ohne Werkzeug eingrenzen. Du brauchst dafür nur Zugang zum Sicherungskasten und etwas Zeit, um Geräte der Reihe nach auszustecken.
Wichtig vorab: Alles, was hier beschrieben ist, machst du bei angeschraubter Abdeckung. Du öffnest höchstens die Tür des Sicherungskastens, legst Schalter um, ziehst Stecker und tauschst bei Bedarf eine durchgebrannte Schraubsicherung, mehr nicht. Klemmen lösen oder an Leitungen messen gehört nicht dazu.
Inhalt: FI-Schalter oder Sicherung fliegt raus
- Kurz zusammengefasst
- FI oder Sicherung? So erkennst du, was ausgelöst hat
- Schritt für Schritt: Stromkreis und Gerät eingrenzen
- Typische Ursachen, wenn der FI-Schalter auslöst
- Typische Ursachen, wenn die Sicherung auslöst
- Schnelldiagnose: Muster und Ursachen
- Was du auf keinen Fall tun solltest
- Ab wann die Fehlersuche in die Hände einer Elektrofachkraft gehört
- Vorbeugen: Prüftaste, Steckdosenleisten, Außenbereich
- Kurz zusammengefasst
- Ergänzung oder Frage von dir?
- Im Zusammenhang interessant
Kurz zusammengefasst
- FI-Schalter oder Sicherung unterscheiden: Ein FI-Schalter (RCD) schützt vor gefährlichen Fehlerströmen und kann das Risiko eines Stromschlags erheblich reduzieren. Ein Leitungsschutzschalter schützt Leitungen vor Überlastung und Kurzschluss. FI/LS-Schalter kombinieren beide Funktionen.
- Fehler systematisch eingrenzen: Häufig lässt sich die Ursache feststellen, indem alle steckbaren Geräte des betroffenen Stromkreises vom Netz getrennt und anschließend einzeln wieder angeschlossen werden. Löst der Schutzschalter bei einem bestimmten Gerät erneut aus, darf dieses nicht weiterbenutzt werden.
- Typische Ursachen beim FI-Schalter: Defekte Elektrogeräte, beschädigte Isolierungen, Feuchtigkeit und fehlerhafte Anschlüsse können einen FI auslösen. Besonders häufig betroffen sind Geräte mit Heizelementen sowie elektrische Anlagen im Außenbereich.
- Typische Ursachen bei Sicherungen: Eine Überlastung entsteht, wenn gleichzeitig zu viele leistungsstarke Geräte betrieben werden. Ein Kurzschluss führt dagegen meist zur sofortigen Abschaltung. Auch hohe Einschaltströme einzelner Geräte können eine Sicherung auslösen.
- Auslösezeit als Diagnosehinweis: Löst ein Leitungsschutzschalter unmittelbar beim Einschalten aus, spricht das unter anderem für einen Kurzschluss oder hohen Einschaltstrom. Erfolgt die Abschaltung erst nach längerer Betriebszeit, kann eine Überlastung vorliegen. Das Auslösemuster allein beweist die Ursache jedoch nicht.
- Grenzen der eigenen Fehlersuche: Steckbare Geräte zu trennen und zugängliche Schutzschalter zu bedienen, ist grundsätzlich möglich, solange keine erkennbaren Gefahren vorliegen. Leitungen, Steckdosen, feste Anschlüsse und der Innenraum des Sicherungskastens gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
- Warnzeichen ernst nehmen: Brandgeruch, Rauch, knisternde Geräusche, Verfärbungen und Feuchtigkeit an elektrischen Anlagen sind Warnsignale. Betroffene Anlagen dürfen nicht erneut eingeschaltet werden; bei akuter Brandgefahr ist die Feuerwehr zu verständigen.
- Schutzmaßnahmen niemals umgehen: Eine stärkere Sicherung, das Überbrücken eines FI-Schalters oder wiederholtes Einschalten trotz anhaltender Störung können lebensgefährlich sein. Die Ursache muss behoben werden, nicht die Schutzfunktion ausgeschaltet.
- Regelmäßig prüfen und vorbeugen: FI-Schalter sollten entsprechend den Herstellerangaben regelmäßig mit der Prüftaste kontrolliert werden. Eine fachgerechte Installation, nicht überlastete Steckdosenleisten und geeignete Außensteckdosen verringern das Risiko elektrischer Störungen.
