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Holzspalter – was ist zu beachten? Wieviel Tonnen, Länge, stehend, liegend ...

Früher war klar: Wer sein eigenes Brennholz geschlagen hat, der muss es mit der Axt zerkleinern. Heutzutage ist das mehr oder weniger eine freiwillige Entscheidung (ich möchte nicht "freiwillige Qual" schreiben, denn für mich ist es meistens ein Vergnügen). Hydraulische Holzspalter werden immer günstiger und ermöglichen das Spalten des Holzes mit minimalem Kraftaufwand. Zudem gilt das Spalten mit modernen Holzspaltern als sicherer als das Spalten mit einer Axt.

Allerdings gibt es beim Kauf des Holzspalters einiges zu beachten, damit man nicht ersten Austesten feststellt, dass der Spalter den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Punkt 1

1. Wie funktioniert ein Holzspalter?

Der Holzspalter spaltet auf die passende Länge zugeschnittene Holzstücke in ofenverträgliche Scheite. Die allermeisten Holzspalter sind heutzutage mit einer Hydraulik ausgestattet, die mit einem eigenen (Elektro-)Motor (oder per Trecker) angetrieben wird.

Holzspalter gibt es als

  • stehendes Modell,
  • liegende Variante oder
  • in Form von Kombigeräten.

Kleine Baumarktspalter werden manchmal nur mit einer Gewindestange angetrieben. Diese Geräte sind günstig, können aber größere Holzklötze (meist) nicht spalten.

Moderne Holzspalter haben zur Unfallverhütung eine Zweihandauslösung, so dass gleichzeitig beide Hände für die Bedienung genutzt werden müssen. Dies verhindert Unfälle, die beim Festhalten des Spaltgutes während des Spaltvorganges entstehen können.

Unten findest du Videos, die den Live-Einsatz verschiedener Holzspalter zeigen.

Ältere Modelle: Gefahr bei Kegelspaltern

1.1. Achtung: Gefahr durch Kegelspalter!

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Foto: Sven Teschke / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, Kegelspalter, CC BY-SA 3.0 DE

Früher wurden sogenannte Kegelspalter auf den Markt gebracht. Man findet diese heute noch vereinzelt in einigen Scheunen. Man sollte diese Geräte besser sofort verschrotten oder ins örtliche Museum tragen, von ihrem Betrieb geht Gefahr aus!

Kegelspalter drehen einen konischen Metallkegel, der über eine Zapfwelle (z. B. eines Treckers) angetrieben wird. Presst man einen Baumklotz gegen die Spitze des sich drehenden Kegels, bohrt dieser sich in das Holz und spaltet es auf. Der Klotz zieht sich mit dem Gewinde immer weiter auf den sich verbreiternden Kegel.

Leider kann der Kegel noch mehr in seinen Schlund ziehen, zum Beispiel lose Kleidungsstücke. Um damit auch Teile des Körpers ...

Punkt 2

2. Welche Leistung brauche ich? Spaltkraft oder Spaltdruck

Wer nur hin und wieder abends ein gemütliches Ofenfeuerchen entzünden will, kommt meist auch mit den kleinsten Geräteausführungen zurecht.

Die Spaltkraft der Spalter wird (nicht ganz richtig, eigentlich müsste die Kraft in Newton angegeben werden) meist in Tonnen (t) angegeben. Sie besagt, mit wie viel Maximalkraft der Keil in das zu spaltende Holz getrieben werden kann.

Spalter für den normalen Privatanwender haben ein Gewicht von um die 50 kg und eine Spaltkraft zwischen 3 und 8 Tonnen.

Ambitionierter sind Holzspalter für 10 Tonnen. Mit diesen Geräten lassen sich bereits Hölzer von über einem Meter Länger und guten 40 cm Durchmesser swoie stark verästeltes Hartholz spalten.

Es geht, insbesondere im professionen Bereich, noch deutlich stärker. Gängige Größen sind 12 Tonnen, 15 Tonnen, 16 Tonnen und 20 Tonnen. Doch auch über 40 Tonnen Spaltkraft sind heutzutage zu haben.

Punkt 3

3. Wie lange Klötze muss der Spalter verarbeiten können? Spaltlänge bzw. Spalthub & Spaltdurchmesser

Nicht jeder Holzspalter kann alle Holzlängen verarbeiten. Diese wird in Spaltlänge oder auch Spalthub angegeben und bezeichnet die Strecke, die vom Spalter zurückgelegt werden kann. Mit dieser Strecke ist auch die maximale Holzlänge begrenzt, die der Spalter spalten kann.

Bei den Einstiegsmodellen ist z. B. bei 37 Zentimeter Holzlänge schluss. Größere Spalter schaffen 50 oder 75 cm Spaltgutlänge.

Achtung – hier kann auch ein Nachteil lauern: Durch die größere Strecke des Spaltbetriebes bei Spaltern mit längerem Spalthub ergeben sich tendenziell längere Vor- und Rücklaufzeiten. Damit sinkt die Anzahl möglicher Spaltzyklen pro Stunde, der einzelne Spaltvorgang dauert länger.

Punkt 4

4. Vorlauf- und Rücklaufgeschwindigkeit

Geschwindigkeit der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung: Diese gibt an, wie rasch sich der Spaltkeil vor und zurück bewegt. Je schneller, desto mehr Spaltvorgänge können pro Stunde durchgeführt werden.

Der Nachteil des größeren Spalthubes kann durch eine schnelle Vor- und Rücklaufgeschwingkeit ausgeglichen werden.

Zudem gibt es Holzspalter, die sowohl im Vor- als auch im Rücklauf Holz spalten können. Das ist noch einmal effizienter.

