Sicherheitstipps für den Betrieb von Kaminöfen: Ein Leitfaden zur sicheren Nutzung

Kaminöfen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre und sparen oft sogar Heizkosten. Doch eine unsachgemäße Handhabung kann nicht nur zu Brandschäden führen, sondern auch gesundheitsschädliche Rauchgase in die Raumluft abgeben. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Hinweise für die sichere Nutzung des Kamins zusammen – von der Montage bis zum alltäglichen Betrieb.

Brennende Holzscheite
Damit man die Flammen entspannt genießen kann, sollte man über den sicheren Betrieb des Ofens Bescheid wissen

Inhalt: Kaminofen Sicherheit

1. Voraussetzungen: Sicherheit beginnt beim Einbau des Kamins

Vor dem Einbau eines Kamins muss geprüft werden, ob das Haus die allgemeinen Voraussetzungen dafür erfüllt. Der erste wichtige Aspekt ist die Statik des Hauses. Während Instabilität bei Neubauten kaum vorkommt, kann es bei den Böden und Decken in älteren Häusern an der nötigen Belastbarkeit fehlen. In jedem Fall sollte ein Statiker diese Bedingung überprüfen.

Je nach der Belastbarkeit des Hauses kann dann die Art des Ofens gewählt werden. Sie spielt eine große Rolle, da sich verschiedene Ofentypen in ihrem Gewicht stark unterscheiden. So sind eingebaute Kamine oder Kachelöfen in der Regel schwerer als beispielsweise ein Schwedenofen. Die größte Variation haben alle, die sich für Kaminbausätze entscheiden, denn diese gibt es in unterschiedlichen Größen mit individuellen Anpassungsmöglichkeiten.

2. Der Schornstein als wichtigste Grundlage

Der Schornstein leitet die Rauchgase des Kamins ab und ist somit die wichtigste Voraussetzung für den Einbau. Während dies die offensichtliche Funktion des Schornsteins ist, erfüllt er noch einen weiteren Zweck, der oft übersehen wird: Der Schornstein sorgt für einen Sog an Frischluft, um den Ofen mit Sauerstoff zu versorgen.

Vor dem Einbau eines Kaminofens muss ein Schornsteinfeger überprüfen, ob der Schornstein intakt ist oder ob Reparaturen nötig sind. In einem Mehrfamilienhaus kann es komplizierter werden, wenn andere Parteien den Schornstein bereits nutzen. Jede weitere Feuerstätte sollte dann dieselbe Bauart haben und die gleichen Brennstoffe nutzen.

Ist kein Schornstein vorhanden, kann durch einen Edelstahl- oder Leichtbauschornstein nachgerüstet werden. Was Rauchrohre angeht, ist eine ausreichende Höhe wichtig. Vor allem in Wohngebieten kann nur so (einigermaßen) verhindert werden, dass sich Rauchgase zwischen den Gebäuden ansammeln.

3. Gesetzliche Anforderungen an einen Kaminofen

Vor dem Erwerb eines Kaminofens ist sicherzustellen, dass der Ofen den Vorschriften der deutschen Kaminofennorm DIN 18891 und der europäischen Norm EN 13240 entspricht. Ein ausschlaggebender Indikator für die Erfüllung dieser Standards ist das CE-Zeichen, welches auf einen durchlaufenen Prüfungsprozess hinweist.

In der Regel muss man sich darüber keine großen Gedanken machen, denn in Deutschland sind nur normkonforme Kaminöfen zum Verkauf zugelassen. Seriöse Hersteller stellen also bereits sicher, dass ihre Öfen den gesetzlichen Anforderungen genügen.

4. Sichere Standortwahl und Mindestabstände bei Kaminöfen

Als Standort für den Kaminofen eignen sich bevorzugt Räume, in denen bereits ein Zugang zum Schornstein gegeben ist. Außerdem sind Räume mit einer Außenwand empfehlenswert, denn diese Lage erleichtert die Verlegung des Rauchrohrs.

Zweitens sollte der Standort nicht nur genügend Platz für den Kamin selbst bieten, sondern auch die Einhaltung von Mindestabständen zu brennbaren Gegenständen ermöglichen. Die Hersteller eines Ofens machen in der Regel Angaben zu den empfohlenen Abständen. Dennoch sollte der Standort auch von einem Schornsteinfeger auf seine Eignung überprüft werden.

Auch wenn die Mindestabstände variieren können, geben diese Werte eine grobe Orientierung:

  • Mindestabstand zu nicht brennbaren Wänden und Decken: 20 cm
  • Mindestabstand zu brennbaren Wänden und Decken: 40 cm
  • Mindestabstand bei seitlichem Sichtfenster des Kamins: 70 cm
  • Mindestabstand zu brennbaren Bauteilen im Strahlungsbereich: 80 cm
  • Mindestabstand zu Möbeln: 50 cm

5. Ein feuerfester Untergrund ist ein Muss

Die Vorgaben zum Brandschutz beim Betrieb eines Kaminofens umfassen auch einen feuerfesten Untergrund. Viele Bodenbeläge wie Laminat, Parkett oder Teppich sind brennbar. In diesem Fall ist es Pflicht, eine feuerfeste Bodenplatte zu verlegen. Fliesenböden sind nicht brennbar, hier ist also auch keine Bodenplatte erforderlich.