- Stromausfall ist nicht immer ein Gerätefehler: Bleibt ein Schalter trotz ausgesteckter Geräte nicht eingeschaltet, können auch fest angeschlossene Verbraucher oder die Installation betroffen sein. Bei unklarer Ursache, wiederholter Auslösung oder fehlender Stromversorgung ohne erkennbar ausgelöste Sicherung ist professionelle Hilfe sinnvoll.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

FI oder Sicherung? So erkennst du, was ausgelöst hat
Im Sicherungskasten sitzen meist zwei Arten von Schutzschaltern, in neueren Anlagen auch eine Kombination aus beiden. Welcher davon ausgelöst hat, grenzt die Ursache schon stark ein.
- Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich „Sicherung“: schmale Schalter in einer Reihe, beschriftet zum Beispiel mit „B16“. Jeder schützt einen Stromkreis, also etwa die Küche, das Bad oder ein Zimmer. Er schaltet ab, wenn zu viel Strom fließt, weil zu viele Geräte gleichzeitig laufen oder irgendwo ein Kurzschluss ist.
- FI-Schalter, auch Fehlerstromschutzschalter oder RCD genannt: breiter als ein einzelner Leitungsschutzschalter, mit einer Prüftaste „T“ und meist der Angabe „30 mA“. Er überwacht oft mehrere Stromkreise auf einmal und schaltet ab, wenn Strom einen Weg nimmt, den er nicht nehmen soll: über ein defektes Gerätegehäuse, über Feuchtigkeit oder im schlimmsten Fall über einen Menschen.
- FI/LS-Schalter: In neueren Sicherungskästen gibt es auch Schalter, die beides in einem Gerät vereinen. Sie haben eine Prüftaste und tragen zugleich eine Angabe wie „B16“ und „30 mA“. Hat so ein Schalter ausgelöst, kommen die Ursachen aus beiden Abschnitten weiter unten infrage.
Ein ausgelöster Schalter steht mit dem Hebel nach unten, oft ist zusätzlich ein farbiges Sichtfenster umgesprungen. In älteren Häusern findest du statt Leitungsschutzschaltern manchmal noch Schraubsicherungen. Durch ein kleines Fenster in der Schraubkappe siehst du dort einen farbigen Melder. Ist die Sicherung durchgebrannt, ist dieser Melder abgesprungen.
Schritt für Schritt: Stromkreis und Gerät eingrenzen
Mit dieser Reihenfolge findest du in den meisten Fällen heraus, ob ein Gerät schuld ist oder die feste Installation.
- Erst hinschauen, dann schalten. Riecht es verschmort, siehst du Rauch, schwarze Spuren oder Wasser an einer Steckdose oder am Sicherungskasten, schaltest du nichts wieder ein. Bei Rauch oder Feuer wählst du die 112, sonst rufst du eine Elektrofachkraft.
- Geräte vom Netz nehmen. Ziehe im betroffenen Bereich alle Stecker, auch von Ladegeräten und Steckdosenleisten. Hat der FI ausgelöst, gilt das für alle Räume, die er versorgt, und das sind oft mehrere.
- Einmal wieder einschalten. Schiebe den Hebel ganz nach oben, bis er einrastet. Hält er, lag die Ursache sehr wahrscheinlich bei den ausgesteckten Geräten: ein defektes Gerät oder zu viele auf einmal. Dann geht es mit Schritt 6 weiter.
- Die Sicherung hält nicht. Fliegt ein Leitungsschutzschalter sofort wieder raus, obwohl kein Gerät mehr am Netz hängt, steckt der Fehler in der festen Installation: in Leitungen, Steckdosen, Schaltern, Lampen oder fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer. Lass den Stromkreis ausgeschaltet und hol dir eine Elektrofachkraft.
- Der FI hält nicht. Schalte alle Leitungsschutzschalter aus, dann den FI ein und danach die Leitungsschutzschalter einzeln wieder ein. Löst der FI bei einem bestimmten Schalter aus, ist dieser Stromkreis verdächtig: Lass ihn ausgeschaltet, schalte den FI wieder ein und die übrigen Stromkreise zu. Für den verdächtigen Kreis holst du dir eine Elektrofachkraft. Löst der FI schon aus, bevor ein Leitungsschutzschalter an ist, oder bei mehreren Kreisen, bleibt er aus, bis die Fachkraft da war.
- Geräte einzeln zurück ans Netz. Stecke ein Gerät nach dem anderen ein und lass es eine Weile laufen, Geräte mit Heizung so lange, bis sie zu heizen beginnen. Löst der Schalter bei einem bestimmten Gerät aus, bleibt dieses Gerät vom Netz, bis es repariert oder ausgetauscht ist. Fliegt er erst raus, wenn schon viele Geräte laufen, liegt es eher an der Summe als an einem einzelnen Gerät.
