Kaminbausatz oder Kaminofen?

Kaminbausatz oder Kaminofen: Vor- und Nachteile der jeweiligen Variante

Wenn es draußen kalt ist und drinnen im Kamin das Feuer lodert, sorgt das für eine einzigartige wohlige Atmosphäre. Darüber hinaus lassen sich mit modernen Kaminen mehrere Räume äußerst energieeffizient und schnell beheizen. Wer seine Wohnung selbst mit der Kraft des Feuers erwärmen möchte, dem bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten. Zu den beiden populärsten Varianten gehören dabei der Kaminofen und der Kaminbausatz.

Beide Varianten bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Doch worum handelt es sich beim jeweiligen Produkt eigentlich genau und welche Gründe sprechen für beziehungsweise gegen eine Anschaffung?

Punkt 1

kaminofen schwarz hw 1000Typischer Kaminofen

1. Was ist ein Kaminofen?

Bei einem Kaminofen handelt es sich um eine Heizeinheit, die nicht fest eingebaut ist und deshalb auch noch nachträglich in einem Haus beziehungsweise einer Wohnung aufgestellt werden kann. In den meisten Fällen werden diese Öfen aus Stahlblech oder Gusseisen hergestellt.

Ein Sichtfenster aus Glaskeramik bietet dabei Einblick in das Innere des Kaminofens und wertet den Ofen auch ästhetisch auf. Schön gestaltete Öfen sind deshalb ein echter Hingucker in vielen Wohnzimmern.

Damit der Kaminofen in Betrieb genommen werden kann, ist ein funktionstüchtiger Schornstein erforderlich. Dieser sorgt für die Ableitung der Abgase über das Dach und erzeugt den Sog für den Sauerstoff, der für die Verbrennung erforderlich ist.

Punkt 2

kaminbausatz weiss schwarz 400Eine von vielen möglichen Spielarten eines Kaminbausatzes

2. Worum handelt es sich bei einem Kaminbausatz?

Ein sogenannter Kaminbausatz ist ein vorkonfigurierter Kamin, der in der Regel in mehreren Teilen geliefert wird. Im Lieferumfang ist dabei alles enthalten, was für den Betrieb eines Kaminofens erforderlich ist.

Alle Komponenten werden dabei vom jeweiligen Hersteller vorproduziert und passgenau aufeinander abgestimmt. Das bietet auch Einsteigern und Hobby-Handwerkern mit ein wenig Erfahrung, die beim Bau ihres Kamins gerne selbst Hand anlegen möchten, eine einfache und robuste Möglichkeit dazu.

Wie wird der richtige Kaminbausatz gefunden? Zu den bekanntesten Herstellern von Kaminbausätzen zählen unter anderem die folgenden Unternehmen:

  • Austroflamm
  • Haas & Sohn
  • Brunner
  • Spartherm
  • Camina
  • Nordpreis

Doch der Markt ist sehr heterogen und zahlreiche weitere Betriebe widmen sich mittlerweile der Fertigung von vorkonfigurierten Kaminbausätzen.

Optisch können die Bausätze ganz an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. So kann beispielsweise selbst festgelegt werden, welche Farbe der Kamin haben und in welche Richtung sich die Kamintüre öffnen soll.

Mithilfe einer beigefügten detaillierten Aufbauanleitung kann der Ofen einfach selbst oder gemeinsam mit Freunden oder Verwandten aufgebaut werden.

Selbstverständlich ist auch für den Kaminbausatz ein funktionsfähiger Schornstein erforderlich. Vor der Inbetriebnahme muss der neue Kaminbausatz deshalb vom Bezirksschornsteinfegermeister abgenommen werden. Um dabei böse Überraschungen zu vermeiden, ist es jedoch ratsam, das diesbezügliche Gespräch bereits im Vorfeld zu suchen. Denn bei der Aufstellung des Kamins müssen unterschiedliche Aspekte wie beispielsweise Mindestabstände sowie die Tragfähigkeit des Fußbodens beachtet werden.

Punkt 3

3. Welche Vor- und Nachteile bietet die jeweilige Variante?

Ob ein Kaminbausatz oder ein Kaminofen die bessere Idee ist, hängt von vielen individuellen Voraussetzungen und Faktoren ab. Deshalb ist es sinnvoll, sich ein wenig mit den einzelnen Verkaufskriterien auseinanderzusetzen, die bei der Anschaffung dieser Heizquelle von Bedeutung sein können:

3.1. Individualität

Bei der Individualität hat der Kaminbausatz klar die Nase vorne. Zwar gibt es mittlerweile auch unzählige Varianten von fertigen Kaminöfen am Markt, dennoch handelt es sich dabei immer um ein fertiges Konstrukt, das in weiterer Folge nicht mehr verändert werden darf.

Der Kaminbausatz kann hingegen ganz auf die Gegebenheiten des jeweiligen Raumes und auf den persönlichen Geschmack angepasst werden. So fügt er sich wesentlich eleganter und unauffälliger in die Architektur des jeweiligen Raumes ein.

3.2. Montage

Der Kaminofen wird in der Regel fertig geliefert oder besteht aus maximal zwei bis drei Bauteilen, die zusammengefügt werden müssen. Zu beachten ist hier lediglich der Ort, an dem der Ofen aufgestellt werden soll, sowie der ordnungsgemäße Anschluss an den Schornstein.

Ein Bausatz erfordert beim Aufbau etwas mehr Arbeit und Geschick, aber genau das macht für viele Heimwerker auch den Reiz aus. Sie schöpfen ihre Zufriedenheit daraus, den Kamin selbst gebaut zu haben und erfreuen sich deshalb jedes Mal, wenn sie den selbst erbauten Ofen erblicken. Darüber hinaus machen die detaillierten Anleitungen den Aufbau äußerst einfach. Im Bedarfsfall stehen auch Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens für Fragen zur Verfügung.