Tipp: Am besten zeigt ein Live-Test deines Wunschgerätes, ob du eine schnelle Geschwindigkeit von Vor- und Rücklauf benötigst oder nicht.

Zudem gibt es Holzspalter, bei denen sich der Zylinderhub auf die Holzscheitlänge einstellen lässt. Diese sind oft für Spaltlängen über 1 Meter zugelassen.

Punkt 5

5. Der Antrieb: Benzin, mit Traktor, Normal-Strom oder Starkstrom?

Große Spalter werden meist von einem Traktor über eine Zapfwelle angetrieben. Privatanwender und Heimwerker greifen meist auf Elektrovarianten (230 oder – mit mehr Kraft – 400 V) zurück. Achte darauf: Wer ein Starkstromgerät mit 400 Volt nutzen will, muss sich einen entsprechenden Anschluss legen lassen.

5.1. Stationär oder mobil?

Mobile Modelle mit Benzinmotor finden sich meist nur für den professionellen Bereich.

 Punkt 6

6. Stehender oder liegender Spalter?

  • Bei liegenden Spaltern läuft alles maschinell ab, der Benutzer kann beim Spaltvorgang etwas abseits stehen. Das erhöht tendenziell die Arbeitssicherheit. Das Spaltgut wird auf den waagerechten Spalttisch gelegt und vom Spalter gegen einen Spaltkeil gedrückt.
  • Liegende Spalter sind oftmals preisgünstiger. Dafür ist die Spaltlänge geringer (meist zwischen 32 und 57 Zentimeter) als bei vielen stehenden Spaltern.
  • Liegende Spalter sind meist relativ leicht und lassen sich bei Nichtgebrauch durch fahrbarem Untersatz von einem Menschen problemlos (Gewicht meist um die 50 KG) bewegen und verstauen.
  • Beim stehenden Holzspalter trifft ein Spaltkeil von oben auf den stehenden Holzstamm und zerteilt ihn vertikal. Der Stamm wird beim Spalten durch Haltezangen gesichert.
  • Stehende Geräte sind meist schwerer und leistungsstärker.
  • Der Platzbedarf stehender Spalter ist durch die vertikale Bauform geringer.

Fazit: Liegende Spalter sind tendenziell für den genügsamen Privatanwender, stehende Spalter können auch ambitionierte Ansprüche erfüllen.

Punkt 7

7. Arbeitsergonomie: Soll der Tisch höhenverstellbar sein?

Bei größeren Spaltern beträgt der Hub des Spalters über einen Meter und der Tisch, auf dem das Holz platziert wird, in der Höhe verstellt werden. Das macht Sinn, um kürzere Stücke schneller zu spalten.

Auch bei Liegend-Spaltern macht eine Höhenverstellung Sinn, je besser die Spalterhöhe auf deine Körpergröße angepasst ist, umso weniger wird der Rücken schmerzen.

7.1. Arbeitssicherheit

 Achte darauf, dass der Holzspalter sicher steht und über ein stabiles Gestell verfügt. Das Holzstück muss sicher fixiert werden können und nur mittels einer Zweihand-Bedienung gespalten werden könnnen. Du solltest darauf achten, bei der Arbeit stabile Schutzhandschuhe und eine Sicherheitsbrille gegen eventuell herausfliegende Holzsplitter zu tragen.

Punkt 8

Holzspalter Handbetrieb
Handbetriebener Holzspalter | Siegbert Brey, Holzspalter Handbetrieb, CC BY-SA 4.0

8. Handgegriebene Holzspalter

Auch abseits externer Energiequellen oder Kraftstoffen lassen sich handbetriebene Spalter einsetzen. Bei diesen Geräten wird ein an einer Stange geführtes Gewicht händisch auf einen ebenfalls auf der Stange geführten Spaltkeil geworfen. So ein hangetriebener Holzspalter gilt als sicherer in der Handhabung gegenüber einem Spalthammer oder einer Axt.

Punkt 9

9. Videovergleich und Bedienung eines Holzspalters

Im folgenden Video findet sich ein Erfahrungsbericht zu einem liegenden Holzspalter:

Das nächste Video ist ein interessanter Testbericht zu stehenden Holzspaltern:

Punkt 10

10. Holzspalter-Arbeits-Tipps

  • Egal wie sicher das Gerät ist, Holz spalten ist eine inhärent gefährliche Tätigkeit. Und sei es nur durch umherfliegende Holzsplitter. Beim Betrieb sollte immer Schutzkleidung (auch eine Schutzbrille!) getragen werden. Schutzhandschuhe, robuste Arbeitskleidung und Schuhe mit Stahlkappe sind die Mittel der Wahl.
  • Frischgeschlagenes Holz lässt sich meist leichter spalten als abgelagertes.
  • Bei manchen Hölzern enstehen durch schnelle Trocknung an der Luft sogenannte Trockenrisse. In diese sollte man dann deh Spaltkeil ansetzen.
  • Man greife nicht zu Geräten, welche die eigenen Anforderungen gerade so eben erfüllen. Wenn ein Spalter Kraft- und Leistungsreserven bietet, lebt er deutlich länger und tut sein Werk auch bei Hölzern, die etwas zäher zu spalten sind.
  • Liegende Spalter sollten über ein Untergestell verfügen, welches in der Höhe an die eigene ideale Arbeitshöhe angepasst werden kann. Oder man bastelt sich selber eines.
  • Man achte beim Kauf auf den sicheren Stand des Holzspalters. Dies dient der Arbeitssicherheit und sorgt dafür, dass die Hydraulikanlage sicher mit Öl versorgt wird. Liegende Spalter brauchen (meist) zwingend einen soliden und planen Untergrund.

Punkt 11

11. Bücher für Holzmacher



Punkt 12

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