Typische Ursachen, wenn der FI-Schalter auslöst
Der FI vergleicht ständig den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem, der zurückkommt. Fehlt auf dem Rückweg zu viel, schaltet er ab: Ein 30-mA-FI muss spätestens bei 30 Milliampere auslösen und darf es schon ab der Hälfte, also ab etwa 15 mA.
- Ein defektes Gerät. Oft sind es Geräte, die heizen: Waschmaschine, Geschirrspüler, Wasserkocher, Backofen oder Heizlüfter. Ist die Isolierung eines Heizstabs beschädigt, fließt Strom über das Gehäuse ab. Typisch ist, dass der FI erst auslöst, wenn das Gerät zu heizen beginnt.
- Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung, Teichpumpen oder Steckdosen im Keller sind die üblichen Kandidaten. Löst der FI nach Regen, bei Nebel oder morgens bei Tau aus, ist Feuchtigkeit der wahrscheinlichste Grund.
- Eine beschädigte Leitung. Ein Nagel oder ein Bohrer hat eine Leitung in der Wand getroffen. Der Fehler kann sofort auftreten oder erst Tage später, wenn Feuchtigkeit eindringt.
- Ein Anschlussfehler nach Umbauten. Sind an einer Lampe oder Steckdose der blaue Neutralleiter und der grün-gelbe Schutzleiter vertauscht, löst der FI aus, sobald dort Strom fließt: bei der Lampe also, wenn du das Licht einschaltest, bei der Steckdose, wenn ein eingestecktes Gerät läuft. Ähnlich wirkt eine Ader, die beim Montieren unter dem Lampenbaldachin gequetscht wurde.
- Zu viele Geräte an einem FI. Netzteile von Computern und anderen Elektronikgeräten mit Schutzleiteranschluss leiten im normalen Betrieb einen kleinen Strom über den Schutzleiter ab. Hängen sehr viele davon an einem FI, kann die Summe für eine Auslösung reichen. Eine Elektrofachkraft misst diesen Ableitstrom und teilt die Stromkreise bei Bedarf auf mehrere FI auf.
- Selten der FI selbst. Auch Schutzschalter altern. Ob er defekt ist, stellt eine Elektrofachkraft mit einem Messgerät fest.
Typische Ursachen, wenn die Sicherung auslöst
Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung in der Wand davor, zu heiß zu werden. Wie schnell er abschaltet, ist der wichtigste Hinweis auf die Ursache.
- Überlast: Der Schalter löst verzögert aus, meist erst nach Minuten. Ein 16-Ampere-Stromkreis ist bei 230 Volt für rund 3.680 Watt Dauerlast ausgelegt, und leicht darüber hält er lange durch. Laufen aber Wasserkocher, Heizlüfter und Mikrowelle gleichzeitig an derselben Leitung, kommen schnell 5.000 bis 6.000 Watt zusammen. Abhilfe: große Verbraucher auf verschiedene Stromkreise verteilen.
- Kurzschluss: Er schaltet sofort ab. Passiert es jedes Mal genau in dem Moment, in dem du ein bestimmtes Gerät einsteckst oder einschaltest, steckt der Kurzschluss oft im Gerät, im Kabel oder im Stecker. Typisch sind gequetschte Verlängerungskabel, beschädigte Stecker oder eine Glühlampe, die beim Einschalten durchbrennt.
- Hoher Einschaltstrom: Er löst nur ab und zu beim Einschalten aus. Betroffen sind kräftige Geräte, die sonst einwandfrei laufen, etwa ein großes Elektrowerkzeug oder ein älterer Staubsauger. Ob das die Ursache ist, klärt eine Elektrofachkraft. An der Sicherung selbst änderst du nichts.
- Fehler in der Leitung: Er fliegt sofort wieder raus, obwohl nichts eingesteckt ist. Dann liegt der Kurzschluss in der festen Installation, zum Beispiel in einer Abzweigdose, einem Schalter oder einer Lampe. Das ist kein Fall mehr für die Fehlersuche auf eigene Faust.