Eine beispielhafte Aufbauanleitung im Video:

Länge: 8 Minuten

Video: Beispiel-Aufbau 2

Länge: 11 Minuten

3.3. Heizleistung

Moderne Öfen können entweder durch Strahlungswärme oder Konvektionswärme für angenehme Temperaturen sorgen.

Bei der Strahlungswärme handelt es sich um unsichtbares Licht, das sich durch den Raum bewegt, bis es auf Material wie beispielsweise die menschliche Haut trifft. Dieses erwärmt sich daraufhin, weil es die Strahlen „aufsaugt“. So ist es möglich, auch große oder besonders hohe Räume zu erwärmen.  Die Strahlungswärme gilt als besonders heilsam und soll eine wohltuende Wirkung bei Schmerzen und Entzündungen haben.

Unter Konvektionswärme wird hingegen jene Wärme verstanden, die dadurch entsteht, dass sich die Luft durch das Feuer rund um den Kaminofen erhitzt und in weiterer Folge im Raum ausbreitet. Sie gelangt auch in jene Teile des Raumes, die von der Strahlungswärme nicht erreicht werden können.

Bei der Heizleistung gibt es jedoch kaum Unterschiede zwischen einem fertigen Kaminofen und einem Kaminbausatz. In beiden Fällen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle beziehungsweise Aufbaumöglichkeiten. Deshalb variiert auch die Heizleistung stark. Das betrifft beide Varianten.

3.4. Mobilität

Wer nicht vorhat, lange in seinem aktuellen Haus oder seiner Wohnung zu bleiben, ist mit einem fertigen Kaminofen besser beraten. Dieser kann einfach abgebaut und am neuen Wohnort wieder installiert werden.

Grundsätzlich ist es auch möglich, einen Kaminbausatz abzubauen und an einem anderen Standort wieder aufzubauen. Doch in den meisten Fällen wurde dieser an die individuellen Gegebenheiten des Raumes angepasst und es ist nicht garantiert, dass er auch wieder in das neue Wohnzimmer passt.

Doch in den meisten Fällen kaufen sich Menschen einen Kamin genau dann, wenn sie vorhaben, lange an einem Standort zu bleiben. Wer gerade ein neues Haus baut und in den nächsten Monaten beziehen möchte, wird wohl nicht vorhaben, es gleich wieder zu verlassen.

3.5. Sicherheit

Die Sicherheit ist vor allem dann von entscheidender Bedeutung, wenn sich Kinder oder Haustiere im Haushalt befinden. Ein Kaminofen steht oftmals ungeschützt im Raum. Um ihn abzusichern, muss er beispielsweise mit einem Treppengitter umrandet werden. Besonders schön sieht das nicht aus und sowohl Kinder als auch Haustiere sind äußerst kreativ, wenn es solche Hindernisse zu überwinden gilt.

Kaminbausätze sind meist an der Wand eines Raumes verbaut und deshalb ein wenig besser vor dem direkten Zugriff geschützt. Die Gefahrenquelle befindet sich in den meisten Fällen nicht direkt am Boden, sondern etwas erhöht. Verzierungen und Dekorationen sorgen für einen zusätzlichen Sicherheitsabstand.

Die Frage nach der Sicherheit kann der Kaminbausatz deshalb für sich entscheiden. Selbstverständlich aber nur dann, wenn dieser Aspekt in der Planung auch entsprechende Berücksichtigung findet.

3.6. Wartung

Bei der Frage nach der Wartung gibt es bei beiden Varianten so gut wie keinen Unterschied. In beiden Fällen ist eine regelmäßige Reinigung wichtig, damit kein Rohrbrand entsteht. Entgegen der Annahme vieler Käufer eines Ofens reinigt der Schornsteinfeger nämlich tatsächlich nur den Schornstein. Die Reinigung des Ofenrohrs ist hingegen allein die Sache des Ofenbesitzers.

3.7. Preis

Je nach der gewünschten Ausstattung und den verwendeten Materialien gibt es sowohl bei fertigen Kaminöfen als auch bei Kaminbausätzen erhebliche Preisunterschiede. Die Einstiegspreise sind bei einem „fertigen“ Ofen wohl etwas niedriger, doch diese lassen sich in weiterer Folge auch nicht mit einem individuell gestalteten und auf den jeweiligen Raum abgestimmten Ofen vergleichen.

Je exklusiver es wird, desto marginaler werden auch die Preisunterschiede. Wer sich also einen hochwertigen und individuellen Kamin für sein Eigenheim besorgen möchte, bei dessen Anblick er lange Freude hat, ist mit der Entscheidung für einen individuellen Bausatz gut beraten.

Punkt 4

4. Fazit

Es gibt nicht die eine Lösung, die für alle Zielgruppen gleichermaßen gut geeignet ist. Genau aus diesem Grund bietet der Markt eben auch eine entsprechende Vielfalt, um allen Bedürfnissen und Anforderungen der Kunden gerecht werden zu können.

Wer sich einen Kamin anschaffen möchte, sollte sich zwar zunächst im Internet von den unterschiedlichen Varianten inspirieren lassen. Um sich mit der Systematik besser vertraut zu machen und die individuellen Möglichkeiten bei der Bestellung eines eigenen Bausatzes genau auszuloten, sollte jedoch unbedingt Kontakt mit einem Experten aus einem der darauf spezialisierten Unternehmen aufgenommen werden.

4.1. Leserumfrage: Welchen Kamin-Typ wirst du wählen?

Kaminbausatz oder Kaminofen: Wofür wirst du dich entscheiden?

 

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5. Weiterlesen

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