Auch für die Mindestgröße der Bodenplatte gibt es gesetzliche Vorschriften. Eine Bodenplatte muss zu den Seiten hin mindestens 30 cm über den Ofen hinausragen. Nach vorne muss sie 50 cm über das Ende der Ofenkante hinausgehen. So wird sichergestellt, dass die Platte auch bei Funkenflug angemessen schützt.

Während die Maße für feuerfeste Bodenplatten gewissenhaft einzuhalten sind, bleiben Form und feuerfestes Material einem selbst überlassen. Was die Form angeht, sind eckige, runde, abgerundete Formen und sogar Dreiecke möglich. Beim Material kommen Glas, Stein, pulverbeschichtetes Stahlblech oder Edelstahl infrage.

6. Jetzt kann es losgehen: Kamin sicher anzünden

Zum Anfeuern des Kamins eignen sich leicht brennbare Späne oder Stäbchen aus Kiefer- und Fichtenholz oder anderem trockenen Weichholz. Diese können mit speziellem Kaminanzünder entflammt werden, um dann größere Holzscheite in Brand zu setzen. Gut getrocknetes Holz von Laubbäumen ist ein besonders guter Brennstoff.

Bei feuchtem Holz ist Vorsicht geboten. Holz darf nicht mehr als 20 Prozent Restfeuchte enthalten, denn feuchtes Holz setzt bei der Verbrennung mehr Abgase frei. Praktisch bedeutet das, es heizt schlechter und produziert schädliche Gase, die sich als unangenehme Gerüche bemerkbar machen.

Beim Anzünden darf der Zugluftregler weit geöffnet werden, damit das Anzündeholz gut brennt. Es gibt verschiedene Methoden für die Schichtung des Anmachholzes, aber es sollte so liegen, dass Luft am Brennmaterial vorbeiströmen kann. Kommt die Verbrennung der dickeren Holzscheite in Gang, kann die Luftzufuhr wieder gesenkt werden – sonst kann die Hitzeentwicklung ins Unkontrollierte steigen.

7. Schädliche Rauchgase minimieren

Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen, können gefährlich sein. Die Abgase werden zwar über den Schornstein abgeleitet, doch es besteht immer das Risiko, dass einige davon in den Wohnraum gelangen.

Um diese Belastung zu minimieren, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Den Kamin mit kleinen Holzstücken anzünden, um die nötige Verbrennungstemperatur schnell zu erreichen.
  • Nur trockenes Holz verwenden, da feuchtes Holz schadstoffreiche Verbrennung verursacht.
  • Kein Zeitungspapier verwenden, da dessen Verbrennung viel Feinstaub erzeugt. Hier einfach spezielle Kaminanzünder verwenden.
  • Für ausreichende Luftzufuhr sorgen, um eine saubere Verbrennung zu gewährleisten.

Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, welche Materialien im Kaminofen verbrannt werden dürfen. Holzscheite brennen gut und hinterlassen wenig Rückstände. Auch Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts (entsprechend DIN 51731) sind in Ordnung.

Zum richtigen Heizen mit Holz gehört auch, lackiertes, behandeltes oder beschichtetes Holz zu vermeiden, denn dieses kann Schadstoffe freisetzen. Auch Altpapier wird fälschlicherweise trotz schädlicher Druckertinte oft verwendet – davon ist abzusehen.

Weitere Tipps und Empfehlungen zum effizienten Verbrennen von Holz im Ofen finden sich in folgendem Artikel:

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Ein sachgemäßer Umgang mit dem Kaminofen schafft die Rahmenbedingungen für ein sicheres Zuhause und schützt vor Bränden und Abgasen. Was die Belastbarkeit des Hauses, den Schornstein, den Untergrund und die Mindestabstände rund um den Ofen angeht, gibt es klare gesetzliche Vorschriften. Diese sind für effektiven Brandschutz unbedingt einzuhalten. Doch auch bei nicht regulierten Aspekten wie dem Brennstoff ist es wichtig, verantwortungsvoll mit der eigenen Gesundheit und Sicherheit umzugehen und den Kaminofen umweltfreundlich zu nutzen.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Das Bauen-und-Heimwerken-Projekt entstand aus einer Dachdämmungs-CD-ROM, die Peter zusammen mit mehreren Mitstreitern Anfang der 2000er in eine Heimwerker-Seite umwandelte. Als Hausbesitzer, Gartenbetreiber und leidenschaftlicher Holzwerber bereitet es ihm viel Freude, über Heimwerkerprojekte zu recherchieren, Experten zu befragen und sich eine möglichst einfache und anschauliche Umsetzung der Sachverhalte und How-Tos zu überlegen.

https://www.bauen-und-heimwerken.de

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