Schnelldiagnose: Muster und Ursachen
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Was passiert |
Wahrscheinliche Ursache |
Was du tun kannst |
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FI löst aus, sobald ein bestimmtes Gerät zu heizen beginnt |
Isolationsfehler im Gerät |
Gerät ausgesteckt lassen und prüfen lassen oder ersetzen |
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FI löst nach Regen, bei Nebel oder Tau aus |
Feuchtigkeit in Außensteckdose, Gartenleitung oder Leuchte |
Außenbereich vom Netz nehmen, Elektrofachkraft prüfen lassen |
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FI löst beim Einschalten einer neu montierten Lampe aus |
Anschlussfehler, etwa Neutral- und Schutzleiter vertauscht oder eine gequetschte Ader |
Lampe nicht benutzen, Anschluss prüfen lassen |
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Sicherung löst nach Minuten aus, wenn viele Geräte laufen |
Überlast |
Große Verbraucher auf andere Stromkreise verteilen |
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Sicherung fliegt jedes Mal sofort beim Einstecken eines Geräts raus |
Kurzschluss in Gerät, Kabel oder Stecker |
Gerät aussortieren oder reparieren lassen |
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Schalter fliegt sofort raus, obwohl nichts eingesteckt ist |
Fehler in der festen Installation |
Stromkreis ausgeschaltet lassen, Elektrofachkraft rufen |
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Ganzes Haus dunkel, im Sicherungskasten hat nichts ausgelöst |
Störung im Stromnetz oder an der Hauptsicherung |
Nachbarn fragen, Störungsnummer des Netzbetreibers anrufen |
Was du auf keinen Fall tun solltest
Was Heimwerker an der Elektrik grundsätzlich selbst erledigen dürfen, steht in diesem Überblick zu Elektroarbeiten für Heimwerker. Bei der Fehlersuche gilt zusätzlich:
- Nicht immer wieder einschalten. Fliegt der Schalter sofort erneut raus, versuchst du es nicht weiter. Jeder neue Versuch belastet Leitung und Schalter.
- Keine stärkere Sicherung. Die Absicherung passt zum Querschnitt der Leitung. Mit einer stärkeren Sicherung kann die Leitung überhitzen, bevor abgeschaltet wird, und das ist eine echte Brandgefahr.
- Schraubsicherungen nie flicken oder überbrücken. Eine durchgebrannte Patrone ersetzt du nur durch eine neue mit derselben Ampere-Zahl, erkennbar auch an derselben Farbe des Melders. Der Passeinsatz im Sockel bleibt drin. Ist die Schraubkappe oder der Sockel beschädigt, übernimmt eine Elektrofachkraft.
- Keine Abdeckungen abschrauben. Hinter der Verkleidung des Sicherungskastens liegen Teile, die auch dann Spannung führen, wenn ein Schalter aus ist.
- Nichts Nasses anfassen. Steht Wasser an einer Steckdose oder an einem Gerät, bleibt der Stromkreis aus, bis eine Fachkraft ihn freigibt.
- Den FI nie überbrücken oder überbrücken lassen. Auch wenn er nervt, weil er öfter auslöst: Er ist der Schalter, der bei einem Stromschlag Leben rettet. Lass stattdessen die Ursache finden und beheben.
Ab wann die Fehlersuche in die Hände einer Elektrofachkraft gehört
Hol dir spätestens dann Hilfe, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Der Schalter fliegt sofort wieder raus, obwohl kein Gerät angeschlossen ist.
- Du findest kein Gerät als Ursache, aber der Schalter löst immer wieder aus.
- Es riecht verschmort, eine Steckdose ist verfärbt oder warm, oder es knistert in der Wand.
- Wasser ist in Wände, Decken oder an die Elektrik gelangt.
- Der Fehler hängt an einem fest angeschlossenen Gerät wie Herd, Durchlauferhitzer oder Wärmepumpe.
Eine Elektrofachkraft misst den Isolationswiderstand der Leitungen und prüft den FI mit einem Messgerät. So findet sie auch Fehler, die nur ab und zu auftreten. Wohnst du zur Miete, meldest du den Schaden zuerst der Hausverwaltung oder dem Vermieter, denn sie beauftragen in der Regel den Elektriker.
Fällt nachts oder am Wochenende ein wichtiger Stromkreis aus, etwa für Kühlschrank, Heizung oder Pumpe, kannst du einen Elektro-Notdienst rufen. Frag schon am Telefon nach Anfahrtskosten und Zuschlägen. Als Mieter wählst du zuerst die Notfallnummer der Hausverwaltung.
Vorbeugen: Prüftaste, Steckdosenleisten, Außenbereich
- Prüftaste drücken. Drücke die Taste „T“ am FI zweimal im Jahr, zum Beispiel bei der Zeitumstellung im März und im Oktober. Der FI muss sofort auslösen, danach schaltest du ihn wieder ein. Speichere vorher offene Arbeit am Computer, denn alle Stromkreise hinter dem FI sind kurz aus. Löst er beim Drücken nicht aus, ist er defekt und muss von einer Elektrofachkraft ersetzt werden.
- Steckdosenleisten nicht überladen. Stecke Leisten nicht hintereinander und achte auf die Leistungsangabe, die auf der Leiste steht. Heizlüfter, Wasserkocher und Waschmaschine gehören nicht gemeinsam an eine Leiste.
- Den Außenbereich trocken halten. Die Klappdeckel von Außensteckdosen bleiben geschlossen. Verlängerungen für draußen sollten spritzwassergeschützt sein, erkennbar an der Kennzeichnung IP44.
- Alte Anlagen nachrüsten lassen. Gibt es in deinem Sicherungskasten gar keinen FI, ist die Anlage meist älter. In neuen Anlagen ist ein FI mit höchstens 30 mA heute für Steckdosen vorgeschrieben und seit 2018 auch für die Lichtstromkreise in Wohnungen (Norm DIN VDE 0100-410). Ältere Anlagen dürfen in der Regel weiterbetrieben werden, solange sie in Ordnung sind und nicht wesentlich geändert werden. Sinnvoll ist ein FI trotzdem, vor allem für Bad, Küche und Außensteckdosen. Nachrüsten darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektrofachbetrieb. Er prüft auch, ob es ohne Umbau geht, denn sehr alte Leitungen ohne eigenen Schutzleiter lassen das nicht zu.
Kurz zusammengefasst
- Bei Brandgeruch, Rauch oder Wasser bleibt alles aus.
- Alles ausstecken, einmal einschalten, Geräte einzeln zurück: So findest du ein defektes Gerät.
- Hält der Schalter auch ohne Geräte nicht, liegt der Fehler in der Installation. Das ist ein Fall für die Elektrofachkraft.
- Nie stärker absichern, nie überbrücken, nie die Abdeckung des Sicherungskastens abschrauben.

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Interessante Fakten
- Der moderne FI-Schalter hat österreichische Wurzeln. 1957 erhielt der österreichische Elektrotechniker Gottfried Biegelmeier ein Patent für einen FI-Schutzschalter. Seine Entwicklungen trugen wesentlich dazu bei, dass der Fehlerstromschutz später in Wohngebäuden zum Standard wurde.
- Ein FI-Schalter kann einen Menschen nicht vor jedem Stromschlag schützen. Er erkennt Differenzen zwischen hin- und zurückfließendem Strom. Berührt jemand gleichzeitig Außenleiter und Neutralleiter und fließt der Strom vollständig über diesen Weg zurück, kann der FI den gefährlichen Stromfluss möglicherweise nicht erkennen.
- Ein 30-mA-FI muss nicht erst bei genau 30 Milliampere abschalten. Bei sinusförmigem Wechsel-Fehlerstrom liegt der normgerechte Auslösebereich zwischen mehr als 15 und höchstens 30 Milliampere. Unterhalb beziehungsweise bei 15 Milliampere darf er unter diesen Prüfbedingungen nicht auslösen.
- Ein FI-Schalter kann auslösen, obwohl alle Sicherungsautomaten ausgeschaltet sind. Der Grund kann eine unerwünschte Verbindung zwischen Neutralleiter und Schutzleiter sein. Viele Leitungsschutzschalter unterbrechen nur den Außenleiter, sodass der fehlerhafte Neutralleiter weiterhin mit der Anlage verbunden bleibt.
- Eine 16-Ampere-Sicherung schaltet bei 17 Ampere normalerweise nicht sofort ab. Leitungsschutzschalter besitzen eine zeitabhängige Auslösekennlinie. Ein üblicher B16-Automat muss bei einer bestimmten Prüftemperatur 18,08 Ampere eine Stunde lang ohne Auslösung führen können, während er bei 23,2 Ampere innerhalb einer Stunde auslösen muss.
- Die Prüftaste eines FI-Schalters testet nicht die gesamte Elektroinstallation. Beim Drücken wird intern ein künstlicher Fehlerstrom erzeugt, um die Auslösung zu überprüfen. Ob Schutzleiter, Erdung und Abschaltbedingungen der Installation tatsächlich in Ordnung sind, lässt sich damit allein nicht feststellen.
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